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Viele offene Fragen

Apples „News-Flatrate“: Kann Apple genug hochwertige Anbieter ins Boot holen?

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Anders als bei den bestehenden Vereinbarungen mit App-Entwicklern oder den Rechteinhabern für Film- und Musikproduktionen will Apple der Herausgebern von Zeitschriften und Magazinen angeblich nur die Hälfte der Gebühren abgeben, die das Unternehmen im Rahmen seiner kommenden „Nachrichten-Flatrate“ kassiert.

Dieser vergleichsweise hohe von Apple einbehaltene Anteil sorgt bereits für heftige Diskussionen, wenngleich bislang weder der Abodienst selbst, noch die zugrundeliegenden Konditionen offiziell angekündigt sind. Allerdings zweifelt auch niemand mehr daran, dass Apple nun tatsächlich soweit ist, sein Dienste-Portfolio um ein sogenanntes „News-Abo“ zu erweitern.

Zeitschriften oder Zeitungen, oder beides?

Fundierte Diskussionen über den Preis und die anschließende Gewinnverteilung lassen sich natürlich erst dann führen, wenn wir auch schwarz und weiß auf dem Tisch haben, was Apple als Gegenleistung bietet. Als Basis dient wohl der seit geraumer Zeit zu Apple gehörende Zeitschriften-Abodienst Texture. Etwas vergleichbares, sowohl vom Inhalt als auch von den Preisen, kennen wir in Deutschland mit Readly. Zum Monatspreis von 10 Euro gibt es hier freien Zugriff auf einen bunten Zeitschriftenkatalog. Wohlgemerkt: Zeitschriften.

Texture App Apple

Apples Texture-App

Spannend wird es unserer Meinung nach somit erst, wenn es Apple gelingt, auch eine Auswahl namhafter Tageszeitungen in die Flatrate einzubinden. Dies würde die Attraktivität eines solchen Abos enorm nach oben schrauben. Für den Vollzugriff auch auf Tageszeitungen wären die derzeit kolportierten 10 Dollar pro Monat geradezu ein Schnäppchen.

Allerdings stellt sich unter dieser Annahme umso mehr die Frage, ob die mit Apple unter Vertrag stehenden Verleger sich tatsächlich mit lediglich einem Bruchteil der Gesamteinnahmen abspeisen lassen. Wenn wir einen Blick auf die Preise für Digitalabos in Deutschland werfen, ist dies zunächst kaum vorstellbar.

Die Masse soll’s machen

Hier kommt die Kalkulation von Peter Kafka bei Recode ins Spiel. Kafka sieht für Apple zwar schwarz wenn es darum geht, die Inhaber großer und florierender Online-Angebote mit Angeboten auf diesem Niveau zu ködern. Verleger von Publikationen, die sich im Online-Geschäft bislang schwer tun, könnte seiner Meinung nach eine simple Vergleichsrechnung jedoch zur Unterschrift bringen: Die Zahl der potenziellen Nutzer eines solchen Apple-Angebots ist immens, Kafka führt als Beispiel die 50 Millionen Abonnenten von Apple Music an. Wenn sich hier in vergleichbarer Zahl wie bei anderen Apple-Angeboten Abonnenten gewinnen ließen, könnten am Ende bei den Verlegern die Kassen doch noch ordentlich klingeln.

Viel wenn und aber, und Fragen, die uns nur Apple beantworten kann bzw. in den kommenden Wochen hoffentlich auch wird. Mit besonderer Spannung dürfen wir erwarten, ob und welche Pläne Apple diesbezüglich mit Blick auf Deutschland hat.

Freitag, 15. Feb 2019, 17:03 Uhr — Chris
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  • Da wartet man auf schöne neue Hardware und Apple bringt ein Zeitungsabo….wenn das mal nicht ein Kracher wird.

    • Paßt doch zu Apple, Blub: die jüngst erschienene schöne neue Hardware von Apple kommt oft bereits krumm aus der Produktion, zusammen mit dem „Kein-Defekt-gezeichnet-Cook-Zertifikat“. Und wurde -trotzdem oder genau deshalb, such´s Dir aus- ein Kracher bei allen Apple-Fanboys, die alles mit (Fall-) Obst drauf kaufen, wie auch immer, und zu jedem Preis … … …

  • Es wird ganz schwer, die Interessen der Verleger, der Kunden und von Apple unter einen Hut zu bekommen.
    Ich wünsche Apple da viel Erfolg. Aber ich glaube noch nicht dran, dass wir das in Deutschland sehen werden.

  • Die Masse soll´s machen. „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff!“, Fa. Apple: auf meine Geräte kommen nämlich schon einmal KEINE kostenpflichtigen Abos. Weder heute, noch morgen. … … …

  • Gibt es dann wenigstens einen Toaster dazu oder einen Radiowecker, ‘ne Gartenschere?
    Vielleicht sollten sie auch ins Alufelgengeschäft einsteigen oder was gegen Haarausfall verkaufen.

  • Mit Tageszeitungen wäre ich dabei

  • Springer könnte dabei sein. Aber wahrscheinlicher ist wohl dass es in Deutschland 2029 startet.

  • Readly kostet übrigens inzwischen 12 Euro im Monat.

  • Je weniger mitmachen desto lukrativer für die Anbiter.

    Wie ist das denn bei Apple Music, so viel ich weiß bezahlt Apple dort an die Labels einen festen Betrag pro Lied. Wenn nun die Mehrzahl der Abonnenten die Musik ständig durchlaufen lassen würden, würde Apple bestimmt ein großes Minus einfahren. Vielleicht haben sie dort schon schlechte Erfahrungen gemacht und wälzen daher dieses Risiko auf die Verleger ab, indem Sie Die Einahmen, abzüglich einer kleinen Gebphr von 50%, an die Anbieter aufteilen. Das bedeutet das der Anbieter sein Risiko und Verdienst nicht kalkulieren kann. Was ist das für eine Welt?

    • Nein, im Musikstreaming wird kein fester Betrag bezahlt, allerdings gibt es üblicherweise ein vereinbartes Minimum. Es wird verteilt, was in einem Monat in den jeweiligen Töpfen ist (Familienaccounts, Standard-Abo, reduzierte Promotion-Tarife, Cloud …). Ausgehandelt sind mit den Labels prozentuale Deals (ausgehen kann man von 55-60%). Die Verlage bekommen weitere 15%.

  • Ohne Tageszeitungen würde es mich nicht reizen, dann nutze ich lieber weiter Readly, zudem gibt es noch das Werbefinanzierte Read-It, da gibt es auch schon einige brauchbare Wochen- und Tageszeitungen.

  • Wenn da 2-5 regionale bis überregionale Zeitungen dabei wären, wäre ich dabei. Ich befürchte allerdings, dass es dann hierzulande daran scheitert, dass viele Verlage lieber „ihre“ E-Paper Insellösung für „ihre“ Leser durchdrücken wollen.

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