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Apple plante Gravis-Übernahme

Gravis-Gründer Horlitz: „maßlos enttäuscht von Apple“

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Seit dem vergangenen Freitag steht fest: Fast 40 Filialen muss der Apple-Händler Gravis in Deutschland schließen. Seit 2022 kann Gravis keinen Gewinn mehr erwirtschaften. Ausschlaggebend dafür ist ein bunter Blumenstrauß aus Gründen, zu denen die Nachwirkungen der Coronavirus-Pandemie genauso gehören wie das starke Wachstum des Versandgeschäftes, das nicht mit den zusätzlichen Kosten für stationäre Händler kalkulieren muss.

Gravis Gruender Archibald Horlitz

Gravis-Gründer Archibald Horlitz

Einer der wichtigsten Gründe ist jedoch die Abhängigkeit von Apple. Die Margen aus Cupertino, so ein Unternehmenssprecher gegenüber ifun.de, seien schlichtweg zu klein. Weder könne man damit nachhaltig wirtschaftlich noch auf lange Sicht profitabel arbeiten. Apples Konditionsmodell sei dafür zu restriktiv.

„maßlos enttäuscht von Apple“

Wie restriktiv Apple hier vorgeht, erklärt Gravis-Gründer Archibald Horlitz. Dieser ist seit der Freenet-Übernahme seines Unternehmens vor zwölf Jahren zwar nicht mehr für Gravis verantwortlich, aber nach wie vor gut vernetzt und „maßlos enttäuscht von der Firma Apple“.

Laut Horlitz hält Apple seine Reseller bereits seit Einführung des iPhones an der kurzen Leine, hätte den Druck in den zurückliegenden Jahren aber zunehmend erhöht. Zur Markteinführung des iPhone 15 etwa seien die neuen Gerätemodelle in einer Stückzahl von nur 50 Einheiten ausgeliefert worden, während Apple selbst mehrere 10.000 Geräte an hiesige Mobilfunkanbieter und die eigenen Filialen in Deutschland verschickte.

Apple-Marge hat sich halbiert

Auch die Marge beim Verkauf von Apple-Produkten ist signifikant geschrumpft. Während Gravis vor der Markteinführung des iPhones mit Margen von etwa 14 bis 18 Prozent rechnen konnte, hätte Apple diese zum Debüt des iPhone 15 auf nur noch ca. 8 Prozent reduziert.

Apple, so Horlitz, habe sich in den vergangenen Jahren klar entschieden, dem Fachhandel zukünftig keinen Platz mehr in der eigenen Vertriebsstrategie zu lassen. Gespürt habe der Handel dies auch durch die „fortlaufende Nicht- beziehungsweise Schlechtbelieferung mit Produkten, insbesondere zum jeweiligen Marktstart neuer Produkte“.

Apple plante Gravis-Übernahme

Eine interessante Anekdote: Im Jahr 2001 liefen Übernahme-Verhandlungen zwischen Apple und Gravis. Apple stand damals kurz davor, die deutschen Filialen zu kaufen. Horlitz erinnert sich:

[…] im Jahr 2001 wurde die Übernahme von GRAVIS durch Apple verhandelt. Dies geschah höchst professionell inklusive einer harten Due Diligence und dem Angebot von Apple-Arbeitsverträgen an das Management. Eine Position als Senior Vice President Apple Retail Europe, verbunden mit 90.000 Apple Aktien als share options, war schon eine interessante Option.

Der Tag der finalen Verhandlung war der 11.9.2001! Auf meinem Weg zum Flughafen Berlin-Tegel, um dort den damaligen Apple Europachef Pascal Cagni abzuholen, fiel der erste der beiden Tower des World Trade Centers. Im Gefolge dieser weltweiten Krisenlage, wurde der Verkauf schließlich ad acta gelegt.

