Digitale Teilhabe statt Verbot
Ethikrat lehnt pauschales Social-Media-Verbot ab
In der Debatte über ein gesetzliches Mindestalter für soziale Netzwerke hat sich nun auch der Deutsche Ethikrat umfassend geäußert. Die Bundestagspräsidentin hatte das Sachverständigengremium im vergangenen Jahr um eine Befassung mit dem Thema gebeten. Nun hat der Ethikrat seine Empfehlungen vorgelegt.
In seiner Stellungnahme spricht sich der Ethikrat gegen ein pauschales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche aus. Stattdessen empfiehlt das Gremium ein umfassenderes Schutzkonzept, das digitale Risiken unabhängig von einzelnen Plattformen betrachtet.
Helmut Frister (links) und Judith Simon (rechts) – Vorsitzende des Deutschen Ethikrats
Aus Sicht des Ethikrats greifen Vorschläge für ein gesetzliches Mindestalter bei sozialen Medien zu kurz. Kinder und Jugendliche würden heute mit einer Vielzahl digitaler Angebote aufwachsen, die für Kommunikation, Information und soziale Kontakte eine wichtige Rolle spielten. Ein Verbot würde nach Auffassung des Ethikrats den Ausgleich zwischen Schutz und gesellschaftlicher Teilhabe erschweren.
Risiken nicht nur bei sozialen Netzwerken
Der Ethikrat verweist darauf, dass problematische Inhalte und Funktionen nicht ausschließlich in sozialen Netzwerken zu finden seien. Risiken wie Cybermobbing, Manipulation, Gewaltinhalte, Pornografie oder extremistische Inhalte könnten ebenso auf anderen Plattformen auftreten. Darüber hinaus würden Kinder und Jugendliche zunehmend auch generative KI-Angebote wie Chatbots oder Bildgeneratoren mit nicht minder gewichtigen Risiken nutzen.
Ein Mindestalter nur für soziale Netzwerke könne nach Einschätzung des Gremiums sogar dazu führen, dass junge Nutzer verstärkt auf andere digitale Angebote ausweichen, die bislang weniger stark reguliert sind.
Risikobasierter Ansatz statt Altersgrenze
Statt eines Verbots empfiehlt der Ethikrat ein risikobasiertes Schutzkonzept. Digitale Dienste sollten anhand ihrer jeweiligen Gefahrenpotenziale bewertet werden. Daran müssten dann passende Schutzmaßnahmen geknüpft werden.
Altersgrenzen hält der Ethikrat weiterhin dort für notwendig, wo besonders sensible Inhalte betroffen sind, etwa bei pornografischen Angeboten. Die dafür erforderlichen Altersbestimmungssysteme müssten jedoch datenschutzfreundlich ausgestaltet werden. Verfahren, die auf einer umfassenden Auswertung digitaler Aktivitäten beruhen, lehnt das Gremium ab.

Am liebsten wär mir wenn man einfach die gesamte Infrastruktur verbieten würde. Ich behaupte mal ganz mutig, das die Nachteile überwiegen. Wir haben nun alle bewiesen das wir gesamtgesellschaftlich nicht dazu in der Lage sind diese Produkte zu nutzen ohne uns und anderen damit zu schaden.
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Schön formuliert :)
Dazu kommt noch, dass die Anbieter bewiesen haben, immer im Eigennutz zu handeln und auch diese interessiert der Schutz nicht besonders.
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Das die Nachteile überwiegen sollen ist zwar, wie du schreibst, eine schräge These, aber mit etwas Nachdenken, was hier ja vorkommt, nicht von der Hand zu weisen. Aber Fortschritt geht manchmal seltsame Wege. Wie sagte einmal ein schlauer Chinese:
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.
Oder nach Konfuzius: Kommt der Wind der Veränderung, hält sich der Kluge nicht am Zaun fest – er schaut, wo es am meisten zieht.
Stopp! Hier muss klar unterscheiden werden zwischen – technischer Entwicklung -> kann Vorteile haben (Erwachsene)
Und Auswirkungen auf Kinder- und Jugendliche -> Nachteile
Es gibt mittlerweile zig anerkannte Studien, die zeigen, dass die Nutzung von Social Media oder ähnlichen Angeboten massive (körperliche) Auswirkungen auf Kinder- und Jugendliche hat (Veränderungen der Gehirnstruktur, Suchtmuster, Depression, Ängste usw.)
Hier muss man ganz klar sagen, es braucht eine Regulierung. Da hier ein Vorredner schrieb (sg): Das Internet ist kein Kiosk. Hat er/sie Recht. Dann braucht es umso mehr eine allg. Regulierung.
