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DMA-Erweiterung gefordert

Medienbranche will strengere Regeln für Smart-TVs und Sprachassistenten

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Im Vorfeld der geplanten Überprüfung des europäischen Gesetzes über digitale Märkte (DMA) fordern mehrere Branchenverbände aus dem TV- und Medienbereich eine schärfere Regulierung für Smart-TV-Systeme und virtuelle Assistenten. In einem offenen Brief an die Europäische Kommission fordern die Unterzeichner, bestimmte Betriebssysteme für internetfähige Fernsehgeräte sowie Anbieter digitaler Sprachassistenten künftig als sogenannte Torwächter einzustufen. Damit würden diese Dienste stärker unter Aufsicht gestellt und müssten zusätzliche Vorgaben einhalten.

Apple wird in dem Schreiben zwar nicht wörtlich genannt, fällt mit Diensten wie Apple TV und Siri jedoch in die gleiche Kategorie wie die namentlich aufgeführten Dienste von Google, Amazon und Samsung.

Marktbeeinflussung sei möglich

Aus Sicht der Organisationen konzentriert sich der Markt für Smart-TV-Plattformen zunehmend auf einige wenige große Marktteilnehmer. Zwischen 2019 und 2024 hätten die genannten Anbieter ihre Marktanteile teils deutlich gesteigert. Dadurch entstehe eine Situation, in der einzelne Unternehmen stärker beeinflussen können, welche Inhalte Nutzer auf ihren Geräten finden.

Smart Tv

Bilder: Pexels/Cottonbro

Aus Sicht der Unterzeichner sei dies auch für Medienunternehmen in Europa relevant. Viele Sender und andere Anbieter nutzten Fernseh-Apps, um Inhalte zu verbreiten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wenn der Zugang zu diesen Anwendungen durch technische oder vertragliche Vorgaben gesteuert werde, könne dies die Zusammenarbeit zwischen Medienanbietern erschweren und die Auswahl für das Publikum einschränken.

Sprachassistenten als wichtiger Zugangspunkt

Mit Blick auf digitale Sprachassistenten wird kritisiert, dass diese Dienste zwar bereits als wichtige Plattformkategorie im Gesetz aufgeführt seien, bislang jedoch keiner davon als Torwächter benannt worden sei.

Die Organisationen argumentieren, dass sich die Funktionen solcher Assistenten rasch erweiterten, etwa durch die Einbindung von KI. Dadurch könnten Sprachassistenten eine zentrale Rolle beim Zugang zu Informationen und Medien spielen, etwa über Smartphones, Lautsprecher oder Infotainment-Systeme im Auto.

Die Organisationen sehen in der anstehenden Überprüfung des Gesetzes eine Gelegenheit, die Regeln anzupassen. Konkret schlagen sie vor, große Anbieter von Smart-TV-Betriebssystemen und Sprachassistenten offiziell als Gatekeeper einzustufen oder zumindest eine Marktuntersuchung einzuleiten.

Zu den Mitgliedern der unterzeichnenden Verbände gehören neben zahlreichen TV-Sendern auch Streaming-Anbieter wie Paramount, Disney, Warner Bros. Discovery und Sky.

24. März 2026 um 09:17 Uhr von Chris Fehler gefunden?


    6 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Ach bitte. Dann kommt Siri 2.0 noch später nach Deutschland. ;)

  • Würde die ARD ihre Mediathek in die AppleTV App integrieren würd ich auch mehr deren Inhalte konsumieren. Trifft auch auf Netflix zu.

  • Einerseits: richtig, denn
    Amazon Prime auf AppleTV: versucht doch mal, einen Überblick über die kostenlosen Inhalte, die man ja bereits bezahlt hat, zu bekommen. Mit der aktuellen App fast unmöglich, 90% von dem, was man angezeigt bekommt, muss man zusätzlich bezahlen.
    Tidal: die Startseite ist voller Musik, die ich nie hören würde. Aber es sind Kumpels vom Chef

    Andererseits: falsch, denn
    Genau diese Anbieter, die das jetzt voran treiben, sind die Geier, die Paywalls vor ihre eigenen Angebote machen, deren Inhalte vor Werbung überlaufen, unsere Daten an die Datenkraken verkaufen, dafür gesorgt haben, dass Tagesschau.de und DWD Apps verstümmelt wurden.
    Diese dürfen nicht noch mehr Macht bekommen.

  • Viel schlimmer finde ich, was sich TV-Hersteller wie LG oder Samsung leisten. Du kaufst ein nicht gerade billiges Gerät und wirst dafür dann getrackt und mit Werbung zugeballert. Dagegen ist ein angeschlossenes AppleTV geradezu eine Wohltat!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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