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Steves ganz persönliche „Uniform“

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36 Kommentare 36

Ein schwarzer Rollkragenpulli, blaue Levi’s 501 Jeans und New Balance 992 Sneaker, dieses schlichte und dennoch einprägsame Outfit von Steven Paul Jobs wird wohl niemandem von uns je vergessen. Und die Antwort auf die Frage wieso Steve dieses schlichte Outfit für sich gewählt hat und wieso er nur noch darin öffentlich in Erscheinung trat, hatte er in einem Interview mit Walter Isaacson (Autor von Jobs‘ Biografie) gelüftet. Der US amerikanische Blog gawker.com hat dieses Interview gestern in einem Artikel veröffentlicht:

Steve Jobs hatte Anfang der achtziger Jahre eine Reise nach Japan unternommen und das Werk von Sony besucht. Er fragte den damaligen Vorstandschef, Akio Morit, wieso alle Angestellten Uniformen trugen. Morit erklärte ihm, dass nach dem Weltkrieg viele Menschen nur noch wenig Kleidung besaßen und die Firmen ihre Angestellten mit Kleidungsstücken versorgen mussten. Über die Jahre ließen die Firmen individuelle Arbeitskleidung herstellen, die die Firmenzugehörigkeit ihrer Arbeiter darstellte. Dies gefiel Jobs und er wünschte sich eine ähnliche Verbundenheit über die Kleidung für Apple.

Sony vertrat die Meinung, dass Firmenkleidung nicht nur funktionell, sondern auch optisch ansprechend sein muss und so hatten sie für das Aussehen ihrer Uniformen den Designer Issey Miyake angestellt. Er hatte für Sony eine Weste mit abnehmbaren Ärmeln kreiert. Jobs rief Miyake an und bat ihm darum eine ähnliche Veste für Apple zu designen. Als er seine Idee der einheitlichen Arbeitskleidung bei Apple der Belegschaft vorstellte heimste er sich jedoch kein Wohlgefallen ein. Er verwarf die Idee somit wieder.

Allerdings hatte er engeren Kontakt mit Miyako geknüpft und bekam die Idee eine Uniform für sich selbst kreieren zu lassen. Er hielt es einerseits für komfortabel stets zu wissen, was er anziehen solle und sah weiterhin die Möglichkeit einen unverwechselbaren Style für sich selbst zu schaffen. So bat er Miyako ihm einige von den schwarzen Rollkragenpullovern, die er sehr mochte, zu schneidern. Miyako schickte Jobs rund 100 Stück.

Jobs zeigte dem über diese große Menge verwunderten Isaacson seinen Kleiderschrank und betonte „Ich habe genug davon, dass sie bis zum Ende meines Lebens reichen werden“. Leider sollte er mit diesen Worten Recht behalten.

Sein Ziel einen unverwechselbaren Style für sich selbst zu finden hat Steven Jobs erreicht. Was man auch immer von Jobs‘ Wahl halten mag. Zumindest wird uns sein Look, seine ganz persönlichen „Uniform“, mit Sicherheit länger im Gedächtnis haften bleiben, als die gedeckten Sparkassenanzüge, Modell Kreditvergabe; Buchstabe A bis K, die manch anderen CEO schmücken.

Mittwoch, 12. Okt 2011, 11:20 Uhr — Damien
36 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
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  • der letzte satz ist wunderschön. in der tat..

  • iLike! werde u. a. am freitag morgen genau in diesem look ab 05:00 uhr in frankfurt vor dem store stehen. :-)

  • Er fehlt sehr!!!
    Immer wenn ich auf apple.com/de gehe, ist mir echt unwohl zu mute..

  • Den letzten Satz kann ich voll und ganz unterschreiben!

  • Heult doch nicht rum! Jeder muss Sterben, egal wieviel Geld man hat!

    • Ich gehe mal davon aus das die meisten mit dem letzen Satz der mit den Sparkassen-Anzügen gemeint ist und nicht der aus dem Buch-Auszug.

      Trotzdem einfach nur völlig überflüssig provokante Wortwahl. Frage mich ernsthaft, was das immer soll.

      • Dirk Peter Küppers

        Jepp!

