Fernzugriff auf Solaranlagen möglich
Gravierende Sicherheitslücken in Hoymiles-Geräten
Der Chaos Computer Club warnt vor gravierenden Schwachstellen in Wechselrichtern des chinesischen Herstellers Hoymiles. Angreifer können Solaranlagen offenbar mit vergleichsweise geringem Aufwand übernehmen, abschalten oder deren Software manipulieren. Betroffen sind dem Bericht zufolge sowohl Balkonkraftwerke als auch größere Photovoltaikanlagen.
Nach Darstellung der Sicherheitsforscher liegt das Problem in der Funkkommunikation der Geräte. Die Wechselrichter kommunizieren über 868-MHz- und 2,4-GHz-Verbindungen und verwenden dabei Sicherheitsmechanismen, die sich nach Angaben der Sicherheitsforscher vergleichsweise einfach umgehen lassen. Demnach dienen die Seriennummern der Geräte als Passwort für die Konfigurationsoberfläche. Diese werden jedoch unverschlüsselt per Funk übertragen, wenn eine von den Sicherheitsforschern entdeckte Funktion zur Identifikation der in Funkreichweite befindlichen Hoymiles-Geräte genutzt wird.
Bildquelle: Hoymiles (Symbolbilder)
Seriennummer dient als Zugangsschlüssel
Angreifer hätten auf diesem Weg die Möglichkeit, Steuerbefehle an einzelne oder mehrere Geräte zu senden, um etwa Anlagen abzuschalten, Konfigurationen zu verändern oder neue Firmware einzuspielen. Im ungünstigsten Fall könnten Geräte so dauerhaft beschädigt werden.
Nachdem Hoymiles auf entsprechende Hinweise bislang nicht reagiert und keine Sicherheitsupdates bereitgestellt hat, veröffentlicht der Chaos Computer Club die Schwachstellen und schlägt zugleich mögliche Lösungen vor. Besitzern betroffener Geräte wird empfohlen, zumindest ein Passwort für die Datenübertragungseinheit (DTU) von Hoymiles einzurichten. Nach aktuellem Kenntnisstand ließen sich dadurch jedoch nicht sämtliche Angriffswege verhindern.
Forderung nach strengeren Sicherheitsstandards
Parallel ruft der CCC die Entwickler der OpenDTU-Community sowie weitere Sicherheitsforscher dazu auf, an alternativen Lösungen zu arbeiten. Denkbar seien offene Firmware-Varianten oder Sicherheitsupdates, die moderne Verschlüsselungsverfahren einsetzen und die Funkkommunikation besser absichern.
Von der Politik fordern die Sicherheitsforscher klare Vorgaben für die IT-Sicherheit von Wechselrichtern und Einspeisesystemen. Beispielsweise sollten Geräte, die Firmware-Aktualisierungen ohne ausreichende Authentifizierung akzeptieren, künftig keine Zulassung für den europäischen Markt mehr erhalten.

Also ich habe an meinem Wechselrichter ein eigenes Passwort vergeben.
Zusätzlich müsste der Angreifer auch bei mir im Garten stehen oder im Nachbarhaus sein. Die Reichweite des WLANs des WRs ist doch sehr begrenzt…
Trotzdem schlecht, dass Hoymiles nicht reagiert.
Also braucht man „lokalen“
Zugriff, was heißt, dass man in Funkreichweite sein muss, zumindest um die Seriennummer abzugreifen.
Nur der Vollständigkeit halber.
868mhz mit LoRa/Meshtastic oder was auch immer die Nutzen hat ne sehr hohe Reichweite selbst bei nur 10mW geht das bei entsprechender Umgebung auch Kilometerweit. je niedriger die RF Frequenz umso weiter kommst du bei gleichbleibender Sendeleistung. der Speed ist halt nimmer so geil weil dadurch auch die effektive Bandbreite sinkt.
Um Gottes Willen nicht auszudenken, was passieren kann, wenn der Zugang zu meinem Wechselrichter in die falschen Hände gerät. Hier dringender Handlungsbedarf.
der einzige schlechte Punkt an der Sache wären die WR mit WLAN, weil hier in den Geräten die SSID+PW gespeichert ist (und vmlt. nicht verschlüsselt). Bei mir wärs kein großes Problem weil solche Geräte alle ein eigenes WLAN mit Client Separation haben.
Falls es Ironie sein sollte, ich hätte Ideen, um dich zu ärgern.
Beispielsweise sonntagnachmittags durch die Vorort-Siedlung latschen, auf den WR mit der per Funk übertragenen Seriennummer zugreifen, Deine Anlage abschalten und dann das unsichere Passwort, die Seriennummer, durch ein sicheres Passwort ersetzen. Man will ja helfen. ;-)
Ist für Dich nicht schlimm. Wenn du dann gemerkt hast, woran es liegt, kannste ja schnell einen neuen WR kaufen. Wird wahrscheinlich schon am nächsten Tag geliefert und schwups, schon läuft die Anlage wieder. ;-)
Warum willst du mich denn so umständlich ärgern? Mach mir doch einfach n Kratzer ins Auto wie jeder normale missgünstige Nachbar ;DD
Man kann auch ein Smartlock mit ganz viel Aufwand hacken… oder einfach stumpf die Tür aufbrechen.
Naja. Man kann mit Zugriff auf den WR allerlei Unfug treiben. Ggf. sogar manipulieren und damit eine mögliche Brandgefahr erzeugen.
Ja, der Angreifer müsste relativ nah am Gerät sein. Aber so sorglos wie du würd ich das nicht sehen….
Was soll schon passieren??
Die Frage wäre noch: wer hat ein Interesse daran, einem Betreiber einer PV-Anlage zu schaden. Bei Großanlage könnte ich mir das vorstellen, aber bei Hausdachanlagen wohl eher nicht.
So sieht’s wohl aus.
Manche machen sowas einfach nur aus Spaß, wie so vieler anderer sinnloser Stuss der im Netz so getrieben wird. Da muss leider nicht immer für alles ein nachvollziehbares ‚Interesse‘ bestehen.
Na das ist doch ne Frage der Zeit. Ich habe drei Jahre als Produktmanager beim Solargroßhandel gearbeitet und jeder Hersteller checkt das nicht. In China gibt es wirklich wenige, die dort auch ein gutes Produktmanagement haben und sich mit Cybersecurity 100 % auseinandersetzen
Es geht doch darum große Mengen zu günstigsten Preisen in den europäischen Markt zu drücken um die hiesigen Hersteller auszutrocknen. Da sind gute sicherheitsfeatures nicht wichtig. Und ggf. kann man wie die China Schwester deye auch mal vorgeschriebene sicherheitskomponenten einfach nicht einbauen.
Wir sind halt selbst schuld wenn wir nur des Preises wegen China kaufen.
Sind wir auch schuld, wenn wir umgelabelte Chinaware zu deutschen Preisen kaufen?
Falls es mal zu internationalen Spannungen mit China käme, sind die Hersteller bestimmt auch in der Lage, den Kill-Switch zu betätigen.muss sowas denn im Netz hängen?