Fremde KI-Agenten im Smart Home
Claude darf jetzt das Licht schalten: Google Home öffnet sich
Google öffnet sein Smart-Home-System deutlich weiter. Mit dem neuen „Home MCP“ können künftig auch externe KI-Agenten auf Geräte und Ereignisse in Google Home zugreifen. Unterstützt werden grundsätzlich Anwendungen, die mit dem Model Context Protocol umgehen können – Google nennt unter anderem Claude, OpenClaw und den eigenen Agenten Antigravity.
Der neue MCP-Server stellt einem verbundenen KI-Assistenten deutlich mehr Informationen zur Verfügung als eine klassische Sprachsteuerung. Der Agent kann Räume und Geräte erfassen, deren aktuellen Zustand abfragen, vergangene Ereignisse untersuchen und unterstützte Befehle ausführen.
Damit lassen sich auch komplexere Fragen stellen. Google nennt beispielsweise die Analyse vergangener Smart-Home-Aktivitäten, kamerübergreifende Zusammenfassungen oder individuell zusammengestellte Übersichten. Statt sich durch die Home-App zu klicken, könnte man den Assistenten etwa fragen, was während der eigenen Abwesenheit passiert ist oder welche Außenbeleuchtung noch eingeschaltet ist.
Claude bekommt Zugriff auf Google Home
Die Verbindung erfolgt über den offenen MCP-Standard. Nutzer richten dafür zunächst ein Google-Cloud-Projekt ein und verbinden anschließend ihren bevorzugten KI-Agenten. Claude lässt sich beispielsweise über einen eigenen Connector anbinden. Google öffnet sein Ökosystem damit erstmals auch für KI-Assistenten, die nicht von Google stammen.
Das ergänzt die bereits verfügbare Gemini-Integration in Google Home, ersetzt sie aber nicht. Während Gemini der integrierte Assistent bleibt, können Nutzer über MCP künftig zusätzlich eigene Agenten und Workflows einsetzen.
Türen bleiben für KI tabu
Google setzt der neuen Freiheit Grenzen. Sicherheitskritische Befehle wie das Entriegeln einer Tür sind über Home MCP ausdrücklich gesperrt. Rate Limits sollen ebenfalls verhindern, dass Agenten unkontrolliert große Mengen an Aktionen ausführen.
Ganz ohne Risiko ist die Verbindung trotzdem nicht. Google warnt selbst davor, dass ein KI-Agent unerwartete oder unerwünschte Aktionen auslösen könne. Wer ein gemeinsam genutztes Zuhause verbindet, soll deshalb auch andere Haushaltsmitglieder darüber informieren, dass ein externer Agent auf Geräte und Daten zugreifen kann.
Der Early Access startet zunächst für Nutzer des Tarifs Google Home Premium Advanced in den USA. Wann Home MCP auch in Deutschland angeboten wird, ist noch offen.

