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Wettbewerbswidriges Verhalten?

Alternative Suchmaschine DuckDuckGo sieht sich von Google behindert

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Die Betreiber der Suchmaschine DuckDuckGo nehmen die gegen Google verhängte Milliardenstrafe zum Anlass, dem Konzern wettbewerbswidriges Verhalten auch über des Android-Betriebssystem hinaus vorzuwerfen. Google war von der Europäischen Union zu einer Strafzahlung in Höhe von 4,34 Milliarden Euro verdonnert worden, weil das Unternehmen den Herstellern von Android-Geräten und Betreibern von Mobilfunknetzen rechtswidrige Auflagen gemacht habe.

Auf Twitter beschuldigen die Betreiber von DuckDuckGo Google, seine Marktmacht in verschiedensten Bereichen dazu zu benutzen, die Konkurrenz klein zu halten. Nicht nur auf Android, wie nun von der EU abgestraft, sondern auch auf dem Desktop. Als Beispiel führen die Betreiber an, dass bei jedem Update der DuckDuckGo-Chrome-Erweiterung eine Meldung eingeblendet wird, die das Deaktivieren derselben anbietet.

Ebenso halte Google die Domain duck.com und leite diese auf die eigene Suchmaschine weiter. Dies würde DuckDuckGo-Nutzer verwirren, wobei klar gesagt werden muss, dass DuckDuckGo keinerlei rechtlichen Anspruch auf diese Domain hat.

DuckDuckGo arbeitet eigenen Worten zufolge mit weißer Weste und verzichtet vollständig auf das Tracking seiner Nutzer. Man habe könne dennoch ein erfolgreiches Geschäftsmodell vorweisen, das ebenfalls auf dem Einblenden von Werbung basiert. Allerdings geschieht dies völlig unabhängig vom jeweiligen Nutzer, die Werbebanner werden ausschließlich auf Basis der aktuell eingegebenen Suchbegriffe generiert.

Freitag, 20. Jul 2018, 20:05 Uhr — Chris
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  • Also ich nutze Google inzwischen fast gar nicht mehr, DuckDuckGo ist klasse!

    Aber wenn sich selbst bei mir als Techie der Wechsel lange hingezogen hat (und ich habe im Laufe der Zeit viele Suchmaschinen ausprobiert), wundert es mich gar nicht, dass die Masse bei Google hängen bleibt… die haben schon eine irre Marktmacht.

    • Den einzigen (aufgekauften) Google Dienst den ich noch nutze ist Youtube. Auf alle andren Dienste kann ich locker verzichten. Bin auch immer mit Trackerschutz unterwegs. Mein Umfeld steigt auch nun langsam um. Jeder Facebook Skandal schürt auch die Angst vor Google. Da größerer Misthaufen!

    • Kann ich bestätigen, ich arbeite in der IT (internationales Unternehmen), da kennen manche Kollegen DuckDuckgo nicht mal. Das ist schade, weil die Maschine echt gut ist.

    • Das Problem bei DuckDuckGo ist, dass dort auch viel von Google getrackt wird, ohne dass es den meisten klar ist.
      Ruft man DuckDuckGo auf, wird erstmal alles nur von DuckDuckGo.com geladen. In den geladenen JavaScript Dateien findet man schon Referenzen auf mapbox.com. Wird etwas gesucht, tauchen im Netzwerkmonitor auch Anfragen an proxy.duckduckgo.com auf. Schaut man dort in den Response, kann man erkennen, dass dort unter anderem Requests nach CloudFront und auch nach MapBox gemacht werden. Bei MapBox wird zum Beispiel die API v4 unter https://d.tiles.mapbox.com aufgerufen. Interessanterweise auch immer wieder mal, wenn eigentlich gar keine Karten aufgerufen wurden.
      Mapbox ist ein Anbieter für Karten Implementierungen. Viele Bibliotheken von MapBox sind OpenSource und auf GitHub einsehbar, wie z.B. hier: https://github.com/mapbox/mapbox-gl-js/
      Schaut man dort alleine in die package.json, sieht man was alles nachgeladen wird. Ein weiterer Blick in die geladenen Pakete offenbart dann, dass dort Fonts, Bibliotheken und anderer Kram direkt von Google nachgeladen wird.
      So bekommt Google zwar bei weitem nicht so viele Daten, wie die Google Suche direkt verwendet wird. Allerdings ist auch DuckDuckGo nicht Google frei. Das sollte einem bei der Benutzung nur klar sein.

  • Niels Dettenbach

    Das ist doch Unsinn.
    Es steht jedem Anwender frei, Suchmaschinen im Browser zu nutzen, die er nutzen will. so wie er den Browser selbst wählen kann, ganz so, wie es Internetstandards vorsehen. Wenn er die von Googles Android mitgelieferten Lösungen verwendet, ist das seine Entscheidung. Klar fänden es Wettbewerber „angenehmer“, wenn Google ihre Produkte für sie kostenlos mit ihrer Werbung bereitstellen müssten, weil ein schlichtweg strunzdummes EU-Gericht sie dazu verdonnert. „DuckDuckGo“ ist auch keine „Suchmaschine“, sondern lediglich ein „Suchfrontend“, das auf bestehende Suchdienste „aufsetzt“. Diese Dienste leben von Horrorlegenden über die Dienste, ohne die es sie gar nicht gäbe. Davon gibt es ja eine ganze Reihe.

