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Mehr System, mehr Laufzeit, herausragende ANC

Sonos Ace Ultra im Test: Endlich mehr Sonos im Kopfhörer

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Der erste Sonos Ace war ein ungewöhnliches Produkt. Als Bluetooth-Kopfhörer überzeugte er uns zwar vor allem mit hohem Tragekomfort, ausgewogenem Klang und einer sehr guten Geräuschunterdrückung. Gleichzeitig blieb ausgerechnet die Verbindung zum Sonos-System erstaunlich dünn. Abgesehen vom TV-Audio-Swap, also der schnellen Übergabe des TV- beziehungsweise Soundbar-Tons an das Headset, verhielt sich der Ace weitgehend wie jeder andere hochwertige Bluetooth-Kopfhörer.

Sonos Ace Ultra

Sonos Ace Ultra in Schwarz, Soft Weiß, Agave und Sand erhältlich

Beim neuen Sonos Ace Ultra setzt der Hersteller genau an dieser Stelle an. Der für 449 Euro angebotene Over-Ear-Kopfhörer bekommt einen neu entwickelten 40-mm-Treiber, zehn Mikrofone für die adaptive Geräuschunterdrückung und eine auf bis zu 35 Stunden verlängerte Laufzeit bei aktiviertem ANC.

Vor allem aber erhält er mit der sogenannten Headphone Engine 2 die technische Grundlage, um sich direkt mit dem Sonos-System zu verbinden. Damit liefert Sonos einen Teil jener Funktionen nach, die wir schon beim ursprünglichen Ace erwartet hatten.

Vertrautes Design, bessere Ausstattung

Optisch und beim grundsätzlichen Bedienkonzept bleibt Sonos seiner bisherigen Linie treu. Die Ohrmuscheln sind unabhängig drehbar, diesmal auch etwas großzügiger in die andere Richtung, und die weichen Schaumpolster bleiben auch bei längerer Nutzung komfortabel. Bedient wird weiterhin über physische Tasten. Die Multifunktionstaste regelt Lautstärke und Wiedergabe, springt zum nächsten Song und nimmt Anrufe an. Beim Zusammenspiel mit Sonos-Lautsprechern übernimmt sie zudem den Wechsel zwischen Kopfhörer und Raumwiedergabe. Die Trageerkennung pausiert Musik beim Absetzen und setzt sie beim erneuten Aufsetzen fort. Alles schnell verstanden, alles einleuchtend.

Sonos Ace Ultra Liegend 2500

Der Ace Ultra bleibt beim zurückhaltenden Sonos-Design

Praktisch bleibt auch die Kabelausstattung. Sonos legt sowohl ein USB-C-auf-USB-C-Kabel als auch ein USB-C-auf-3,5-mm-Kabel bei. Dazu kommen Transporthülle und separate, magnetisch fixierte Kabeltasche. Ein Netzteil gehört hingegen nicht zum Lieferumfang. Für die kabelgebundene Wiedergabe über USB-C unterstützt der Ace Ultra bis zu 16 Bit und 48 kHz. Per Bluetooth kommt aptX Adaptive hinzu, mit kompatiblen Geräten ist damit auch eine verlustfreie Wiedergabe möglich.

Neuer Treiber und adaptiver Equalizer

Beim Klang setzt Sonos nicht einfach auf eine Neuabstimmung der ersten Ace-Generation. Der neue 40-mm-Treiber soll mehr Reserven im Bass mitbringen, ohne Stimmen und feine Details zu überdecken.

Interessanter finden wir, dass der Hersteller gleichzeitig an der automatischen Anpassung des Kopfhörers gearbeitet hat. Der adaptive Equalizer misst fortlaufend, wie gut die beiden Ohrmuscheln abdichten, und korrigiert die Wiedergabe entsprechend. Das kann beispielsweise relevant werden, wenn ein Brillenbügel zwischen Polster und Kopf sitzt oder sich der Kopfhörer beim Bewegen leicht verschiebt. Klang und Geräuschunterdrückung passen sich dann automatisch an.