Da man sich aber nun gut kannte und vertraute, investierte Apple in Form eines Darlehens ein knappes Jahr später direkt in GRAVIS, um die weitere Expansion zu finanzieren. Die GRAVIS AG musste in diesem Zusammenhang Aktien in Papierform erstellen, die dann als Sicherheit an Apple gegeben wurden und in einem Tresor von Apple gelagert wurden. Im Jahr 2004 wurde das Darlehen komplett nebst Zinsen an Apple zurückgezahlt. Eine weitere Absicherung einer guten Beziehung zu Apple, war die Berufung ehemaliger Apple Deutschland Geschäftsführer in den Aufsichtsrat der GRAVIS AG. Zunächst Gerhard Jörg bis zu seinem frühen Tod mit 63 Jahren im Jahr 2008, gefolgt von Frank Steinhoff, jeweils als Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Dies alles erklärt auch den relativ späten und langsam erfolgten Aufbau eigener Apple Stores in Deutschland, beginnend mit dem ersten Apple Store in München erst im Jahr 2005.

20. Mrz 2024 um 19:15 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Gravis habe ich schon immer als unattraktiv empfunden: fast keine Rabatte, kein anständiger Service.. Dann gehe ich lieber zum Mediamarkt. Außerdem die Chance verpasst in der Pandemie auf Versandmodell umzustellen und jetzt ist Apple daran schuld. Wie es halt heutzutage üblich ist – alles auf Apple schieben.

    • Hast du den Text komplett gelesen ? Da steht das die Margen zu klein sind …. das ist bewusste Strategie um Händler nicht zu stark werden zu lassen. Zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig.

      • Apple ist an Gier eben nicht mehr zu überbieten. Klar versucht Apple andere Händler aus dem Markt zu drücken und die eigenen profitableren Kanäle zu melken. Wundert es wen? Mich nicht!

      • Selten so viel Müll gelesen. Was meinst du, von wem Gravis seine Produkte bekommen hat? Von Apple. Apple muss niemanden aus dem Markt drücken. Wenn Apple nicht will, dass jemand Apple Produkte verkauft, wird es einfach kein „authorised reseller“ und es gibt keine Produkte direkt von Apple. Lief jahrelang mit Amazon so, bis sich die beiden Unternehmen wieder vertragen haben.
        Gravis hat einfach betriebswirtschaftlich Unsinn betrieben und nur ein ein Pferd gesetzt. Misswirtschaft nennt man das.

      • Anscheinend traut er sich auch nicht mal Klartext zu sprechen wie viel Marge ist genug oder anders was ist drin im Produkt.
        Immer nur auf den Hersteller und die Konkurrenz loszugehen ist billig.
        Anderseits hat er mit dem Verkauf seinerzeit seine Schäfchen ins Trockene gebracht.

      • Es steht jedem Händler frei andere Produkte in das Sortiment aufzunehmen die höhere Margen haben. Das ist die Aufgabe des Händlers / Unternehmers und nicht von Apple.

      • @Arabella: Bei einem überragend starken Vertragspartner wie Apple steht es den Händlern häufig nicht frei, andere Produkte in das Sortiment aufzunehmen, da der überragend starke Vertragspartner vertraglich reglementiert hat, welche Produkte aufgenommen werden dürfen. Aber diese Reglementierung wird für Gravis nichts Neues gewesen sein und ist bestimmt auch nicht der Grund, warum Gravis schließen musste.

    • Käpt'n Blaschke

      Dann lieber zu Apple, die geben nämlich Rabatte dass einem nur so schwindelig wird…

    • Weshalb pochen alle ständig auf Rabatt?
      Mit welchem Recht glauben denn die Verbaucher haben sie auf alles einen Rabatt verdient?
      Zudem kann nicht wirklich von Rabatt gesprochen werden, da, leider, sehr viele Produkte mittlerweile mit Rabatt verkauft werden.
      Somit sollte man sich als „Rabattjäger“ bewusst machen, daß der gewährte „Rabatt“ bereits eingepreist ist! Dadurch hat man also nur auf dem Papier etwas „gewonnen“.

