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850 Euro E-Bike oder Spielzeug?

ADO A20+ ausgefahren: Ein E-Faltrad zum Akku-Preis [Update]

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Update nach 500 Kilometern im Sattel: Motor und Fahrrad funktionieren weiterhin einwandfrei, allerdings stellen wir an mehreren Stellen des Rades starke Rostabsetzungen fest. Dies gilt vor allem für Naben, sichtbare Schrauben, Unterlegscheiben und Bowdenzüge.

Rost Front

Hinzu kommt, dass der Klappmechanismus mit der Zeit immer schwergängiger geworden ist und den Zugriff auf das Akkufach auch nach dem großzügigen WD40-Einsatz, anstrengend gemacht hat. Eine frustrierende Erfahrung, vor allem in den kalten Jahreszeiten, in denen der Akku ja bestenfalls nicht im Hof überwintern sollte.

Rost Raeder

Original-Eintrag: Kein Mac, kein iPad, trotzdem Hardware die uns beschäftigt und neugierig gemacht hat: Wie gut kann ein elektrisches Faltrad sein, dass in Gänze etwa genau so viel kostet, wie die Zusatzakkus des Nachrüst-Motors Pendix? Mit den Pendix-Motoren konnten wir schon eigene Erfahrungen sammeln, entsprechend gedämpft waren die Erwartungen an das A20+.

Ado Zusammenbau Fix

Der Zusammenbau nimmt ca. 30 Minuten in Anspruch

Für aktuell nur 850 Euro, also lediglich 150 Euro mehr als der besagte Akku, bietet die E-Bike-Marke ADO ihr City-Bike A20+ an, das sich mit einem Faltmechanismus im Rahmen und einer Lenkerstange (die uns an die Dahon-Modelle erinnert hat) zweimal klappen und damit auf Kofferraumtaugliche 98 cm x 43 cm x 70 cm zusammenlegen lässt.

Der Clou: Im Spottpreis inbegriffen ist ein 250W-Elektromotor, mit kräftigem Akkublock im Rahmen (36 V – 10,4 Ah), der je nach Bedarf sowohl eine Tritt-Unterstützung anbietet, als auch die vollständig selbstständige Fahrt, die über ein Gasgriff im Lenker aktiviert und mit diesem auch in ihrer Geschwindigkeit angepasst werden kann.

Hand aufs Herz: Beim Ordern der schwarzen Variante waren wir noch genauso skeptisch, wie während der vorangegangenen Online-Recherche. ADO verspricht ein nahezu fahrbereites E-Bike mit Straßenzulassung, Bordcomputer, Beleuchtung, Motor, Akku, Hupe und Handy-Halterung auszuliefern, das quasi nur noch geladen und dann umgehend für die erste Runde durch die Stadt genutzt werden kann.

30 Minuten für den Zusammenbau

Für den Zusammenbau haben wir ca. 30 Minuten benötigt. Die Hälfte der Zeit um das rauh-schwarz lackierte Rad aus der großzügig bemessenen Transportverpackung herauszupellen, die andere Hälfte, um Pedalen zu montieren, die Lenkerstange zu fixieren und das Sattelrohr einzusetzen. Wenig herausfordernde Schritte, die der Anbieter in diesem YouTube-Video demonstriert:

Die Video-Bauanleitung des Anbieters

Nach dem Aufpumpen der Räder (die mitgelieferten Pumpe ist Schrott, erfüllt aber ihren Zwecke) die erste Ernüchterung: Die Scheibenbremsen sind nicht ordentlich eingestellt. Zum einen schleifen die Beläge, zum anderen lassen sich Vorder- und Hinterbremse bis zum Anschlag durchdrücken, ohne dass die maximale Bremsleistung erreicht wird.

Wer hier nicht grundsätzlich Lust am Schrauben mitbringt, kommt an einem kurzen Abstecher beim Fahrrad-Fritzen ums Eck nicht vorbei. Ehe der Motor, der das Rad in den Standard-Einstellungen problemlos von 0 auf 25 km/h beschleunigen kann, auch auf der Straße eingesetzt wird, wollen die Bremsen ordentlich funktionieren.