Sonos Ace Ultra Eq 2500

Equalizer und Klanganpassung in der Sonos-App

Ergänzend bietet die Sonos-App nun einen 3-Band- und einen detaillierteren 8-Band-Equalizer. Beim ersten Ace beschränkte sich die Software noch auf vergleichsweise einfache Regler für Bass und Höhen.

ANC bleibt eine der großen Stärken

Auch bei der Geräuschunterdrückung legt Sonos nach. Zehn Mikrofone kümmern sich um ANC, Transparenzmodus und Sprachaufnahme. Der Hersteller spricht von bis zu doppelt so starker aktiver Geräuschunterdrückung wie beim Sonos Ace. Gerade hier liegt die Messlatte allerdings hoch. Schon die erste Generation gehörte in unserem damaligen Test zu den Kopfhörern, die Umgebungslärm besonders wirkungsvoll ausblendeten. Der Ace Ultra baut also nicht an einer offensichtlichen Schwachstelle, sondern an einer der Stärken des Vorgängers weiter. Erfolgreich, wie wir finden.

Bedienelemente Sonos Ace Ultra

Physische Tasten für Wiedergabe, Lautstärke und ANC

Für Telefonate kommen zusätzliche Mikrofone zum Einsatz, die Sprache isolieren und Hintergrundgeräusche reduzieren sollen. Der Aware-Modus lässt Umgebungsgeräusche dagegen bewusst wieder durch. Zwischen beiden Betriebsarten kann direkt am Kopfhörer gewechselt werden.

35 Stunden Laufzeit und Wechselakku

Die angegebene Akkulaufzeit steigt bei eingeschalteter Geräuschunterdrückung auf bis zu 35 Stunden. Drei Minuten am Ladegerät sollen für bis zu drei weitere Stunden Wiedergabe reichen. Zusätzlich lässt sich der Akku durch den Nutzer austauschen. Damit verbessert Sonos einen weiteren Bereich, der beim ursprünglichen Ace bereits wenig Anlass zur Kritik bot.

Sonos Wechselakku Ace Ultra Rund

Der Akku des Ace Ultra lässt sich austauschen

Eine kleine, aber im Alltag relevante Änderung findet sich auch in der App. Mit Sonos 27 wurde die Navigation neu organisiert, gleichzeitig taucht der Ace Ultra dort erstmals als deutlich stärker eingebundenes Systemgerät auf. Sonos verfolgt damit die angekündigte Strategie, die Softwareplattform nicht mehr nur als Steuerzentrale für Lautsprecher zu verstehen, sondern Kopfhörer, Heimkino, Sprachsteuerung und weitere Dienste enger zusammenzuführen.

Headphone Linking macht den Ace zum Sonos-Gerät

Die entscheidende Neuerung heißt Headphone Linking. Der Ace Ultra kann über WLAN mit dem Sonos-System verbunden werden und Musik direkt aus einem Raum übernehmen. Läuft ein Titel beispielsweise auf einem Sonos-Lautsprecher, lässt sich die Wiedergabe auf den Kopfhörer ziehen. Ein erneuter langer Druck auf die Content-Taste gibt sie wieder an den Lautsprecher zurück. Das Smartphone muss für diesen eigentlichen Wechsel nicht als Zwischenstation dienen.

Headphone Linking Sonos Ace Ultra

Nicht nur der TV-Ton lässt sich direkt auf den Ace Ultra übernehmen

Einzige Voraussetzung: Im Heimnetz müssen kompatible Sonos-Lautsprecher stehen. Unterstützt werden Beam (Gen 1), Beam (Gen 2), Amp, Arc, Arc SL, Arc Ultra, Five, Ray, Roam, Roam SL, Roam 2, Era 100, Era 100 Pro, Era 100 SL, Era 300, Move 1, Move 2 und Play. Der Wechsel erfolgt jeweils mit dem Sonos-Lautsprecher, der räumlich am nächsten zum aktuellen Standort des Kopfhörers steht. Headphone Linking ist damit keineswegs auf die jüngste Sonos-Hardware beschränkt.

Genau dieses Verhalten fehlte beim ersten Modell. Dort beschränkte Sonos die Integration im Wesentlichen auf TV Audio Swap. Musik aus dem Sonos-System ließ sich weder auf den Kopfhörer übernehmen noch wieder zurückgeben. Beim Ace Ultra wird der Kopfhörer damit erstmals tatsächlich Teil des Multiroom-Konzepts und nicht nur Zubehör, das zufällig ebenfalls von Sonos stammt.