    • Ich war seit den 1990-er Jahren Stammkunde bei Gravis und immer zufrieden.
      Bei MediaMarkt mag man vielleicht ne Steckdosenleiste kaufen, nix wertvolles jedenfalls.
      Gravis dagegen hatte immer gute Beratung, guten Service .

    • @ben auch nicht verstanden das Apple die Strategie geändert haben könnte weil sich die Welt in den letzten 20 Jahren weitergedreht hat? Du nennst unternehmerischen Erfolg Gier? Oder dein unsägliches unfundiertes Geschreibsel ist die Weisheit in Tüten? Tja die Welt ist voller Kleingeister mit beschränktem Horizont…auch das gehörte irgendwie dazu, nur seit dem Internet halten viele damit auch nicht hinterm Berg ;-)

      • Hä? Ich versteh den Zusammenhang deiner Antwort nicht…
        Apple macht Rekordumsatz und gängelt seine Partner mit schlechten Beteiligungen… so zwingt man die Kunden auf der eigenen Platform zu kaufen wenn es keine Konkurrenz mehr gibt.

        Leider wandelt sich immer mehr zum direktvertrieb… siehe Autobranche… meiner Meinung nach kein guter Schritt für Service, Beratung und Wettbewerb

      • Andere kommen aber auch klar … cyberport z.b. … gravis hat einfach ein Riesen Problem gehabt, die haben das online Geschäft total falsch gehandhabt … Filialen und online waren eher schlecht als recht vernetzt … fand die Filialen auch nicht sehr ansprechend, das Personal auch eher nur semi hilfreich und semi freundlich

      • Tja, bei @Frager scheitert es ja schon am Verständnis für die Funktionsweise der Kommentarfunktion. Und mit beschränktem Kleingeist meint er offensichtlich sich selbst. Er unterstellt mir das ich unternehmerischen Erfolg als Gier bezeichnen würde und verdreht damit mit voller Absicht Tatsachen.
        – Oben im Artikel steht, dass Apple die Marge für seine Partner wie Gravis von 18% auf ca. 8% gesenkt hat. Das bezeichne ich als Gier.
        – Beim MacBook Pro kostet das Upgrade von 18 GB Ram auf 36 GB satte 460€ zusätzlich. Bei Lenovo kostet das Upgrade von 16 GB Ram auf 32 GB Ram faire 70€. Apple nimmt pro zusätzlichen GB fast das 6-fache. Das ist Gier! Dieses Unternehmen nutzt es einfach eiskalt aus, dass Apple der einzige Hardware-Hersteller für MacOS ist. FYI: beide Hersteller verlöten LPDDR5/X Speicherchips.

      • @Daniel „Leider wandelt sich immer mehr zum direktvertrieb… siehe Autobranche… meiner Meinung nach kein guter Schritt für Service, Beratung und Wettbewerb“

        Zumindest in der Automobilbranche ist diese Transformation vom Kunden gewünscht. Man wünscht sich als Kunde günstigere Fahrzeuge und die Automobilkonzerne versuchen dies durch Herausnahme von Händlern zu ermöglichen. Und nein, ich bin nicht naiv. Nur weil sich die Automobilkonzerne zukünftig 20-30 % sparen, werden die Fahrzeuge nicht im gleichen Maß günstiger. Aber sie werden günstiger bzw. weniger teurer.

    • @Muted Army
      Sehr schön zu sehen, dass Du den Sinn des Rabatts nicht im Ansatz verstehst … Ein Rabatt ist ein Kaufanreiz den der Verkäufer für die Abnahme größerer Mengen auslobt … und kein devoter Nachlass weil „Muted Army“ den Laden betritt und damit geheiligte Erde verstreut

    • Wegen Service zum Mediamarkt? Lol. YMMD. Der war echt gut

    • da ist das problem, das ihr kunden immer rabatte haben wollt. nur wir einzelhändler haben kaum marge um rabatte zugeben! schau dir dyson an, wir sollen den uvp nehmen und auf der homepage, rabatte und 30 tage geldzurück garantie.

