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ChatGPT auch Zeitungsartikeln trainiert

New York Times klagt gegen KI-Anbieter: Inhalte widerrechtlich verwendet

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46 Kommentare 46

Während wir kürzlich erst über eine Zusammenarbeit des Medienkonzerns Axel Springer mit den ChatGPT-Machern OpenAI berichten konnten, streift die New York Times diesbezüglich die Boxhandschuhe über. Die Zeitung hat sowohl OpenAI als auch Microsoft verklagt, weil die beiden Unternehmen die ihren KI-Dienstleistungen zugrundeliegenden Sprachmodelle (LLMs) mithilfe von nicht lizenzierten Zeitungsinhalten trainieren.

New York Times Plexels

Bilder: Burak Argun & Anna Keibalo)

Das Magazin The Verge verlinkt eine 69-seitige Klageschrift, in der die New York Times OpenAI und Microsoft beschuldigt, dass deren KI-Anwendungen ChatGPT und Copilot (früher „Bing Chat“) in der Lage sind, Texte zu generieren, die Inhalte der Zeitung wörtlich wiedergeben, genau zusammenfassen und ihren Stil nachzuahmen. Dadurch werde die Beziehung der New York Times zu ihren Lesern untergraben und beschädigt. Gleichzeitig würden der Zeitung auf diese Weise Einnahmen aus den Abonnement-, Lizenz-, Werbe- und Affiliate-Geschäften geraubt.

„Bedrohung für hochwertigen Journalismus

Generell sieht die Times die Arbeitsweise der KI-Modelle als Bedrohung für einen qualitativ hochwertigen Journalismus, da auf diesem Weg Produkte geschaffen werden, mit deren Hilfe sich die durch massive Investitionen geschaffenen Inhalte der Zeitung ohne Genehmigung und ohne Bezahlung nutzen lassen. Auf der anderen Seite hätten sich laut der Klageschrift zufolge die auf Basis hochwertiger Inhalte trainierten KI-Modelle für die Unternehmen OpenAI und Microsoft zu lukrativen Geschäftsmodellen entwickelt.

Ihren Darlegungen zufolge hat die New York Times über einen längeren Zeitraum hinweg vergeblich versucht, im direkten Kontakt mit den beiden Unternehmen einen Weg zu finden, um eine angemessene Entlohnung für die Nutzung ihrer Inhalte zu erreichen. Jetzt klagt die Zeitung auf Urheberrechtsverletzung und fordert das Gericht auf, die beiden Firmen daran zu hindern, ihre KI-Modelle weiter mit geschützten Inhalten zu trainieren. Zudem verlangt die New York Times, dass ihre eigenen Inhalte aus den von OpenAI und Microsoft genutzten Datensätzen entfernt werden.

28. Dez 2023 um 08:46 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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  • Letztes Aufbäumen vor dem Untergang. Die linearen Medien sind am Ende. „Massive Investitionen“ gibt es auch im KI-Bereich. Ob das automatisch zu Qualitätsjournalismus führt, darf bezweifelt werden. Bewusste oder unbewusste Beeinflussung wird es wohl immer geben. Jetzt kommt es darauf an, aus der Vergangenheit zu lernen und die Weichen zu stellen. Allein, da sehe ich schwarz!

    • Ich hoffe doch nicht, dass Investigativjournalismus am Ende ist! Die NYT hat viele Skandale aufgedeckt, warum zu hoffen ist, dass sie weiterhin ausreichend Geld in diese Richtung investieren können.

    • Wenn immer mehr Inhalte durch KI generiert werden und diese wiederum zum Lernen genutzt werden, dreht man sich irgendwann im Kreis.
      Blöd nur, dass irgendwann nicht mehr feststellbar ist, was auf Fakten beruht. Es gibt ja immer neues Quellmaterial, auf das man verweisen kann – nur dass keiner sagen kann, wie das entstanden ist.

      • Totales Desaster! Und Hinz und Kunz werden es weder wissen noch verstehen.

      • Das Netz ist ohnehin voll von Fake-News, man denke nur an Rechtsextreme oder Verschwörungstheoretiker auf Telegramm.

        Dieser Entwicklung leistet KI nun katalytisch Vorschub. Nur dass wir durch das automatische Generieren von Inhalten in kürzester Zeit die Wahrheit wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen müssen.

        Es bleibt uns nichts anderes übrig, als viel stärker als bisher unseren gesunden Menschenverstand bei der Beurteilung von wahr und unwahr einzusetzen.

      • Und was ist mit Linksextremen?

      • warum ist das nicht feststellbar, wenn die KI, wie bei Microsoft’s Copilot die Quelle klar angegeben wird!?!

