KI-Brille liest Schilder und erkennt Gegenstände
15.000 Smart Glasses für Blinde und Sehbehinderte
Meta stellt der irischen Organisation Vision Ireland insgesamt 15.000 Ray-Ban Meta kostenlos zur Verfügung. Die Menge reicht nach Angaben der Beteiligten aus, um jedem von Vision Ireland betreuten blinden oder sehbehinderten Erwachsenen eine der KI-Brillen anbieten zu können.
Die Aktion zeigt zugleich einen der interessantesten Einsatzzwecke aktueller Smart Glasses. Kamera, Lautsprecher und Meta AI können genutzt werden, um Informationen aus der Umgebung abzurufen, ohne dafür ein Smartphone in die Hand nehmen zu müssen.
So können sich Nutzer beispielsweise Texte auf Schildern, Verpackungen oder Dokumenten vorlesen lassen, Gegenstände identifizieren oder ihre Umgebung beschreiben lassen. Auch Fragen wie der Inhalt eines Kühlschranks lassen sich mit Blick auf die entsprechenden Gegenstände per Sprache stellen. Hinzu kommen die üblichen Funktionen der Brille wie Telefonate, Musik und Übersetzungen.
Kamera und KI als Alltagshilfe
Vision Ireland hatte die Ray-Ban Meta bereits vor der jetzt angekündigten Kooperation mit blinden und sehbehinderten Nutzern getestet. Dabei zeigte sich insbesondere der schnelle Zugriff auf Informationen als Vorteil: Statt auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen zu sein, können viele alltägliche Fragen direkt über die Kamera und den KI-Assistenten beantwortet werden.
Meta hat seine Software in der Vergangenheit zudem gezielt für diesen Einsatz erweitert. Ein Modus für ausführlichere Antworten kann etwa genauer beschreiben, wo sich eine Tür, ein Lichtschalter oder ein Hindernis befindet. Vision Ireland warnt allerdings zurecht davor, sich bei sicherheitsrelevanten Situationen vollständig auf solche KI-Aussagen zu verlassen.
Schulungen gehören zum Programm
Die 15.000 Brillen werden nicht einfach verteilt. Vision Ireland übernimmt Anmeldung, Prüfung der Berechtigung und die schrittweise Ausgabe. Für jeden Empfänger ist zudem eine persönliche Schulung vorgesehen, deren Kosten Meta übernimmt. Ein Helpdesk soll anschließend bei Fragen unterstützen.
Interessenten in Irland können sich bereits für das Programm registrieren. Eine vergleichbare Aktion für Deutschland ist bislang nicht angekündigt. Meta hatte im Juni allerdings bereits ein ähnliches Programm gestartet, bei dem blinde Veteranen in den USA kostenlos mit Ray-Ban Meta ausgestattet werden.


Seit rund 1,5 Jahren nutze ich als Betroffener (lediglich ein imaginärer Sehrest vorhanden) diese Smartglases. Sie haben mein Leben revolutioniert. Ich hoffe, dass diese Tatsache, die ich mit tausenden anderer Betroffener teile, bei der immer wieder aufflammenden Diskussion um ein Verbot dieser genialen Alltagshelfer Berücksichtigung findet.
Als Alltagshelfer sind die Dinger ein Segen.
Leider werden die Teile sehr schnell und sehr öffentlichkeitswirksam für Zwecke missbraucht, die alles andere als tolerierbar sind.
Als „Medizinprodukt“ (damit meine ich den in Axels Fall beschriebenen Einsatzzweck) sind sie top!
Viele Dinge, die Menschen helfen, den Alltag zu bestreiten (aus völlig verschiedenen Gründen), kann man für verbotene Zwecke missbrauchen. Sie deswegen abzuschaffen wäre der falsche Weg. Man muss hier Lösungen schaffen, die den Missbrauch unwahrscheinlicher machen oder erschweren. Verhindern kann man ihn nie ganz. Das beste Beispiel sind frei verkäufliche Messer und Autos/LKWs. Mit beidem kann man eine Menge Schaden anrichten und trotzdem sind sie aus unserem Leben nicht wegzudenken.
Volle Zustimmung!
+1
Beipiel von unendlich vielen, ein Messer oder eine Glasflasche. Man damit anderen Menschen viel Schaden zufügen.
Danke für deinen Erlebnisbericht.
+1
Danke für deine Schilderungen. Ich finde die Dinger unmöglich, hatte aber Sehbehinderte und Blinde tatsächlich nicht im Fokus. Für Betroffene sind diese Geräte tatsächlich ein Segen und eine echte Unterstützung.
