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Pilotprojekt in Baden-Württemberg

eRezept: Medikamente ohne Arzt- und Apothekenbesuch

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Nachdem im Rahmen des Pilotprojekts docdirekt schon seit einiger Zeit „Online-Arztbesuche“ möglich sind, führt Baden-Württemberg jetzt als erstes Bundesland auch elektronische Rezepte ein. Hinter dem Kürzel GERDA verbirgt sich der „Geschützte eRezept-Dienst der Apotheken“ und damit die Möglichkeit, elektronische Rezepte auszustellen und an den Patienten zu senden, dieser kann diese dann wiederum an eine Apotheke seiner Wahl weiterleiten.

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Bild: depositphotos.com

Wie bei docdirekt handelt es sich auch bei GERDA um einen Modellversuch. In der Startphase können gesetzlich versicherte Patienten in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen die sogenannte eRezepte nutzen. Für die technische Umsetzung zeichnen die privat geführten Unternehmen Netzgesellschaft Deutscher Apotheker mbH und Teleclinic GmbH verantwortlich, das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit rund einer Million Euro.

Die Anbindung von GERDA an docdirekt bringt Vorteile für Patienten, Arzt und Apotheke. Durch die Behandlung eines Telearztes in der Video-Sprechstunde entfällt der Gang in die Arztpraxis. Der Telearzt stellt bei Bedarf ein eRezept aus und legt es auf dem GERDA-Server ab. Parallel sendet er über GERDA einen gesicherten Schlüssel in der docdirekt-App an den Patienten. Der Patient kann sich mit diesem Schlüssel sein eRezept in der docdirekt-App ansehen. Durch das einsehbare Apotheken-Register kann der Patient das eRezept einer am Projekt teilnehmenden örtlichen Apotheke seiner Wahl in Stuttgart oder Tuttlingen senden. GERDA übermittelt dann das verschlüsselte eRezept in die ausgewählte Apotheke.

Eine Chatfunktion ermöglicht es, Kontakt zum Patienten aufzunehmen und mitzuteilen, wann die Medikamente verfügbar sind oder wann diese auch auf Wunsch des Patienten mittels Botendienst nach Hause gebracht werden.

Grundsätzlich könnten Angebote wie docdirekt und auch GERDA in Deutschland aufgrund des Fernbehandlungsverbot nicht in vergleichbarem Umfang bereitgestellt werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, Sondergenehmigungen für Modellprojekte auszustellen. Dies war bei dem GERDA zugrundeliegenden docdirekt der Fall.

Freitag, 08. Nov 2019, 11:47 Uhr — Chris
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  • Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein richtiger und wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

    • Wichart von Roëll

      So ist es – warum muss man z. B. aktuell eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform dem Arbeitgeber und der Krankenkasse schicken?

      • Das liegt aber an deinem Arbeitgeber. Meiner möchte es nicht in Papierform. Fotografiert per Mail und gut ist

      • Warum muss ich mich mit z.B. einer Erklätung überhaupt zum Arzt schleppen und so tun als wäre ich da, weil ich nicht wüsste was zu tun ist? Ich geh dahin, weil ich nicht arbeiten kann, nicht weil er mir zum 438. Mal in meinem Leben sagen muss, wie ich mich bei einer Erkältung zu verhalten habe. Nur für diesen dummen Schein, egal ob Papier oder nicht, muss ich mich durch Wind und Wetter quälen um dann zusammen mit anderen Patienten im Wartezimmer den ultimativen Virus zu kreuzen.

      • @Kai: Wenn du so häufig krank bist (438x) würde ich mir an deiner Stelle mal Gedanken um deine Ernährungen und deinen allgemeinen Lebensstil machen ;)

        Aber grundsätzlich hast du schon recht. Bin mal gespannt wie lange es in DE noch dauert bis Behörden, Krankenkassen und der Gesetzgeber mal aus dem Quark kommen.

      • Bei der TK kann man bereits die AU per App einreichen (Photo genügt).

      • @Kai: Weil viele Arbeitnehmen ihren Arbeitgeber einfach betrügen und blaumachen. Deswegen kann der Arbeitgeber am ersten Tag schon eine Bescheinigung verlangen, dass du wirklich krank bist und nicht blaumachst.