Alles andere ist argumentativ ein bisschen so, als ob man sagen würde: es ist ok meinem Kind jeden Tag 5 Bier zu geben. Dann ist es auch besser drauf und schläft abends besser ein.
Wenn man sieht, was Social Media schon bei Erwachsenen an Schaden anrichtet, kann man sich nur schwer vorstellen, dass es bei Kindern anders sein soll!
Meine Unterschrift hast du.
Sehe ich auch so, Hass und Dummheit würden wieder auf ein erträgliches Maß sinken. Auch diverse Krankheitsbilder wäre verschwunden. Man könnte auch wieder normal diskutieren und keine ständige Empörung über jede Kleinigkeit. Das wäre in Summe echt schön, quasi wie früher.
Schöner Ansatz und guter Wille, der über 10 Jahre hinweg sicherlich umzusetzen ist.
Kurzfristig würde da ein Verbot mit funktionierenden Mechanismen / Altersnachweisen usw. zumindest jetzt etwas weiterhelfen.
Es gibt aber nunmal keine „funktionierenden Mechanismen / Altersnachweise“. Das Internet ist kein Straßenkiosk.
Ja, leider. Die Empfehlung des Rates mit „passenden schutzmechanismen“ ist daher m.E. aber ebensowenig umsetzbar. Die sagen ja auch nix Anderes und schweigen sich über konkrete Methoden aus.
Also doch erstmal ein pauschales Verbot?
Wenn ich lese „Statt eines Verbots empfiehlt der Ethikrat ein risikobasiertes Schutzkonzept. Digitale Dienste sollten anhand ihrer jeweiligen Gefahrenpotenziale bewertet werden. Daran müssten dann passende Schutzmaßnahmen geknüpft werden.“, dann habe ich vor Augen, dass auf dem erkannten Problem herumdiskutiert wird, nichts rauskommt und die sogenannten passenden Schutzmaßnahmen ein kleines rotes Ausrufezeichen sind, das weggeklagt werden kann.
Es soll eine universale Lösung her mit nicht definierbaren Maßnahmen.
Genausogut hätte man sagen können: lasst alles wie es ist, uns fällt nix dazu ein.
Der Ethikrat…so so.
seit wann werden wir vom deutschen Ethikrat regiert? Da macht sich Politik wirklich einen schlanken Fuß (wie so oft) und versteckt sich gerne hinter vermeintlichen Fachleuten. Soziale Medien sind und bleiben Schund.
Der Schund besteht aber nicht als Netzwerk als seine grundsätzliche Funktion, sondern die Teilnehmer sind das verrohte, verwahrloste Element
Und das kann man Betreibern von Diensten erstmal nicht vorwerfen
Die Fokussierung auf Selfpublishing und Geschäftemacherei an jeder Ecke ist doch ein zentrales Internetproblem und kein social media eigenes
Nein. Es ist der rechtsfreie Raum, der nicht hart genug geahndet wird oder werden kann. Menschen die ein Potential haben, anderen zu schaden gibt es in jeder Gesellschaft zu jeder Zeit. Wir dürfen ihnen nur nicht zu viel Raum geben, anderen unbehelligt Schaden zuzufügen. War immer so. Wird immer so sein. Die Vernünftigen müssen den Verrohten Einhalt gebieten.
Nur ist das begehen von Straftaten kein rationaler Akt, der sich mit Abschreckung einer hohen Strafe irgendwie regeln ließe…
Triebe kannst du nicht juristisch abschrecken… es sind keine Eier…
Wir wurden nie und werden nicht vom Ethikrat regiert. Was für eine krude Frage!
Der Rat berät, er hat keinerlei judikative oder executive Rechte.
Es ist tatsächlich immer sinnvoll, sich eine fundierte und sachliche Meinung von Spezialisten einzuholen.
Das Geschrei ist (berechtigterweise) groß, wenn die Regierung sich solche Ratschläge nicht einholt, es ist dilettantisch, wenn man schreit, bei dem Nutzen solcher. Denk mal darüber nach.
Nicht verstanden? Wenn der Ethikrat was empfiehlt und die Politik es übernimmt, regiert defacto der Ethikrat. Wobei der Ethikrat, meiner Meinung nach, für dieses Thema qualifiziert ist. Was man deutlich an der Praxis- und lebensfremden Empfehlung sieht.
Ein Verbot wäre aus meiner Sicht dringend zu empfehlen. Wenn ich sehe, welcher Unsinn teilweise von selbsternannten „Experten“ und „Professoren“ auf Plattformen wie TikTok verbreitet wird, halte ich das für äußerst problematisch.
