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Alle gegen alle: Die New York Times beleuchtet den Hintergrund der Patentstreitigkeiten zwischen Apple, Google & Co.

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Die New York Times geht in einem lesenswerten Artikel den Gründen für die derzeit an allen Ecken und Enden der Technikwelt ausgetragenen Patentstreitigkeiten auf den Grund und bringt dabei auch interessante Details im Bezug auf Apple ans Licht. Apple wird wie auch der Konkurrenz von Google oder Samsung vorgeworfen, im Patentrausch den Bezug zur Realität verloren zu haben. Die Unternehmen streiten sich längst nicht mehr um grundlegende Neuschöpfungen, sondern verbraten Millionen von Dollars beispielsweise beim Disput um den Eckenradius eines Bildschirmsymbols.

Apple dazu in einer Stellungnahme gegenüber der New York Times:

Apple has always stood for innovation. To protect our inventions, we have patented many of the new technologies in these groundbreaking and category-defining products. In the rare cases when we take legal action over a patent dispute, it’s only as a last resort.

We think companies should dream up their own products rather than willfully copying ours […]

Apple leitet die Notwendigkeit, alles zu patentieren, was nicht niet- und nagelfest ist, aus eigenen Erfahrungen ab. Im Jahr 2006 musste der Konzern 100 Millionen Dollar an Creative überweisen, weil der in Singapur ansässige Hersteller ein Patent für ein „portables Musikwiedergabegerät“ (portable music playback device) zugesprochen bekam.

Insbesondere mit Blick auf das kommende iPhone entschied sich Apple in der Folge, alles was man sich nur im Entferntesten ausdachte, auch zu patentieren. Apple sah dies unter anderem auch als gute Verteidigungsstrategie gegen die Bestrebungen anderer Konzerne. Das Ganze nahm offenbar teils bizarre Züge an, die Ingenieure mussten ihre aktuellen Projekte regelmäßig im Beisein von Anwälten erklären, die dann spontan erklärten, ob die Idee patentwürdig sei oder nicht.

Einer der Anwälte dazu: „Auch wenn wir wussten, dass wir dafür nie ein Patent bekommen würden, würde der Antrag andere Firmen davon abhalten, selbst ein entsprechendes Patent zu beantragen.“

Apple ist mit dieser Vorgehensweise keinesfalls allein. Die Zahl der in den USA eingereichten Patentanträge wächst stetig, 2011 waren es mehr als 540.000 und Google wurden seit 2000 wohl 2700 Patente zugesprochen, Apple 4100 und Microsoft gar 21.000.

Dabei ist der Spaß alles andere als billig. Nach Schätzungen müssen Konzerne für den Vorgang der Patentierung von komplexer Software oder Elektronik noch einmal rund 20 Prozent der Entwicklungskosten obendrauf rechnen. Dies lohne sich aber laut einem ehemaligen Apple-Mitarbeiter unbedingt. Man müsse bedenken, dass in der Entwicklung neuer Technologien unvorstellbar viel Arbeit steckt. Alleine die perfekte Umsetzung der „Slide to Unlock“-Geste beim iPhone habe mehrere Jahre in Anspruch genommen.

Doch die Unsicherheit und die Gefahr, sich einer geld- und energieverschlingenden Patentklage ausgesetzt zu sehen wächst proportional mit diesen verzweifelten Versuchen, alles was nur erdenklich ist zu schützen um der Konkurrenz zuvor zu kommen. Dementsprechend schwieriger wird es insbesondere für kleine, kapitalschwache Unternehmen, eigene Innovationen voranzutreiben.

Der aktuelle Zustand ist unbefriedigend, aber mit Blick auf eine optimale Lösung gehen die Meinungen weit auseinander. Vorschläge, Softwarepatente komplett abzuschaffen stehen der Meinung, es sei alles gut so wie es ist, gegenüber. Dazwischen finden sich auch weniger radikale Ideen wie beispielsweise die Einführung von kürzeren Laufzeiten für Softwarepatente.

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09. Okt 2012 um 09:26 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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