  • Ich bin maßlos enttäuscht von Gravis und Horlitz.

    Und nun?

    Antworten moderated
  • Erster Tag, erste Stunde im BWL Studium: mach dich nie abhängig von einem Kunden oder Lieferanten.

    • Da hast du wohl recht, da finde ich den Ansatz von Coolblue viel besser, die bieten halte sehr viele Marken und haben dazu noch eine gut Online-Strategie (Lieferung am nächsten Tag). Wenn du nur einen Lieferanten hast, bist du in so vielen Punkten abhängig und grundsätzlich auch am kürzeren Hebel (insbesondere bei den Preisverhandlungen), das ist einfach Mist. Gravis hätte sein Portfolio und damit sein Risiko längst diversifizieren müssen, sprich: andere Marken anbieten müssen.
      Jetzt aber zu sagen, Apple sei schuld, ist zu einfach.

      • Icch bin jetzt mal ein bisschen irritiert, so spontan!
        (Das „Icch“ ist ein Tastaturfehler ; )

        Hat sich Gravis denn nicht schon vor Jahren breiter aufgestellt, bzw. auch andere marken ins Sortiment genommen – zumindest glaube ich mich zu erinnern, das in DUS gesehen zu haben?
        – hatte zuletzt vor ca. 15 bis 20 Jahren bei Gravis gekauft, seither bei kleineren „authorised resellern“…

    • Da hat aber jemand aufgepasst.
      Jedoch war genau das Alleinstellungsmerkmal und Grund für den Aufstieg gravis.

      Und der Untergang jetzt liegt nicht mal daran, immerhin machten die das ja seit Jahren nicht mehr wie
      Vorher.

    • Und nach der ersten Vorlesung bist du scheinbar auch nicht mehr hingegangen.

      Der gesamte weltweite Franchise-Markt basiert auf dem Prinzip. Genauso wie Autohäuser, Strukturvertriebe, Supermärkte usw.

      Versuch bei solchen Kompexen nicht aus der Hüfte geschossen der schlauste zu sein. Das geht immer schief und ist dann sehr peinlich für alle Anwesenden. ;-)

      • Ah, mal wieder so ein von oben herab Kommentar. Sympathisch…! Ich bezweifle das andere Franchise Partner nur 8% Marge an den Produkten verdienen und dann noch so unwichtige laufende Kosten wie Miete und Personal bedienen müssen…

      • Genau die 8% sind bei Lebensversicherungen sogar üblich. Im Wertpapierfeschäft sind es in der Regel 2,25. Ein Autohaus verdient teilweise nur 6,5% pro Fahrzeug beim Verkauf.

      • Und? Bekommt der größte Autohändler in Deutschland dann auch nur 50 Stück vom neuesten BMW-Model verteilt auf 40 Filialen landesweit, während die großen Carsharing-Provider mit ihren Aboverträgen gleichzeitig 10.000 Autos zum Modelstart erhalten? Unter diesen Bedingungen kann man mit 8% Marge nicht überleben und das ist auch nicht erwünscht. Ein Kunde der mit dem iPhone-Kauf gleich auch einen 2-Jahres-Vertrag abschließt, zahlt insgesamt eben deutlich mehr − nicht nur an die Telekom sondern auch an Apple!

      • @Sam
        Yo, bei Franchise entscheide ich mich für ein System. Mit Vor- & Nachteilen.
        Ein Vorteil: du kennst die Kondition, stehen im Vertrag & kannst dir im Business Plan ausrechnen, ob es passt.

        Bei McDonalds ist es schwierig, einen alternativen Lieferanten zu finden. Bei EP kannst du dagegen auch bei div. Lieferanten bestellen.

