Qualcomm wird günstiger
Neue Chip-Pläne: Qualcomm zielt auf 300-Dollar-PCs, Intel auf Speicher
Im PC-Hardwaremarkt zeichnen sich gleich zwei interessante Entwicklungen ab. Qualcomm hat die technischen Details seiner neuen Snapdragon-C-Plattform veröffentlicht und nimmt damit besonders günstige Windows-Notebooks ins Visier. Intel beschäftigt sich derweil wieder intensiver mit Speichertechnologien – einem Geschäft, das für den Konzern einst von zentraler Bedeutung war.
Acht Kerne für Notebooks ab 300 Dollar
Qualcomm hatte den Snapdragon C bereits im Mai angekündigt, bislang aber nur wenige technische Einzelheiten genannt. Jetzt steht fest: Der in 6 Nanometern gefertigte ARM-Chip besitzt acht Kryo-Kerne. Ein Kern erreicht bis zu 3 GHz, bei Auslastung aller Kerne sind maximal 2 GHz vorgesehen.
Dazu kommen eine Adreno-A643-Grafikeinheit mit bis zu 900 MHz und eine separate Hexagon-NPU für KI-Aufgaben. Beim Arbeitsspeicher unterstützt Qualcomm LPDDR4X, LPDDR5 und LPDDR5X mit maximal 16 GB. NVMe-SSDs über PCIe 3.0 und UFS-Speicher sind ebenfalls vorgesehen.
High-End-Rechner will Qualcomm damit ausdrücklich nicht bauen. Der Snapdragon C richtet sich an Notebooks ab etwa 300 US-Dollar und soll vor allem mit langer Akkulaufzeit und lüfterarmen beziehungsweise lautlosen Designs punkten. Acer, HP und Lenovo haben entsprechende Geräte angekündigt.
Intel entdeckt Speicher wieder
Während Qualcomm sein Angebot nach unten erweitert, blickt Intel überraschend in die eigene Vergangenheit. Konzernchef Lip-Bu Tan erklärte, dass sich Intel mit neuen Speicherarchitekturen beschäftige. Unter anderem sieht er Potenzial darin, Speicher und Prozessoren künftig enger miteinander zu verbinden oder sogar übereinander zu stapeln.
Konkrete Produkte sind daraus noch nicht hervorgegangen. Tan bezeichnet die Forschung selbst als eines seiner persönlichen Lieblingsprojekte und verweist auf die Verpflichtung von Seok-Hee Lee, dem ehemaligen Chef des Speicherherstellers SK Hynix.
Für Intel wäre dies gewissermaßen eine Rückkehr zu den Wurzeln. Das 1968 gegründete Unternehmen war zunächst vor allem ein Speicherhersteller, zog sich in den 1980er-Jahren jedoch aus dem DRAM-Geschäft zurück. Spätere Versuche mit NAND-Speicher und Optane wurden ebenfalls beendet.
Der Zeitpunkt für einen neuen Anlauf wäre zumindest interessant. Der enorme Speicherbedarf von KI-Rechenzentren sorgt derzeit für hohe Preise und knappe Kapazitäten. Intel sieht den Markt deshalb offenbar nicht mehr nur als austauschbares Massengeschäft, sondern wieder als Feld für technische Innovationen.

