ChatGPT als Finanzberater
KI soll beim Geld helfen – aber nicht jeder traut ihr
Wir hatten in den vergangenen Tagen gleich mehrfach über KI und persönliche Finanzen berichtet. Erst ging es um Simplebanking mit Prognosen und KI-Anbindung, kurz darauf um ChatGPT mit Zugriff auf Finanzdaten. Jetzt liefert der Digitalverband Bitkom offizielle Zahlen dazu, wie offen die Deutschen für solche Anwendungen tatsächlich sind.
Laut Bitkom-Umfrage können sich 27 Prozent der Befragten vorstellen, einer KI künftig den Großteil der eigenen Finanzentscheidungen zu überlassen. Rund die Hälfte lehnt KI bei Finanzthemen dagegen grundsätzlich ab. Das Thema spaltet also weiterhin deutlich.
Gleichzeitig sieht eine knappe Mehrheit die Technik positiv. 56 Prozent bewerten KI im Bereich Finanzen als Chance, 40 Prozent als Risiko. Besonders offen sind jüngere Nutzer: In der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren sehen 68 Prozent Chancen, bei den über 65-Jährigen sind es nur 35 Prozent.
Zwischen Finanzhilfe und Betrugsangst
Ein Viertel der Befragten hat nach eigenen Angaben schon eine KI-Anwendung wie ChatGPT in finanziellen Angelegenheiten um Rat gefragt. 30 Prozent glauben, dass KI ihnen Finanzthemen besser erklären kann als ein Mensch, 24 Prozent vertrauen KI sogar mehr als menschlichen Finanzberatern.
Die Skepsis bleibt dennoch groß. 62 Prozent machen sich wegen KI größere Sorgen um finanziellen Betrug. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betont entsprechend, dass Finanz-KI transparent, sicher und nachvollziehbar sein müsse. Gerade beim eigenen Geld reicht es eben nicht, wenn eine Antwort nur überzeugend klingt.
Banking-App wichtiger als Filiale
Die Zahlen zeigen auch, warum Banken und App-Anbieter beim Thema KI nachlegen dürften. 84 Prozent der Deutschen nutzen Online-Banking, unter den Online-Banking-Nutzern greifen 92 Prozent zur App. Für 51 Prozent ist die App bereits der wichtigste Kontakt zur eigenen Bank.
Damit verschiebt sich die Finanzwelt weiter auf iPhone, iPad und Mac. Ob Nutzer ihre Daten künftig einer Bank-App, einer spezialisierten Mac-Anwendung oder direkt ChatGPT anvertrauen, dürfte am Ende vor allem von zwei Punkten abhängen: verständlicher Kontrolle und dem Gefühl, dass die KI wirklich hilft, ohne zu viel Macht über das eigene Konto zu bekommen.

wie oft ist euch schon passiert dass ihr bei der KI Antwort eine Nachfrage stellte zum Beispiel „das kann aber nicht sein, da habe ich eine ganz andere Information“ und die ki dann antwortet oh Entschuldigung da hatte ich wohl noch alte Trainingsdaten. Das kommt fast täglich vor, von daher sehe ich den großen Nutz noch nicht so ganz vor allen Dingen wenn es Richtung Finanzprodukte geht
Bei der Diskussion kommt mir immer wieder die Southpark Folge mit der Bank. Wir nehmen das Geld packen das in einen Fond, und es ist weg.
Man sollte halt nicht, nur weil man es kann für alles KI und AI benutzen.
Wobei… es ist ja nicht weg, es haben nur andere Leute ;-)
Ehrliche Antwort, Steff?
Jedes einzelne Mal!
Das sollte einem zu denken geben
Es hängt doch ganz stark davon ab ob und wie viel man bezahlt. Ein Pro, Max oder was auch immer Abo bringt eine ganz andere Leistung als die preiswerten oder kostenlosen Versionen. Alles kostet eben Geld und KI wird mittelfristig eben nur denen wirklich helfen, die die finanzielle Mittel dafür haben.
Ich würde niemals einer KI Einblick in meine „echten“ Finanzen gewähren – wer das macht, hat mMn seine Finanzen nicht im Griff.
+1
Was glaubst du was Banken mit „deinen“ Finanzen machen? Sie händisch Bearbeiten?