      • @Mascheck: Gute Frage. Ich kann keine Form des Extremismus leiden. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich fast nie mit linksextremistischen Verschwörungstheorien oder Hetze belästigt werde bzw. damit konfrontiert werde. Die größten Dummheiten aus diesem Bereich lese ich eigentlich nur wenn es um die Partei „Die Linke“ geht und die bekommen in unseren Medien nicht im Ansatz soviel Aufmerksamkeit wie die AfD. Rechte & Rechtsextreme Verschwörungstheorien hingegen liest man immer und überall. Grob über den Daumen geschätzt würde ich mal schätzen, dass das Verhältnis hier bei 5 zu 95 liegt.

        Ich denke auch das Rechte mehr Aufmerksamkeit bekommen weil dieses deutlich mehr Straftaten begehen bei denen Personen zu schaden kommen (Gewalttaten).
        – 3x häufiger Körperverletzungen
        – 4x häufiger Nötigungen & Bedrohungen

        Linke begehen mehr „weniger schlimme“ Straftaten wie Sachbeschädigung oder Landfriedensbruch.
        – 4x häufiger Sachbeschädigungen
        – 3x häufiger Brandstiftung
        – 5x häufiger Landfriedensbruch

        Was ich dabei auch immer interessant finde, rechte oder rassistische Aussagen kommen zu 90% von Männern.
        Männer haben ein größeres Gewaltpotenzial. Viele brauchen eben ein „Bauernopfer“ oder ein „Feindbild“ dem sie ihre Aggressionen auslassen können. Dazu passt auch, dass nur 15% aller Mörder Frauen sind. Der Anteil an Frauen ist unter Rechtsextremen auch relativ gering. Beispiel: Nur 18% der Parteimitglieder der AfD sind Frauen (und hier vor allem ältere Frauen).

        Bei Morden sieht die Statistik noch klarer aus. In den letzen 30 Jahren gab es weniger als 10 linksextremistisch motivierte Morde aber je nach Quelle zwischen 86 und 146 rechtsextremistische Morde. Und auch die Statistiken zu Amokläufen und Anschlägen in den USA sind da eindeutig.

        Das „Gefahrenpotenzial“ ist bei Rechten einfach höher. Linke nerven zwar, nehmen aber mehr Rücksicht auf Leib & Leben. Auch Linksextremismus muss bekämpft werden. Aber wo man mehr Ressourcen investiert, sollte bei diesen Zahlen klar sein. Deswegen verstehe ich diese Kommentare a la „aber was ist mit Linksextremen?“ absolut nicht.

      • Danke Ben, für die ausführliche Klarstellung, super geschrieben!

      • @Ben: Super!!! Leider werden dann Fakten von der rechten Bubble sofort wieder verunglimpft oder ignoriert. Trotzdem super Beitrag!

      • @Ben
        Aber fragen darf er doch mal, oder? Vielleicht hat er sich nicht so ausführlich damit auseinandergesetzt wie Du, aber dann sofort die Unverständnis-Fahne zu hissen , verstehe ich nicht.

      • @Greifenklau: Das hätte ich dann vielleicht anders Formulieren können. Ich habe den Kommentar von @Mascheck eher als „Whataboutism“ interpretiert. Also einer Relativierung des Rechtsextremismus‘.

        Und ich werfe hier nochmal etwas in den Raum. Nachdem Brexit Referendum haben rassistische und ausländerfeindliche Vorfälle schlagartig zugenommen, weil sich Rechte, Rassisten & Nationalisten bestätigt gefühlt haben und dachten sie hätten eine große Mehrheit der Bevölkerung hinter sich. Dementsprechend sind ihre Hemmungen gefallen.

        Das gleiche kann uns hier mit der AfD auch passieren. Die meisten werden die Partei vermutlich nur aus Protest wählen um unserer unfähigen Bundesregierung den Mittelfinger zu zeigen. Aber man sollte sich immer überlegen welche Konsequenzen das eigene Wahlverhalten hat (s. o.).

    • Nur wenn die Idioten dieser Welt gewinnen, also hast du vermutlich recht.

      Mann kann nur hoffen das nach dem der ganze Marketing Quatsch überstanden ist, der Rest der Welt auch begreift das Mengenlehre und mehr ist es nicht, ab einem bestimmten Punkt immer kippt und nur noch Quatsch produziert.
      Das ist konstitutives Problem und kein technisches, also auch nicht zu lösen.

      • Schön zu sehen wenn das iPhone aus konstruktives Problem, sonst was macht..
        Inzwischen sollte man wohl die Rechtschreibkorrektur auf dem iPhone besser abschalten.

      • Keine schlechte Idee, nervt eh mit unmöglichen Wortvorschlägen….

    • „Jetzt kommt es darauf an, aus der Vergangenheit zu lernen und die Weichen zu stellen“ … Ha, ha … Überall ploppen sie auf, diese ach so „klugen“ mahnende „Wisser“, die aber selbst gar keine Lösung haben, aber mahnen, damit sie hinterher sagen können, sie hätten es ja schon immer gewußt.

