Starkes Schwarz trifft auf AirPlay 2
Kompaktes Heimkino: Valerion VisionMaster Max ausprobiert
Der VisionMaster Max ist das Spitzenmodell von Valerion und soll kompakte Lifestyle-Projektoren mit klassischem Heimkino verbinden. Dafür kombiniert der 7,5 Kilogramm schwere RGB-Triple-Laser-Projektor ein helles 4K-Bild mit optischem Zoom, motorisiertem Lens Shift, mechanischer Iris und Google TV. Nach mehreren Filmabenden bleibt vor allem eine Erkenntnis: Der Max ist teuer, liefert dafür aber ein Bild, das den Fernseher schnell vergessen lässt.
Der schwarze Metallwürfel bleibt vergleichsweise kompakt und wirkt hochwertig verarbeitet. Auf einem Sideboard, Stativ oder an der Decke findet er problemlos seinen Platz.
Lens Shift macht den Unterschied
Bei vielen Lifestyle-Projektoren endet eine schwierige Aufstellung bei der digitalen Trapezkorrektur. Der VisionMaster Max bietet dagegen einen motorisierten vertikalen Lens Shift von ±105 Prozent. Zusammen mit dem optischen Zoom und einem Projektionsverhältnis von 0,9 bis 1,5:1 lässt sich das Bild flexibel positionieren, ohne Auflösung zu verschenken. Ein horizontaler Lens Shift fehlt allerdings – seitlich muss der Projektor ziemlich genau stehen.
Autofokus und automatische Trapezkorrektur sind ebenfalls vorhanden. Wenn möglich, würden wir trotzdem Zoom und Lens Shift vorziehen. Das Ergebnis ist sichtbar sauberer.
Optisch ist der VisionMaster Max sehr schick und passt sich daher gut in viele Wohnzimmer ein.
Helles, scharfes und farbstarkes Bild
Valerion setzt auf separate Laser für Rot, Grün und Blau und nennt 3.500 ISO-Lumen sowie 110 Prozent des BT.2020-Farbraums. In der Praxis liefert der Max ein helles und kräftiges Bild mit genügend Reserven für große Leinwände. Etwas Restlicht ist kein sofortiges K.-o.-Kriterium, seine eigentliche Stärke zeigt er aber im abgedunkelten Raum.
Die 4K-Darstellung entsteht per DLP-Technik mit XPR-Pixelverschiebung: Winzige Spiegel auf dem Bildchip projizieren die Pixel mehrfach leicht versetzt, sodass auf der Leinwand ein vollständiges UHD-Bild entsteht. Im Alltag fällt das kaum ins Gewicht: Das Bild wirkt extrem scharf und auch auf großen Diagonalen fehlt es nicht an Details. Noch stärker fallen die Farben auf. HDR-Material wirkt intensiv, ohne zwangsläufig künstlich zu erscheinen. Dolby Vision, HDR10+, HDR10, HLG, IMAX Enhanced und der Filmmaker Mode werden unterstützt.
Die Kino- und Filmmaker-Voreinstellungen liefern bereits ein stimmiges Bild. Wer tiefer einsteigen möchte, findet umfangreiche Regler für Weißabgleich, Gamma und Farbmanagement.
Schwarzwert als große Stärke
Der auffälligste Unterschied zu vielen anderen kompakten DLP-Projektoren ist der Schwarzwert. Eine mechanische Iris reduziert die Lichtmenge und verbessert den Kontrast sichtbar. Dazu kommt Valerions EBL-Technik („Enhanced Black Level“), die die Laserleistung abhängig vom Bildinhalt dynamisch reduziert und dadurch vor allem in dunklen Szenen einen besseren Schwarzwert und höheren Kontrast erzielen soll. Dunkle Innenräume, Weltraumszenen und Nachtaufnahmen gewinnen dadurch deutlich an Tiefe.
Auch auf 120 Zoll ist das Bild sehr sauber und klar.
