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Video-Review

Ausprobiert: YI Dashcam mit App-Anbindung

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Lust auf eine kurze Pause vom Apple Event? Falls ja, haben wir euch im Anschluss eine Hand voll Absätze zu unserem ersten Dashcam-Experiment und unserem Eindruck der Allerwelts-Autokamera YI Dash des asiatischen Anbieters YI Technology notiert.

Camera Auto

Ausgezeichnet mit einem Preis von knapp 50 Euro gehört der Fahrzeugbegleiter sicher nicht zu den Top-Modellen am Markt, bekommt von uns aber eine Einsteiger-Empfehlung mit auf den Weg. Die Fahrzeug-Kamera, die das Geschehen vor der Windschutzscheibe mit vier unterschiedlichen Auflösungen filmen kann, macht genau was wir erwartet haben und stört dabei nicht.

Die Aufnahme setzt ein sobald die Zündung aktiviert ist, das Display deaktiviert sich nach einer Minute automatisch, die Hinweistöne lassen sich komplett ausschalten und der Zugriff auf die Videos erfolgt über eine iOS-Anwendung und das integrierte WLAN-Modul der Kamera. Mehr brauchen wir nicht.

Der Einbau

Ohne große Bastler-Erfahrungen haben wir uns eine ganze Weile durchs Netz klicken müssen um die „YI Dash“ ordentlich in den hier genutzten Skoda zu integrieren. Wir wollten nicht auf die mitgelieferte USB-Dose für die 12-Volt-Busche setzen, sondern die Kabelverbindung der Kamera unter der Dachraumverkleidung verschwinden lassen.

Stromdieb

Unterm Strich haben wir auf folgende Strategie gesetzt: Die selbstklebende Kamera-Halterung haben wir hinter den Rückspiegel an die Frontscheibe gesetzt. Das Kabel hinter der Verkleidung über die A-Säule zum Sicherungskasten geführt und haben uns hier Strom von der Sicherung des Heckscheibenwischers geklaut.

Dash Angeklebt

Dazu haben wir auf einen „Stromdieb“ und diesen Step-Down Spannungswandler mit USB-Anschluss gesetzt, der aus einem 8-22V Eingang einen 5V-Ausgang mit 3A zaubert und die passende USB-Buchse direkt zur verfügung stellt. Parktisch, da man so auch gleich für etwaige Hardware-Updates gerüstet ist.

Wie beschrieben an das Fahrzeug angeschlossen, startet die Kamera automatisch sobald der Motor gestartet wurde und beendet ihre Aufnahme, wenn der Schlüssel wieder entfernt wird.

Die Funktionen

Die „YI Dash“ lässt sich sowohl über ihre vier Hardware-Tasten als auch über die kostenlos erhältliche iOS-Anwendung des Herstellers konfigurieren. Hier kann man aus einer von vier Aufnahmequalitäten wählen (720p bei 30fps, 1080p bei 30fps, 1080p bei 60fps und 2304px x 1296px bei 30fps), den Zeitstempel und die Töne der Kamera ein- und ausschalten, sowie die intelligenten Funktionen „Fahrbericht“ und „unterstütztes Fahren“ aktivieren.

Buttons

Features, die wir uns zwar kurz angeschaut haben, aber nicht im Alltag nutzen. Der Fahrbericht blendet am Anschluss an die Fahrt lediglich die Fahrdauer Durchschnittsgeschwindigkeit und die Anzahl scharfer Brems- und Beschleunigungsmanöver im Display ein. Das „unterstützte Fahren“ versucht sich an einer Spurerkennung und warnt, wenn Abweichungen festgestellt werden. Danke, aber kein Bedarf.

Lediglich die voreingestellte „Kollisionserkennung“ dürfte sich langfristig wohl bezahlt machen. Die „YI Dash“ speichert ihre Aufnahmen auf einer MicroSD-Karte (die ihr bereitstellen müsst, im Lieferumfang ist keine Karte enthalten) und teilt diese alle drei Minuten in eine neue Video-Datei auf.

Ist die Karte voll geschrieben, fängt die Kamera von vorne an und überschriebt die ältesten Videos. Mit einem Knopf auf der Vorderseite der Kamera lässt sich das aktuelle Video als wichtig markieren und wird nicht überschrieben. Die Kollisionserkennung „drückt diesen Knopf für euch“, sobald die Kamera einen Unfall festgestellt hat. Ganz praktisch, da man den Druck auf den Knopf bei einem plötzlichen Auffahrunfall sicher auch vergessen kann.

Unser Eindruck im Video

Die iOS-Anwendung

Zum Zugriff auf die Aufnahmen stellt YI Technology eine iOS-Anwendung zur Verfügung, die sich an Googles „Material Design“-Richtlinien hält und sich auf dem iPhone nicht wirklich „zu Hause“ fühlt. Funktional macht die App aber einen guten Eindruck. Hier lassen sich (ohne Login und zusätzliche Hürden) auf der Kamera gespeicherte Videos betrachten und anschließen, auch auszugsweise, herunterladen und abspielen.

App Download

Das iPhone muss dazu einmal mit dem WLAN-Modul der Kamera gekoppelt werden und verbindet sich fortan automatisch mit der Kamera ohne den Datenzugriff auf das LTE-Netz zu beschränken. Soll heißen: Sobald ihr im Auto sitzt, ist euer iPhone mit der Kamera verbunden, euer Handy nutzt zur Datenkommunikation aber nach wie vor das Mobilfunknetz.

Settings

Unser Fazit und die Rechtslage

Die „YI Dash“ ist sicher kein Highlight aus der Dashcam-Kategorie aber ein grundsolider Begleiter der einmal installiert und anschließend vergessen werden kann. Genau das, was wir im Auto haben wollten.

Die 165°-Linse behält locker drei Spuren im Blick, die Bildqualität ist sowohl Nachts als auch im Gegenlicht nicht zu beanstanden. Das verbaute LCD-Display ist hingegen ziemlich schepp, in unserem Fall aber ohnehin (und genau wie das Mikrofon) die meiste Zeit deaktiviert.

Ob die Kamera im Fall der Fälle helfen kann muss sich erst noch herausstellen. Ein aktuelles Urteil zur Beweisführung nach Verkehrsunfällen macht jedoch Hoffnung. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat hier erst kürzlich festgestellt, dass Dashcam-Aufnahmen zur Beweisführung im Zivilprozess verwendet werden dürfen.

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14. Sep 2017 um 10:53 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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