        War Gravis Franchise- Nehmer bei Apple?

    • 1 Tag wenn der BWLer als Einkäufer arbeitet, schau das du alles bei einem Einkaufst damit du eine bessere Margen bekommst.

      • @Ichy
        Das eine schließt das andere nicht aus, so lange du dich nicht in Abhängigkeit begibst & jederzeit zu besseren Kondition wechseln kannst.

  • Du hast den Artikel aber gelesen?

    Antworten moderated
  • Man darf hier nicht vergessen, das hinter der Gravis die Freenet steht. Hier wurde klar reguliert was die Gestaltungsräume der Gravis angeht.

    Statt in die Mitarbeiter zu investieren & fachlich fit für die Apple User zu machen, wurde auf kontinuierliche Fluktuation gesetzt um die Personalkosten gering zuhalten.

    Ebenso wurde nie ein Konzept nachhaltig durchgesetzt sondern durch inkonsequent & fehlgeleitete Ambitionen KPI-Bashing betrieben.

    Gravis wäre durchaus zukunftsfähig gewesen, wenn man den Fokus auf den Kunden & seine Serviceerfahrung gesetzt hätte. Schicke Läden, mit nahbaren kompetenten Personal was nicht nur das liebt was es tut sondern damit auch existieren kann hätte mehr Menschen davon überzeugt sich an diese Firma zu binden als der bunte Blumenstrauß an Freenet-Prio-Themen aus Hamburg ab den Kunden durch zu drücken.

    Nun setzt die Freenet 500 eingefleischte Apple Fans auf die Straße und wir trotz einem grandiosen Konzern EBITA’s von 500 Mio keinen einzigen davon vergelten, dass in den letzten Jahren mehr geleistet & investiert wurde als unter diesen Bedingungen erwartbar war.

    • Dir ist aber bewusst, dass Gravis auch nur ein Freenet Unternehmen wurde, weil Gravis kurz vor der Pleite stand?

      • Diese Situation wie sie damals zur Übernahme war, kann weder die Freenet noch die Gravis davon abgehalten haben ein strategisch sinnvolles & nachhaltiges Geschäftsmodell zu etablieren.

        Die Möglichkeit dazu war Gravis 10 Jahre durch die Intervention der Freenet aus der handgenommen worden. Egal ob zum Beispiel ein Jan Sperlich schon lange Bedenken hatte das es so nicht funktionieren kann.

        Man schaue sich doch nur mal die Storelandschaft der Freenet an… max. zwei Leute warten im Store darauf das sich 1 argloser Kunde verläuft an dem man sich gesund stoßen kann. Eine Servicekultur ist da schon lange fern.

  • Lol, marge halbiert.. Ja, wenn man in Prozent rechnet, wenn man die marge in absolut zahlen ansieht, ist diese wohl gleich geblieben, da ja die iPhones teurer wurden. Sollte ja dann finanziell keinen Unterschied machen, ausser man gibt plötzlich mehr geld aus.
    Aber ja, typisches Verhalten von Apple. Wenn man denkt Apple ist dein Freund, basierend auf Geschäfts Verhältnis , dann täuscht man sich, das hat Apple schon sehr oft bewiesen. (Developer, Übernahmsgespräche um infos zu hohlen, Knebelverträge für Lieferanten, etc.)

  • Apple ist halt nur auf sich fixiert – weder kundenorientiert noch innovativ

  • Der 11. September 2001 war definitiv ein sehr dunkler Augenblick in unserer Geschichte, aber deshalb einen Deal zwischen zwei Firmen einfach ad acta zu legen? Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

  • Ich nehme Hr.Horlitz ab, das sein Konzept ein gut gedachtes war. Früher kannte ich Gravis auch als gute Anlaufstelle. Auch glaube ich ihm das Apple seinen Teil zu dem aktuellen Verlauf beigetragen hat.
    Freenet allerdings – in meinen Augen – den Löwenanteil an der Geschichte.

