Budget-Alternative zu GoPro und DJI
XTU S7 Pro ausprobiert: Was die Budget-Euro-Actioncam kann
Mit der S7 Pro erweitert XTU sein Sortiment an Action-Kameras um ein Modell, das sich an Freizeitfilmer, Reisende, Sportler und Vlogger richtet. Der Hersteller, der neben Action-Kameras auch Wildkameras und Video-Türklingeln anbietet, positioniert die S7 Pro als derzeit bestausgestattetes Modell der eigenen Produktreihe. Für 169 Euro auf Amazon.de tritt die Kamera in einem Preisbereich an, der deutlich unter den aktuellen Spitzenmodellen von GoPro oder DJI liegt.
Die XTU S7 Pr kommt im klassischen GoPro-Look
Die Zielgruppe ist klar erkennbar. Die S7 Pro richtet sich weniger an professionelle Anwender als vielmehr an Nutzer, die eine möglichst umfangreich ausgestattete Action-Kamera suchen, ohne dafür mehrere hundert Euro investieren zu müssen. Gleichzeitig verzichtet XTU auf kostenpflichtige Cloud-Dienste oder Abo-Modelle. Aufnahmen werden klassisch auf einer Micro-SD-Karte gespeichert und können über die XTU-Go-App verwaltet werden.
Im Alltagseinsatz zeigt sich schnell, dass XTU versucht, viele aktuelle Funktionen in einem vergleichsweise günstigen Gesamtpaket zusammenzuführen.
Kompaktes Gehäuse und einfache Handhabung
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass die S7 Pro angenehm kompakt ausfällt. Während viele aktuelle Action-Kameras in den vergangenen Jahren größer geworden sind, bleibt XTU bei einem eher klassischen Format. Im direkten Vergleich mit einer DJI Osmo Action wirkt die S7 Pro sogar etwas kleiner und leichter.
Der Touchscreen erlaubt Modi-Auswahl und Konfiguration
Der Lieferumfang konzentriert sich auf das Wesentliche. Neben der Kamera befinden sich ein Akku, ein USB-C-Kabel und eine magnetische Schnellwechselhalterung im Karton, so wie sie auch bei Insta360 zum Einsatz kommt. Die Halterung gehört zu den interessantesten Neuerungen des Modells. Statt die Kamera zunächst in einen Rahmen einzusetzen, wird die Befestigung direkt an der Unterseite angebracht. Im Alltag erleichtert das den Wechsel zwischen Selfie-Stick, Fahrradhalterung oder Nackenhalterung erheblich.
Auch die Bedienung hinterlässt einen positiven Eindruck. Das 2,29 Zoll große Touchdisplay reagiert zügig auf Eingaben und ermöglicht einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Verschiedene Aufnahmearten wie Video, Foto, Zeitraffer, Zeitlupe, Dashcam, Serienbilder oder Langzeitbelichtung lassen sich direkt über das Menü auswählen. Die Menüführung wirkt übersichtlich und die deutsche Übersetzung des Handbuchs ist verständlich umgesetzt.
Der Touchscreen ist funktional reagiert aber etwas träge
Zur Ausstattung gehören außerdem eine Voraufnahmefunktion, WLAN-Anbindung über die XTU-Go-App, automatische Umschaltung zwischen Hoch- und Querformat sowie verschiedene Foto- und Videoprofile. Besonders die Voraufnahmefunktion kann im Alltag hilfreich sein. Dabei speichert die Kamera bereits vor dem eigentlichen Druck auf den Auslöser Videomaterial und kann dadurch spontane Szenen sichern. Laut Hersteller sind bis zu 50 Sekunden Voraufzeichnung in 4K möglich.
Stabilisierung als wichtigstes Verkaufsargument
Technisch setzt die S7 Pro auf einen 1/2-Zoll-Sensor mit 48 Megapixeln, ein 152-Grad-Weitwinkelobjektiv sowie eine maximale Videoauflösung von 4K bei 50 Bildern pro Sekunde. Unterstützt werden außerdem 2,7K, 1440p und Full-HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.
Die Ausstattung ist technisch solide
XTU bewirbt die Kamera vor allem mit der neuen Super Stabilization 5.0 und mehreren Stufen der elektronischen Bildstabilisierung. Im Praxiseinsatz hinterlässt dieses System einen durchaus brauchbaren Eindruck. Aufnahmen beim Gehen wirken ruhig und kontrolliert. Selbst kurze Laufpassagen werden sichtbar geglättet. Für eine Kamera dieser Preisklasse gehört die Stabilisierung zu den stärkeren Eigenschaften des Geräts.
Besonders interessant ist die neue Horizontkorrektur. Je nach Einstellung kann die Kamera leichte Schräglagen automatisch ausgleichen, eine Stabilisierung bis 45 Grad ermöglichen oder den Horizont sogar bei einer vollständigen 360-Grad-Drehung waagerecht halten. Die vollständige 360-Grad-Korrektur dürfte zwar eher in Spezialfällen genutzt werden, die normale Horizontstabilisierung bietet jedoch auch im Alltag einen praktischen Nutzen.

Die App ist mit „rudimentär“ noch sehr vorteilhaft beschrieben
Zusätzlich unterstützt die Kamera den Export von Gyroskop-Daten für die Nachbearbeitung in Gyroflow. Damit lassen sich Aufnahmen nachträglich stabilisieren oder weiter optimieren. Diese Funktion findet man in dieser Preiskategorie nicht selbstverständlich.