Darüber hinaus sollte der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Medien bereits in der Schule thematisiert werden. Medienkompetenz ist heute wichtiger denn je, damit junge Menschen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen und Desinformation zu erkennen.
Stelle die Plattformen und alle Teilnehmer die was posten unter die gesetzlichen Regelungen der Presse… Thema erledigt
Ein Verbot zum Schutz von Kindern, weil sich die Erwachsenen in diesen Netzwerken nicht entsprechend angemessen verhalten, ist doch ohnehin Zynismus.
Erwachsene fordern Medienkompetenz, rufen aber zeitgleich nach Verboten.
Wie soll das funktionieren? Mit Stichtagsregelung? Mit 18 prasselt dann alles uneingeordnet auf die jungen Leute und dann jammern die alten wieder über Defizite, dessen Ursache sie selber sind
Was für ein Geniestreich
Was für Defizite?
Leute, was bekommt ein Kind beigebracht durch Social Media und 3 std. Netflix?
Nichts, absolut nichts!
Smartphone sucht & Social Media sucht ist ein großes Problem, wieso will man es permanent so klein reden?
Ich habe das Gefühl, das genau die Eltern die ihre eigenen 5-7 Jährigen Kinder mit Smartphone und tablet versaut haben, im Internet als Befürworter eintreten.
Man kann etwas zum Wohl oder dagegen nutzen. Tatsache ist, digitale Kommunikation auf Augenhöhe, mündige Konsumenten fallen nicht vom Himmel… und anstatt wir anfangen jeden einzelnen in die Pflicht zu nehmen, von Eltern über Anbieter, Bildung, usw. hängen wir ein Verbotsschild hin und verkünden die Kapitulation vor einer verschlafenen gesellschaftlichen Entwicklung?Damit verschieben wir die Problematik nur in die Volljährigkeit derer, die man vorgibt zu schützen, während man zeitgleich mit voller Härte des Gesetzes winkt, wenn sich das Nichtstun der alten dann im Fehlverhalten der jungen Erwachsenen zeigt. Ihr alten schützt euch in erster Linie selbst vor eurer eigenen Verantwortung gegenüber eurer Kinder… das sagt viel
Was für ein Masterplan
Dass ist genau das Problem, die bekommen Nix beigebracht auch den gesunden Menschenverstand bekommt man mit ständigem (!) Social Media Konsum. Wenn man Menschen heranzüchtet, die das System das sie in den Wohlstand gebracht hat, aus Dummheit oder Vorgabe durch die (Sozialen-) Medien anzweifeln und letztlich abschafft, was wird dann passieren? Genau, das nächste „Weltreich“ wird verschwinden. Wir werden uns selbst abschaffen. Klingt übertrieben? Und bei genauerem Nachdenken? So war es immer in der Geschichte, hat eine Gesellschaft einen bestimmten Punkt erreicht, ging es bergab…
Sehe ich genau so. Das wäre wie wenn man Jugendlichen und Kindern bis 18 verbieten würde auf die Strasse zu gehen. Dass das nicht funktioniert sollte jedem klar sein. Dort geht es nämlich auch so: zuerst zu Fuss unter Aufsicht der Eltern, dann zu Fuss alleine, dann mit dem Fahrrad, dann allenfalls leichtes Motorrad und dann Auto. Genau so sollte es auch bei Social Media sein. iOS (und sicherlich auch Android) bietet ja genau dies in nächsten Update, sprich iOS 27 an. Die Eltern müssen sich halt mal ein Stunde dafür Zeit nehmen, die Filter korrekt einzurichten (für zehntausend andere teilweise sinnlose Dinge haben sie doch auch Zeit).
Die Eltern müssen wieder lernen, was Erziehung bedeutet!
Die letzten zwei Generationen wurden völlig im laissez-fair erzogen und nun haben wir eine Generation Kinder, bei denen Gleichgültigkeit gepaart mit Unwissen zu fatalen Folgen führt.
Meidenkompetenz! Und zwar jetzt! und für alle!
Na komm schon, geben wir ihnen nur ein bisschen Heroin.
Wird schon nicht so schlimm sein.
Demnach müsste auch Neuromarketing in all seinen Ausprägungen verboten werden?
Warum ist social media so ein Problem, die Gehirnmanipulation einer ganzen Industrie mit der Zielgruppe jeden Alters aber nicht?
Das ist Triplemoral
Typisch deutsch *facepalm*
Für eine einfache Lösung (-> Verbot bzw. erlaubt ab XY Jahre) kommt man mit einem Bürokratie/ Regelwerk Monster das am Ende keiner kontrollieren / durchsetzen kann.
Soll der Ethikrat und die Journalisten mal bei Zuckerberg nachfragen, ob seine Töchter Social Media nutzen dürfen!
