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Heimautomatisierungslösung: HomeWizard im Test

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Seit Ende letzten Jahres ist die Heimautomatisierungslösung HomeWizard auch in Deutschland erhältlich. Das System hat in den Niederlanden bereits über einen längeren Zeitraum hinweg Erfahrungen gesammelt und zeigt sich offen für die Protokolle verschiedener Hersteller. Dies wirkt sowohl auf die Vielfalt des Zubehörangebots als auch auf die Anschaffungspreise positiv aus.

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Kernstück und zugleich Namensgeber des Systems ist die zentrale Steuerungseinheit. Der HomeWizard wird mit dem privaten WLAN-Netz verbunden werden und sollte an möglichst zentraler Stelle im Haus platziert werden. Von dort aus stellt dann den Funkkontakt zu allen ins System integrierten Sensoren her. Die lediglich 16 x 10 x 3 cm große Box könnt ihr auf den Schreibtisch legen oder irgendwo an die Wand schrauben, lediglich eine Steckdose für die Stromversorgung muss in der Nähe sein. Ein Netzwerkanschluss per Ethernetkabel ist nicht möglich.

Die Grundkonfiguration

Die Ersteinrichtung geht schnell und einfach vonstatten. Die Box baut zunächst ihr eigenes WLAN-Netz auf, mit dem ihr euch über die HomeWizard-App verbindet, anschließend werdet ihr durch alle nötigen Schritte geführt. Alternativ kann die Grundkonfiguration auch mittels USB-Verbindung zu einem Computer erfolgen.

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Während dieses Setup-Prozesses wird automatisch auch ein Online-Benutzerkonto bei HomeWizard erstellt. Die Nutzung der HomeWizard-Onlinedienste bleibt optional und muss über die App aktiviert werden. Ansonsten lässt sich das System nur innerhalb des eigenen Netzwerks benutzen. Im Gegensatz zum Smarthome-System von RWE fallen bei HomeWizard bei Aktivierung der Bedienbarkeit über das Internet keine zusätzlichen kosten an. Alternativ ist die Remote-Bedienung auch per Port-Forwarding, also unabhängig von den Servern des Anbieters möglich.

Sensoren und Schalter

Anschließend könnt ihr loslegen und Sensoren und Schalter zum System hinzufügen. HomeWizard versteht sich wie bereits angedeutet mit einer Vielzahl von Produkten, darunter Schalter, Kameras, Rauchmelder oder auch Wetterstationen von verbreiteten Marken wie COCO, Intertechno, HomeEasy, Somfy, Foscam, Wattcher oder TFA. Eine komplette Liste der kompatiblen Hersteller findet ihr hier.

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Das Einbinden neuer Geräte geht flott und einfach vonstatten, die HomeWizard-App gibt hier jeweils Hilfestellung, da sich der Prozess abhängig vom Hersteller und dem Gerätetyp jeweils ein klein wenig unterscheidet. Meist wird die HomeWizard-Zentrale einfach als „neue Fernbedienung“ hinzugefügt und das Gerät erscheint direkt im Interface der App. Auf diese Weise hinzugefügte Geräte stehen dann in allen mit der Zentrale verbundenen Apps bereit, ebenso sieht ein nachträglich hinzugefügtes Gerät sofort alle bereits im System vorhandenen Komponenten.

Über das Interface der App lässt sich streiten, wir würden uns das Ganze vor allem auf dem kleineren iPhone-Bildschirm ein wenig attraktiver und vielleicht auf flexibler konfigurierbar wünschen. Funktionell gibt es von unserer Seite bislang jedoch keinerlei Einwände. Das System arbeitet zuverlässig und ist erfreulich schnell, Schalter reagieren im lokalen Netzwerk mehr oder weniger sofort auf einen virtuellen Tastendruck.

