Angetestet: App-gesteuerte Heimautomatisierung mit tapHOME

38 Kommentare

Mit tapHOME seit kurzer Zeit eine neue Hausautomatisierungslösung am Start, die komplett auf Gerätesteuerung über iOS-Geräte setzt. Wir haben und das System näher angesehen.

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Gleich zu Beginn gilt es positiv anzumerken, dass tapHOME nicht die 101ste weitere proprietäre Lösung ist, sondern auf den Kommunikationsstandard Z-Wave setzt. Dementsprechend ist auch die Hardware von anderen Herstellern kompatibel, sofern der entsprechende Gerätetyp in die tapHOME-App eingepflegt ist.

Zum Einstieg ist der Kauf eines tapHOME Starter-Pack erforderlich. Für 199 Euro bekommt ihr hier neben der Zentrale „Easy Gate“ eine schaltbare Steckdose und einen schaltbaren Dimmer. Weitere Schaltsteckdosen lassen sich für 40 Euro zukaufen, Dosen mit Dimmfunktion gibt es für 10 Euro mehr. Darüber hinaus bietet der Hersteller zum Preis von 60 Euro auch Einbaumodule für den Betrieb mit Unterputzschaltern an, auch hier gibt es eine reine Schaltervariante sowie ein Modul mit Dimmfunktion.

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Die Inbetriebnahme des Systems ist erfreulich unkompliziert. Zunächst benötigt ihr die zugehörige tapHOME-App. Dann will die Easy-Gate-Zentrale mit Strom versorgt und mithilfe des mitgelieferten Ethernetkabels an euer Hausnetz angeschlossen werden. Anschließend startet ihr die App und die Basisstation sollte zügig erkannt und Einsatzbereit sein.

Steckdosen und Schalter verbinden sich mit der Station nun per Funk. Bei der Erstinstallation muss einmal kurz die Ein/Aus-Taste auf dem betreffenden Zubehör gedrückt werden, anschließend kann das Gerät in eure Haussteuerung aufgenommen werden. Dies funktioniert schnell und problemlos, das klare Interface der App führt hier intuitiv zum Ziel.

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Auf dem iPad bietet die als Universal-App erhältliche tapHOME-Anwendung übrigens deutlich mehr Übersicht als auf dem iPhone oder iPod touch. Mit nur wenig Aufwand könnt ihr hier einzelne Zimmer nachbauen, um darin mehrere tapHOME-Geräte zu platzieren.

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Je nach Gerät habt ihr dann unterschiedliche Optionen für die einzelnen Geräte. Ein/Aus manuell oder auch zeitgesteuert ist durch die Bank möglich, ebenso könnt ihr bei Bedarf auch die Bedienung direkt am Schalter deaktivieren. Der Dimmer erlaubt es, zusätzlich die Lichtstärke einzustellen. Per Doppeltipp auf den virtuellen Schalter in der App bekommt ihr einen Schieberegler präsentiert, mit dem sich die Stromzufuhr prozentual regeln lässt. Ebenso kann bei timergesteuerten Aktionen die Lichtstärke in Prozent angegeben werden.

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Als weiteren interessanten Menüpunkt bietet die tapHOME-App sogenannte Szenen an. Hier lassen sich mehrere Aktoren zusammenfassen und zentral Steuern. Beispielsweise beim Nachausekommen alle Lichter anmachen oder vor dem Schlafen alle Lichter auf einmal ausschalten. Ebenfalls sehr praktisch sind die umfassenden Zeitsteuerungsoptionen. Für jedes Gerät lassen sich hier für jeden Wochentag separate Einstellungen speichern.

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Innerhalb des Hausnetzes lassen sich auch mehrere iOS-Geräte mit der tapHOME-Zentrale verbinden. Diese übernehmen bereits auf einem anderen Gerät vorgenommene Einstellungen allerdings nicht automatisch. Hier steht optional eine Sync-Option als In-App-Kauf zur Verfügung, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels war die Erweiterung kostenlos.

mehreregeraete

Bezüglich der Reichweite profitiert tapHOME vom verwendeten Z-WAVE-Standard. Hier wird jeder Aktor automatisch auch zum Sendeverstärker. Dadurch lässt sich die Standardreichweite der Geräte deutlich erweitern und die Zuverlässigkeit steigern. Die Reaktionsgeschwindigkeit bei Bedienung über die App war ausgesprochen flott, die Geräte haben ohne wahrnehmbaren Zeitversatz reagiert. Dank bidirektionaler Kommunikation zwischen der Zentrale und den Geräten wird der aktuelle Gerätezustand auch stets in der App angezeigt.