    • Was für ein Unsinn dieser Beitrag von far65.
      Von wem soll denn die KI ihre Erkenntnisse lernen, wenn diese nicht durch hochwertigen Journalismus erzeugt werden?

      • +1
        Ohne Journalisten und deren Artikel hat auch die KI nichts mehr, was sie abgrasen kann.

    • Was du so von dir gibst .. Klingt wie aus einer Klatschzeitung ..

  • Es wird wirklich Zeit diesem Wiederkäuer-Journalismus (nichts anderes ist KI generierte Text) einen Riegel vorzuschieben.

    ^^

  • Qualitativer Journalismus – schon lange nicht mehr gesehen

    • Dann solltest du mal außerhalb Telegram, BILD, RT und Welt deine Infos suchen.

      • Du hast ja anscheinend auch deine Blase.

      • Glaub mir das tue ich bin kein Volltrottel. Hätte nur gerne den Investigativen Journalismus statt diese Alltagssuppe aus Verblödung und schnellen Texten ohne ordentliche Quellen

      • @markus: Ja, und diese Blase besteht zum Glück nicht aus der Hetze, der von mir genannten „Medien“. Wenn du darauf stehst, bitte. Aber nicht jammern, dass immer alles soooo schlecht ist. Wie sagte schon ein namentlich bekanntes AfD-Mitglied? „Geht es Deutschland schlecht, geht es uns gut.“ Das trifft auch auf Bild und Welt zu. Auf dich auch?

      • @Jdonalies: Hast du überhaupt jemals NYT gelesen? Ich würde ja eine Wette anbieten, habe aber Angst du würdest einfach lügen und behaupten, du hättest.
        Oder vlt die Washington Post? Bestimmt auch. Und Financial Times? Klar, liegt bei dir auf dem Klo neben der Zeit, dem britischen The Guardian. Stimmt’s?

    • Seit Ende der 90er wurden in den Redaktionsstuben der deutschen „Qualiätsmedien“ keine Journalisten mehr gesichtet – nur noch Politaktivisten mit weltanschaulich induzierten Haltungsschaden (Haltungssjournalismus). Anstatt ihrer Chronistenpflicht am Spielrand nachzukommen, wollen sie selbst auf dem Platz springen und Politik mitgestalten. Und da Haltung keine Kompetenz ersetzt, sind diese Presseerzeugnisse nur noch zum Auslegen von Vogelkäfigen zu gebrauchen…

      • Zieh nach Ungarn, lern Ungarisch und lies die dortige Presse. Vielleicht verstehst Du dann, dass wir hier zumindestens einen Journalismus haben, der sich so nennen darf. „Politaktivisten“ kann nur jemand schreiben, der keinen blassen Schimmer von der Arbeit in Redaktionen hat. Aber klar, wenn einem die Nachricht nicht schmeckt, wird der Bote hingerichtet.

      • Liegt zumeist an einem selbst, was man wahrnimmt. Dafür die Welt draußen verantwortlich zu machen und intellektuelle Orientierungslosigkeit mit kindlicher und extrem generischer Meinungsstärke zu kaschieren, das ist doch alles so ein bisschen naja.

      • Sorry, bin verrutscht. Mit diesem Kommentar wollte ich mich nicht befassen.

      • @Vetris: Was den Punkt Qualität angeht muss ich dir in Teilen recht geben. Pass aber auf, dass du nicht noch weiter abrutscht. Mach mehr Sport oder such dir ein Hobby um deinen Frust und deine Wut abzubauen. Oder rede mal mit einer dafür ausgebildeten Person.

    • Liegt zumeist an einem selbst, was man wahrnimmt. Dafür die Welt draußen verantwortlich zu machen und intellektuelle Orientierungslosigkeit mit kindlicher und extrem generischer Meinungsstärke zu kaschieren, das ist doch alles so ein bisschen naja.

  • „Bedrohung für hochwertigen Journalismus?“ Wenn ich den lesen wollte, müsste ich, zumindest in DEU, zig PayWalls überwinden.
    Ein teures unterfangen.

    Antworten moderated
  • Gleiches Thema wie bei Fotografen/Malern und ihren Stilen und Werken.
    Kreativität ist ein Selbstbedienungsladen für die Modelle.
    Gut, wenn die Gerichte darüber ansatzweise Klarheit schaffen.
    Dann wissen wir wenigstens, ob die Kreativen sich sofort abschaffen können und wir uns von AI einlullen lassen werden.

  • Bleibt zu hoffen, dass Microsoft den Saftladen NYT mit soviel klagen überhäuft, dass die abschließen können – oder den Müll zum Spaß aufkaufen und dicht machen

  • Juristisch irre spannen, ob US der „Stil zu schreiben“ schützenswert ist.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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