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ChatGPT als Finanzberater

KI soll beim Geld helfen – aber nicht jeder traut ihr

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37 Kommentare 37

Wir hatten in den vergangenen Tagen gleich mehrfach über KI und persönliche Finanzen berichtet. Erst ging es um Simplebanking mit Prognosen und KI-Anbindung, kurz darauf um ChatGPT mit Zugriff auf Finanzdaten. Jetzt liefert der Digitalverband Bitkom offizielle Zahlen dazu, wie offen die Deutschen für solche Anwendungen tatsächlich sind.

Finanzdaten Europa

Laut Bitkom-Umfrage können sich 27 Prozent der Befragten vorstellen, einer KI künftig den Großteil der eigenen Finanzentscheidungen zu überlassen. Rund die Hälfte lehnt KI bei Finanzthemen dagegen grundsätzlich ab. Das Thema spaltet also weiterhin deutlich.

Gleichzeitig sieht eine knappe Mehrheit die Technik positiv. 56 Prozent bewerten KI im Bereich Finanzen als Chance, 40 Prozent als Risiko. Besonders offen sind jüngere Nutzer: In der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren sehen 68 Prozent Chancen, bei den über 65-Jährigen sind es nur 35 Prozent.

Zwischen Finanzhilfe und Betrugsangst

Ein Viertel der Befragten hat nach eigenen Angaben schon eine KI-Anwendung wie ChatGPT in finanziellen Angelegenheiten um Rat gefragt. 30 Prozent glauben, dass KI ihnen Finanzthemen besser erklären kann als ein Mensch, 24 Prozent vertrauen KI sogar mehr als menschlichen Finanzberatern.

Die Skepsis bleibt dennoch groß. 62 Prozent machen sich wegen KI größere Sorgen um finanziellen Betrug. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betont entsprechend, dass Finanz-KI transparent, sicher und nachvollziehbar sein müsse. Gerade beim eigenen Geld reicht es eben nicht, wenn eine Antwort nur überzeugend klingt.

Banking-App wichtiger als Filiale

Die Zahlen zeigen auch, warum Banken und App-Anbieter beim Thema KI nachlegen dürften. 84 Prozent der Deutschen nutzen Online-Banking, unter den Online-Banking-Nutzern greifen 92 Prozent zur App. Für 51 Prozent ist die App bereits der wichtigste Kontakt zur eigenen Bank.

Damit verschiebt sich die Finanzwelt weiter auf iPhone, iPad und Mac. Ob Nutzer ihre Daten künftig einer Bank-App, einer spezialisierten Mac-Anwendung oder direkt ChatGPT anvertrauen, dürfte am Ende vor allem von zwei Punkten abhängen: verständlicher Kontrolle und dem Gefühl, dass die KI wirklich hilft, ohne zu viel Macht über das eigene Konto zu bekommen.

21. Mai 2026 um 12:44 Uhr von Ben Fehler gefunden?


    37 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • wie oft ist euch schon passiert dass ihr bei der KI Antwort eine Nachfrage stellte zum Beispiel „das kann aber nicht sein, da habe ich eine ganz andere Information“ und die ki dann antwortet oh Entschuldigung da hatte ich wohl noch alte Trainingsdaten. Das kommt fast täglich vor, von daher sehe ich den großen Nutz noch nicht so ganz vor allen Dingen wenn es Richtung Finanzprodukte geht

    • Bei der Diskussion kommt mir immer wieder die Southpark Folge mit der Bank. Wir nehmen das Geld packen das in einen Fond, und es ist weg.

      Man sollte halt nicht, nur weil man es kann für alles KI und AI benutzen.

    • Ehrliche Antwort, Steff?

      Jedes einzelne Mal!
      Das sollte einem zu denken geben

    • Es hängt doch ganz stark davon ab ob und wie viel man bezahlt. Ein Pro, Max oder was auch immer Abo bringt eine ganz andere Leistung als die preiswerten oder kostenlosen Versionen. Alles kostet eben Geld und KI wird mittelfristig eben nur denen wirklich helfen, die die finanzielle Mittel dafür haben.

    • interessanter wird doch, wenn der Anwender eben nicht Bescheid weiß und noch viel mehr auf die Richtigkeit der gemachten Angaben dieser Automaten angewiesen ist…

      Wer haftet in so nem Fall, wenn sich im Nachgang herausstellt, dass der Automat falsch lag?
      Wenn schon KI in jede Produktgattung reingeprügelt wird, sollten sich die Anbieter auch nicht per AGB von Verantwortung freisprechen dürfen, sondern auch für die Aussagen ihrer Maschine haften.