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Geräte- und Funktionsvielfalt

In unserem Test-Setup haben wir verschiedene HomeWizard-Komponenten im Einsatz, darunter Thermometer, Rauchmelder, Lichtschalter, Rolladensteuerung, eine Netzwerkkamera, eine Türglocke und eine Wetterstation.

HomeWizard ermöglicht die Einbindung von maximal fünf Thermometern. Wer mit maximal drei Temperaturmessern auskommt, kann auf die günstigeren 3-Kanalgeräte (15 Euro) zurückgreifen, darüber hinaus muss man pro Stück 5 Euro mehr ein 5-Kanalmodell investieren. Die Geräte werden jeweils auf unterschiedlichen Kanälen ins System eingebunden und liefern neben der aktuellen Temperaturanzeige auch Luftfeuchtigkeitswerte, über die App lassen sich zudem Höchst- und Tiefstwerte sowie Messgrafiken abrufen. Für Aquarien- oder Gartenteichbesitzer steht zudem ein Wasserthermometer zur Auswahl.

thermometer

Die von HomeWizard angebotenen Rauchmelder sind vernetzbar. Maximal 15 Stück davon lassen sich in ein System einbinden. Im Alarmfall kann die HomeWizard-Zentrale eine Push-Mitteilung an iOS-Geräte verschicken. Diese Funktion lässt sich Gerätebezogen innerhalb der HomeWizard-App aktivieren. Wir haben den Push auch für die in unser System eingebundene COCO-Funk-Türklingel aktiviert. Die Nachricht erreicht das iPhone auch über das Mobilfunknetz, so kann man mal schnell mit dem Hund um die Ecke gehen oder den Garten umgraben, ohne den Paketboten zu verpassen.

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HomeWizard bzw. die kompatiblen Partner vertreiben verschiedenste Schalter- und Dimmervarianten. Wir haben im Test lediglich die im 3er-Set angebotenen Funk-Zwischenstecker von HomeWizard benutzt. Parallel zur Bedienung über die Apps lässt sich weiter die im Paket enthaltene drahtlose Fernbedienung nutzen, ein in manchen Situationen durchaus praktischer Mehrwert. Was uns beim Lichtschalten gut gefällt ist das Vibrationsfeedback der App bei einer Betätigung der Schalter. Die Schalterfunktionen lassen sich zudem mit Automatismen verbinden. Beispielsweise eine Zeiteinstellung (Licht immer um 12 Uhr aus) oder die Kopplung an den Sonnenauf- bzw. -untergang (Licht eine Stunde nach Sonnenuntergang an). Ebenso ist die Verknüpfung mit den verschiedenen für das System erhältlichen Bewegungsmeldern möglich.

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Das gleiche gilt für die von uns eingebundenen funkgesteuerten Rollläden von Somfy. Das HomeWizard-System wird hier einfach als zusätzliche Fernbedienung eingebunden erlaubt dann nicht nur die Rolladensteuerung per iPhone oder iPad, sondern auch eine Automatisierung anhand der Uhrzeit oder des Sonnenauf- und -untergangs. In Verbindung mit einer HomeWizard-Wetterstation ließe sich die Automatik sogar dahingehend erweitern, dass bestimmte Jalousien ab einer gewissen Windstärke oder bei Starkregen automatisch geschlossen werden.

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Ein Blick auf die im Zubehörshop von HomeWizard gelisteten Geräte lässt erahnen, dass der Leistungsumfang der Anlage noch deutlich erweiterbar ist. HomeWizard unterstützt auch verschiedene Netzwerkkameras, die sich permanent oder abhängig von Auslösern wie Bewegungsmeldern, Fenster- bzw. Türsensoren oder einer Türklingel aktivieren lassen. Was im Portofolio bislang allerdings fehlt, sind Heizungsthermostate. Allerdings soll das Angebot schon bald auch dahingehend erweitert werden.

