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Deutschland führt die Rangliste an

Regierungsanfragen: Apple veröffentlicht neuen Transparenzbericht

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Apple hat seinen Transparenzbericht überarbeitet und informiert über die Zahl der Regierungsanfragen im zweiten Halbjahr 2018. Zwei Dinge sind bemerkenswert: Erstmals informiert Apple auch über Anfragen zur Entfernung von Apps und erneut führt Deutschland die Rangliste der von staatlichen Organisationen gestellten Auskunftsersuchen an. Insgesamt haben deutsche Behörden in den vergangenen sechs Monaten 14.021 Mal bei Apple um Unterstützung gebeten, in 10.934 Fällen bekamen sie auch Auskunft. In den USA war die Gesamtzahl der Anfragen mit 8.498 trotz deutlich größerer Verbreitung von Apple-Geräten um gut ein Drittel geringer.

Apple hält für dieses ungewöhnliche Verhältnis jedoch eine schlüssige Erklärung bereit. Offenbar geben sich deutsche Behörden bei der Aufklärung von Diebstählen mehr Mühe, denn die große Zahl der sogenannten „Device Requests“ hängt den Angaben zufolge vor allem mit Vorfällen aus dieser Kategorie zusammen. Apple wird beispielsweise auch um Mithilfe gebeten, wenn der rechtmäßige Eigentümer eines Geräts gesucht wird.

Apple Regierungsanfragen Q2 2018

Aus ähnlichen Gründen fällt Apple zufolge die Zahl der Auskunftsersuchen zu finanziellen Informationen in Deutschland sehr hoch aus. Bei den 1.327 Anfragen seien größtenteils Betrugsfälle mit Geschenk- und Kreditkarten der Anlass gewesen.

Delikater wird es bei sogenannten Kontenanfragen. In 335 Fällen haben deutsche Behörden bei Apple angeklopft, um Informationen rund um Benutzerkonten zu erhalten und in 243 Fällen auch Antwort erhalten. Hier können neben Name und Adresse des Kontoinhabers sowie Kontoverbindungen zu Apple-Diensten und laut Apple fallabhängig auch Inhaltsdaten von Kunden wie Fotos, E-Mails, Sicherungen von iOS-Geräten, Kontakte oder Kalender übermittelt werden. Deutschland liegt in diesem Bereich weltweit auf dem dritten Platz, nur in Taiwan (370) und den USA mit bemerkenswerten 2.669 Anfragen haben die Ermittler öfter bei Apple geklingelt.

Die letzte Rubrik betrifft Anfragen in Notfällen. Hier werden gewöhnlich Umstände geltend gemacht, die eine unmittelbare Todesgefahr oder das Risiko einer schweren Körperverletzung einschließen. Dabei kommen nicht nur pauschal Gewaltverbrechen, sondern auch Vermisstenfälle in Frage. In Deutschland gab es hier im zweiten Halbjahr 2018 16 Anfragen, Apple hat allerdings nur 15 davon beantwortet.

Weltweit musste 634 Apps dran glauben

Erstmals nennt Apple dieses Mal auch Details im Zusammenhang mit externen Anfragen aufgrund von Rechtsverstößen von Apps. So wurden in den sechs im aktuellen Transparenzbericht erfassten Monaten insgesamt 634 Apps aus dem App Store entfernt, mit 517 kommt der Großteil davon wegen illegalen Glücksspiels und Pornografie in China. Deutschland hat hier eine weiße Weste, bemerkenswert sind die insgesamt 15 in der Schweiz und fünf in Österreich entfernten Anwendungen. Apple zufolge waren hier vorrangig Beschwerden wegen illegalen Glücksspiels der Grund.

Apple Entfernte Apps Hj2 2018

Apple stellt die Zahlen wie immer nach Ländern sortiert zum Abruf bereit. Die Übersicht für Deutschland findet ihr hier, in vollem Umfang kann der Transparenzbericht hier als PDF eingesehen werden.

