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"Roboterdame kennt sich aus"

SEMMI: Bahn setzt auf Roboterkopf im Kundenservice

23 Kommentare 23

Warum sollten Konzepte, die schon auf der CeBit 1999 für erstaunte Gesichter gesorgt haben, nicht auch 20 Jahre später noch genau so gut funktionieren? Eine Frage, die sich offenbar die Digital-Verantwortlichen der BAHN gestellt und umgehend mit dem Roboterkopf SEMMI beantwortet haben.

Semmi Terminal

Bild: Deutsche Bahn AG | Hans-Christian Plambeck

SEMMI steht für „Sozio-Emphatische Mensch-Maschine-Interaktion“ und wird von einer DB-Eigenentwicklung angetrieben: Einem künstlich intelligenten, cloudbasierten Sprachdialogsystem, das unabhängig vom äußeren Erscheinungsbild eingesetzt werden kann – also auch als Chatbot in einer App, als Sprachassistent oder als Roboter.

Die DB-Entwicklung wurde bereits am Frankfurter Flughafen und gemeinsam mit der japanischen Bahn JR East am Hauptbahnhof Tokio getestet, jetzt ist SEMMI am Berliner Hauptbahnhof im DB Reisezentrum zu finden und dort für eine erste Testphase von sechs Wochen im Einsatz.

Der Roboterkopf lächelt den Reisenden an und begrüßt ihn: „Hallo, ich bin SEMMI. Was kann ich für dich tun?“ Rund 300.000 Bahnkunden zählt der Berliner Hauptbahnhof täglich. Viele davon sind zum ersten Mal in der Hauptstadt. Wo sind die Schließfächer, wie kommt man am Schnellsten zum Alexanderplatz kommt und wo gibt es im Bahnhof Sushi? Roboterdame „SEMMI“ kennt sich bestens aus und liefert prompt die passende Antwort.

Semmi Bahn Terminal Schaubild

Freitag, 14. Jun 2019, 9:03 Uhr — Nicolas
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  • Wenn es dann auch reibungslos funktioniert finde ich es gut. Die Frage ist halt wie hoch die Akzeptanz ist mit einem Roboter zu sprechen.

    • Mal schauen. Im Haus der Geschichte in Bonn fährt auch ein Assistent durch die Gegend.
      Vom Eindruck her ist die Hemmschwelle noch sehr groß. ich z.B. nutze Siri auch nicht in der Öffentlichkeit. Mal abgesehen davon, dass man sich bei Siri lächerlich macht, da die Erkennung immer noch 2014 ist.

    •  ut paucis dicam

      Auf dem Flughafen habe ich schon „Sprachassistenten“ (Box) gesehen. Wenn das gut funktioniert, ist das schneller und besser als unfreundliche und überlastete Mitarbeiter.

  • Die Bahn weiß auch nicht wohin mit dem Geld. Hauptsache mal ausgeben.
    Ich frage mich welcher Genius sich das Tolle Gehäuse ausgedacht hat.

  • Ich finde interesaant, dass diese Maschine leisten soll, was die meisten Service MA der DB nicht können, nämlich klare richtige Auskünfte geben. ;-)

  • Bin ich der Einzige, der das Teil irgendwie total „creepy“ findet?

    • Nein. Das war auch meine erste Assoziation. Wirklich Ansprechend und natürlich ist das Aussehen nicht.

    • Nee, einfach nur kranker Scheiß. Die Bahn kennt anscheinend die Studie der Universität Koblenz-Landau nicht, die besagt, je weniger ein Roboter einem Menschen äußerlich ähnelt, desto eher wird er akzeptiert. Je menschlicher seine Züge werden, desto unbehaglicher fühlten sich die Studienteilnehmer. Für viele werden die menschlichen Züge auch bei abgetrennten Köpfen gelten. In der Wissenschaft ist dieses Phänomen als „Uncanny Valley“ (englisch: „unheimliches Tal“) bekannt. Und das sich Bahnreisende mit einem Kopf ohne Rumpf unterhalten können, gehört glaube ich nicht zu den dringendsten Problemen die die Bahn angehen sollte. Das Japaner bei sowas feuchte Höschen kriegen wundert mich jedenfalls nicht (https://is.gd/lQFOZn).

      • Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Eine Nachbildung kann funktionieren, wenn sie einen extrem hohen realitätsanspruch hat, also einer realen Person zum verwechseln ähnlich. Was schlecht ist: Wenn der Roboter nur „ähnlich“ erscheint oder mit Fehlern. Also: Entweder extrem realistisch oder sehr abstrakt, dazwischen funktioniert es nicht.

      • Hi Dick, kannst Du nen link zu der Studie beisteuern, würde mich interessieren. Danke Dir!

    • Das sieht mir irgendwie stark nach 1. April aus. Die Idee mag ja gut sein, aber dieser emotionslose Kopf und dann nett ein Halstuch drum ist schon sehr gruselig.

  • Ich finde praktisch, dass es ein Kopf ist.
    Dann kann ich auch direkt drauf einschlagen, wenn das Ding so gut funktioniert wie Siri und Co.

  • Die kriegen ihre Alltagssysteme nicht in den Griff, und dann wird Geld in einen Roboterkopf investiert, der auch nur wieder Vandalismus zum Opfer fällt. Und für den Unsinn geht dann Geld drauf.
    Chatbot, Kommunikationssoftware, ja ok, aber diese Prestige-ach-was-sind-wir-wieder-modern-aufstelldinger mit Robotik sind ja wohl an einem öffentlichen Raum mit hoher Plebs-Sättigung schneller abgebaut, als auf…

  • Kann nur besser werden wie der persönliche Service, denn es ist nicht verwunderlich, dass die menschlichen Mitarbeiter, kaum dass sie angefangen haben, selbst genervt sind, weil ca. 90% der DB Kunden bereits ihren Frust rausgelassenen haben.
    In Verbindung mit einem Boxsack bestimmt der Hit ;-)

  • …ein paar Haare hätten sie dem Roboter schon aufsetzen können. Mal sehen, vielleicht habe ich eine alte Perücke dabei, wenn ich dort mal hin komme. Bin auch mal gespannt. wann das Teil „verunstaltet wird“. Ich muss irgendwie gerade an den Taxi-Roboter von Total Recall denken……

  • Sinnvoller wäre auch wenn da noch ein unterstützendes Display zur zusätzlichen Anzeige da wäre:
    – Abfahrtszeiten und Ankunftszeiten einer Verbindung
    – Wegbeschreibung / Lageplan

    Gedrucktes lässt ich schneller erfassen als wenn ich mir das Gesabbel anhören muss und mein Kurzzeitgedächtnis dann überfordert ist

  • …und ich dachte immer, die Bahn hätte andere Probleme, zum Beispiel mit defekten Zügen, nicht funktionsfähigen Klimaanlagen und einer horrenden Verspätungsquote. Man lernt nie aus.

  • Der hiesige Bahnhof (touristisch sehr schöne Gegend, Kleinstadt, direkte Anbindung zu zwei Großstädten) sieht aus wie ein Kriegsgebiet und riecht nach Urin, der Fahrkartenautomat ist die halbe Zeit über defekt, man kann per App keine Fahrkarte zum Nachbarort kaufen, die Schaffner spielen sich auf wie die Bundespolizei….. Mindestens 50% der Züge sind unpünktlich, langwierige Baustellen, Chaos wo man hinguckt, unzufriedene Fahr“gäste“, unverständliche Durchsagen am Bahnhof, etc. pp…

    Und dann immer wieder solche Meldungen, wo Millionenbeträge für Prestigeprojekte in die Luft geblasen werden. Geht es denn noch bekloppter?!??

  • Und ich sehe dann schon Battles im Netz stattfinden – wer gestaltet die Robo-Birne am kreativsten um…

  • Am Ende sitzt da nur ein Mitarbeiter im HomeOffice und „steuert“ das Ding fern. KI und DB passen nicht zusammen…

    Vor allem: Internet in Deutschland ist einfach noch zu neu

  • Mainfeature wurde wider unterschlagen.
    -Schafft weiter arbeitslose

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