Die Preise für die HomeWizard-Einsteigerpakete beginnen bei 239 Euro. Hier bekommt ihr ein Starterpaket mit drei schaltbaren Steckdosen und einem Funkthermometer. Kompatibles Zubehör könnt ihr auch bei anderen Anbieter erwerben, die Vergleichspreise direkt bei HomeWizard liegen in der Regel wenn überhaupt dann nur gering über den Angeboten bei Amazon & Co.

Mittwoch, 26. Feb 2014, 18:16 Uhr — Chris
25 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
Rede mit!
  • Von der Grafik her bin ich ja mit Netatmo verwöhnt.

  • Gibt komischerweise keinerlei Türkontakte!?

  • Ich kann nur Fibaro empfehlen eins der geilsten Systeme.

    • Hast du denn auch HomeWizard getestet? Falls nein: Wieso glaubst du, Fibaro sei besser??

      • Er hat lediglich gesagt, dass Fibaro ein gutes System sei, nicht, dass es besser ist als HomeWizzard.

    • Nur wo kann ich die dafür möglichen Komponenten online ansehen und online bestellen? Auf deren Homepage sind nur 3 lokale Geschäfte in Deutschland angegeben. Soll ich da jetzt hinfahren um mich zu informieren? Nein. So wird das nichts.

  • Gibt es dazu auch Alarmsysteme fürs Haus? Z.B. Einbruchsmelder oder Erschütterungssensoren.

  • Benutze seit Langem schon IP-Symcon und bis damit absolut zufrieden

  • Haben die Steckdosen einen Rückkanal, sodass ich die Schaltzustände auslesen kann?

  • Wie steuert er denn die intertechno Schalter und Stecker?

  • Ich suche zwar noch immer nach einer bezahlbaren Lösung, aber das hier überzeugt mich nicht.
    Wie oben schon gefragt anscheinend kein Rückkanal. Heißt zum Beispiel: wenn man übers IPhone „Rollo runter“ sendet, kann man nicht sicher sein das es auch dort ankommt. Zumal jeder Billigkram auch auf 433MHz funkt.
    Bei Funklösung bleibt wohl derzeit Z-Wave. Gibts von verschiedenen Anbietern, die gesteuerten Geräte geben Rückmeldung, und fest installierte Schalter o.ä. arbeiten als Funk Repeater.

  • Klasse Video! Danke an Chris! Finde eure Videos immer super gut. Eventuell mache ich mir das in die neue Wohnung rein.

  • Eine Einbindung von RWE-Produkten wäre toll. Dann würde ich die Basisstation austauschen.
    RWE hat gute Geräte aber eine miese Software zum steuern.

  • Ich nutze jetzt schon über ein Jahr ein fhem System (opensource mit sehr guter und aktiver Gemeinde) auf einem rasp mit Homematic Komponenten – läuft auf der 868 er Feequenz, hat Rückkanal, gibt alle Arten von Aktoren und Sensoren, was will man mehr? Bin sehr zufrieden. Und nein, ich kann nicht sagen ob es besser als das hier vorgestellte System ist, weil ich dieses hier nicht getestet habe, aber ich kann eine sehr gute Alternative geben.

    Sascha

    • Bei fhem hat man aber das Gefühl mindestens 10 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein. Nix mit innovativer oder gar schicker Oberfläche. Dort sind Kommandos in Textform gefragt sobald man etwas mehr machen will als nur einen Schalter per iPhone ein- oder auszuschalten.
      fhem kann so ziemlich alles, nur ohne intensives Studium der Foren, Wiki und Anleitungen ist man hoffnungslos verloren.

  • Es sollte mal immer dabei gesagt werden, ob die einzelnen Komponenten Strom Zuführung benötigen, zB die Schalter eine Batterie etc. Batterie Systeme sind doch das allerletzte auf Dauer gesehen und nicht akzeptabel.

  • Die HomeWizard Komponenten benötigen fast alle eine Batterie und deren Lebensdauer ist nicht angegeben – sehr schwach, oder wollt Ihr Eurer Leben lang Batterien wechseln?

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