Bordcomputer mit etlichen Optionen

Mit ordentlich eingestellten Bremsen fällt die Suche nach weiteren, offensichtlichen Kritikpunkten, dann schon deutlich herausfordernder aus. Fraglos liefert ADO deutlich mehr als wir erwartet hätten und kitzelt nach erfolgreichem Aufbau direkt den Nerd in uns, dem der Bordcomputer des A20+ mit seinen nur drei Tasten über 10 unterschiedliche Konfigurationsoptionen anbietet. Diese lassen sich alle nach und nach durchlaufen und dem eigenen Geschmack entsprechend einstellen.

Bordcomputer

Bordcomputer und Hupe mit USB-Port

Von der Display-Helligkeit, über den Umfang der Unterstützungsstufen, bis hin zur Standby-Zeit und der Aktivierung des Gasgriffes lassen sich hier so viele Parameter einstellen, dass wir uns über eine offizielle Dokumentation des Anbieters gefreut hätten.

Stattdessen sind wir irgendwann auf dem YouTube Kanal „TechTronic9000“ gelandet, der sich allen verfügbaren Einstellung in diesem Video angenommen hat und die Auswirkungen auf den Alltagseinsatz des E-Bikes detailliert beschreibt. Im Video tauchen dabei noch die alten Taster für Licht und Hupe auf – die neue sind beide grau.

Die verfügbaren Konfigurationsoptionen

Unterstütztes Fahren und Fahren ohne Treten

Erst nach dem Video-Workshop von „TechTronic9000“ (dessen Kanal eine Goldgrube für Besitzer des A20+ ist) ist es uns übrigens auch gelungen die Funktionsweise des Gasgriffes in Erfahrung zu bringen.

Ab Werk wird das A20+ lediglich mit drei unterschiedlich starken Unterstützungsstufen ausgeliefert, dem „Pedal Assist Mode“. Diese vermitteln dem Fahrer schon beim Anfahren das Gefühl angeschoben zu werden und unterstützen je nach eingestellter Stufe maximale Geschwindigkeiten von 15, 20 oder 25 km/h. Die Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h wird dabei übrigens softwaretechnisch gedrosselt und kann mit wenigen Handgriffen im Bordcomputer aufgebohrt werden. Auf Privatgelände, auf dem die StVO nicht gilt, lassen sich so Geschwindigkeiten von rund 35 km/h erreichen. Allerdings würden wir mit der möglichen Maximal-Geschwindigkeit nicht experimentieren. Das Risiko sich selbst und andere gänzlich unversichert zu verletzen ist einfach zu groß.

Drive Modes

Zwei „Drive Modes“ verfügbar

Zurück zum Gasgriff: Dieser wird aktiviert, sobald in den „Hybrid Drive Mode“ umgeschaltet wurde. Ein Vorgang, der 10 Sekunden dauert und anschließend so lange aktiv ist bis wieder zum „Pedal Assist Mode“ zurückgeschaltet wird. Zum Starten des „Hybrid Drive Mode“ wird der Bordcomputer und damit das Fahrrad selbst mit angezogener Handbremse gestartet. Anschließend lässt sich das Rad wie einer der in zahlreichen Großstädten abgestellten Elektro-Scooter nutzen und fährt euch, mit angezogenem Gasgriff von A nach B, ohne das hier mitgetreten werden muss.

An dieser Stelle sollten wir vielleicht kurz einschieben, dass wir mit Verkehrsrecht so viel am Hut haben wie mit der Aufzucht von Koi-Karpfen (rein gar nichts) und entsprechend unsicher sind, inwiefern der „Hybrid Drive Mode“ mit den hierzulande gültigen Vorgaben harmoniert. Wer kurz bei Google sucht findet viele Hinweise darauf, dass die Fahrhilfe ganz ohne Muskelkraft hierzulande erst auf 18 km/h gedeckelt war und inzwischen nicht mehr zulässig ist – allerdings setzen die in Berlin an allen Ecken anzutreffenden Gorilla-Lieferfahrer auf nahezu identische Modelle, die ebenfalls ausschließlich über den Gasgriff gefahren werden können. Wir bleiben erst mal dem „Pedal Assist Mode“ treu.

