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Digitale Teilhabe statt Verbot

Ethikrat lehnt pauschales Social-Media-Verbot ab

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21 Kommentare 21

In der Debatte über ein gesetzliches Mindestalter für soziale Netzwerke hat sich nun auch der Deutsche Ethikrat umfassend geäußert. Die Bundestagspräsidentin hatte das Sachverständigengremium im vergangenen Jahr um eine Befassung mit dem Thema gebeten. Nun hat der Ethikrat seine Empfehlungen vorgelegt.

In seiner Stellungnahme spricht sich der Ethikrat gegen ein pauschales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche aus. Stattdessen empfiehlt das Gremium ein umfassenderes Schutzkonzept, das digitale Risiken unabhängig von einzelnen Plattformen betrachtet.

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Helmut Frister (links) und Judith Simon (rechts) – Vorsitzende des Deutschen Ethikrats

Aus Sicht des Ethikrats greifen Vorschläge für ein gesetzliches Mindestalter bei sozialen Medien zu kurz. Kinder und Jugendliche würden heute mit einer Vielzahl digitaler Angebote aufwachsen, die für Kommunikation, Information und soziale Kontakte eine wichtige Rolle spielten. Ein Verbot würde nach Auffassung des Ethikrats den Ausgleich zwischen Schutz und gesellschaftlicher Teilhabe erschweren.

Risiken nicht nur bei sozialen Netzwerken

Der Ethikrat verweist darauf, dass problematische Inhalte und Funktionen nicht ausschließlich in sozialen Netzwerken zu finden seien. Risiken wie Cybermobbing, Manipulation, Gewaltinhalte, Pornografie oder extremistische Inhalte könnten ebenso auf anderen Plattformen auftreten. Darüber hinaus würden Kinder und Jugendliche zunehmend auch generative KI-Angebote wie Chatbots oder Bildgeneratoren mit nicht minder gewichtigen Risiken nutzen.

Ein Mindestalter nur für soziale Netzwerke könne nach Einschätzung des Gremiums sogar dazu führen, dass junge Nutzer verstärkt auf andere digitale Angebote ausweichen, die bislang weniger stark reguliert sind.

Risikobasierter Ansatz statt Altersgrenze

Statt eines Verbots empfiehlt der Ethikrat ein risikobasiertes Schutzkonzept. Digitale Dienste sollten anhand ihrer jeweiligen Gefahrenpotenziale bewertet werden. Daran müssten dann passende Schutzmaßnahmen geknüpft werden.

Altersgrenzen hält der Ethikrat weiterhin dort für notwendig, wo besonders sensible Inhalte betroffen sind, etwa bei pornografischen Angeboten. Die dafür erforderlichen Altersbestimmungssysteme müssten jedoch datenschutzfreundlich ausgestaltet werden. Verfahren, die auf einer umfassenden Auswertung digitaler Aktivitäten beruhen, lehnt das Gremium ab.

11. Juni 2026 um 15:59 Uhr von Chris Fehler gefunden?


    21 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Am liebsten wär mir wenn man einfach die gesamte Infrastruktur verbieten würde. Ich behaupte mal ganz mutig, das die Nachteile überwiegen. Wir haben nun alle bewiesen das wir gesamtgesellschaftlich nicht dazu in der Lage sind diese Produkte zu nutzen ohne uns und anderen damit zu schaden.

  • Schöner Ansatz und guter Wille, der über 10 Jahre hinweg sicherlich umzusetzen ist.
    Kurzfristig würde da ein Verbot mit funktionierenden Mechanismen / Altersnachweisen usw. zumindest jetzt etwas weiterhelfen.

  • Wenn ich lese „Statt eines Verbots empfiehlt der Ethikrat ein risikobasiertes Schutzkonzept. Digitale Dienste sollten anhand ihrer jeweiligen Gefahrenpotenziale bewertet werden. Daran müssten dann passende Schutzmaßnahmen geknüpft werden.“, dann habe ich vor Augen, dass auf dem erkannten Problem herumdiskutiert wird, nichts rauskommt und die sogenannten passenden Schutzmaßnahmen ein kleines rotes Ausrufezeichen sind, das weggeklagt werden kann.

    Es soll eine universale Lösung her mit nicht definierbaren Maßnahmen.

    Genausogut hätte man sagen können: lasst alles wie es ist, uns fällt nix dazu ein.

  • seit wann werden wir vom deutschen Ethikrat regiert? Da macht sich Politik wirklich einen schlanken Fuß (wie so oft) und versteckt sich gerne hinter vermeintlichen Fachleuten. Soziale Medien sind und bleiben Schund.

    • Der Schund besteht aber nicht als Netzwerk als seine grundsätzliche Funktion, sondern die Teilnehmer sind das verrohte, verwahrloste Element

      Und das kann man Betreibern von Diensten erstmal nicht vorwerfen

      Die Fokussierung auf Selfpublishing und Geschäftemacherei an jeder Ecke ist doch ein zentrales Internetproblem und kein social media eigenes

  • Ein Verbot wäre aus meiner Sicht dringend zu empfehlen. Wenn ich sehe, welcher Unsinn teilweise von selbsternannten „Experten“ und „Professoren“ auf Plattformen wie TikTok verbreitet wird, halte ich das für äußerst problematisch.

