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Wireless Charging fürs Auto

11 kW ohne Kabel: Schnelles drahtloses Laden erreicht das Elektroauto

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Was bei Smartphones längst selbstverständlich ist, soll nun auch beim Elektroauto komfortabler werden: Fahrzeug abstellen und automatisch laden. Porsche bringt mit dem Wireless-Charging-System für den elektrischen Cayenne eine Lösung auf den Markt, die bis zu 11 kW kontaktlos überträgt. Ein Ladekabel muss dafür nicht mehr angeschlossen werden.

Drahtlos Laden Ev Porsche

Auf dem Stellplatz liegt stattdessen eine mit dem Stromnetz verbundene Bodenplatte. Im Fahrzeug befindet sich eine zweite Spule hinter der Vorderachse. Steht das Auto an der richtigen Position, wird die Energie über ein Magnetfeld zwischen beiden Komponenten übertragen. Das Prinzip entspricht damit grundsätzlich dem induktiven Laden eines iPhones – nur mit erheblich mehr Leistung und deutlich größerem Abstand zwischen den Spulen.

Die Positionierung muss dabei nicht millimetergenau erfolgen. Laut Porsche kann das System einen seitlichen Versatz von bis zu zehn Zentimetern ausgleichen. Im Fahrzeugdisplay hilft zudem eine grafische Anzeige beim Einparken. Sobald der Wagen korrekt steht und der Parkmodus aktiviert wird, startet der Ladevorgang automatisch.

11 kW über einen Luftspalt

Zwischen der Ladeplatte und dem Empfänger im Fahrzeug liegen je nach Bodenfreiheit etwa 12 bis 18 Zentimeter. Trotzdem erreicht das System nach Herstellerangaben einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent. Mit maximal 11 kW liegt die Ladeleistung auf dem Niveau vieler klassischer Wallboxen. Der aktuelle SAE-J2954-Standard sieht für drahtloses Laden von Pkw ebenfalls Leistungsstufen bis 11 kW vor.

Damit unter dem Auto nicht versehentlich Schlüssel, Werkzeuge oder andere Metallteile erhitzt werden, überwacht die Bodenplatte ihren Bereich. Auch Tiere oder Menschen werden erkannt. Befindet sich ein Lebewesen zwischen Fahrzeug und Ladeplatte oder erwärmt sich ein Fremdkörper, wird der Ladevorgang unterbrochen. Die Bodenplatte ist zudem wetterfest und kann nicht nur in Garagen, sondern auch auf Stellplätzen im Freien installiert werden.

Ganz neu ist die Idee nicht

Induktives Laden von Autos ist allerdings keine völlig neue Erfindung. BMW bot bereits 2018 Wireless Charging für den Plug-in-Hybrid 530e an. Das damalige System kam allerdings lediglich auf 3,2 kW und rund 85 Prozent Wirkungsgrad. Mit 11 kW erreicht die aktuelle Umsetzung nun eine Leistung, mit der sich auch große Elektroauto-Akkus über Nacht sinnvoll laden lassen.

Billig ist der Komfort zum Start erwartungsgemäß nicht. Für die notwendige Fahrzeughardware werden aktuell rund 1.845 Euro fällig, die Bodenplatte kostet nochmals rund 5.117 Euro. Zusammen landet die Lösung damit bei knapp 7.000 Euro. Zunächst bleibt drahtloses Laden damit eine teure Sonderausstattung. Interessanter als das konkrete Fahrzeug dürfte langfristig jedoch die Technik dahinter sein: Mit standardisierten 11-kW-Systemen könnte das Einstecken des Ladekabels zuhause irgendwann ebenso überflüssig werden wie das Kabel am Smartphone.

18. Sep. 2026 um 08:34 Uhr von Ben Fehler gefunden?


    39 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Das ist doch mal was. Echte und hilfreiche Innovation für den Alltag.

    • So wirds auch im winter schonmal warm in der garage vor der abfahrt

      • Hab ich auch gedacht. Der Ladeverlust durch die Induktion ist bei einem iPhone wegen mir zu vernachlässigen. Aber bei 11 kW und 20 bis 30% Verlust…?

    • Tolle Idee, aber ne echte Energieverschwendung, die auch noch die Stromnetze länger als nötig belasten.
      Sowas nenn ich dann Ressourcenverschwendung. Wo ist denn das Problem, da kurz was anzustecken? Macht man doch auch beim Tanken.
      Wenn die Platte wenigstens hochfahren würde und einfach nen Kontakt herstellte..