Der Typ kennt die internen Studien wie sich Instagram auf Jugendliche auswirkt!!
Und seine Frau ist Kinderärztin.
Wieso soll man seine Kinder dem Kram aussetzen, vor dem Zuckerberg seine eigenen Schützt???
Erwachsene (=Eltern) kommen nicht mal mehr klar mit ihrer Smartphone Sucht und Social Media.
Die Jugend/Kinder brauchen mehr Teilhabe am echten Leben vor Ort!
Anstatt online Vergleiche mit dem halben Planeten.
Und viele Eltern wollen nicht wahrhaben:
Ohne Social Media sinkt die Gefahr von Cyber mobbing extrem.
Wozu muss das politisch verboten werden?
Sind Erziehungsberechtigte von heute nicht mehr in der Lage, Regeln aufzustellen und durchzusetzen? Oder soll die Schule eure Untätigkeit korrigieren?
Wo ist die Verantwortung und erzieherische Komponente derer die ihren Kindern was beibringen sollen/müssen?
Nach Verbot schreien ist immer ein sehr konservativer Ansatz, der wie ein Reflex wirkt
Verbieten wir Autos, denn Adrenalin macht im Hirn von Kfz Fahrenden auch nix gutes, Nötigung sind Standard. Glaubt ihr nicht? Guckt in die zornigen Gesichter, wenn ihr euch penibel an Geschwindigkeiten haltet… der hinter euch kocht, hupt mit Licht etc.
Aber das wird toleriert und wenn man ein Tempolimit nur thematisiert, wird man fuchtig…
Verbote also immer nur dann, wenn man selbst nicht betroffen ist
Was für Heuchelei
Du machst hier schlechte Vergleiche und willst es nicht einsehen.
Kann es sein das du bei deinen Kindern diese Fehler begangen hast und es jetzt nicht einsehen willst?
Unterhalte dich mal mit
Lehrern an Grundschulen, anderen Eltern…
Oder bist du ein kinderloser Experte für solche Themen?
Fakten liegen auf den Tisch:
Es ist bekannt was für Auswirkungen Medienkonsum und Smartphones auf Kinder Gehirne haben.
Es ist bekannt wie sich Social Media auf Kinder auswirkt.
Es gibt Gründe warum 12 jährige sich kein Alkohol im Supermarkt kaufen dürfen.
Das selbe in Kiosk mit Zigaretten.
Und das liegt auch nicht bei den Eltern, das zu kontrollieren oder durch zu setzen.
Ich weiß nicht warum du oder anderen Menschen denken, das die Mrd. Dollar big tech Plattform Betreiber keine Verantwortung tragen sollen.
Ich habe sicher nicht alles richtig gemacht, aber ich rufe nicht nach dem Staat, der Teile der Erziehungsaufgaben für mich regelt…die sollen sich lieber um Kitaplätze und eine zeitgemäße Bildungspolitik kümmern, da sind die Defizite groß genug
Dass die Dosis das Gift macht, ist doch unbestritten. Trotzdem gehören digitale Medien in all ihren Ausprägungen zur Formung von Medienkompetenz, die am besten mit der Gruppe erlernt wird…wenn man über das erlebte spricht
Wir bauen doch auch keine zweite Realwelt in der es keine Gefahren gibt und verzerren so die Wahrnehmung?
Es gibt seit 100 Jahren auch Altersabstufung im Kino. Da läuft auch kein Kind ins Pornokino. Im Internet darf das Kind eben auch nicht.
Das Internet ist weder ein Kiosk noch ein Supermarkt. Genau so wenig ist im Internet eine Kontrolle wie im Kino oder Pornokino möglich.
Und könnte dann auch bitte endlich mal konkretisiert werden, in welcher Form die Kinder und Jugendlichen sanktioniert werden sollen, wenn sie sich nicht an ein solches Verbot halten sollten?
aber tun wir nicht genau das?
Es ist nach meinem Empfinden schon etwas pervertiert: Alles deutet darauf hin, dass wir unsere Kinder vor dem Fehlverhalten Erwachener schützen müssten …. was wiederum bedeutet, dass die Welt der Erwachsenen nichts erstrebenswertes ist …. welch Motivation für unsere Kinder ….
Warum einfach, wenn’s auch schwierig geht
Alkohol, Zigaretten, Auto fahren …alles verboten unter einem bestimmten Alter, aber Social Media mit viel weitreichenderen Konsequenzen, das sollen sie „kontrolliert“ konsumieren. Sehr interessant, soll das Volk etwa dumm gehalten werden? Oder vorgegeben bekommen was es zu tun und zu lassen hat? Und nein bin kein Aluhutträger ;-)