    Wer auf nutzeroptimierte Trefferlisten verzichten will, ist da richtig aufgehoben – aber nicht jeder möchte schlechtere Trefferlisten in Kauf nehmen, weil er z.B. Angst vor auf ihn zugeschnittene Werbung hat (was nicht selten jene sind, die erstaunlicherweise gar kein Problem mit der viel weitreichenderen, auf noch viel sensiblere Daten zugreifende – vor allem aber unumgehbaren Ausspionage durch staatliche Entitäten haben…).

    • Es geht hier darum, dass Google die Konkurrenz aktiv behindert und die Wahlfreiheit damit unterminiert!
      Jeder soll selbst entscheiden welche Dienste genutzt werden und was dafür als Gegenleistung akzeptiert wird. Google lässt dem Normalnutzer diese Wahl quasi nicht.

    • Naja das schlechter ist so nicht richtig.
      Wenn es um die Produktsuche geht ist Google besser – denn die kennen ja deine Vorlieben.
      Schon bei politischen Themen aber baut Google eine Filterblase für dich. Du bekommst Dinge angezeigt, die dich interessieren könnten. Du suchst z. B. nach „Ausländerkriminalität“ und vielleicht noch nach Messerattacken? Schon bekommst du mit höherer Wahrscheinlichkeit News-Seiten angezeigt, die eher dem rechten oder sogar direkt dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Andersherum geht das natürlich auch.
      Dies passiert dir bei Suchmaschinen, die nicht tracken, oder Meta-Suchmaschinen wie DuckDuckGo eben nicht.

    • Das ist aber genauso Unsinn und vernachlässigt eine ganz wesentliche Grundlage für eine Entscheidung: Kompetenz und Erfahrung. Du kannst doch nicht ganz klappt schreiben, wie es in solchen Diskussionen immer irgendwann passiert, die Leute können alles ganz frei und selbstverständlich entscheiden. Um eine Entscheidung zu fällen, bedarf es gewisser Grundlagen und auch die Notwendigkeit, sich entscheiden zu müssen. Das ist wie mit dem Essen, jeder kann sich den billigen Hähnchen Scheiß aus dem Aldi rein drücken soviel er will. Gibt aber Leute, die interessiert was sie essen, andere Essen einfach um satt zu werden. Der Vergleich hinkt natürlich, weil man in der Regel mit seinem eigenen Körper etwas gewissenhafter umgeht. Was bitte setzt du bei einer Gesellschaft voraus, die von Parteien, Ländern, kreisen, Gemeinden, die allesamt bei Facebook und Google sind, einschließlich Polizei und Feuerwehr, im Ergebnis doch das Gefühl bekommen, dass es nicht falsch sein kann. Vor allem auch deshalb, weil Neid zu alle Smartphones mit Android als Betriebssystem ausgestattet sind und das dicke geht auf dem Gehäuse tragen. Absolut perfide dabei finde ich, dass sich Google dann immer noch als Saubermann verkauft, die die Welt verbessern wollen. Da ist Apple aber in keinster Weise besser.

    • Niels, staatliche Ausspionage ist umgehbar. Und sei es durch Offline-Speicherung seiner Daten, wo immer das auch gehen mag, bei gleichzeitigem Verzicht auf (i)cloudbasierte Datenhinterlegung, u. dgl. . Werbung, egal, welcher Art, kostet Daten, Datenvolumen und Rechenzeit.

      Könnte es vielleicht sein, daß Du hier gerade Unsinn verzapft hast? …

    • Warum ist ein EU Gericht „strunzdumm“? Gibt es hierfür echte Fakten, oder schreibst Du das nur so?
      Egal, ob diese spezielle Strafzahlung nun Sinn macht oder nicht….es ist sehr wichtig, dass die EU hier und da den übermächtigen Konzernen zeigt, dass man nicht alles mit uns machen kann. Ich bin froh, dass wir die EU haben, auch wenn ich wahrlich nicht mit allen Entscheidungen einverstanden bin.

  • Der ganze Grund warum Google ein Mobiles Betriebssystem (Android) auf den Markt herausgebracht hat… war damit sie ihre Programme und Dienstleistungen flächendeckend auf Mobile Geräte verbreiten können… der Konzern beherrscht das Internet und somit auch jede Konkurrenz… Nur Apple kann sich mit ihrem eigen Ökosystem abkapseln… deshalb wird iOS niemals ein freies System werden… Google bietet zwar gute Dienste an… aber lässt keine Konkurrenz zu… Das ist auch der Grund warum es Apple Maps gibt usw.