      • Exakt!

      • Wenn man eine PV Anlage besitzt, macht das durchaus Sinn. Ich schliesse mein Auto meistens gleich an, wen ich nach Hause komme. Wenn die Sonne die Hausbatterie geladen hat, kommt das Auto dran. Wenn zu wenig Sonne, dann halt nicht. Nicht jedesmal das Kabel einstecken zu müssen wäre definitiv ein Komfortgewinn.

      • Also für 7000€ steck ich aber oft mein Kabel ans Auto an…

  • Stark!
    Wenn auch im Consumer-Bereich sicher noch nicht sinnvoll.
    Zum automatischen Laden der z.B. üblichen Postautos oder Amazon Lieferfahrzeuge schon wieder denkbar. Vor allem wenn man in Zukunft an Fahrzeuge ohne menschlichen Fahrer denkt. Das Ding parkt letztlich genauso ein wie mein Rasenmähroboter.

    Und wenn man aufgrund von Kosten aber dennoch positiv in die ferne Zukunft denkt, dann wäre es evtl. denkbar auch normale Straßen so auszurüsten, sodass das Auto während der Fahrt geladen wird, oder zumindest nur den Strom verbraucht, den es im Moment benötigt.
    Der Fortschritt kommt, alleine durch den Hyperkapitalismus. Egal ob man rückwärtsgerichtet immer noch glaubt, dass die Verbrennung von fossilien und vor allem endlichen Brennstoffen die bessere Lösung wäre. Der Kaptialismus wird auch Euch irgendwann (elektrisiert) überholen.

    Ich freue mich auf jede neue eAuto-Generation und den Fortschritt an der Stelle. Das Reverse-Charging Verfahren, in dem das am Tag von der PV-Anlage geladene Auto die Energie wieder ans Haus abgibt ist ja schon da und absolut sinnvoll…

    • Grade die von dir erwähnten vielverbraucher würden sich eher über die höhere Effizienz freuen wenn die autos einfach an Kontakten parken die dann laden.
      Schließlich hat die post auch jahrelang die Klimaanlage aus den bullis gelassen um minimal sprit zu sparen

  • Der Komfort ist natürlich schön, aber die 10% Energieverlust sind schon noch immer immens, bei den großen Autobatterien – insbesondere wenn man auch bedenkt, dass unsere Netze sowieso bereits an ihre Grenzen kommen und immer mehr elektrifiziert werden soll/muss.
    Auch der Nutzungszweck das Auto zusätzlich als Heimspeicher zu verwenden fällt damit wohl weg – Fr. Reiche arbeitet zwar auch stark daran den Fortschritt auszubremsen, aber das ist ein anderes Thema.

    • Zumal 10% einfach Marketing-Bla-Bla ist. Selbst 11kW-Laden mit Kabel hat schon Verluste je nach Außentemperatur von 6-10%. Diese entstehen durch Wärmeentwicklung in den Bauteilen und Kabeln, der Verbrauch durch die Leistungselektronik, etc.
      Die hier genannten 10% kommen noch oben drauf. D.h. am Ende landet man bei 20% die verbraucht werden, aber nicht im Akku landen. Totaler Unsinn in den Dimensionen.

  • Leider ist hier mit großen Verlusten zu rechnen.

  • Für Porsche sind die Preise extrem günstig.

  • Bei den Strommengen ist der Verlust aber nicht mehr zu vernachlässigen – das hat sicherlich einen Wirkungsgrad von bis zu 90%, in der Realität geht also pro volle Ladung 5-10 kWh verloren?! Warum nicht wie beim Mähroboter über richtige Kontaktpunkte oder eine robotische Anschlussdose mit optischer Ausrichtung ala ISS?

    • Wenn ich „bis zu“ angebe, ohne die Bedingungen zu nennen, kann ich auch bis zu 101% behaupten, äh bewerben. Wenn man keine reale Daten nennen möchte… Du versteht das jetzt.

    • Beim E Auto laden kommt ja auch nicht alles in die Batterie. 10% gehen auch verloren durch die Ladetechnik und wärme. Gut das noch keiner mit Wasserstoff angefangen hat da sind direkt schon 40% Verlust um das herzustellen .

      • Exakt. Und die hier genannten 10% kommen noch oben drauf.
        Wer schon E-Auto fährt, kennt das Problem, dass 7-10% Verlust selbst mit Kabel zu erwarten sind. Weitere 10% wäre ich nicht bereit, zu akzeptieren.

