CANAL+ trifft John Ternus
Neuer Apple-Chef Ternus: Produkte, Kinder und KI im Gespräch
John Ternus ist erst seit wenigen Wochen Apple-Chef. Umso interessanter sind Gespräche, in denen sich der langjährige Hardware-Verantwortliche persönlicher zeigt als auf der Keynote-Bühne. Im französischen Format „Clique“ spricht Ternus über seine Ernennung, das iPhone Duo, künstliche Intelligenz sowie Kinder und Bildschirmzeit.
Tim Cook und der Verwaltungsrat hätten ihm den Posten angeboten. Ternus besprach die Entscheidung mit seiner Frau. Nach 25 Jahren bei Apple sei die neue Aufgabe für ihn eine Fortsetzung seiner bisherigen Arbeit. Schon bei seinem ersten großen Auftritt als CEO hatte er Teamarbeit, Produkte und einfache Bedienung betont.
Das iPhone Duo als Ingenieursaufgabe
Beim iPhone Duo wird Ternus konkreter. Apple habe nicht einfach zwei Smartphone-Hälften zusammenfügen wollen. Ausgangspunkt sei ein großer Bildschirm gewesen, dessen Format auch geschlossen sinnvoll funktioniert. Hardware, Software und Energieverwaltung mussten dafür gemeinsam entwickelt werden. Als Beispiele nennt Ternus Scharnier, Display und den neu aufgebauten Akku.
Damit knüpft er an Aussagen an, die Ternus und Greg Joswiak bereits nach der Vorstellung des iPhone Duo gemacht hatten. Persönlicher wird es beim Entwicklungsalltag. Probleme kurz vor Projektende hätten ihn früher nervös gemacht. Mit den Jahren habe er gelernt, stärker auf die Teams zu vertrauen.
KI soll Werkzeug bleiben
Bei künstlicher Intelligenz bleibt Ternus nah an Apples Sprachregelung. Technologie sei kein Selbstzweck. Entscheidend seien Funktionen, die Anwender produktiver oder kreativer machen. Nutzer müssten nicht ständig wissen, ob im Hintergrund KI arbeitet.
Im dem Gespräch mit CANAL+ zieht Ternus zugleich eine Grenze bei persönlichen Beziehungen zu KI. Siri AI solle als Assistent funktionieren und nicht versuchen, Freundschaften oder andere menschliche Beziehungen zu ersetzen. Auch bei Kindern spricht er sich nicht gegen Smartphones oder Tablets aus. Eltern müssten jedoch steuern können, wie lange und wofür Geräte genutzt werden.
Datenschutz gewinnt durch KI zusätzlich an Gewicht. Persönliche Informationen auf dem iPhone sollten möglichst unter Kontrolle des Nutzers bleiben. Generative KI beschreibt Ternus zugleich als Technik, die neue Produktideen ermöglicht. Einen grundlegenden Kurswechsel unter seiner Führung sieht er nicht.