    Darüber hinaus sollte der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Medien bereits in der Schule thematisiert werden. Medienkompetenz ist heute wichtiger denn je, damit junge Menschen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen und Desinformation zu erkennen.

  • Ein Verbot zum Schutz von Kindern, weil sich die Erwachsenen in diesen Netzwerken nicht entsprechend angemessen verhalten, ist doch ohnehin Zynismus.

    Erwachsene fordern Medienkompetenz, rufen aber zeitgleich nach Verboten.
    Wie soll das funktionieren? Mit Stichtagsregelung? Mit 18 prasselt dann alles uneingeordnet auf die jungen Leute und dann jammern die alten wieder über Defizite, dessen Ursache sie selber sind

    Was für ein Geniestreich

    • Was für Defizite?
      Leute, was bekommt ein Kind beigebracht durch Social Media und 3 std. Netflix?

      Nichts, absolut nichts!

      Smartphone sucht & Social Media sucht ist ein großes Problem, wieso will man es permanent so klein reden?
      Ich habe das Gefühl, das genau die Eltern die ihre eigenen 5-7 Jährigen Kinder mit Smartphone und tablet versaut haben, im Internet als Befürworter eintreten.

  • Na komm schon, geben wir ihnen nur ein bisschen Heroin.
    Wird schon nicht so schlimm sein.

    • Demnach müsste auch Neuromarketing in all seinen Ausprägungen verboten werden?

      Warum ist social media so ein Problem, die Gehirnmanipulation einer ganzen Industrie mit der Zielgruppe jeden Alters aber nicht?

      Das ist Triplemoral

  • Typisch deutsch *facepalm*
    Für eine einfache Lösung (-> Verbot bzw. erlaubt ab XY Jahre) kommt man mit einem Bürokratie/ Regelwerk Monster das am Ende keiner kontrollieren / durchsetzen kann.

    Soll der Ethikrat und die Journalisten mal bei Zuckerberg nachfragen, ob seine Töchter Social Media nutzen dürfen!
    Der Typ kennt die internen Studien wie sich Instagram auf Jugendliche auswirkt!!
    Und seine Frau ist Kinderärztin.

    Wieso soll man seine Kinder dem Kram aussetzen, vor dem Zuckerberg seine eigenen Schützt???

    Erwachsene (=Eltern) kommen nicht mal mehr klar mit ihrer Smartphone Sucht und Social Media.

    Die Jugend/Kinder brauchen mehr Teilhabe am echten Leben vor Ort!
    Anstatt online Vergleiche mit dem halben Planeten.

    Und viele Eltern wollen nicht wahrhaben:
    Ohne Social Media sinkt die Gefahr von Cyber mobbing extrem.

    • Wozu muss das politisch verboten werden?
      Sind Erziehungsberechtigte von heute nicht mehr in der Lage, Regeln aufzustellen und durchzusetzen? Oder soll die Schule eure Untätigkeit korrigieren?

      Wo ist die Verantwortung und erzieherische Komponente derer die ihren Kindern was beibringen sollen/müssen?
      Nach Verbot schreien ist immer ein sehr konservativer Ansatz, der wie ein Reflex wirkt

      Verbieten wir Autos, denn Adrenalin macht im Hirn von Kfz Fahrenden auch nix gutes, Nötigung sind Standard. Glaubt ihr nicht? Guckt in die zornigen Gesichter, wenn ihr euch penibel an Geschwindigkeiten haltet… der hinter euch kocht, hupt mit Licht etc.

      Aber das wird toleriert und wenn man ein Tempolimit nur thematisiert, wird man fuchtig…

      Verbote also immer nur dann, wenn man selbst nicht betroffen ist

      Was für Heuchelei

      • Du machst hier schlechte Vergleiche und willst es nicht einsehen.
        Kann es sein das du bei deinen Kindern diese Fehler begangen hast und es jetzt nicht einsehen willst?
        Unterhalte dich mal mit
        Lehrern an Grundschulen, anderen Eltern…
        Oder bist du ein kinderloser Experte für solche Themen?

        Fakten liegen auf den Tisch:
        Es ist bekannt was für Auswirkungen Medienkonsum und Smartphones auf Kinder Gehirne haben.

        Es ist bekannt wie sich Social Media auf Kinder auswirkt.

        Es gibt Gründe warum 12 jährige sich kein Alkohol im Supermarkt kaufen dürfen.
        Das selbe in Kiosk mit Zigaretten.

        Und das liegt auch nicht bei den Eltern, das zu kontrollieren oder durch zu setzen.

        Ich weiß nicht warum du oder anderen Menschen denken, das die Mrd. Dollar big tech Plattform Betreiber keine Verantwortung tragen sollen.

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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