        Der elektronisch übermittelte Krankenschein ist übrigens auch gerade im Test …

  • Eine super Sache. Bitte Deutschlandweit

  • Ich habe vor ein paar Monaten teleclinic getestet und war positiv überrascht. In diesem Zuge habe ich auch ein Rezept elektronisch bekommen und daraufhin mit meiner Apotheke geredet die das auf meine Initiative hin ab sofort auch anbietet. Und das obwohl ich weder in Stuttgart noch in Tuttlingen wohne… Redet mit euren Apotheken, die können das auch außerhalb dieser Regionen trotz beschränktem Modellversuch anbieten! Tolle Sache muss ich sagen! Ein Schritt in die richtige Richtung!!

  • Es muss generell in allen Branchen was passieren. Die Zettelwirtschaft muss im 21. Jahrhundert mal Ende finden.

  • Tolle Entwicklung. Es gibt wenig nervigeres als sich morgens um 8 krank zu Arzt zu schleppen nur um einen gelben Zettel abzuholen.

    • Kommt darauf an, ob er online eine Diagnose machen kann. Ansonsten wirst du dich hinschleppen müssen. Nur den gelben Schein kannst du dann direkt elektronisch an die Personalabteilung schicken (und nicht wie bei uns via Brief mit Porto). Das Rezept kannst du elektronisch einreichen und bist nicht mehr auf lokale Apotheken angewiesen, Internetapotheken liefern dir das dann via Post. Bei dringenden Medikamenten und speziellen Mischungen musst du aber trotzdem zum Dealer deines Vertrauens :)

  • „Apotheke seiner Wahl“, und dann unten „örtliche Apotheken“. Fail, wenn es so bleibt.

  • Für Leute die ohnehin bei jedem Furz, den sie quer im A. haben zuhause bleiben, ist das natürlich eine tolle Sache. So braucht man sich nichtmal aus der drei-streifen-Jogginghose zu quälen, das Haus zu verlassen und kann direkt den nächstbesten Harz-IV-TV-Sender anwählen.

    • da hat aber jemand mal Vorurteile… Dich würd ich gerne mal persönlich kennenlernen.
      Bei mir drängt sich folgendes auf: keine Ausbildung, schlecht bezahlter Job, von der Frau verlassen und Mama kocht jeden Tag dasselbe…

      • Hier sind generell so wenig Trolle unterwegs … gönn ihm halt seinen müden Versuch ;)

      • Hey Sergio, kein Ding. Wenn du mal in Freiburg bist, kommst vorbei. Dir werden die Augen aufgehen.

      • wenn Du wüsstest…
        mach mal die Freiburger hier nicht schlecht! eher Lahr, aber auch die haben die Kurve gekriegt.
        Kev, nimm’s nicht persönlich, aber in Freiburg scheint ganz oft die Sonne, geh mal raus, spielen!

    • Noch besser: Man muss sich nicht mehr immer zum gleichen Arzt. Für jeden „gelben Urlaubsschein“ per Video zu einem neuen Arzt bei einer neuen Medizin-Firma deren Hauptinteresse ist, dass der Kunde wiederkommt, und der oder die deshalb niemals irgendwas hinterfragen wird. Hauptsache der „Kunde“ kommt wieder. Wie lästig ist da ein Hausarzt, der einem das Urlaubsbegehren schon an der Nase ansieht. Alles wird besser.

  • es wird zz viel von medizinischer Digitalisierung gesprochen, aber leider sind die meisten Ärzte noch nicht soweit, dass z.B. angewandte medical Apps im privaten Bereich, als unterstützende Hilfe im diagnostischem Bereich und zur Diskussion mit den Ärzten, von den Medizinern sehr abwertend, als Spielzeug abgetan werden. Vielfach gehört: „man soll doch die Beurteilung den Fachleuten überlassen“. Leider auch von jüngeren Ärzten. Ich denke, es wird noch dauern, bis die Mediziner soweit sind, medical Apps als unterstützende Hilfe in der Diagnose anzuerkennen, bzw. online Rezepte auszustellen.

  • Sehr gut, trägt auch zur Keimreduktion in den Arztpraxen bei (Noro ist nicht lustig),

  • Folgerezepte online nachbestellen und Medikamente online bestellen in GANZ Deutschland (nicht nur Baden-Württemberg) geht kostenlos mit http://www.vitabook.de

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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