Wir haben das System nur mit Originalzubehör des Herstellers getestet, allerdings sollten sich auch Z-Wave-Geräte anderer Hersteller problemlos integrieren lassen. Voraussetzung ist lediglich, dass der entsprechende Gerätetyp (z.B. Steckdose) bereits im tapHOME-System existiert. Momentan sind dies die eingangs erwähnten Gerätetypen, weitere Geräte wie Heizungssteuerung, Jalousienschalter sowie Licht- und Türsensoren sollen folgen.

Ebenso hat der Hersteller eine Option für die Steuerung der Heimkomponenten über das Mobilfunknetz in Planung. Momentan lässt sich die App nur im lokalen WLAN-Netz nutzen.

Diskussion 38 Kommentare.
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  1. Der Hinweis “lässt sich nur im lokalen WLAN-Netz nutzen” irritiert mich nun. Mittels VPN dürfte man doch von überall aus die Steuerung vornehmen können oder?

    — Bananarama
  2. ist bestimmt gut für den nsa. dann können die nicht nur mithören, sondern am ende auch mitbestimmen.

    — patrixone
  3. Mal von der Zeitsteuerung abgesehen dürfte die steckerchecker app zusammen mit den Baumarkt Steckdosensets (4er pack für 9,99€) und dem conair für 50€ wesentlich günstiger kommen.

    — Marcel
    • Steckercheker ist aber nicht bidirektional und daher nicht vergleichbar!
      Hatte es vor meinem Kauf einer Homematic auch und für einen sinnvollen Einsatz nicht wirklich zu gebrauchen. Um mal ein Licht ein oder auszuschalten, wo ich auch sehe, ob es funktioniert hat, reicht es grad noch, aber das geht auch mit den Baumarktsteckdosen ohne die App., nur halt nicht mit iPhone….

      — oliver
    • hey marcel, was ist dieser conair? kann unter dem begriff nicht viel finden… suche ne gute möglichkeit für meine fs-20 conrad komponenten… leider alles 300€ aufwärts :(

      — max
      • Hi Max,

        den Connair gibt es leider nicht mehr. Wird nciht mehr vertrieben. mit ihm konnte man über das Netzwerk 422 MHz Steckdosen ansteuern. Ich baue aber gerade eine Platine für den Raspberry Pi, der dann das gleiche macht. Auch die Software ist schon fertig und OpenSource. Nähere Infos unter: https://github.com/ayedoit/myne

        — Dennis
  4. Denke bei HomeMatic ist das Geld besser angelegt, zumal man doch wesentlich mehr und unterschiedlichste Dinge steuern kann.
    Heizung, Rolladen, Licht, Steckdosen, Rauchmelder und Wasserstand Kontrolle und vieles mehr

    — Macschimmi
    • Das denke ich auch. Ich bin mit Homematic seit ca. 2 Jahren unterwegs. Es gibt ständig neue Entwicklungen und der Zugriff ist denkbar einfach. Selbst meine Frau ist sehr zufrieden damit.

      — Sven
  5. Könnt ihr auch mal die Systeme von Rademacher (Homepilot) testen? Heute entdeckt und sehr sehr geil. Brauche das für Rolläden und Jalousien, aber auch für Strom und Heizung bieten sie was an – inkl. App.

    — Devil-D
  6. Also die einzig wahre Heimsteuerung ist der herstellerunabhängige KNX-Standard, aber halt leider schlecht für Mietwohnungen…

    — JP2008
  7. Für Homematic würd ich FHEM empfehlen. Läuft als Server auch unter Mac OS X (oder besser auf ner FritzBox oder nem Raspberry Pi). Installation ist schnell gemacht, es gibt nen vernünftiges Web Interface und ein paar iOS Apps.

    http://fhem.de/fhem_DE.html

    — DC
    • Kann mir nicht vorstellen das dieses ein normalsterblicher verstehen kann!
      Ist was für Profis und IT Bastler aber enduser ungeeignet!

      — A. Pizzi
  8. Eigentlich fände ich es gut wenn ich das alles mit meiner FRITZ!Box machen könnte. Dect Telefon, WLAN und so weiter und nun auch steuerbare Steckdosen. Wer weiß, was da noch kommt. Es wäre dann alles aus einer Hand. Allerdings scheint mir dieses taphome System auch sehr interessant zu sein. Nun weiß ich erstmal nicht, wie ich mich entscheiden soll. Dieses System hier scheint ausgereift und vielseitiger zu sein.