Für Übergaben führt der Weg über die Sonos-App

Headphone Linking befindet sich zunächst im Early Access. Die Einrichtung erfolgt über den System-Bereich der Sonos-App. Dort wird der Ace Ultra ausgewählt und mit dem vorhandenen Sonos-System verknüpft. Anschließend kann Musik direkt über die Sonos-App an den Kopfhörer ausgegeben werden. Sonos beschreibt den Wechsel zwischen gemeinsamer Wiedergabe im Raum und persönlichem Hören ausdrücklich als zentralen Einsatzzweck der neuen Funktion.

Sonos App Ace Ultra Rund

Echte Systemkomponente: Der Ace Ultra in der Sonos-App

Das bedeutet allerdings auch eine kleine Umgewöhnung. Wer unterwegs beispielsweise Spotify hört und die Musik einfach aus der Spotify-App per Bluetooth an den Ace Ultra schickt, kann diese Wiedergabe später nicht per Headphone Linking auf einen Sonos-Lautsprecher übergeben. Dafür muss die Wiedergabe bereits über die Sonos-App gestartet worden sein. Wer also unterwegs eine Spotify-Playlist auf dem Ace Ultra hört und sie zuhause mit einem langen Tastendruck im Wohnzimmer weiterlaufen lassen möchte, sollte die Playlist von Anfang an in der Sonos-App starten. Davon abgesehen verhält sich der Ace Ultra weiterhin schlicht wie ein gewöhnlicher Bluetooth-Kopfhörer.

TV Audio Swap und TrueCinema bleiben an Bord

Das bereits bekannte TV-Audio-Swap bleibt parallel erhalten. Ein langer Druck auf die Taste an der rechten Ohrmuschel holt den Fernsehton von einer kompatiblen Soundbar auf den Ace Ultra. Ein weiterer langer Druck schickt ihn zurück. Über TrueCinema kann der Kopfhörer dabei an die räumlichen Eigenschaften des Heimkinos angepasst werden.

Sonos App Ace Ultra App Eq

3-Band- und 8-Band-Equalizer für den Ace Ultra

Diese stärkere Verzahnung passt zur generellen Neuausrichtung unter Sonos 27. Der Hersteller bezeichnet sein Angebot inzwischen ausdrücklich als Audio-Betriebssystem und versucht, Lautsprecher, Kopfhörer und Heimkino stärker als gemeinsames System auftreten zu lassen. Der Ace Ultra ist dafür fast das anschaulichste Beispiel, weil gerade sein Vorgänger gezeigt hatte, wie wenig überzeugend ein Sonos-Kopfhörer ohne diese Verbindung wirken kann.

Multipoint per Bluetooth, Lücken am Desktop

Für die klassische Nutzung unterwegs bleibt der Ace Ultra zugleich ein gewöhnlicher Bluetooth-Kopfhörer. Er unterstützt Multipoint-Bluetooth und kann mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden sein. Läuft etwa Musik vom Mac und geht auf dem iPhone ein Anruf ein, wechselt der Kopfhörer automatisch zum Telefon. Musik vom Smartphone, Laptop oder Tablet kommt weiterhin direkt per Bluetooth oder Kabel. Zuhause ergänzt Headphone Linking diese klassische Nutzung um die Übergabe zwischen Kopfhörer und Sonos-Lautsprechern.

Sonos App Sonos Play Rund

Auf Mac und im Web fehlt der Ace Ultra bislang

Etwas inkonsequent wirkt allerdings die Einbindung in die verschiedenen Sonos-Oberflächen. Auf dem iPhone erscheint der Ace Ultra in der Sonos-App wie eine vollwertige Systemkomponente direkt neben den vorhandenen Lautsprechern und lässt sich dort entsprechend auswählen und ansteuern. In der Sonos-Desktop-App und im Web-Portal unter play.sonos.com fehlt der Kopfhörer dagegen komplett. Wer Sonos regelmäßig vom Mac oder Browser aus steuert, kann den Ace Ultra dort bislang weder sehen noch auswählen.