    Wer gute Geschäfte machen will braucht gute Mitarbeiter.

    Leider waren diese – wenn ich nur von meinen Erfahrungen mit Gravis in den letzten Monaten ausgehe – Mangelware und höchstens vereinzelt vorhanden, sowohl im Store als auch auch am Telefon.

    Viele Rezessionen und Kommentare bei Euch berichten ja ähnliches.
    Mir wird der Wegfall von Gravis „leider“ nicht auffallen, mich würde auch niemand mehr in einen Gravis Store bekommen wenn sie nicht schliessen würden.

    Bestes Beispiel dafür, wie der Laden und der Inhaber Freenet tickt, sind die immer noch ausgeschriebenen Neueinstellungen sowie die Jobausschreibungen „Stellvertretender Filialleiter“ und „Techniker“ beide als „Quereinsteiger“. Klar spart das Geld, bringt aber auch eine entsprechende Qualität zu Tage.

    Da brauche ich mich dann als Kunde auch nicht zu wundern wenn der „Techniker“ beim Befunden meines MacBooks -10 Wochen nach Neukauf- die Klammern des Deckels abbricht und mir dann 2 mal innerhalb 1Monats erklärt wird das ich mein Gerät (mit dem ich mein Geld verdiene) wieder 2 Wochen einschicken muss. Auf die Frage nach einem Leihgerät oder einer anderen Lösung (man bestellt die Teile und ich komme zum Einbau wenn geliefert) wird mir erklärt das ich mir ja ein 2 MacBook anschaffen könnte, man hätte da gerade ein Angebot. Ja, nee, is klar.

    • Tja, das ist alles richtig, sehe ich auch so, nur wie man hier an den Kommentaren sieht, wollen die Leute ja nur billig, Rabatte und eigentlich alles kostenlos …aber gleichzeitig wird über die Qualität die man bekommt, gemeckert…und wenn ein Unternehmen mit seiner Strategie erfolgreich ist, da ist es nur wenn wir Verbraucher mitspielen, dann ist es gierig ….aber eins ist immer: Gemecker anstatt mal nachzudenken und falls das zu anstrengend ist: sich auch mal umfassend zu informieren.

    • Freenet hat Gravis auch nur übernommen, weil Gravis kurz vor der Pleite stand.

      Was man in so einem Fall dann nicht machen sollte? Genau so weitermachen. Denn das Unternehmen stand ja nicht ohne Grund vor der Pleite.

      Ob dann alle Entscheidungen gut waren, sei mal dahingestellt.

      Aber welche Branche oder welcher Arbeitgeber stellt inzwischen denn keine Quereinsteiger ein? Ich kenne eigentlich so gut wie keine mehr. Der Fachkräftemangel und der heutige Arbeitnehmermarkt ist überall zu spüren.
      Und teilweise (nicht immer) geht dies auch mit einem Qualitätsverlust daher, dies ist aber auch z.b, in einem Apple Store je nach Mitarbeiter deutlich zu spüren.

  • Hab meinen ersten Mac bei denen gekauft. Noch in den 90ern. Damals war man von Gravis gewissermaßen abhängig. Kann da viele Stories erzählen. Die meisten sind nicht positiv.
    Sobald ich ohne Gravis klar kam, war ich da weg. Meine bessere Hälfte wusste nichts von meinen Erfahrungen und hatte unbedarft bei Gravis ihr neues iPhone erstanden. Und statt AppleCare zu nehmen, haben die ihr eine völlig schwachsinnige Versicherung angedreht. Unglaublich. Ich hab sie dann überzeugt dass zu kündigen, denn all das was daran besser, als bei AppleCare sein sollte stand im Kleingedruckten überhaupt nicht drin. Klare Fehlberatung, eigentlich Schlimmeres.
    Seit dem Vorfall war auch sie nie mehr dort.
    Gut. Wir sind nicht traurig.