      • Du hast es nicht verstanden. Die ganze Welt kollabiert an der Finanzkrise und die „Nieten in Nadelstreifen“ benemen sich noch immer so als würde ihnen alles gehören. Wahre Helden der Wirtschaft erreichen Ihre Ziele ohne markige Worte und „Lametta“. Steve Jobs war einer dieser unnachahmlichen Künstler, welche Menschen (Massen) in Ihren Bann ziehen können ohne leere Versprechungen zu hinterlassen. Ich würde mir wünschen es gäbe mehr von diesem Schlage …

      • Knopex, auf der anderen Seite: Während Nadelstreifennieten wie Bill Gates Millionen und Milliarden für Medikamentenforschung und Entwicklungshilfe stifteten, hat Steve Jobs was genau gemacht (außer flachere Musikabspieler bauen lassen, meine ich)? Man weiß es nicht.

    • Dirk Peter Küppers

      Besser:
      Trauert, solange Ihr es für nötig haltet.
      Anderen vorzuschreiben, wie sie mit einem erlebten Verlust umgehen sollen, steht ja wohl niemandem zu…

  • Es hat nix mit dem Geld zu tun du unbeschreibarer volltrottel!

  • Jetzt ist Steve tatsächlich iGod.

  • Es mag ja sein, dass die Geschichte stimmt. Aber dann haben die Pullover nicht bis zum Lebensende gehalten, denn auf der WWDC 2011 trug er einen Pullover von Von Rosen.

    Der Kashmere Pulli kostet pro Stück schlappe 420 Euro.

    • Ja und?
      Das ist doch toll.
      Ich meine ein Schaal von Burberry kostet 300€
      Also ist es für einen Pulli doch gerechtfertigt.
      Und er hat länger gelebt als er es dachte, er hat es einfach drauf:-)
      Steve du fehlst uns:(

  • Das Outfit erinnert mich immer etwas an Pink Floyd, speziell zu den letzten beiden Welt-Tourneen.
    Ein riesen Feuerwerk an Licht- und Soundeffekten (seinerzeit die größte Bühnenshoe der Welt) und die stehen da locker in T-Shirt und Jeans und machen ihr Ding. :)

  • Jobs wird durch solche Geschichten immer symphatischer. Werd mir denk mal seine Biografie kaufen, glaub von dem kann man was Lernen, weil er auf dem Boden geblieben ist.

    • Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass das Vermögen von Jobs auf 8,5 Millarden Dollar geschätzt wird. Er hat sich dies aber nie anmerken lassen und das finde ich cool. Ich werde die Biografie auch lesen, hoffentlich kann ich auch was als Unternehmerischer Sicht lernen. Jobs ist mein absolutes Vorbild. Drei Firmen brachte er zum Welterfolg.

  • Ich finde Chefs die sich lässig kleiden, besser, als wenn jemand mit gestrigelten Anzug und Krawatte auftritt. In manchen Berufen ist es halt Pflicht so rausgeputzt aufzutreten, wenn man es aber vermeiden kann, finde ich es besser. Einige meiner „Kollegen“ ziehen einen Anzug auch vor, ich aber nicht. Bin auch in einem Alter wo ich es nicht nötig habe.

  • Naja, der Spruch „Think Different“ wurde bestimmt erst ausgedacht, als die Idee der „Apple Uniform“ verworfen wurde ;)

  • @iFun: Der Designer heißt Issey Miyake. Die erste Erwähnung ist korrekt danach steht immer Miyako mit „O“ im Text.

  • Steve Jobs hätte eigentlich ein vielfaches seines Vermögens. Über 30 Milliarden!
    Nur hat er nachdem er damals entlassen wurde all seine Apple Aktien verkauft. Die sind aber extrem seitdem gestiegen.

    • Nä, er hat nur einen Teil seiner Aktien damals verkauft und mit dem Erlös NeXT gegründet. Die Kohle soll er in kurze US-Schatzbriefe investiert haben, die er wiederum je nach Kapitalbedarf liquidiert hat. Ohne diesen Schritt hätte er aber auch niemals Pixar für einen „Spottpreis“ gekauft und Jahre später für mehrere Mrd. USD wieder verkauft, was ihn immerhin zum größten Einzelaktionär von Disney gemacht hat. Also durchaus möglich, dass er im Laufe der Zeit noch mal einige Pullis nachgeordert hat…

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