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Besser nicht mehr kaufen

iPad Pro 12,9″: Flaggschiff mit veralteter Technik

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Warum hat Apple bei den gestrigen Produktankündigungen des iPad Pro 12,9“ unberührt gelassen? Die einzig vernünftige Antwort auf diese Frage wäre, dass wir in Kürze tatsächlich noch ein Apple-Event erwarten dürfen, auf dem vielleicht neue Macs, in jedem Fall aber neue iPad-Modelle vorgestellt werden. Das aktuell im Apple Store angebotene große iPad Pro der ersten Generation würden wir jedenfalls nicht mehr kaufen. Zu deutlich sind die technischen Unterschiede im Vergleich mit dem kleineren iPad Pro mit 9,7“ Bildschirmgröße.

Pro ≠ Pro

Wer den Zusatz „Pro“ beim großen Apple-Tablet ernst nimmt, darf die Bildschirmtechnik des Geräts durchaus als veraltet bezeichnen. Dies gilt besonders mit Blick darauf, dass Apple gerne auch Fotografen zu den potenziellen Käufern des Geräts zählt, denn das Gerät kann den von Apple mittlerweile favorisierten P3-Farbraum im Gegensatz zum kleineren Modell noch nicht darstellen. Dean Jackson erklärt in seinem Artikel „Improving Color on the Web“ die mit P3 verbundenen Verbesserungen detailliert und zeigt eindrucksvolle Beispiele.

Ipad Pro P3 Farbraum Vergleich

Vergleich: Retina-MacBook (links) und iPad Pro 9,7″ mit P3-Farbraum (rechts)

Bildschirm der letzten Generation

Zudem verzichtet das große iPad Pro auf Apples „True Tone“-Technik und ist daher nicht in der Lage, den Weißabgleich für eine angenehmere Bildschirmdarstellung automatisch an das Umgebungslicht anzupassen. Apple selbst hat die Vorzüge der neuen Bildschirmtechniken bei der Vorstellung des kleinen iPad Pro hoch gelobt:

Das 9,7" iPad Pro bietet fortschrittliche Display-Technologien, darunter ein True Tone Display, welches neue Vier-Kanal-Sensoren für die dynamische Anpassung des Weißabgleichs auf dem Display mit dem Umgebungslicht nutzt, um eine natürlichere, präzisere Betrachtungserfahrung wie auf weißem Papier zu schaffen. Das fortschrittliche Retina Display … nutzt das gleiche breitere Farbspektrum wie iMac mit Retina 5K Display und liefert eine 25 Prozent höhere Farbsättigung für lebendigere Farben. Ein spezieller Timing Controller, Photo Alignment-Technologie und Oxide TFT liefern unglaubliche Farben, Kontrast und Klarheit.

Veraltete Kameratechnik

Dies alles fehlt also hinsichtlich der Bildschirmanzeige des großen iPad Pro, aber auch die Kameratechnik des Geräts darf man aus der Pro-Perspektive als überholt bezeichnen. Während die im neueren 9,7“-Modell verbaute iSight-Kamera mit 12 Megapixeln knipst und dazu noch im großen P3-Farbraum aufnehmen kann, arbeitet das 12,9“-Modell noch mit einer einfacheren 8-Megapixel-Kamera. In der Folge nimmt das alte Pro-iPad Panoramabilder nur mit maximal 43 satt 63 Megapixeln auf und verzeichnet mit ƒ/2,2 statt ƒ/2,4 auch einen besseren Blendenwert. Weitere softwareseitige bislang nur der iSight-Kamera des kleinen iPad Pro vorbehaltene Details sind die Möglichkeit, „Live Photos“ aufzunehmen, sowie Verbesserungen bei der Rauschunterdrückung und beim Autofokus. Auf Hardwareseite hat Apple beim iPad Pro 9,7“ zudem einen einem verbesserten Blitz, dem sogenannten „True Tone Flash“ und eine robustere Objektivabdeckung aus Saphirkristall verbaut.

Ipad Pro Kamera

Mit Blick auf die Videofunktion des iPad ist zu erwähnen, dass das kleine iPad Pro Bewegtbild mit 4K (3840 x 2160) statt 1080p HD aufzeichnen kann und Unterstützung für Zeitlupenvideo in 1080p mit 120 Bildern pro Sekunde (fps) oder alternativ 720p mit 240 fps bietet, beim großen Modell sind Zeitlupenaufnahmen auf maximal 720p mit 120 fps begrenzt.

Wer sein iPad nur auf dem Sofa nutzen will, mag über all diese Details hinwegsehen. Bei einem Pro-Gerät mit Pro-Preis halten wir diese Unterschiede allerdings für ausgesprochen relevant. Das iPad Pro 12,9“ ist bei Apple seit Oktober 2015 technisch unverändert im Angebot. Mit gutem Gewissen können wir zum Kauf des Geräts aktuell nicht mehr raten. Das kleinere Modell mit 9,7“ wurde ein halbes Jahr später mit den oben genannten Verbesserungen im März 2016 vorgestellt.

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22. Mrz 2017 um 15:45 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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