Was die Diskussion um Verbote angeht: Als grossartiges Hilfsmittel für euch gehören sie bei diesem Einsatz genau so wenig verboten, wie Bilndenhunde im Lebensmittelladen. Sie sind sogar zu fördern!
Für mich der sinnvollste Einsatz für diese Art von KI Brillen. Sehende dürfen sich auch gern ihrer Augen und ihres Hirns bedienen, statt Anderen ständig in ihre Privatsphäre einzudringen.
D.h. nur Menschen mit einem gelben Button mit drei schwarzen Punkten am Revers dürfen dann solche Brillen benutzen?
@Knight Nein, Kai verbietet nicht, sondern wünscht sich, dass wir alle unser eigenes Hirn benutzen.
Ich wünsche mir das übrigens auch.
Lies seinen Beitrag noch mal …
vielleicht solltest du nochmal lesen… aber wer nicht verstehen will, versteht halt auch nicht.
Wenn man sich die juristische Positionierung in der EU ansieht, so dürfte das der einzige Weg sein, diese Brillen in der EU überhaupt absetzen zu können…
Version 1 und 2 kannst du bei fast jedem Optiker in Deutschland kaufen.
Eigentlich ja ein sinnvoller Ansatz, aber steht in hartem Kontrast zu Bestrebungen solche Smart Brillen überall zu verbieten, damit die Mehrheit der Sehenden nicht überall zum eigenen Vergnügen filmt. Das wird noch interessant wie man sich da einigen will künftig
Es gibt ja jetzt bereits schon (zu Recht) sehr viele Ausnahmen für blinde Menschen. Siehe bspw die Mitnahme von Blindenhunden. Da werden wir schon eine Lösung finden.
Sehr gute Aktion. Auch die Schulung ist echt wichtig. Top!
Hatte die Marketing-Abteilung wieder eine tolle Idee, wie man die Dinger öffentlichkeitswirksam akzeptabel machen kann – weil ja niemand etwas gegen die Unterstützung von Behinderten haben kann!
Es steht jetzt schon fest, dass die meisten Nutzer männliche Spanner sind, die bewußt gegen die Persönlichkeitsrechte Anderer verstoßen.
Hab letztens einen guten Tipp gehört: einfach so einen Penner der Polizei melden – die müssen aktiv werden und konfiszieren die Brille in der Regel.
Du bist wahrscheinlich so einer der auch immer schreibt dass er sie den Leuten von der Nase prügeln will.
Nein – falsch geraten, darfst nochmal!
Lustig, was manche hier so für Tipps geben.
Niemand kann dir diese Brille wegnehmen, wenn du damit einfach nur durch die Straße läufst. Egal ob sie aufnimmt oder nicht. Du kannst das gleiche auch mit deinem Handy tun, für private Zwecke kannst du so viel filmen, wie du magst. Oder rufst du die Polizei, wenn du spontan durch das Video eines Touristen gelaufen bist und nun auf seinen Urlaubserinnerungen auftauchst?
Solltest du das Handy aber unter den Rock der Dame vor dir auf der Rolltreppe halten, dann sieht es anders aus. So ist es auch mit diesen Brillen.
Anmerkung: Zumindest aktuell ist es so. Es wird ja gerade gegen Meta geklagt, um dies zu ändern.
Falsch – es besteht ein Verdachtsfall, dem die Polizei nachgehen muss und dafür hat sie die Möglichkeit die Brille zu konfiszieren.
Naja, nicht ganz. Ein reiner Verdachtsfall durch Behauptung rechtfertigt keinen Einzug/Beschlagnahmung (wenn auch nur zeitweise) eines Objekts. Es muss eine konkreter und nachvollziehbar Verdacht auf eine Straftat bestehen. Ein reines „Der hat mich gefilmt“ reicht nicht aus, zumal dies auch nicht verboten ist. Das heimliche Filmen ist verboten.
… auch nicht ganz richtig, auch wenn ich es gut finde, dass du hier differenzierst. Mich ohne meine Zustimmung direkt zu filmen, verletzt schon meine Persönlichkeitsrechte – egal was mit dem Material passiert.
Natürlich … die meisten Männer sind Spanner… so erzeugt man Bias.
Junge, Junge…
Die meisten Menschen, die damit straffällig werden, sind Männer – ist ein kleiner, aber feiner Unterschied!
Das steht fest? Die Studie oder Zahlen würde ich gerne mal sehen. Oder gibt’s die nicht? Blöd.
Wenn man so etwas ins Internet brüllt, sollte man schon Zahlen dazu haben.