    • Sorry wenn ich so direkt bin, aber es gibt auch einen sehr guten Grund, warum Satzzeichen in allen Betriebssystemen gesetzt werden können. Unabhängig davon ist das alles richtig, aber auch Apple bindet seine Nutzer und zieht somit eine gewisse Marktmacht an sich. Sie machen es nur anders und auf gewisse Weise etwas offensichtlicher. Generell ist es ein Gebaren von Unternehmen, dass sie stets versuchen, die Kunden durch Nutzerkonten etc. an ihre eigenen Systeme, und zwar nur an diese, zu koppeln. Irgendwann wird auch DuckDuckGo damit beginnen müssen, wenn sie überleben wollen, weil sie müssen sich ja auch irgendwie finanzieren. Wenn Sie die Werbung nur wild durchs Land streuen, werden Werbepartner auch nicht wirklich interessiert sein.

    • und all jene Hersteller, die Android verwenden, könnten sich zusammen ein eigenes entwickeln.
      Was dann sicher auch wieder zu einer Marktmacht entwickelt, Aber, sie wären unabhängig(er).

      • Ganz so leicht ist es nicht.
        Dann müssten alle Hersteller, die Android benutzen alle anderen Geräte von Markt nehmen, bevor sie ein Gerät mit eigenem OS verkaufen dürfen. Google verbietet es Herstellern, die Android nutzen, gleichzeitig Handys zu verkaufen, die ein anderes OS verwenden.
        Wenn man darüber kurz nachdenkt, merkt man, das die Hersteller ziemlich in der Klemme stecken. ;)

      • Das stimmt so nicht, denn auch die eigene Entwicklung macht dich abhängig von deiner Eigenständigkeit. Hat es ja auch alles schon gegeben, siehe Nokia mit Symbian. Darum hatte man ja Apps vor installiert und auf unter anderem Yahoo gesetzt, um durch Werbung die Entwicklungs Kosten zu refinanzieren, hohe Gerätepreise sind für den Wettbewerb immerhin kontraproduktiv. Apple macht es schlau, verkauft teure Geräte und verdient an jedem Kauf von Apps 30 % mit, zuzüglich Musik, Bücher und Videos. Das ist übrigens auch ein Beispiel von Abhängigkeit, deine Filme bei Apple kannst du nicht unter Android gucken. Auch gab es schon unabhängige Alternativen, die ja keinen interessierten: Firefox OS sei als Beispiel genannt, das hat keiner angenommen und war ein wirklich guter Ansatz. Vor allem basierend auf HTML fünf könnte offener nicht sein. Ich kann da die Gerätehersteller schon verstehen, dass sie einfach auf vorhandene Strukturen Aufsätzen. Das ist doch auch das, was der Nutzer will, Smartphones mit unterschiedlichen Betriebssystemen hatte der Markt immerhin von 2000-2009 nicht angenommen. Windows Mobile, BADA, PalmOS, Symbian, Black Berry und es gab da noch tmehr Beispiele. Genau das war der Grund, warum Google und Apple das Fell später aufräumen konnten.

  • Lächerlich.
    Statt zu meckern,lieber eine Alternative bieten.

    Gibt genug baustellen,mit dennen man gegen google,Facebook und den anderen Dreck antreten kann.
    Einfach mal dezentrales netzerk u.ä machen,die man z.b auf nem raperry pi laufen lassen kann,
    sodass man nicht auf diese ganzen datenkraken angewiesen ist.

    Föderation ist das Zauberwort.

  • Ich nutze auf allen Systemen DuckDuckGo seitdem es bei Ifun vorgestellt wurde …. nochmals vielen Dank dafür …. und bin, soweit ich es als Laie und reiner User beurteilen kann, somit vollkommen Google-frei …. ein gutes Gefühl!!!! :-)

  • Vielleicht liegt es auch am blöden Namen?

    • Vielleicht aber auch an solchen stumpfen Gesellen, dem das Lesen eines etwas längeren Namen große Schwierigkeiten bereitet.

    • Google ist genau so „blöd“, nur einfach geläufig geworden. Man kann sich an fast alles gewöhnen.

      • Ja wenn alles funktioniert und alle Dienste einwandfrei inneinander verzahnt sind. Warum sollte ich als Nutzer irgendwelche Krücken Lösungen aus unterschiedlichen Diensten und Browsern Mail Clienten, Kalendern usw nutzen? Solch eine Frickelei interessieren nur Leute die viel Zeit haben und ständig irgendwo rumspielen müssen.

  • Googles OS, Googles Browser und Googles Suche. Damit können sie auch machen was sie wollen.

  • Google weitet sich wie die Pest aus.

  • DuckDuckGo wird u. a. wie folgt zitiert:

    > Ebenso halte Google die Domain duck.com und leite diese auf die eigene Suchmaschine weiter.

    Das mit der Weiterleitung stimmt nicht. Die Seite enthält sogar einen Link zu DuckDuckGo.

  • Ich nutze auch auf allen Geräten mittlerweile DuckDuckGo. Von Google selbst nutze ich noch YouTube und Mail

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