  • Und all die ladegeschwindigkeits nörgler werden erblassen, wenn man in 10 Jahren während der Fahrt auf der Autobahn lädt. Der Fehler ist, das e Auto als Verbrenner ohne Benzin zu denken, so wie man früher das Auto als Kutsche ohne Pferde gedacht hat. Neu denken!

  • Da liegen bei mir immer die Marder drauf und lassen sich den Bauch massieren.

  • Dazwischen frittieren wir dann einfach die ein oder andere Ratte/Maus/Marder/Insekt (ja ich habe den Artikel gelesen)

  • Das braucht echt lange, war bereits Thema auf der IAA 2011.
    Ich hatte mich seinerzeit ausführlich mit einem Ingenieur von Siemens ausgetauscht. Stichwort „dass Tiere nicht gegrillt werden, wenn sie unters Auto laufen“.

  • Jetzt das ganze noch auf die Autobahn und wir brauchen keine so Akkus mit 114 kWh

  • Oh man, wieso fällt mir da nur das Verbot der Glühbirne und die Regulierung der Staubsauger ein.

    • Glühbirnen verbrauchen 80-90% mehr Strom gegenüber LED-Birnen. Hier geht es um 10%. In Summe pro Haushalt sind das aber sicher mehr als bei der Beleuchtung eingespart wird. So ein System wir aber auch erst massentauglich, wenn der Verlust noch weiter minimiert und die Kosten niedriger sind. Oder dadurch Personalkosten reduziert werden, wie bei Flottenkunden beim autonomen Fahren.

  • Und bei 90% Wirkungsgrad erhöht sich der Brutto-Verbrauch des Fahrzeuges um 5% bei angenommenen 20kWh/100 km.
    Energie haben wir ja im Überfluss… Vor allem im Winter, wenn man wegen der Heizung ohnehin öfters laden muss. Und die PV weniger Ertrag bringt.
    Spart aber Energie für das Heizen der Garage….
    Das geht nicht gegen das E-Auto, wir fahren seit 6,5 Jahren beide ausschließlich elektrisch.
    Das ist eine Lösung für ein Problem, welches nicht wirklich existiert.
    Oder Porsche will die zickenden Ladedeckel loswerden. Statt einfacherer Klappe baut man sowas ein.

  • Die Lade Verluste sind enorm das ist keine technische Innovation das ist ein Rückschritt Porsche selbst spricht von über 20 % Man sieht das in echt noch dramatischer aus

  • Das ist keine technische Innovation, das ist eine Totgeburt bei den exorbitanten Ladeverlusten

  • 40% Wirkungsverlust sind bei 11kW aber was anders wie bei 40Watt

  • Habe mich immer gefragt, warum die dümmste Lösung in Deutschland umgesetzt wurde – Ladesäulen mit Kabeln. Man muss sich ja nur ansehen, wie jeder seinen Lack verkratzt und oft das Kabel nicht ausreicht.
    Auch Bushaltestellen und andere Optionen könnten mit Schnellladern ausgestattet werden. Mit richtiger Technik, kann ja durchaus ein Kontakt statt kontaktlos hergestellt werden

    • Richtig geparkt kommt das kabel nicht in Kontakt mit dem lack.
      Aber gut, ich hab auch schon genug zerkratzte kofferraumdeckel gesehen weil der tankschlach da langgezerrt wurde

  • Viel zu hohe Verluste…

    Bei Taxi Wartebuchten vielleicht noch am Sinnvollsten.

    Sie sollten lieber mal in den Städten flächendeckend mit Bordstein-Ladestationen anfangen.

    Für 500 Autos bei mir im engsten Umkreis im Viertel, 2 Ladestationen anzubieten ist ein Witz.

    Seit 5 Jahren tut sich absolut nichts

  • Das Ziel muss sein, dass der Fahrer sich überhaupt nicht mehr mit dem Laden beschäftigen braucht. Und natürlich winzige Akkus, da überall geladen werden kann. Das würde der Umwelt gut tun.

  • Innovation?

    Tesla macht es beim Cybercap vor – und da liegt der Wirkungsgrad wohl bei guten 96%. Außerdem ist das Auto von Haus aus dafür vorbereitet.

    Für den privaten Gebrauch aber absolut sinnlos.

  • Warum auch z.B. eine automatische, magnetische Lösung unter Boden etablieren, wo sich einfach zwei Kabelenden verbinden und man darüber dann was übertragen kann?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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