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S-Bahnen als Testgebiet

Deutsche Bahn: Verstärkter KI-Einsatz gegen Verspätungen geplant

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45 Kommentare 45

Die Deutsche Bahn hat angekündigt sich bei der Disposition ihrer Züge fortan verstärkt auf die Unterstützung künstlich intelligenter Algorithmen verlassen zu wollen. Das Plus an Künstlicher Intelligenz soll für pünktlichere Zugverbindungen sorgen, indem der Tagesverkehr effizienter als bislang möglich gesteuert werden soll.

Ki Bahn

S-Bahnen als Testgebiet

Allerdings soll die neue KI-Offensive nicht gleich alle innerdeutschen Bahnstrecken betreffen, sondern ist vorerst auf die S-Bahnen in den Metropol-Regionen beschränkt. Aktiv zum Einsatz kommt die neue KI-Steuerung bereits in Süddeutschland. Sowohl in München als auch in Stuttgart und im Gebiet des Rhein-Main-Verbunds ist das neue System bereits im Einsatz.

Darüber hat die Deutsche Bahn am Wochenende informiert und nutzt Zahlen aus den drei aktiven Pilot-Regionenn um die geplante Ausweitung der KI-Offerte zu begründen. So hätten die neuen Werkzeuge im Laufe des vergangenen Jahres bereits dabei geholfen fast 60.000 Verspätungsminuten zu reduzieren – dies entspricht knapp 42 Verspätungstagen.

Als nächstes soll die KI-Steuerung nun in Berlin eingeführt werden und soll dort das Zeug dazu haben, die Anzahl der vermiedenen Verspätungsminuten auf satte 90.000 zu erhöhen. Im Jahr 2024 werden die KI-Tools für die S-Bahn in Hamburg freigeschaltet, so dass die fünf wichtigsten S-Bahnen Ende des kommenden Jahres nicht mehr ausschließlich im regulären Steuerbetrieb fahren sondern zusätzlich über aktive KI-Interventionen optimiert werden.

Berlin 2023, Hamburg 2024

Nebenbei wird auf der Route zwischen Elmshorn und Sylt der Einsatz „außerhalb eines geschlossenen S-Bahn-Systems“ getestet. Hier müssen die KI-Systeme dann deutlich mehr Parameter überblicken und nicht nur die anderen S-Bahn-Linien sondern auch Güterzüge und den restlichen Fernverkehr im Blick behalten. Die Bahn erklärt:

Die Funktionsweise des KI-Tools beruht auf einem Digitalen Zwilling des jeweiligen Netzes. Mit diesem digitalen Abbild kann das System den Bahnbetrieb in circa 100-facher Echtzeit simulieren und verschiedene Varianten der Verkehrslage durchspielen. Die Disponent:innen erhalten dann Maßnahmenvorschläge für einen optimierten Betriebsablauf und können so frühzeitig eingreifen, bevor ein Engpass eintritt. Dadurch müssen Züge seltener ihre Geschwindigkeit reduzieren oder warten, wenn ein anderer Zug einen Streckenabschnitt blockiert. Im Ergebnis sorgt die KI für mehr Pünktlichkeit und schafft durch eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur auch mehr Kapazität auf der Schiene.

19. Jun 2023 um 08:03 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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    • Mit dem Unterschied, dass man in der Luftfahrt besser weiß wer mitfährt/fliegt. Wesentlich besser planbar. Aber es macht Sinn, gerade weil man vielleicht verhalten der Leute besser „trainieren“ kann.

      • Und der wichtigste Unterschied: da hält keiner noch die Tür auf für andere. Da wird drei mal durchgerufen und dann wird pünktlich die Tür zu gemacht. Wenn man das mal bei der Bahn machen würde, wären wohl schon 90% der Verzögerungen beseitigt.

  • In München zumindest merkt man noch nichts davon.

    Naja, vielleicht müssen sie erst noch die Prompts optimieren.

  • Also wenn die Bahn mit KI anfängt, dann wird’s wohl bald doch passieren…

  • Was bringt einem die beste Software, wenn die Hardware im letzten Jahrhundert stehengeblieben ist?

  • Scheint mir eher eine „normale“ Software und keine KI zu sein. Züge vorausberechnen ist nichts Neues, machen Schachcomputer schon sehr lange.

  • Top. Das System muss halt auch gut gefüttert werden mit Langsamfahrstellen, Sperrungen etc.
    also permanent in Echtzeit. Das ganze nicht nur auf Hauptbahnen sondern im gesamten Netz.

  • naja, so wie’s beim RMV (Rhein-Main-Verbund) läuft, hätte ich eher auf den Einsatz der künstlichen Dummheit getippt.

  • Sensationell. Von der Beschreibung, wie sie im Video vorgenommen wird, sind das stinknormale Algorithmen, die mit KI genau gar nichts zu tun haben. Aber das verwundert auch nicht so richtig. Alles, was früher in die Rubrik stochastischer Algorithmus fiel, ist heute KI, weil klingt besser. Wenn dann noch KI, machine learning und neuronale Netze beliebig austauschbar verwendet werden, kann man nur noch verzweifeln ob dieser Inkompetenz…

  • Wichtig ist, dass man Buzzword pigs durch das eigene Ruinen-Dorf treibt, damit auch ja jeder merkt, dass man ganz vorn dabei ist … lächerlich

  • Die KI wird sich wohl der DB anpassen und berechnen wie man so spät wie möglich ankommt.

  • Haaa!
    Ist heute wieder 1. April?
    Was für ein Armutszeugnis…. Oo

  • Wird in meiner alten Firma (eines der größten dt. Logistikunternehmen) nun auch eingesetzt für die Nahverkehrsdisposition.

  • Warum eigentlich so kompliziert?
    Würde man etwas großzügiger planen, wären Verspätungen durch eingeplante Pufferzeiten weniger ein Problem und der Fahrgast oder Gästin wäre sogar mal positiv überrascht, wenn man ein paar Minuten früher als angenommen geplant, angekommen wäre.

    Oft habe ich das Gefühl, die Zugfahrten sind einfach zu straff geplant und führen bei Nichteinhaltung bei äußeren Umständen zum Dominoeffekt, der mit mehr Pufferzeit doch entzerrt werden könnte?

    Setzt natürlich voraus, dass alle Systeme für Sifa und LZB usw. funktionieren, damit sich mehrere Züge in einem Bereich aufhalten können.

  • Ich musste etwas schmunzeln, dass in Berlin 90.000 min drin sein sollen. Dort muss also also mehr Potential vorhanden sein, bzw es ist sehr notwendig:)

  • Hahaha, früher hat die DB auch ohne KI es geschafft pünktlich zu sein. Jetzt braucht man für Alles die KI. Ohne scheint nichts mehr zu laufen…

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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