Gezielte Klicks verändern Nutzerprofile in wenigen Tagen
Personalisierte Werbung bei Google: Experiment zeigt schnelle Anpassung
Wie stark sich digitale Nutzerprofile beeinflussen lassen, hat ein fünftägiger Selbstversuch mit mehreren Google-Konten untersucht. Ausgangspunkt war die Frage, ob die von Plattformen erstellten Interessenprofile mehr oder weniger in Stein gemeißelt sind oder sich auch kurzfristig verändern lassen.
Drei Nutzerkonten im Vergleich
Dafür wurden drei neue Konten mit identischen Ausgangsdaten angelegt. Zwei davon erhielten gezielt unterschiedliche Nutzungsmuster, während ein drittes Konto gänzlich unangetastet blieb. Die aktiven Profile simulierten klare Interessen. Eines konzentrierte sich auf Angelbedarf und entsprechende Videos, das andere auf Fitness, Training und Nahrungsergänzung.
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Bereits nach einem einzigen Nutzungstag zeigte sich ein deutlicher Effekt im sogenannten Anzeigen-Center. Google ergänzte zahlreiche neue Interessenkategorien und begann, die Profile zu differenzieren. Innerhalb von fünf Tagen stieg die Anzahl der zugeordneten Interessen bei den aktiven Konten deutlich an. Gleichzeitig wurden bestehende Kategorien wieder entfernt und durch neue ersetzt. Das deutet darauf hin, dass die Profile nicht nur erweitert, sondern kontinuierlich angepasst, verändert und überarbeitet werden.
Untätige Konten bleiben unverändert
Das Kontrollkonto lieferte einen klaren Vergleichswert: Ohne Suchanfragen, Videoaufrufe oder Webseitenbesuche blieb das Interessenprofil über den gesamten Zeitraum hinweg identisch. Werder fügte Google hier neue Kategorien hinzu, noch wurden bestehende Einträge angepasst.
Die Veränderungen betrafen nicht nur die sichtbaren Werbeprofile. Auch die Empfehlungen auf YouTube verschoben sich innerhalb weniger Tage deutlich. Inhalte orientierten sich zunehmend an den simulierten Interessen und ersetzten allgemeine Vorschläge vollständig. Beim inaktiven Konto blieb die Startseite hingegen weitgehend leer oder zeigte nur allgemeine Trends.
Konkrete Marken und Produkte zugeordnet
Auffällig war zudem, dass Google die Profile nicht nur mit allgemeinen Themen füllte, sondern gezielt konkrete Marken und Produkte hinterlegte. Beim Fitness-Profil tauchten etwa Hersteller von Laufschuhen, Anbieter von Sportnahrung und spezialisierte Online-Shops auf. Die Zuordnung wirkte dadurch weniger wie eine grobe Einordnung von Interessen, sondern vielmehr wie eine direkte Vorbereitung auf mögliche Kaufentscheidungen.
Der lesenswerte Versuch legt nahe, dass Googles digitale Werbeprofile stark vom aktuellen Nutzungsverhalten abhängen und sich kurzfristig verändern lassen. Gleichzeitig zeigt das unveränderte Kontrollkonto, dass ohne Aktivität keine automatische Anpassung erfolgt. Das Profil eines Nutzers entwickelt sich demnach kontinuierlich aus Suchanfragen, Klicks und angesehenen Inhalten.



Widerlich diese werbe Affen
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Dir ist bewusst, dass personalisierte Werbung zu Einsparungen bei Marketing-Budgets führt (weil weniger Werbegeld verschleudert wird) was wiederum das Produkt günstiger macht.
Marius, nur eine Minderheit begreifen, das die Leute mit dem Kauf eines Produktes auch die ganzem Millionen Euro für Werbekosten mitbezahlen müssen. Drum gehen auch allgemein Kooperationen mit diesen Spamfluenzer stark zurück. Wann haste denn mal beispielsweise was zuletzt groß von diesen Holzwurmuhren, kuriosen Soßen in Gläser, ganzen Mahlzeiten in Plastikflaschen oder Abofresspaketen gehört? Ist alles von der Spamfläsche verschwunden.
Nichts wird günstiger… es wird weiterhin alles auf den Kunden abgewälzt und wird immer teurer. Und Werbung ist der größte Mist und nervt einfach überall…
Man sieht teilweise 3 mal hintereinander die selbe Werbung… das ist mit nichts zu rechtfertigen.
Kostenlose Dienste ohne Werbung sind heute doch eher unrealistisch. Und wenn schon Werbung, ist personalisierte Werbung dann nicht sinnvoller als völlig irrelevante Werbung?
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Sollte unter Henry stehen, ich hasse diesen Werbemist…