      Die dialogbasierte Auseinandersetzung mit Maschinen kommt mir immer wieder vor wie Theapeut, Sozialarbeiter, Lehrer in Konfrontation mit Geschädigtem, Schüler, Kind, Teenager der Wiederworte gibt oder bockig agiert…

      und das soll die Zukunft sein?
      irgendwie so gar nicht beeindruckend oder überzeugend.

    • KI stiehlt mir zu 95% meine Zeit, aber die restlichen 5% würde ich sonst auf Linux nicht realisieren. Extrem nervig, aber trotzdem ein Gewinn. Bei Finanzen no go.

  • Ich würde niemals einer KI Einblick in meine „echten“ Finanzen gewähren – wer das macht, hat mMn seine Finanzen nicht im Griff.

  • Und wie immer wird versucht mit dem Versprechen zu locken, dass man ohne Eigenleistung und Mühe ein Genie sein kann. Aber eigentlich verliert man nur langsam, Schritt für Schritt die Kontrolle über seine Daten und das eigene Leben.

  • Also ich hatte keine Ahnung von ETF’s und habe mir das erklären lassen. Und ChatGPT und Gemini und auch Grok habe ich mal miteinander verglichen und die sagen zu meiner Strategie alle in etwa das gleiche. Und die haben die Verteiling meiner 3 ETF für die Rente kritisiert und alle in etwa gleich optimiert. Das läuft jetzt auch seit einem halben Jahr sehr gut. Und alle 3 raten von Aktien ab und schwören ETF sind langfristig für die Rente das beste. Aber wie immer bei KI muss man jede Aussage überprüfen.

    • Das sagt dir aber auch jede*r Finanzberater*in. Einzelaktien sind immer mehr Spekulation. Aber als Mitarbeiter nimmst du die natürlich gerne for free oder vergünstigt mit. :D

      Wahrscheinlich sagt dir die „KI“ auch, dass der MSCI World zu Nordamerika lastig ist. Aber wenn da die Wirtschaft abraucht, gehen in der ganzen Welt „die Lichter aus“. Sie gibt dir formal richtige Antworten, kann aber den Kontext nicht berücksichtigen. Hier ist das Dilemma komplexerer Themen gut zu sehen.

    • Dazu braucht es keine KI, da reichen die Videos von Saidi auf Finanztip :-)

  • Ich werde im Büro (Finanzbereich) vom Konzern dazu aufgefordert, mehr mit Ki zu arbeiten. Man verspricht sich davon Rationalisierungen.

    Effekt: Alle (wirklich alle) Anfragen an die KI müssen (logischerweise) plausibilisiert werden und sind fehlerhaft. Manchmal auf Monk-Niveau, manchmal grob.

    Wenn man sich mit der Materie auskennt, weiß man, dass man dem Algorithmus derzeit niemals sein eigenes Geld (=ungesichert) anvertraut. Genauso gut könnte man es an den Prinzen in Uganda überweisen.

    Bitte richtig verstehen: Wenn es jemand anders erlebt, herzlichen Glückwunsch – ich gönne es von Herzen.

  • Ich muss sagen KI hilft mir immer wieder bei Finanzentscheidungen wenn es um Vergleiche geht.
    Vor einiger Zeit habe ich mich entschieden mehr in den chinesischen Markt zu investieren (Portfolio war mir bislang zu USA-lastig) und hatte zwei ETFs im Fokus. Sowohl Claude als auch ChatGPT als auch CoPilot haben sehr ähnliche Analysen zu den ETFs gemacht. Und ChatGPT und Claude haben dann sogar noch auf einen für meine Idee besser geeigneten ETF hingewiesen, in welchen ich auch investiert habe und werde.

    Ich fahre damit seit es KI für den Massenmarkt gibt sehr gut.
    Ich denke noch extremer wird es wenn man die KI auch für Daytraiding einsetzt. Soweit bin ich aber noch nicht und hier wäre ich ggf. auch nochmal etwas vorsichtiger.
    Bei den ETFs kann man im Schnitt auf die lange Sicht (bei mir ca. 20 Jahre) auch nicht ganz so viel verkehrt machen

    • Du weißt schon dass der Markt seit seit 18 Jahren von der Bankenkriese erholt und demnach eigentlich nur positive Ergebnisse erzielt hat? Die Frage ist nur wann die nächste „Lehman Brothers“ kollabiert und das ist eher näher dran als weit weg!

