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Kommentar: Facebook und die dunkle Seite der Macht von Bildern

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Hey Mark,

irgendwie kommst du bei uns auf keinen grünen Zweig. Ich weiß auch nicht. Eigentlich willst du doch nur, dass wir uns alle lieb haben. Das will ich auch. Leider gibt es Facebook Home noch nicht fürs iPhone, sonst könnten wir jetzt miteinander kuscheln…

Deshalb dachte ich, wir reden mal, du und ich, über die neuen Funktionen bei Facebook und so. Besonders das Kommentieren mit Bildern interessiert mich. Ist ja eigentlich gar keine schlechte Idee, Grumpy Cat mit einem Bild direkt ins Gesicht zu posten, was ich über seine miese Laune denke. Wie heißt es doch so schön? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Aber irgendwie bergen Bilder doch auch das Potenzial, die ohnehin schon flache Scheibe, auf der wir twittern, posten und kommentieren, noch etwas platter zu machen. Wir sind nur wenige Schnappschüsse davon entfernt, uns überhaupt nicht mehr zu unterhalten. Ich sehe sie schon vor mir, die großen Bravo-Foto-Lovestories, die sich auf meinem Bildschirm abrollen wie Klopapier.

facebook-server

Aber du hast Recht: Was kümmern dich die Unkreativen, die das Vermögen dieses neuen Dienstes nicht erkennen. Das ist doch nur ein verspielter Nebenschauplatz, mit dem du werberelevante Zielgruppen an dich binden willst. Die wahre Stärke von Bildern liegt in ihrer Verdichtung von Bedeutung.

Wer auf Facebook unterwegs ist, will nicht einfach dokumentieren. Er will inszenieren.

Du fragst dich, was die Philosophen-Schnecke dir da eigentlich gerade ans Bein… Naja, ich werd’s dir erklären: Wer auf Facebook unterwegs ist, will nicht einfach dokumentieren. Er will inszenieren. Bilder sind die Sprache der Verführung. Kein anderes Medium überzeugt, beeindruckt oder bewegt uns schneller, tiefer und nachhaltiger als Bilder. Firmen werden die Chancen, die hierin stecken, rasch erkennen. Heutiges Produktmarketing muss unterhalten, wenn’s funktionieren soll. Du schaffst mit deinen Bildkommentaren dafür gerade eine fantastische Basis.

Ja, du wirst jetzt sagen, dass Missbrauch nicht die Regel sein wird (dabei muss man hier noch nicht einmal von Missbrauch sprechen). Wahrscheinlich wird eher Banalität die Regel sein. Aber allein die Möglichkeit dazu hinterlässt doch einen weiteren Schatten auf deiner bunten Facebook-Welt.

Ich habe einen Freund, keinen FB-Freund. Ich meine einen mit Puls und irritierend schönen Augen. Der jedenfalls erzählte mir neulich von der Theorie des Zweitbesten. Eigentlich eine Wirtschaftstheorie mit einigen komplizierten Vorzeichen. Aber da wir hier ja unter uns sind, will ich mal ganz oberflächlich sein und das Ganze grob zusammenfassen: Wenn’s mit dem Besten nicht klappt, versuch’s mal mit dem Zweitbesten. Heißt: Bei 1,1 Milliarden Nutzern lässt sich Facebook nicht einfach ignorieren (das wäre wohl das Beste), aber für eine kritische Analyse unserer Diskurse – seien sie nun banal oder manipulativ – sollten wir uns doch ab und zu die Zeit nehmen. Das Social-Media-Watchblog gibt ein paar Tipps zum reflektierten Umgang mit Facebook und Co.

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25. Jun 2013 um 14:54 Uhr von Johanna Fehler gefunden?


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