Videoqualität und Ausstattung im Alltag
Bei Tageslicht liefert die S7 Pro scharfe und detailreiche Aufnahmen. Laut Hersteller arbeitet ein Sony-CMOS-Sensor mit einer KI-gestützten Bildverarbeitung zusammen. Die Kombination soll für eine verbesserte Dynamik und eine höhere Detailwiedergabe sorgen.
Keine Effekte, keine Nachbearbeitung: Die standard 4K-Aufnahme ohne Stabilisierung
In der Praxis profitieren vor allem Außenaufnahmen bei guten Lichtverhältnissen von dieser Abstimmung. Farben wirken natürlich und die Detaildarstellung ist für eine Kamera dieser Klasse angemessen. Bei schwachem Licht stößt die Kamera erwartungsgemäß früher an ihre Grenzen als deutlich teurere Modelle. Der integrierte Nachtmodus soll diesen Bereich unterstützen.
Für Social-Media-Inhalte bietet die S7 Pro eine direkte Umschaltung zwischen 16:9- und 9:16-Aufnahmen. Dadurch können Videos für Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube Shorts ohne zusätzlichen Beschnitt aufgenommen werden.
Zur weiteren Ausstattung gehören Wi-Fi 6 mit Übertragungsraten von bis zu 30 MB/s, ein 1.800-mAh-Akku sowie Unterstützung für PD-Schnellladen.
Im Praxistest ermöglichte der Akku bei durchgehender Aufnahme in 4K eine Laufzeit von rund einer Stunde. Die Kamera speichert längere Aufnahmen dabei nicht als einzelne Datei, sondern legt aufgrund von Dateisystembeschränkungen automatisch neue Videodateien in 4-GB-Schritten an. Während längerer 4K-Aufnahmen wird das Gehäuse zudem spürbar warm. Zu thermisch bedingten Abschaltungen oder Einschränkungen kam es im Test jedoch nicht.
Ein wichtiger Punkt betrifft die Wetterfestigkeit. Anders als einige höherpreisige Konkurrenten ist die Kamera selbst nicht wasserdicht. Für Unterwasseraufnahmen oder den Einsatz bei starkem Regen wird ein separates Schutzgehäuse benötigt.
Die 2-Bein-Magnethalterung ist mit den üblichen Actioncam-Accessoires kompatibel
Budget-Alternative zu GoPro und DJI
Die S7 Pro bewegt sich preislich deutlich unter aktuellen Modellen von GoPro und DJI. Gleichzeitig bietet sie Funktionen, die vor einigen Jahren noch überwiegend in höheren Preisregionen zu finden waren. Dazu zählen 4K-Aufnahmen mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde, mehrere Stufen der Horizontkorrektur, Gyroflow-Unterstützung, Wi-Fi 6 sowie das magnetische Schnellwechselsystem.
Besonders interessant ist die Kamera für Nutzer, die eine unkomplizierte und abofreie Lösung suchen. Während GoPro sein Ökosystem zunehmend um Cloud- und Abonnementdienste erweitert hat, funktioniert die S7 Pro vollständig ohne laufende Zusatzkosten. Die Speicherung erfolgt lokal auf einer Speicherkarte und die Verwaltung über die kostenlose App, die ihrerseits jedoch sehr rudimentär daherkommt.
- PDF-Download: XTU S7 Pro Benutzerhandbuch
Bei Bildqualität, Software-Ökosystem und Zubehörvielfalt erreichen die Marktführer weiterhin ein deutlich höheres Niveau. Hinzu kommen die fehlende Wasserdichtigkeit ohne Zusatzgehäuse sowie die vergleichsweise einfache Begleit-App. Gemessen am Verkaufspreis von 169 Euro positioniert sich die XTU S7 Pro dennoch als interessante Budget-Actioncam für Einsteiger, Hobbyfilmer und Gelegenheitsnutzer, die Wert auf moderne Funktionen, wirksame Stabilisierung und eine einfache Bedienung legen.




Die DJI Osmo Action 4 gab es bei Amazon vorgestern für 175,00€. Da wird sicher zu den PrimeDays noch was kommen. Durch den besseren Bildsensor würde ich dann ehr zur älteren DJI greifen. Aber das ist mein persönliches Empfinden. :)
GoPro steht laut übereinstimmenden Medienberichten kurz vor der Insolvenz… kein Wunder von unten kommen solche Wettbewerber wie dieser hier. Cloud- und Abonnementdienste will halt nicht jeder – erst recht nicht, wenn das Produkt schon in der Basis deutlich teurer ist
Ich hab ja nicht viel erwartet, aber bei dem Video oben, selbst auf einem glatten Radweg wackelt das Bild des Todes bei jedem Gullideckel.
Das kann eine gebrauchte etwas ältere Gopro zum selben Preis deutlich besser.
Jup, das Bild ist alles andere als ansehbar. Würde auch zu einer älteren DJI greifen. Selbst die allererste Action kriegt ein ruhigeres Bild hin.
das ist auch – wieso auch immer – ohne Bildstabi aufgenommen worden, sagt die Bildunterschrift.
keine Ahnung wieso als Werbung ein Video OHNE automatische Stabilisierung gezeigt wird. FInd es ein bisschen.. naja schon dumm..
Es steht doch extra unter dem Video dass es ohne Stabilisator ist.
Welches separate Schutzgehäuse bitte?
ein Wasserdichtes zum Beispiel. Ist die Cam an sich wasserdicht?
Meine braucht dafür ein Gehäuse und ist dann nicht mehr via Touchdisplay bedienbar, sondern nur noch über 2 Knöppe oben :/
Ist aber auch nen Günstig-Teil.