Start nur mit Schlüssel

Für welchen „Drive Mode“ man sich auch entscheidet, Energie bekommt der Motor nur, wenn der beiliegende Schlüssel von unten in den Akku eingesteckt und das Fahrrad damit aktiviert wurde. Hier würden wir uns eine andere Platzierung der Schlossöffnung wünschen, da das zum Boden ausgerichtete Schlüsselloch stets umständlich ertastet werden muss. Immerhin: Eingesteckt und umgedreht ist der Schlüssel so arretiert, dass dieser nicht aus dem Rahmen fallen kann. Das Video von TommysTechReviews demonstriert dies ganz gut.

„In Aktion“-Review von TommysTechReviews

Das A20+ würden wir weniger als City- und mehr als Fun-Bike beschreiben. Als E-Bike, das im Kofferraum mit auf kleine Ausflüge oder in der S-Bahn (als Klapprad ohne Fahrscheinpflicht) mit an den Stadtrand genommen werden kann und hier bei gutem Wetter entspannte Touren durchs Umland mit gefedertem Sattel und gefederter Gabel ermöglicht.

Der Akku des A20+ kann sowohl im geschlossenen Fahrrad geladen, als auch aus dem Rahmen entfernt und in den eigenen vier Wänden mit Strom versorgt werden. Das beiliegende Netzteil zeigt über eine integrierte LED die erfolgreiche Beendigung des Ladevorgangs an, der etwa 6 Stunden in Anspruch nimmt. Voll geladen soll der Akku dann, je nach eingestellter Unterstützung, Fahrleistungen von 40-80 Kilometern ermöglichen – ausgefahren haben wir diesen noch nicht, wir gehören zu dem Schlag Anwender, die auch halbleere Akkus schnell wieder ans Stromnetz hängt.

Bei Amazon und Otto im Angebot

Das A20+ zielt zu gleichen Teilen auf E-Bike-Einsteiger, die ihr erstes Elektrorad vor allem anhand des Budgets aussuchen (müssen) und Anwender, die ein zusätzliches motorisiertes Fahrrad für das Gartenhaus und andere Freizeitangelegenheiten benötigen. Wir sind in kürzester Zeit Fans geworden, würden uns allerdings freuen, wenn der Schriftzug das ansonsten angenehm zurückhaltenden Designs nicht so dominieren würde.

Laden Groesse

ADOs A20+ wird derzeit sowohl beim Online-Händler Amazon als auch bei Otto zu zeitlich befristeten Aktionspreisen angeboten und ist hier mit Lieferzeiten von rund 10 Tagen ausgezeichnet. Bei Amazon gibt es das mit einer Preisempfehlung von 999 Euro ausgezeichnete E-Bike derzeit für 849 Euro. Bei Otto wird das F-Modell mit Fettreifen für 1099 statt 1299 Euro ausgeliefert. Beide Modelle setzen auf ein Shimano 7-Gang-Getriebe.

Wer es beim Lesen unserer E-Bike-Berücksichtigung bis hier hin geschafft hat, der interessiert sich vielleicht auch für die dem A20+ beiliegende Bauanleitung (dies wäre bei uns definitiv der Fall). Entsprechend haben wir euch unser Exemplar einfach mal durch den Scanner geschoben (PDF-Download) und auch Kopien der wichtigsten Passagen des begleitenden Benutzerhandbuches angefertigt (PDF-Download).

Produkthinweis
ADO A20 250W Faltbares Ebike, Elektrofahrräder für Erwachsene, 36V 10,4Ah Lithium-Ionen-Batterie Mountain Ebike,... 849 EUR

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17. Dez 2021 um 15:11 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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