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Systemfunktionen werden deaktiviert

Lockdown Mode für macOS Ventura: So arbeitet der Sperrmodus am Mac

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Mit der Ausgabe von macOS Ventura später im Herbst wird Apple den sogenannten „Lockdown Mode“ auch auf dem Mac einführen und Anwendern damit die Möglichkeit bieten, ihre Systeme noch stärker gegen mögliche Sicherheitsrisiken zu schützen.

Macos Ventura Macs

Systemfunktionen werden deaktiviert

Auf dem iPhone selbst als Blockierungsmodus eingeführt, in dem neu veröffentlichten Hilfe-Dokument HT212650 („Informationen zum Sperrmodus“) jedoch als Sperrmodus betitelt, deaktiviert der zusätzliche Systemschutz zahlreiche Funktionen, die laut Apple auch vor „äußerst seltenen und ausgeklügelten Cyberangriffen“ schützen können.

Dies geschieht durch vielfältige Einschränkungen, die sich auf den normalen Alltag des durchschnittlichen Anwenders jedoch nur bedingt auswirken dürften. Der aktive Sperrmodus blockiert etwa die Installation von Systemprofilen, mit denen grundlegende Einstellungen vorgenommen werden können.

Beim Surfen im Internet werden mehrere Webtechnologien deaktiviert, was zu einem langsameren Seitenaufbau und Fehlern in der Darstellung führen kann (etwa lädt Safari entfernte Schriftarten nicht mehr), die Angriffsfläche des Safari-Browsers wird dadurch jedoch drastisch reduziert.

Eingeschränkte Kommunikation

Zudem schränkt der Sperrmodus Kommunikationsmöglichkeiten ein. FaceTime Anrufe dürfen nur noch durch bekannte Kontakte erfolgen, die Nachrichten App blockiert die Zustellung fast alle Anhänge und deaktiviert auch die Linkvorschau. Auch USB-Geräte müssen bei der Verbindung mit dem Mac einzeln freigegeben werden.

Apple hatte den Sperrmodus als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für Personengruppen präsentiert, die besonders durch gezielte Hackerangriffe bedroht werden, etwa Regimekritiker, Journalisten, Anwälte und Aktivisten.

Beim Blick auf die genauen Details scheint ein Testlauf auf privaten Geräten jedoch nicht zu schaden. Gerade bei unbedarften Anwendern, etwa auf dem Macs von jungen Kindern, könnte der zusätzliche Systemschutz durchaus aktiviert werden.

So wirkt sich der Sperrmodus auf den Mac aus:

  • Nachrichten: Die meisten Nachrichtenanhänge werden blockiert, mit Ausnahme bestimmter Bild-, Video- und Audioarten. Einige Funktionen wie Links und Linkvorschauen sind nicht verfügbar.
  • Surfen im Internet: Bestimmte komplexe Webtechnologien werden blockiert, was dazu führen kann, dass einige Websites langsamer geladen werden oder nicht ordnungsgemäß funktionieren. Außerdem werden Webschriften möglicherweise nicht angezeigt, und Bilder werden ggf. durch ein Symbol für fehlende Bilder ersetzt.
  • FaceTime: Eingehende FaceTime-Anrufe werden blockiert, es sei denn, du hast diese Person oder diesen Kontakt zuvor angerufen.
  • Apple-Dienste: Eingehende Einladungen für Apple-Dienste, z. B. Einladungen zum Verwalten eines Zuhauses in der Home-App, werden blockiert, es sei denn, du hast diese Person zuvor eingeladen.
  • Geteilte Alben: Geteilte Alben werden aus der Fotos-App entfernt, und neue Einladungen zu geteilten Alben werden blockiert. Du kannst diese geteilten Alben weiterhin auf anderen Geräten anzeigen, auf denen der Sperrmodus nicht aktiviert ist.
  • USB-Zubehör: Um dein Gerät mit einem USB-Zubehörteil oder einem anderen Computer zu verbinden, muss das Gerät entsperrt werden.
  • Konfigurationsprofile: Konfigurationsprofile können nicht installiert werden, und das Gerät kann im Sperrmodus nicht bei der Mobilgeräteverwaltung oder der Geräteüberwachung registriert werden.

15. Sep 2022 um 07:29 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Schon getestet. Man kann nicht mal mehr Speisekarten vom Lieblingsrestaurant oder der Mensa für die Mittagspause aufrufen. Die Sperren greifen wirklich hart, wenn der Modus aktiviert wird.