  • Wir haben doch gestern erst gelernt, dass ich mit iPhone und Watch zahlen kann. Die Blicke, wenn ich meine Uhr ans Lesegeräte halte sind teilweise heute noch unbezahlbar :-) da kommt jetzt KI die noch nicht mal greifbar ist… kein Wunder das es soviele ablehnen.

    • Solange es menschen gibt, die allein im Vorgang des digitalen Bezahlens per Telefon oder Uhr eine Provokation sehen oder eine Neiddebatte ableiten, werden die Blicke immer da sein.
      Gerade letztes Wochenende genau solch eine Diskussion mit einem älteren Semester gehabt, der sich geradezu von jemanden provoziert fühlte, nur weil digital bezahlt wurde, obwohl es nur ein Minimalbetrag war.

      Warum man sich daran stören kann, wie andere bezahlen, weiß ich zwar nicht… aber ältere scheint die Digitalisierung arg zu stören, wohl, weil sie sie nicht verstehen (wollen)

      • Hallo Rikibu, da machst Du aber einen großen Fehler, wenn Du „Ältere “ verallgemeinerst. Da wäre ich zurückhaltend. Nicht böse gemeint…….

      • Wenn meine Beobachtung ist, dass insb. ältere ein reflexartiges Problem mit nicht barer Zahlungsweise haben, dann darf das auch so benannt werden. Ich habe ja nirgendwo gesagt, dass das statistisch bewiesen wäre, sondern einfach meine Beobachtung ist.

        Ich gehe sogar noch weiter… Leute an der Kasse ziehen dermaßen ein Gesicht, wenn ältere ewig brauchen um ihr Altmetall mühsam in die Hand zu zählen und dadurch den Kassenstau erzeugen, den digitale Zahlung wieder abbaut (wenn Leute fähig sind ihre Geräte zu bedienen)

    • Wenn du Apple deinen Zahlungsverkehr anvertraust, kannst du auch getrost auf KI setzen!

      • Vielleicht solltest Du Dich mal mit der Funktionsweise von Apple Pay beschäftigen, bevor Du so einen Kommentar von Dir gibst.

  • Mal abseits von Beratung oder selbst machen, KI wird auch bei den Banken immer stärker eingesetzt (werden müssen). Dank Babyboomergeneration gibts auch bei den Banken einen immer größer werdenden Aderlass an Mitarbeitern, soviel Nachwuchs gibts gar nicht.

  • Am Ende ist es wie immer Fluch oder Segen, Gift oder Medizin, kommt auf die Dosis an und wer es wie benutz(en)t (kann).

  • Wer mit seinem Geld vorher nicht klarkommt, der wird durch KI eher noch mehr verwirrter, wenn diese macht, was sie will. Das wird niemals die Lösung sein für solche Leute.

  • Was für Bankgeschäfte machen denn gerade jüngere Leute, dass sie dafür eine KI – Anwendung benötigen?
    Man bekommt seinen Lohn und bezahlt ein paar Daueraufträge und ein Paypalkonto.
    Viel mehr Geld hat der normale und besonders der jüngere Kontoinhaber doch gar nicht. Und bestimmt nichts für „Bankgeschäfte“ oder gar Spekulationen am Aktienmarkt oder mit Bitcoins.
    Wer braucht also eine KI – Anwendung für sein Bankkonto?

  • Meine Eltern hatten sich auch mal von einer Finanzberaterin beraten lassen. Die Anlagen sind dann alle eigentlich gefloppt und am Ende wurde sie wegen Veruntreuung von Geldern usw. verurteilt. Seitdem traue ich diesen Leuten kein Stück über den Weg. Hab das Vorurteil dass die sich einfach nur für Provision bereichern wollen, weil es am Ende ja nicht ihr Geld ist das futsch ist.

    Da ich von dem ganzen eigentlich überhaupt keine Ahnung habe würde ich KI hier schon so als Chance sehen um überhaupt mal einen groben Überblick zu haben. Zugriff auf meine Daten würde ich der KI jedoch niemals geben, aber so „ich habe 2000 Euro, wie lege ich die jetzt am besten an“ wäre schon was denkbares.

    Natürlich sollte man danach noch irgendwie prüfen ob das auch stimmen könnte was die KI dann da empfiehlt.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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