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  • Ich habe mal bei Gravis Beats-Kopfhörer gekauft. Noch innerhalb der Gewährleistungsfrist gaben sie den Geist auf, Gravis hat Nachbesserung oder Neulieferung abgelehnt. Ich habe dann bei Apple angerufen und bekam innerhalb von drei Tagen per Post Ersatz. Ratet mal, wo ich seitdem nichts mehr gekauft habe…

  • Das sehe ich genau so aus eigener vielfacher Erfahrung. Mitarbeiter first und dann ein den zielgruppen passendes Business Model sollte auch heute noch klappen.

  • Wenn man sich ausschliesslich auf eine Brand konzentriert ist das kein Wunder.

  • Eine gängige Praxis in Deutschland, wenn man pleite geht: Mit den Finger auf andere zeigen!
    Es sind immer die anderen Schuld, niemals selbst! Zum Kotzen diese Einstellung!

  • Völliger Blödsinn!! Der Service von Gravis war schon lange unterirdisch, als letztes konnte man nicht mal mehr Bar bezahlen….

    • Na dann haben sie ja immerhin eine Sache gut gemacht

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    • Und wenn man dort einen 5€ Artikel kaufen wollte, hat man ca. 15 Minuten gewartet bis man bedient wurde, dann wurde die Rechnung in dreifacher Ausführung gedruckt und mit dem Kassenbon geklammert. Das ganze hat für meinen Geschmack immer zu lange gedauert.
      Da gehe ich dann wirklich lieber zu Mediamarkt.

  • Immer sind andere Schuld wenn was schief geht. An die eigene Nase fassen , dann fühlt man wer der schuldige ist. Typisch deutsch immer andere!!!!

  • Vielleicht liegt es ja an Freenet, der Laden ist eine Katastrophe. Ich würde Apple definitiv seriöser halten als Freenet .

  • Sehr schade. Ich habe Archibald und Wilfried kennengelernt, als sie mit HSD starteten und ich bei ihnen meinen erst Macintosh Plus kaufte. Da hatten sie Gravis noch nicht gegründet gehabt.

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  • Scheiß auf Gravis, ich habe aufgehört dort etwas zu kaufen, seitdem sie kein Bargeld mehr akzeptierten, was schlichtweg nicht klar geht, ganz gleich wie viele ausschließlich mit Karte zahlen

  • Ok interessant.

    Gibt’s einen Ausverkauf? Ich brauche noch Sachen.

    • Aber na klar, schnapper dir noch ein bisschen Apple Hardware & lach den bald Arbeitslosen Mitarbeitern noch ins Gesicht während du dein Zeug da rausträgst ohne das sie da noch einen 1€ Provision für sehen…

      Die Wahrheit ist nämlich das jeder der Store Mitarbeiter das was er über dem Mindestlohn bekommt mit Provisionen erwirtschaften muss. Ergo ist jedes Gerät was dort ohne Sonderpreis raus getragen wird für sie ein Schlag ins Gesicht.

  • Wie können dann z.B. Firmen wie Mactrade Rabatte weiter geben und trotzdem nicht pleite gehen?

  • Überhaupt nicht schade drum. Die haben fast nie etwas vorrätig- und ich spreche nicht vom iPhone am Verkaufsstart sondern grundsätzlich.

    Service ist auch quatsch. Ich fragte dort einmal nach wegen einem iPhone Akkutausch. Erst erzählte man mir, das machen die bei sich in der Werkstatt und dann stellte sich raus dass die es zu Apple senden. Das kann ich selbst. Expresstausch durch AppleCare+ wird überhaupt nicht angeboten.

    Zubehörpreise sind astronomisch. Displayschutzglas für 39,99 – geeenauuu Gravis.