    Speisekarten mögen banal erscheinen, allerdings finde ich, dass sie ein gutes Beispiel dafür sind, wie tief der Modus im Netz greift. Gerade wenn man wie ich an einer Universität ist und plötzlich keine PDFs oder andere Dinge mehr öffnen kann, wenn der Modus aktiv ist, dann ist das schade.

    • Das Feature wirst du wahrscheinlich auch ein lebenlang nicht brauchen.

      • Der Modus sperrt viele Dinge im Netz, wenn er aktiv ist. Von banalen Dingen wie Speisekarten bis zur wissenschaftlichen Dissertation in PDF-Form um dich vor Angriffen durch Dritte zu schützen. Das Internet wird total eingeschränkt.

      • Ich frage mich wer von uns den Modus noch nicht 100% begreift. Wenn du den Modus *wirklich* brauchst, ist die Speisekarte dein kleinstes Problem.

      • Das frage ich mich auch. Die Mitarbeiter, die ich kenne, achten nie penibel auf die Sicherheit. Zudem ist es für targets wichtig, aber nicht für Studenten, einfache Mitarbeiter, HiWi’s und ähnliche. Da ihm Speiseplan wichtig ist und er glaubt, dass man sein System möglichst sicher haben muss, vermute ich, dass er ein Student in den ersten Semestern ist. Erst später erfährt man, dass eine extreme Absicherung der Systeme oft nicht nötig/nützlich ist.

    • Was heißt, man kann PDFs nicht mehr öffnen?

      Ob die Speisekarte meiner Mensa in der Uni dann nicht mehr angezeigt wird, weiß ich noch nicht. Jedenfalls kenne ich nicht deren Webseite. Bei uns gibt es eine App dafür, die hoffentlich auch mit dem Lockdownmode in iOS 16 funktioniert. An welcher Uni bist du? Evtl. gibt es dort auch eine App.

      An meiner Uni versuche ich den Lockdownmode bei iOS (nicht macOS!) noch nicht, da ich iOS 16 bräuchte und bald in meine 2. Heimat fliege. Dafür sollte die Lufthansa App noch funktionieren, damit sie in die Wallet meine Boarding Card speichern kann, falls sie nicht wie früher dies per Webseite oder E-Mail weiterhin ermöglichen und die App daher nur aus Bequemlichkeit nützlich wäre.

      Und die Beta Ventura installiere ich noch nicht, da ich möchte, dass Homebrew läuft (keine Ahnung wie lange sie für die Anpassung brauchen, aber Macports brauchte erfahrungsgemäß früher durchaus mehrere Monate für die Anpassung nach dem veröffentlichten RC von macOS … klar, Homebrew ist unsicherer als Macports, aber deren Pakete sind oft viel aktueller, was unbedingt nötig ist, wenn man ein halbwegs aktualisiertes macOS nutzt … da Macs immer verbreiteter sind (mehr als Linux auf dem Desktop! Blöd, obwohl ich hauptsächlich Linux verwende und mag, auch wenn die UI von macOS bedeutend besser ist), ist Macports evtl. inzwischen schneller … oder es wird doch nur hauptsächlich Homebrew genutzt ….). Und wenn du schon so betont an der Uni bist, ist Firefox sowieso empfehlenswerter (ja, hat leider noch kein „Autoinput aus Tresormanager“ wie von Strongbox, was bei Firefox Mobile in iOS funktioniert (klar, muss dort Webkit Engine nutzen – sicherlich der Grund), aber man kann parallel KeepassXC installieren und über das KeepassXC Addon in Firefox auch „automatisch“ Passwörter eintragen lassen).

      In macOS mit Lockdownmode kannst du doch weiterhin die PDFs herunterladen, um es mit einer anderen App lesen zu können, oder? Zumindest war es früher und jetzt mit Firefox unter macOS so, dass man z.B. für Vorlesungen aus dem Moodle CMS die PDFs herunterlädt und dann lokal öffnet – funktioniert doch noch immer, oder?

      (Offline ist sowieso besser, weil dann kann man es ohne Internet lesen und gerade Papers kann man nicht in 10min lesen, sondern man braucht durchaus mehrere Tage für ca. 10 oder 40 Seiten (für Laymans: ja, das ist normal, weil man vieles erst einmal nachschlagen muss, wenn man nicht im Gebiet spezialisiert ist, und einiges selbst anhand des Dokumentes probieren muss, um es etwas zu überprüfen und/oder leichter nachvollziehen zu können, wie der/die Autor(en) auf die Folgerungen kamen – nein, Dissertationen von Studenten sind je nach Fach nur etwas zeitaufwändig oder sogar überhaupt oft nicht bei Nicht-MINT-Fächern).

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