An einen guten OLED-Fernseher oder die besten LCOS-Projektoren reicht das Schwarz naturgemäß nicht heran. Für einen kompakten Triple-Laser-DLP ist das Ergebnis aber beeindruckend. Zu aggressive dynamische Einstellungen können leichte Helligkeits- und Farbverschiebungen verursachen. Eine zurückhaltende Abstimmung gefällt uns deshalb besser als das Maximum auf dem Datenblatt.
Mit dem Firmware-Update vom August hat Valerion zudem eine dynamische Iris ergänzt. Sie passt die Blende automatisch an den Bildinhalt an. Ebenfalls neu sind eine mittlere EBL-Stufe und ein Leise-Modus. Ein anderes Feature sorgt für eine Reduktion des Regenbogen-Effekts bei RGB-Projektoren, was das typische Problem stark reduziert.
Es gibt zwar keine eigene App, aber auch via Apples Home-App lässt sich der Max steuern.
Google TV trifft auf AirPlay 2
Google TV ist direkt integriert. Netflix, Disney+, Prime Video, YouTube und Apple TV+ laufen damit ohne zusätzlichen Streaming-Stick. Die Oberfläche reagiert dank MediaTek MT9618 und 4 GB RAM flott, intern stehen 128 GB Speicher bereit.
Für Apple-Nutzer ist AirPlay 2 wichtiger: Inhalte vom iPhone, iPad oder Mac lassen sich direkt übertragen. Valerion bewirbt zudem HomeKit-Unterstützung, sodass der VisionMaster Max direkt aus der Home-App heraus bedienbar ist und sich sogar in Automation integrieren lässt: Projektor einschalten, Licht dämmen, Jalousien schließen.
Zwei HDMI-2.1-Eingänge werden durch einen dritten HDMI-Anschluss mit eARC ergänzt. Hinzu kommen USB 3.0, USB 2.0, Gigabit-Ethernet, WLAN 6E, Bluetooth, S/PDIF und Klinke. Die beiden 12-Watt-Lautsprecher reichen für den spontanen Einsatz, dem starken Bild wird eine externe Soundanlage aber deutlich besser gerecht.
Die Anschlussvielfalt bietet ausreichend Optionen für Heimkino-Enthusiasten.
Auch für Konsolen interessant
Spieler bekommen einen schnellen Gaming-Modus. Valerion nennt 15 Millisekunden bei 4K mit 60 Hz, acht Millisekunden bei 1080p mit 120 Hz und vier Millisekunden bei 240 Hz. Damit eignet sich der Max problemlos für PlayStation 5, Xbox Series X oder Gaming-PC.
Der ebenfalls sehr gute Nebula X1 von Anker ist günstiger und beim spontanen Aufstellen flexibler. Der Valerion spielt beim Schwarzwert, der optischen Bildanpassung und den Möglichkeiten zur Feinabstimmung jedoch stärker die Heimkino-Karte.
Fazit: Teuer, aber beeindruckend
Der VisionMaster Max verbindet zwei Welten ungewöhnlich gut. Google TV und automatische Einrichtung machen ihn ähnlich unkompliziert wie einen Lifestyle-Projektor. Motorisierter Lens Shift, optischer Zoom, mechanische Iris und umfangreiche Bildregler erinnern dagegen an klassische Heimkino-Geräte.
Vor allem das sehr scharfe, farbstarke Bild und der für DLP-Verhältnisse ausgezeichnete Kontrast haben uns überzeugt. Kritik gibt es für den fehlenden horizontalen Lens Shift und den hohen Preis. Wer eine große Leinwand (bis 300 Zoll!) aber ernsthaft als Alternative zum Fernseher betrachtet, bekommt hier eines der spannendsten Gesamtpakete seiner Klasse.
Der Valerion VisionMaster Max wird regulär mit 4.999 Euro geführt, aktuell verlangt der Hersteller 3.299 Euro und ist damit sogar günstiger als ein iPhone Duo mit 2 TB Speicher. Bei Amazon ist das Modell ebenfalls erhältlich.