Mittwoch, 03. Jul 2019, 8:55 Uhr — Chris
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  • Ich glaube Ihr habt einen Zahlendreher Artikel oder warum sind auf den Bildern andere Zahlenwerte zu finden wie im Artikel?

    Bsp. 335 Accounts sehen wir auf dem Bild und 353 habt Ihr geschrieben im Text.

  • Generell sind Regierungsanfragen bei einem Konsumentengerätehersteller nicht so kritisch wie viele es gerne darstellen. Vor allem ein Großteil der Anfragen wird, wie schon oben beschrieben, zu Aufklärung von Verbrechen wie Diebstahl/Betrug oder auch bei verlorenen Geräten genutzt.

    Dementsprechend ist eine hohe Zahl an Anfragen nicht per-de schlecht sondern zeigt beispielsweise auch eine Exekutive die den Bürger bei „kleinen“ Verbrechen hilft.
    Kritisch wird es erst wenn es um Machmissbrauch oder Vorteilsnahme der Politiker und Unterdrückung der Gegner geht.

    Ich finde hier muss man klar unterscheiden zwischen gerechtfertigter Anfrage und dem Gegenteil davon.

  • „In Deutschland gab es hier im zweiten Halbjahr 2018 16 Anfragen, Apple hat allerdings nur 15 davon beantwortet.“

    15 von 16 Anfragen „nur“ entspricht einer Quote von 94%

    „Apple hat nur 1 davon nicht beantwortet“ klingt schon besser. ;)

  • Ich würde mir wünschen das die Keys nicht mehr im iCloud Backup gespeichert werden würden und das die Fotos in der iCloud Fotomediathek auf dem jeweiligen Gerät verschlüsselt werden, bevor sie in iCloud geladen werden. Dass es da immer noch nichts neues gibt missfällt mir irgendwie. Das iCloud Backup ist nach wie vor die größte „Backdoor“ in Apples Datenschutz Konzept.

  • Wäre noch interessant welche 15 apps in der Schweiz removed worden sind..

  • Wie war das nochmal? Was auf deinem iPhone ist, bleibt auch auf deinem iPhone oder was es doch „was in Vegas passiert, bleibt auch in Vegas“ oder wie oder was???

    • Lädst du es in die Cloud, ist es nicht mehr auf deinem iPhone oder hab ich da einen Denkfehler?

      • Ja, hast du

      • Und der wäre?

      • Nein hat er nicht. Cloud bedeutet fast immer das es sich um Computer im fremden Eigentum handelt.

      • Das kann Dir Rheinreiter jetzt nicht mehr beantworten, denn er ist in den Rhein geritten…

      • Meine Meinung nach ist Rheinreiter ein schönes Beispiel für den Begriff Neuland

      • Hmmm…woher kommen denn die Daten die in die Cloud kommen?!
        Mir graut es jetzt schon, wenn irgendwann was von Apple geleakt wird.

      • Willst du apple nun Vorhalten das deine daten auf ihren Cloud servern Liegt, WENN du denen gesagt hast sie sollen das machen?

      • Ich nutze den iClouddienst auf meinem iPhone schon lange nicht mehr. (der Grund ist nicht, weil es sicherer oder unsicherer ist) Abgesehen davon liegt der grösste teil der iClouddienste auf Microsoft und Amazon Server – aber das ist eine andere Geschichte.
        Um es auf den Punkt zu bringen: iPhone’s werden genauso überwacht wie andere Smartphones von anderen Hersteller auch. Punkt! Lass dich nicht blenden :-)

      • Du widersprichst dir gerade selbst. Wenn du nichts in die iCloud lädst, ist auch nichts in der iCloud. Was möchtest du denn nun?

  • Ach guck, da hat Deutschland wohl nicht eine viel sauberer Weste, so wie hier gerne immer behauptet wird.

  • Kann man eigentlich icloud backups ausschalten, aber trotzdem die Schlüsselbundfunktion und FindMyiPhone trotzdem nutzen?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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