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3 verschiedene Filterstufen

Cloudflare bietet „DNS für Familien“: Malware- und Pornofilter integriert

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Bei dem DNS-Dienstleister Cloudflare gehört es mittlerweile zur Tradition, am 1. April neue Produkte einzuführen. Vor zwei Jahren startete 1.1.1.1 und im vergangenen Jahr mit 1.1.1.1 Warp ein kostenloses VPN-Angebot für iOS-Geräte. Das in diesem Jahr eingeführte 1.1.1.1 für Familien hört sich zunächst nach einem Aprilscherz an, ist allerdings ernst gemeint und könnte für manche Anwender durchaus von Nutzen sein.

Cloudflare Fuer Familien

1.1.1.1 für Familien ist ein automatisierter, familienfreundlicher DNS-Dienst. Das Angebot erweitert den grundsätzlichen Leistungsumfang von Cloudflare-DNS um die Möglichkeit, erweiterte Filter- bzw. Schutzfunktionen zu integrieren. Nutzt man die Adresse 1.1.1.2 als DNS-Server, so werden Malware-Inhalte blockiert. Die 1.1.1.3 ist als Kinderschutz gedacht und filtert neben Malware auch Erwachseneninhalte aus.

Natürlich begebt ihr ihr euch mit der Entscheidung für diesen Dienst ein Stück weit in die Hände des Anbieters, doch ist dies bei jeder vorgefertigten Filterlösung der Fall. Cloudflare will hier ein komfortables und vor allem auch einfach umzusetzendes, familienfreundliches Angebot liefern. Der Dienst ist kostenlos, Geld verdient Cloudflare in erster Linie mit Geschäftskunden.

Was ist ein DNS-Server und warum brauch’ ich das?

DNS steht für „Domain Name System“, dabei handelt es sich um so etwas wie versteckte Wegweiser des Internet. Eigentlich ist jede Webseite nämlich über eine eindeutige IP-Adresse in Form einer Zahlenkombination erreichbar. Weil man sich dies aber so schlecht merken kann, gibt es sogenannte Domain-Namen wie ifun.de oder apple.de. Wenn ihr diese in den Webbrowser eingebt, wird im Hintergrund ein sogenannter DNS-Server nach dem korrekten Weg bzw. der IP-Adresse des gesuchten Angebots gefragt.

Normalerweise sorgt euer Internetanbieter dafür, dass diese Adressauflösung korrekt funktioniert. Alternativ kann man aber auch die DNS-Angebote von Unternehmen wie Google oder eben Cloudflare nutzen. Teils sind durch diese Umstellung sogar merkliche Geschwindigkeitsvorteile zu erreichen.

Cloudflare informiert hier ausführlich und auf deutsch über das eigene DNS-Angebot 1.1.1.1, dabei findet auch der Aspekt Datenschutz Erwähnung:

Wir werden niemals Ihre IP-Adresse aufzeichnen (wie andere Unternehmen, die Sie dadurch identifizieren). Und wir sagen das nicht nur. Wir haben KPMG beauftragt, um unsere Systeme jährlich zu prüfen und um zu gewährleisten, dass wir tun, was wir sagen.

Eine Anleitung für die Installation von 1.1.1.1 für Familien findet ihr hier.

Donnerstag, 02. Apr 2020, 8:24 Uhr — Chris
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  • Super, wieso nicht. Freue mich dann auch auf die zusätzlichen Steuerungsmöglichkeiten für die Filter in Zukunft. Und ich hoffe, sie bauen es in die 1.1.1.1-App mit ein. Für Cloudflare WARP sind außerdem Betas für Windows und macOS erschienen.

    • Wieso nicht?
      Weil das ein US-Unternehmen ist und deine Daten sicherlich auch den Geheimdiensten zur Verfügung stellt.

      Ich für meinen Teil nutze für sowas lieber PiHole.

      • Und welchen DNS Server nutzt du bei Pi Hole im Hintergrund?

      • Man muss beim Pi-Hole keinen Upstream-DNS nutzen. Siehe Wiki und dann via Unbound direkt die TLD DNS-Server nutzen. Die IPs sind ja ziemlich statisch und per cronjob lässt sich auch das automatisieren.
        Hier geht’s zur AiO Lösung: https://docs.pi-hole.net/guides/unbound/

      • Kann das jemand kurz erläutern bitte? Wie laufen dann die Anfragen? Sorry, habe auf der NLnet Website gelesen – finde aber keine einfache Erklärung. Danke vorab!