Banken haften aber auch für Deine Einlagen!
@Hacke: wenn die Bank KI nutzt, haftet sie vollumfänglich dafür. Wenn ich das mache, hafte ich. Kleiner aber feiner Unterschied
In dem Kommentar geht es um Einblicke… nicht um autonomes verfügen.
Und wie immer wird versucht mit dem Versprechen zu locken, dass man ohne Eigenleistung und Mühe ein Genie sein kann. Aber eigentlich verliert man nur langsam, Schritt für Schritt die Kontrolle über seine Daten und das eigene Leben.
Also ich hatte keine Ahnung von ETF’s und habe mir das erklären lassen. Und ChatGPT und Gemini und auch Grok habe ich mal miteinander verglichen und die sagen zu meiner Strategie alle in etwa das gleiche. Und die haben die Verteiling meiner 3 ETF für die Rente kritisiert und alle in etwa gleich optimiert. Das läuft jetzt auch seit einem halben Jahr sehr gut. Und alle 3 raten von Aktien ab und schwören ETF sind langfristig für die Rente das beste. Aber wie immer bei KI muss man jede Aussage überprüfen.
Das sagt dir aber auch jede*r Finanzberater*in. Einzelaktien sind immer mehr Spekulation. Aber als Mitarbeiter nimmst du die natürlich gerne for free oder vergünstigt mit. :D
Wahrscheinlich sagt dir die „KI“ auch, dass der MSCI World zu Nordamerika lastig ist. Aber wenn da die Wirtschaft abraucht, gehen in der ganzen Welt „die Lichter aus“. Sie gibt dir formal richtige Antworten, kann aber den Kontext nicht berücksichtigen. Hier ist das Dilemma komplexerer Themen gut zu sehen.
Ich werde im Büro (Finanzbereich) vom Konzern dazu aufgefordert, mehr mit Ki zu arbeiten. Man verspricht sich davon Rationalisierungen.
Effekt: Alle (wirklich alle) Anfragen an die KI müssen (logischerweise) plausibilisiert werden und sind fehlerhaft. Manchmal auf Monk-Niveau, manchmal grob.
Wenn man sich mit der Materie auskennt, weiß man, dass man dem Algorithmus derzeit niemals sein eigenes Geld (=ungesichert) anvertraut. Genauso gut könnte man es an den Prinzen in Uganda überweisen.
Bitte richtig verstehen: Wenn es jemand anders erlebt, herzlichen Glückwunsch – ich gönne es von Herzen.
Ich muss sagen KI hilft mir immer wieder bei Finanzentscheidungen wenn es um Vergleiche geht.
Vor einiger Zeit habe ich mich entschieden mehr in den chinesischen Markt zu investieren (Portfolio war mir bislang zu USA-lastig) und hatte zwei ETFs im Fokus. Sowohl Claude als auch ChatGPT als auch CoPilot haben sehr ähnliche Analysen zu den ETFs gemacht. Und ChatGPT und Claude haben dann sogar noch auf einen für meine Idee besser geeigneten ETF hingewiesen, in welchen ich auch investiert habe und werde.
Ich fahre damit seit es KI für den Massenmarkt gibt sehr gut.
Ich denke noch extremer wird es wenn man die KI auch für Daytraiding einsetzt. Soweit bin ich aber noch nicht und hier wäre ich ggf. auch nochmal etwas vorsichtiger.
Bei den ETFs kann man im Schnitt auf die lange Sicht (bei mir ca. 20 Jahre) auch nicht ganz so viel verkehrt machen
Wir haben doch gestern erst gelernt, dass ich mit iPhone und Watch zahlen kann. Die Blicke, wenn ich meine Uhr ans Lesegeräte halte sind teilweise heute noch unbezahlbar :-) da kommt jetzt KI die noch nicht mal greifbar ist… kein Wunder das es soviele ablehnen.
Mal abseits von Beratung oder selbst machen, KI wird auch bei den Banken immer stärker eingesetzt (werden müssen). Dank Babyboomergeneration gibts auch bei den Banken einen immer größer werdenden Aderlass an Mitarbeitern, soviel Nachwuchs gibts gar nicht.
Am Ende ist es wie immer Fluch oder Segen, Gift oder Medizin, kommt auf die Dosis an und wer es wie benutz(en)t (kann).