    Finde es vollkommen ok dass die vom Markt verschwinden

  • Und wenn man dort einen 5€ Artikel kaufen wollte, hat man ca. 15 Minuten gewartet bis man bedient wurde, dann wurde die Rechnung in dreifacher Ausführung gedruckt und mit dem Kassenbon geklammert. Das ganze hat für meinen Geschmack immer zu lange gedauert.
    Da gehe ich dann wirklich lieber zu Mediamarkt.

  • Ich hatte Gravis in Heidelberg kontaktiert (ca. 2021) wegen Batterieaustausch (Verschleiss, unter 80% Kapazität, verm. kein Defekt) meines iPads Pro 10,5. Per Mail wurde mir mitgeteilt, dass der Austausch € 495 koste (Verschleiss der Batterie), und nur bei einem Defekt der Batterie würde der Austausch € 115 kosten.
    Auf der Homepage von Gravis wurde aber etwas anderes Wert angegeben: € 115 bei Verschleiss (also bei weniger als 80% Kapazität) UND/ODER einem Defekt. Als ich dann mit dem Hinweis auf die Homepage kam, redete man sich heraus.
    Es wäre ok gewesen, wenn man sich entschuldigt hätte über die urspr. fehlerhafte Aussage. Aber sich dann widersprüchlich herausreden war nicht in Ordnung und ist auch letztendendes unseriös. Durchgefallen, danke, Gravis! Ich weiss, es ist nicht ok die Erfahrungen mit (verm.) einem Mitarbeiter auf den ganzen Laden zu übertragen, aber bei mir war es eben so.

    Antworten moderated
  • Hätte er von Apple Aktien bekommen und wäre Senior Chef Retail bla bla geworden, hätte er sicher nicht herumgeheult, sondern ihm wärs egal, was mit den Mitarbeitern wird.
    Für mich hat diese Geschichte ein Geschmäckle von „angepisst sein“.

  • „Auch die Marge beim Verkauf von Apple-Produkten ist signifikant geschrumpft. Während Gravis vor der Markteinführung des iPhones mit Margen von etwa 14 bis 18 Prozent rechnen konnte, hätte Apple diese zum Debüt des iPhone 15 auf nur noch ca. 8 Prozent reduziert.“

    Willkommen im Volumengeschäft. Damals war das iPhone ein Exot, heute haben über 30 % der deutschen Bevölkerung eins.

  • Und ich war vor einem Jahr maßlos enttäuscht vom schlechten Service von Gravis und wäre ohnehin nicht mehr hingegangen. Who cares?

  • Apple soll daran schuld sein, dass die Mitarbeiter unfreundlich und unmotiviert sind? Aus meiner Sicht muss Gravis zurecht schließen. Unglaublich was ich da erlebt habe, das toppt meine bisherigen Erfahrungen mit allen anderen Unternehmen, mit denen ich jemals im Service zu tun hatte. Es geht kaum schlechter bei Gravis. Dennoch wünsche ich den Mitarbeitern alles Gute! Vielleicht lässt man es bei seinem nächsten Arbeitsplatz nicht mehr soweit kommen, dass man sowas noch mal erleben muss. Mit ein klein wenig mehr Freundlichkeit und ein bisschen mehr Motivation hättet ihr wahrscheinlich nicht schließen müssen.

    Antworten moderated
    • Ich finde es schwierig hier zu pauschalisieren! Es gibt durchaus Mitarbeiter bei der Gravis die sich für den Kunden massiv ins Zeig gelegt haben & da 1A Service geboten haben. Aber auch eben welche die das nicht getan haben. Das liegt in der Natur des Kundenkontakt…

      Aber unternehmerische Fehlentscheidungen, ein Fehlen von Fokus & Unternehmespylosophie ab zu tun & dem Provisionsbasiertem Mindeslohn Arbeiter die Schuld für das scheitern in die Schuhe zu schieben empfinde ich als respektlos.

  • Seit 2010 bei gravis in essen immer bestens u auch freundlich beraten. Service auch gut. Zuletzt iPhone iPad Watch dort gekauft.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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