Seitliche Tableiste startet
Chrome mit vertikalen Tabs: Googles neue Ansicht aktivieren
Angekündigt hatte Google die Einführung vertikaler Tabs in Chrome bereits im April, jetzt läuft auch die Verteilung ganz offensiv. Die Funktion verschiebt die geöffneten Webseiten von der klassischen Leiste am oberen Fensterrand in eine Seitenleiste, links am Browser-Fenster. Aktivieren lässt sich die Ansicht direkt im Browser: Ein Rechtsklick auf die Tab-Leiste genügt, anschließend wählt man „Tabs vertikal anzeigen“.
Damit entfällt für viele Nutzer der Umweg über experimentelle Schalter oder Erweiterungen. Genau solche Workarounds kursierten bislang als naheliegende Lösung, weil Chrome die seitliche Tableiste lange Zeit nicht als reguläre Standardfunktion angeboten hatte.
Mehr Platz für lange Seitentitel
Der praktische Nutzen zeigt sich vor allem bei vielen geöffneten Webseiten. In der horizontalen Leiste schrumpfen Tabs mit jedem weiteren Eintrag, bis oft nur noch Favicons übrig bleiben. Die Seitenleiste nutzt den verfügbaren Platz anders: Seitentitel bleiben länger lesbar, und Tabgruppen lassen sich laut Google ebenfalls leichter verwalten. Wer regelmäßig zweistellige Tab-Zahlen erreicht, bekommt damit eine übersichtlichere Arbeitsfläche.
Ganz neu ist die Idee nicht. Andere Browser haben die seitliche Sortierung schon länger aufgegriffen. Selbst Opera hat erst kürzlich eine optionale vertikale Tableiste eingeführt und sich damit Chrome, Firefox und Edge angenähert. Apples Safari-Browser zeigt Tabs zwar in der Seitenleiste und innerhalb von Tabgruppen an, behält die klassische Leiste am oberen Rand aber bei.
Gerade auf breiten Displays wirkt die seitliche Anordnung naheliegend. Viele Webseiten nutzen die komplette Fensterbreite ohnehin nur begrenzt, während zusätzliche Höhe direkt mehr Inhalt sichtbar macht. Die neue Chrome-Ansicht zielt also weniger auf eine optische Spielerei, sondern auf eine alltägliche Schwäche klassischer Tab-Leisten: Sie werden schnell eng, bevor der Arbeitstag richtig begonnen hat.
Lesemodus bekommt eine ganze Seite
Parallel dazu erweitert Google den Lesemodus in Chrome. Dieser öffnet Webseiten nun in einer vollseitigen Ansicht, die störende Elemente ausblendet und den Text in den Vordergrund rückt. Auch hier erfolgt der Zugriff über das Kontextmenü: Nutzer klicken mit der rechten Maustaste auf eine Seite und wählen „Im Lesemodus öffnen“.
Google beschreibt beide Neuerungen als Hilfen für konzentrierteres Arbeiten. Die vertikalen Tabs sollen Ordnung in umfangreiche Sitzungen bringen, der überarbeitete Lesemodus soll unruhige Webseiten auf den eigentlichen Inhalt reduzieren.
Ob die vertikale Ansicht dauerhaft zur bevorzugten Arbeitsweise wird, hängt stark vom eigenen Browser-Verhalten ab. Wer nur wenige Tabs offen hält, gewinnt wenig. Wer dagegen zwischen Recherchen, Webdiensten und Tabgruppen pendelt, dürfte schneller erkennen, ob die Seitenleiste im Alltag wirklich unter die Arme greift.

Aber das ist dann dennoch nur eine Leiste mit den offenen Tabs oder gibt es auch einen Modus wie bei Arc, der Bookmarks mit offenen Tabs sinnvoll verbindet?
Arc ist wirklich next Level, schade wird er nicht mehr aktiv weiterentwickelt
Es ist nicht besonders viel, was man spart. Wirklich interessant wäre es, wenn alle anderen Bedienelemente auch noch nach links rutschen könnten dann hätte man rechts die komplette Seite
Gute Idee!
Schau dir mal den Zen Browser an.
Der kann genau das und zeigt in Compact Mode eigentlich nur noch die Website an mit minimalen Rand, der Rest ist ausgeblendet. Basiert auf Mozilla Firefox
Sowas gibt es in anderen Browsern doch schon lange… Aber mir nimmt das zu viel Platz weg, oben ist es nur ganz schnell
Sehe ich auch so
Endlich. Vertikale Tabs sind seit Arc der Standard für poweruser geworden die mehr als 10 tabs offen halten.
Tab-Gruppen können auch als solche geschlossen und später wieder geöffnet werden. Da kann man jetzt tatsächlich überlegen wieder mit zu arbeiten.
Aber Arc ähnliche Untergruppen seh ich da nicht auf uns zukommen, wenn man überlegt wie lange Google nun allein nur für die vertikalen Tabs gebraucht hat, Chrome ist am Ende immer noch an die Masse gerichtet, die bei jeder kleinen Änderung schon ne Panikattacke kriegt.