Nein habe ich gerade nicht zur Hand, da ich auch nur ein einfacher Konsument und kein Vertreter, Zeuge, Populist oder Lobiist – aber es gibt bereits Untersuchungen diesbezüglich.
Das tut echt weh….
Traumhafte Aktion! Aber davon dürfen wir hier in Deutschland nur träumen! Da gibt es noch nicht einmal einen Cent von irgendwo als Zuschuss. Ich warte auf die Brille von Apple genau aus diesen Gründen und werde mir diese vom Munde absparen dürfen, um eine Erleichterung zu haben!
Kriegst doch Blindengeld, also ist das ja eine Unterstützung.
Blindengeld gibt es nur in einigen Bundesländern.
Blindenhilfe hingegen gibt es nach SGB XII – aber eben nur für den betroffenen Personenkreis – also fallen alle in Arbeit schon mal raus.
Nice
Hahaha, die Werbekampagne beginnt, jetzt wo die Datenschützer anfangen sich gegen die Brillen zu positionieren :D
Das ist doch endlich mal eine wirklich nützliche Anwendung für die Brillen.
Und nur für diese Gruppe von Menschen zulässig und relevant!
Was ist denn genau das Problem?
Kameras und Mikrofone sind so kleine, dass die mittlerweile überall unentdeckt drin stecken können.
Kannst Du für wenig Geld sogar bei Pearl kaufen…. bei einer Brille ist es zumindest erkennbar
Ich kann dir gar nicht aufzählen, wieviele Persönlichkeitsrechte damit verletzt werden.
Sollte mir ein Vogel mit so einer Brille zu nahe kommen und er ist nicht blind, wird sie aus dem Gesicht „entfernt“ und zertreten.
So einfach
Endlich einmal eine positive Erwähnung dieser ki Brillen!
Etwa anderthalb Jahre lang nutze ich sie schon mit Begeisterung und Erfolg und genieße, wie sehr sie mich als Blinder im Alltag unterstützt!
Ich finde, solche Head Kampagnen gegen die Brille sind überhaupt nicht zielführend und nehmen uns als sehbehinderten ein tolles Hilfsmittel weg!
Sinnvoll wäre es, den Missbrauch dieser ki Brillen streng zu ahnden und zu verfolgen.
Werden viele hater trotzdem nicht gut finden…
Die Aktion ist grundsätzlich toll – wird aber vom Marketing missbraucht um öffentliche Akzeptanz für die Dinger zu erzielen.
„Leute, unsere Brillen verkaufen sich schlecht. Drüben in der EU läuft’s besonders mies, weil die wieder Angst um ihren Datenschutz haben.
Was machen wir denn jetzt mit den 15.000 Brillen, die noch übrig sind?
Nächsten Monat kommt ja schon das Nachfolgemodell. Das darf auf keinen Fall floppen.
Wir brauchen eine gute PR-Aktion, gegen die niemand was sagen kann … „
Ist doch in diesem Kontext egal, ob es PR ist oder nicht.
Hauptsache, das Ergebnis ist ein gutes.
Manche der Kampagnen gegen diese Brillen Muten auch sehr Verschwörungstheoretisch an.
Den Missbrauch kann man ganz einfach und sicher stoppen:
Aufnahme und Streaming technisch verhindern.
Oder wahlweise generelles Nutzungsverbot für Männer ;-)
Der letzte Satz ist gut, das könnte klappen, das die Brillen dann erlaubt werden …
Wirklich eine schöne Aktion. Ich persönlich kenne viele Blinde und Sehbehinderte die Metas smarte Brille nutzen und damit einen Gewinn an Lebensqualität bekommen.
Was wäre die Konsequenz eines Verbots für diese Zielgruppe?
Warum kodiert Meta nicht in jedes Video / Foto ein Wasserzeichen, mit dem man die Brille und schlussendlich auch den Accountinhaber eindeutig identifizieren kann?
Wenn dann Seitens Strafverfolgungsbehörden ein berechtigtes Interesse vorliegt, könnte Meta verpflichtet werden personenidentifizierende Daten des Urhebers herauszugeben.
Anschliessend verhängt man empfindliche Strafen und fertig.
Zudem sollte sich der geneigt Apple und Goole Fanboy fragen, was eigentlich mit KI Brillen dieser Unternehmen passieren soll – achja die Antwort liefern die Tech Konzerne – not in Europe
Ein kluger Schachzug von „Zuck“. Erst mal die Dinger an eine Gruppe Menschen geben gegen die niemand etwas sagen wird nur um die Teile auf den Markt zu bringen. Ts ts ts….