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Philips Hue im Test: GU10 offenbart Schwäche im Farbverlauf

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Nachdem wir bereits mehrfach über die iOS-gesteuerte Lichtlösung Philips Hue berichtet haben, möchten wir euch an dieser Stelle einen kleinen Erfahrungsbericht zu den seit Ende letzten Jahres erhältlichen Reflektorlampen mit GU10 Sockel mit auf den Weg geben. Wir haben insgesamt 6 der Leuchten gekauft und in unserer „speziellen“ Testumgebung (dem Wohnzimmer des Autors dieser Worte) installiert.

Da in der Produktbeschreibung zu den GU10 Spots lediglich vermerkt wurde, dass sie „viele verschiedene Weißlichtnuancen sowie eine Reihe von Farbtönen“ produzieren können, waren wir gespannt darauf zu sehen, ob die Lampen mit dem Rest der LivingColors und Hue Familie mithalten können. Als Referenz und Vergleichsmöglichkeit haben wir entsprechend ebenfalls zwei LivingColors Bloom mit unserer Hue Bridge gekoppelt. Diese können laut Hersteller – ebenso wie die Standard E27 Hues – rund 16 Millionen Farben darstellen und sollen uns so Aufschluss darüber geben, wie gut sich die Spots im Vergleich zu den anderen Lampen schlagen.

gu10selection

Größer als gedacht

Äußerlich sind die GU10 Leuchtmittel ausgesprochen gut und sauber verarbeitet. Allerdings fällt sofort auf, dass die Lampen mit 71 mm relativ lang sind. Philips merkt hierzu an, dass die Lampen für Einbaustrahler mit einer Einbautiefe ab 85 mm geeignet sind. Bei geringerer Einbautiefe stehen die Lampen unter Umständen aus der Decke über oder etwaige Verblendungen lassen sich nicht mehr montieren. Darauf solltet ihr entsprechend vor dem Kauf unbedingt achten.

Wer die Spots seiner klassischen Deckenleuchte austauschen möchte, sollte dies ebenso im Hinterkopf behalten. Auch hier wäre es möglich, dass die Hues auffallend weit aus den Halterungen hervorstehen, was unter Umständen optische Abstriche bedeuten könnte, auch wenn es den Lampen nicht schadet.

gu10lamp2

Nachdem wir die Leuchtmittel unserer Bridge hinzugefügt haben, können wir uns endlich den eigentlichen Kernfragen nach der Lichtausbeute und Farbvielfalt zuwenden. Der Lichtstrom jeder Lampe wird in der Produktbeschreibung des Apple Online Store mit 300 Lumen beschrieben, zutreffender dürften jedoch die 250 Lumen sein, die auf der Produktverpackung genannt werden. Bei einem Abstrahlwinkel von 60° bedeutet dies dennoch eine sehr hohe Leuchtkraft, die wir im Test auch bestätigen konnten. Die maximale Leistungsaufnahme pro Leuchte beträgt laut Beschreibung 6,5 Watt, wobei die Lampe im stand-by 0,45 Watt für den Zigbee-Controller aufwendet. Philips nennt jedoch bei einer Farbtemperatur von 4000 Kelvin und 250 Lumen eine Effizient von 60lm/W, was einem Verbrauch von aufgerundet 4,2 Watt entsprechen würde. Die aufgedruckten Werte dürften also sehr wohlwollend gewählt worden sein und der tatsächliche Verbrauch sollte in der Praxis unter den genannten 6,5 Watt liegen.

Beim ersten Anschalten der Lampen erstrahlen die Leuchtmittel in einem warmen Weiß bei einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin und einem Lichtstrom von 195 Lumen, was in etwa einem 35 Watt Halogenstrahler entspricht. Mit dem voreingestelltem Weißton müsst ihr euch natürlich nicht zufrieden geben. Die kostenlose Hue App (Universal) bietet euch neben einem Farbwähler auch ein Auswahlbereich für Weißtöne zwischen 2000 und 6500 Kelvin. Alle Farben, die die Spots darstellen können, werden durch drei separate LED-Chips für die Grundfarben Rot, Grün und Blau erzeugt. Dank ihres matten Diffusors werfen die Spots dennoch einen sauberen und homogen ausgeleuchteten Lichtkegel.

Regenbogen mit Abstrichen

Natürlich haben wir nicht nur geprüft, ob die Lampen ein ansprechendes Weiß erzeugen, sondern haben ein besonderes Augenmerk auf die Darstellung unterschiedlicher Farben gelegt. Entsprechend haben wir nach und nach das komplette Farbschema der Hue-App in unterschiedlichen Lichtintensitäten durchgespielt – natürlich zwischendurch immer mit einem Blick in Richtung der beiden Blooms, die uns als Referenz dienen sollten.

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Obgleich das Spiel mit den Farben viel Spaß bereitet, bemerkten wir schon sehr bald, wo die Grenzen der kompakten Reflektorlampen im Vergleich zu den wuchtigen Blooms liegen. Zwar sind die Spots ausgesprochen leuchtstark, sind jedoch außer Stand einige der gewünschten Farben zufriedenstellend darzustellen. Während die Blooms die weiße Zimmerwand in einem kräftigem Cyan erstrahlen ließen, warfen die GU10 Spots lediglich weiße Kreise mit einem hellbläulichem Farbstich an die Fassade. Ebenso kann uns das Grün nicht überzeugen, da wir statt einem sattem Grasgrün lediglich mit einem grünstichigen Gelb vorlieb nehmen mussten. Mit Sicherheit ein dickes Minus für alle Fußballfans, die gerne ihr Wohnzimmer während der kommenden WM passend zum Spielfeld in ein tiefes Grün tauchen wollten.

farbvergleich

Von Blau über Violett und Rosa, bis hin zu Rot und Orange, lassen sich hingegen sämtliche Farbnuancen problemlos zaubern. Allerdings bleibt die Euphorie durch die eingeschränkte Farbwahl dennoch gebremst. Immerhin kostet eine einzelne GU10 Lampe stolze 59,95 Euro. Für diesen hoch angesiedelten Preis erwarten wir eigentlich ein makelloses Produkt ohne Kompromisse. Zumal die gleich teuren E27 Hue Leuchtmittel dieses Defizit nicht aufweisen.

Fazit

Leider können wir euch entsprechend keine uneingeschränkte Kaufempfehlung für die GU10 Hues aussprechen. Dazu muss Philips erst das Problem der eingeschränkten Farbvielfalt der Leuchtmittel ausbessern. Wer auf die Farben grün bis cyan verzichten kann, erhält mit den Hue Reflektorlampen natürlich dennoch sehr schicke und ausgesprochen leuchtstarke Leuchtmittel. Einzeln kosten die Lampen 59,95 Euro, das Starterkit mit 3 Leuchtmitteln, sowie der obligatorischen Bridge, schlägt mit 199,95 Euro zu Buche. Wer die Wahl hat alternativ die bereits genannten E27 Hue Leuchten (ebenfalls als Starterkit erhältlich) bei sich zuhause einzusetzen, sollte dennoch lieber zu diesen greifen. Für ebenfalls 59,95 Euro erhaltet ihr hier Leuchtmittel, die bei einem Abstrahlwinkel von 120° und einem Lichtstrom von 600 Lumen bei 8,5 Watt Stromverbrauch spielend eine 60 Watt Glühbirne ersetzen können.

e27lamp

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19. Mrz 2014 um 19:13 Uhr von Damien Fehler gefunden?


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