449 Euro und Early Access für die Kernfunktion

Damit bleibt der Ace Ultra auch für Nutzer interessant, die nicht jeden Raum mit Sonos ausgestattet haben. Die eigentlichen Zusatzfunktionen entfalten ihren Nutzen allerdings erst mit vorhandenen Lautsprechern oder Soundbars. Sonos verkauft den Kopfhörer weiterhin als eigenständiges Modell, verlangt mit 449 Euro jedoch einen Preis, bei dem die Systemintegration deutlich stärker ins Gewicht fällt als beim Vorgänger.

Vorbestellt werden kann der Kopfhörer seit Anfang September, regulär erhältlich sein wird er ab dem 29. September. Der bisherige Sonos Ace bleibt weiterhin im Programm.

Sonos Ace Ultra Family

Der Ace Ultra bleibt auch nach längerem Hören bequem

Eine wichtige Einschränkung steckt dabei im Kleingedruckten der neuen Systemfunktion. Headphone Linking startet als Early-Access-Funktion und ist damit noch nicht als vollständig abgeschlossene Standardfunktion einzuordnen. Gerade weil diese Integration den größten Unterschied zum bisherigen Ace ausmacht, hängt ein wesentlicher Teil des Mehrwerts des Ultra-Modells zunächst auch von der weiteren Softwareentwicklung ab.

Die Ausgangslage ist diesmal allerdings eine andere als 2024. Damals musste sich Sonos erklären, warum sein erster Kopfhörer so wenig mit den eigenen Lautsprechern anfangen konnte. Beim Ace Ultra ist diese Frage zumindest technisch beantwortet. Der Kopfhörer kann Musik aus dem Sonos-System übernehmen, sie wieder zurückgeben, den Fernsehton einer kompatiblen Soundbar per TV Audio Swap annehmen und sich über TrueCinema an das Heimkino anpassen.

Sonos Ace Ultra In The Box

Etui, Kabel und Kabeltasche gehören zum Lieferumfang

Dazu kommen die überarbeitete Klangabstimmung, der adaptive Equalizer, die längere Laufzeit und ein deutlich umfangreicherer EQ in der App. Sonos verändert den Ace damit nicht grundsätzlich, sondern bessert vor allem dort nach, wo die erste Generation trotz ihrer guten Kopfhörerqualitäten noch auffällig wenig nach Sonos aussah.

Offen, sauber und eher kontrolliert abgestimmt

Klanglich macht der Ace Ultra schnell Lust darauf, noch ein paar Titel dranzuhängen. Er spielt angenehm offen und sauber, Stimmen stehen klar im Raum, während feine Details nicht unter einem zu kräftig abgestimmten Bass verschwinden. Gerade bei gut produzierten Aufnahmen fällt auf, wie viel Luft zwischen einzelnen Instrumenten bleibt und wie selbstverständlich der Kopfhörer auch dichtere Passagen auseinanderhält. Der Tiefton reicht ordentlich hinab und hat genug Druck, hält sich aber meist angenehm zurück. Wer einen ausgesprochen wuchtigen, warm abgestimmten Kopfhörer sucht, dürfte ihn ab Werk fast etwas zu kontrolliert finden. Dafür bleibt der Ace Ultra auch über längere Zeit entspannt und ausgewogen genug, um sich quer durch sehr unterschiedliche Musikrichtungen zu hören.

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  • Klingt für mich tatsächlich nach dem Ace, den Sonos von Anfang an hätte bauen sollen. Gerade das Übergeben vom Lautsprecher auf den Kopfhörer ist doch eigentlich genau die Funktion, die man bei einem Sonos-Kopfhörer erwartet.

  • Verstehe nicht genau, wo damals das Problem lag? Ich kann problemlos den Sound von meiner sonos arc auf den alten Ace übertragen.

  • Wieso brauch ich einen Sonos-Lautsprecher? Warum kann ich nicht einfach den Ace in der App als Abspielgerät auswählen? Imho ist das eine Mogelpackung.

  • 449€ und die spannendste neue Funktion startet erstmal als Early Access? Finde ich schon sportlich. Wenn das Linking zuverlässig funktioniert, okay, aber bei dem Preis würde ich ungern Betatester spielen…

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