  • Alternative dazu wäre übrigens der AdGuard DNS Server. Gibt’s für IPv4 und IPv6. Einmal in einer Version die nur Werbung blockt (quasi Pi Hole in der Cloud) und eine Version die zusätzlich Erwachsenen Inhalte blockt wie nun bei Cloudflare.

  • Ist halt „win-win“. Cloudflare kann dadurch halt ganz genau herausfinden, welche Seiten zum Beispiel vermehrt von Familien aufgerufen werden uns dies an Werbepartner verkaufen.

    (In ihren Datensätzen sehen sie zB die Zugriffe von welcher IP, welche Seite, wie häufig aufgerufen wurde – wer jetzt den kinderfreundlichen DNS Server einstellt zählt eben als Familie).

    Wer jetzt bisschen Zeit hat und Lust minimal zu fummeln kann sich einen Raspberry mit Pihole einrichten und die DNS Anfragen über dnssec absichern. So behält man den größten Teil der DNS Anfragen für sich und blockt automatisch Werbung und Tracking im Heimnetzwerk.

    • Ich finde den Dienst allerdings wie gesagt ganz praktisch – und wenn sie die Daten anonymisiert sammeln und auswerten, finde ich das auch ok. Der Server lässt sich sicher nicht von Luft und Liebe betreiben.

    • Cloudflare verkauft weder die erzeugten Daten noch verwenden sie sie für Werbezwecke.

      • Genau, und sie leben von heißer Luft und betreiben ihre Server mit purer Liebe ;-)

      • Informiere dich doch mal über Cloudflare, ihre Bedeutung für das Internet und ihre Produkte für Firmenkunden. Die Daten von ein paar Privatusern zu verjubeln haben die bei weitem nicht nötig. Und sie schließen es auch explizit aus.

  • Wieso meckert hier eigentlich nie jemand wegen Zensur..? ;-)

  • Für viele Leute ist das super und allemal besser als Google.
    Ich finde es einen sehr guten Service. Persönlich habe ich meine eigene Lösung.

  • Info am Rande. PiHole läuft auch im Docker auf bestehenden Synology Systemen. Ist eine gute Alternative zu zusätzlicher Pi-Hardware.
    Ich habe das jetzt 3 Wochen laufen und im Regelfall werden 20% des traffics gefiltert 8-)

  • Bin ich der einzige, der bei der „Malware“ in der Überschrift im Zusammenhang mit Familie und dem dazu passendem Bild zunächst an Ausmalbilder dachte? :-)

  • Danke für den Artikel. Bei der Erklärung zu DNS musste ich sofort an ein Erklärungsvideo von der Sendung mit der Maus von vor gefühlt 20 Jahren denken… ;D aber gut das ihr das noch mal beiläufig erklärt habt :) als eine einfache Lösung ist es echt eine Alternative

  • SUPER danke für den Tip. Gleich in der FritzBox entsprechend angepasst – 1.1.1.3 – läuft optimal und schnell wie auch die 1.1.1.1

    • Du sag mal, wie geht das über die Fritz.Box?

      • – Erweiterte Ansicht aktivieren
        – Internet – Zugangsdaten – DNS-Server
        – Hier den primären und sekundären DNS eintragen

      • Aber eigentlich möchte ich nur die Geräte der Kinder über diesen DNS-Dienst laufen lassen. Kann man das auch geräteabhängig?

      • Ja aber nur direkt auf den jeweiligen Geräten dann. Je nach System musst du es dort in den Netzwerkeinstellungen konfigurieren.

  • Alternativ gibt es das ganze auch von OpenDNS mit feineren Einstellungsmöglichkeiten. Dahinter steckt mittlerweile allerdings Cisco…

  • Benutze zwar für die meisten Sachen meinen eigenen Unbound-Server, aber weiß jemand, ob die neuen Server von Cloudflare auch mit DNS-over-TLS laufen? Ich konnte in der Dokumentation nur DNS-over-HTTPS finden. Bin leider zu dumm das selbst zu checken.

  • Weiß jemand, was ich bei IPv6 eintragen muss, wenn es die 1.1.1.2 sein soll?

    • • Malware-Blockierung
      • Primäre DNS: 1.1.1.2
      • Sekundäre DNS: 1.0.0.2
      • Malware und Inhalte für Erwachsene
      • Primäre DNS: 1.1.1.3
      • Sekundäre DNS: 1.0.0.3
      • Für die Verwendung von IPv6:
      • Malware-Blockierung
      • Primäre DNS: 2606:4700:4700::1112
      • Sekundäre DNS: 2606:4700:4700::1002
      • Malware und Inhalte für Erwachsene
      • Primäre DNS: 2606:4700:4700::1113
      • Sekundäre DNS: 2606:4700:4700::1003

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