Apple übernimmt Farbwerkzeug Color.io
Nach Pixelmator: Apple kauft weiteres Kreativ-Werkzeug
Apple hat offenbar ein weiteres kleines Kreativ-Werkzeug übernommen. Aus neuen EU-Veröffentlichungen zu Firmenübernahmen geht hervor, dass Apple die Ein-Personen-Firma Patchflyer übernommen hat. Hinter Patchflyer steht Jonathan Ochmann, der mit Color.io ein webbasiertes Werkzeug für Farbkorrektur, Filmlooks und digitale Bildbearbeitung entwickelt hat.
Besonders für Final-CUt-Nutzer kann die neue Software interessant sein.
Color.io richtete sich vor allem an Fotografen, Filmemacher und Kreative, die Fotos und Videos mit filmähnlichen Farben, Texturen und Körnung versehen wollten. Das Werkzeug setzte auf eine eigene Farb-Engine, eigene Farbmodelle und eine umfangreiche Sammlung an Werkzeugen zur Farbbearbeitung. Ochmann hatte zuvor auch an den unter Filmemachern bekannten VisionColor-LUTs gearbeitet.
Ganz überraschend kommt die Übernahme nicht. Bereits im vergangenen November hatte Ochmann angekündigt, Color.io zum 31. Dezember 2025 einzustellen. Damals hieß es, er werde zu einem nicht genannten Unternehmen wechseln, dessen Kreativwerkzeuge ihn geprägt hätten. Nutzer sollten ihre Bilder, LUTs, Presets und Projektdaten rechtzeitig exportieren. Für Pro-Nutzer wurde zudem eine offline nutzbare Legacy-Version bereitgestellt.
Passt zu Pixelmator und Final Cut Pro
Wohin Apples jüngster Zukauf führt, ist offen. Naheliegend wäre eine spätere Integration in Apples Kreativ-Apps. Besonders gut passen würde Color.io zu Final Cut Pro, Pixelmator Pro oder Photomator. Gerade Filmlooks, LUTs, Körnung und präzise Farbmodelle sind Funktionen, die sowohl bei der Videobearbeitung als auch bei der Fotobearbeitung gefragt sind.
Apple hatte erst im vergangenen Jahr die Übernahme von Pixelmator abgeschlossen. Seitdem gehören Pixelmator Pro, Photomator und Pixelmator Classic iOS offiziell zu Apple. Änderungen an Preisgestaltung und Funktionsumfang blieben zunächst überschaubar, langfristig dürfte Apple aber kaum ohne Plan gleich mehrere spezialisierte Bildbearbeitungswerkzeuge einsammeln.
Pixelmator wurde fest in Apples App-Ökosystem integriert.
Apple sammelt Kreativ-Know-how
Interessant ist die Übernahme auch deshalb, weil Apple im Kreativbereich über Jahre eher zurückhaltend agiert hat. Aperture wurde eingestellt, die Fotos-App blieb lange bewusst einfach, und Final Cut Pro entwickelte sich schrittweise weiter. Mit Pixelmator und nun Color.io holt sich Apple wieder gezielt Fachwissen in Bereichen, die über einfache Filter und automatische Korrekturen hinausgehen.
Für Nutzer ändert sich zunächst nichts. Color.io ist bereits offline, und Apple hat keine konkreten Pläne für neue Funktionen angekündigt. Denkbar ist aber, dass einzelne Technologien oder das Know-how des Entwicklers später in Apples bestehende Apps einfließen. Nach der Pixelmator-Übernahme wäre dies der nächste Hinweis darauf, dass Apple Bild- und Videobearbeitung wieder stärker ausbauen will.

Glückwunsch an Ochmann.