    — thatsmile
    • Steckdosen hat AVM schon im Angebot. Allerdings lässt der Service bei denen momentan zu wünschen übrig. Deshalb habe ich mich für WeMo von Belkin entschieden.

      — Huskie
  9. Kann auch FHEM empfehlen. Wer eine Fritzbox oder einen RPihat muss nur 50€ für einen CUL_HM USB Stick zahlen und kann dann Homematic, FS 20, Fritz DECT und weitere Hardware Komponenten steuern.

    — Mic
  10. Eine grundsätzlich flotte Sache, die, wenn man Sie zu Ende spinnt (was widerum in meinen Augen die einzige Möglichkeit ist: “Ganz oder gar nicht”) natürlich sportlich ins Geld geht.
    Wenn man nur eine Etage des Hauses versorgen möchte, sind ratz-fatz mal 500€ Geschichte.
    Allerdings ist im Vergleich zu anderen Systemen der Preis der Einzelkomponenten noch ok.

    Leider sehe ich für mich keinen strategischen Nutzen, so fasziniert ich von diesem Zeug bin.
    Aber um mir das als “Spielzeug” zu kaufen verdiene ich leider nicht genug. :-)

    — Leif2
    • Und alles problemlos eingebaut worden? Oder hast selber eingebaut? Überlege es in meinem Haus für Rolläden und Jalousien einzusetzen im Raum Solingen..

      — Devil-D
      • Ja, habe es ohne Probleme selber eingebaut. Einfach toll das System.

        — kazantip21147
  11. Digitalstrom ist zwar etwas umständlicher einzubauen und nicht ganz günstig, bietet aber viele Anwendungsmöglichkeiten, eine offene Softwareplattform und kostenlose Apps für iPhone und iPad. Die Kommunikation erfolgt über die bereits vorhandene Stromleitung.
    Ich nutze das z.B. auch, um die Philips Hue Lampen bequem von den Raumtastern aus zu steuern.

    — Christoph
  12. Nachteil des hier vorgestellten Systems scheint aber wohl zu sein, dass man tatsächlich nur Home Automation Komponenten steuern kann. Ich verwenden daher eine Mi Casa Verde Vera Lite für die Z-Wave-Komponenten und einen SQ-Blaster für alles, was mit Infrarot funktioniert. So kann man dann z.B. auch einen Kino-Raum vernünftig automatisieren und hat alles (Funk & IR) über eine App (in meinem Fall SQ Remote) gesteuert.

    — Markus
    • Yep, das ist genau der Punkt!

      Das Problem der meisten Silo-Angebote, die sich lediglich auf einen Bereich fokussieren ist, dass man am Ende dann doch ziemlich schnell wieder zu anderen Bedienelementen gegriffen werden muss (andere App, IR-FB), um die ganzheitliche “Automatisierung” durchführen zu können.

      Was man im SmartHome aber wirklich braucht ist eine Integrationsplattform, die all die unterschiedlichen Technologien unter einem Dach verbindet. Denn jede Technologie hat ihre Stärke in einem bestimmten Bereich: KNX im Neubau für die Starkstromseite, OneWire bietet günstige Temperatur-Sensoren, HomeMatic, Z-Wave, Zigbee und Co. für die Stellen an denen keine Kabel liegen und dann kommen die ganzen speziellen IoT-Gadgets, die auch nicht fehlen dürfen (Hue, Koubachi, etc.)

      openHAB (www.openHAB.org) ist eine solche Integrationsplattform, die derzeit über 30(!) solcher Protokolle, Produkte, Gagdets unter einem Dach vereint. Es werden einheitliche UIs angeboten und man kann Regeln auf alle Dinge anwenden (siehe auch: http://www.heise.de/developer/.....42540.html).

      Gruß,

      Thomas E.-E.

      — Thomas E.-E.
  13. Ich möchte an dieser Stelle das ganze mal etwas erweitern und aktualisieren.

    Neben einer App für iPad und iPhone gibt es auch eine für Android. Diese habe ich mal getestet, bin allerdings enttäuscht. Sie stürzte mehrfach ab und der Funktionumfang war auch geringer als hier vorgestellt. Räume gibt es zum Beispiel überhaupt nicht.
    Zudem ist Q3/2013 bereits vorbei, denke ich zumindest. Die angekündigten Erweiterungen blieben aber bisher aus. Stattdessen heißt es immer noch, dass sie vor. Q3/2013 erscheinen werden.

    Sehr schade,
    Antonius.Vigaderas@inbox.com

    — Vigaderas

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