Neue App vom Fingerlab-Studio
Polagone: Mit geometrischen Systemen statt Stiften gestalten
Die App-Neuerscheinung Polagone richtet sich an Gestalter, die visuelle Arbeiten nicht mit klassischen Zeichenwerkzeugen entwickeln, sondern dabei systembasiert vorgehen und bei der Arbeit auf geometrische Strukturen, Parameter und mathematische Beziehungen setzen. Die App lässt sich auf dem iPhone, iPad und dem Mac verwenden.
Im Zentrum steht dabei ein parametrischer Ansatz. Nutzer legen Raster, geometrische Formen, Farbverhältnisse und Transformationen fest, aus denen die visuellen Ergebnisse resultieren. Diese Arbeitsweise ermöglicht es, vorgenommene Änderungen nachzuvollziehen und anzupassen. Die auf diese Weise erstellten Grafiken sind stets reproduzierbar, zugleich aber nicht als abgeschlossenes Ergebnis zu sehen, weil sie sich jederzeit weiterentwickeln lassen.
Einflüsse aus Op-Art und kreativem Coden
Die Entwickler verweisen auf Einflüsse aus der optischen Kunst und sehen die App als experimentelle Arbeitsumgebung für Künstler, die Wert auf Präzision, Erkundung und Entdeckung legen. Polagone sei nicht mit einer klassischen Zeichen-App zu verwechseln, sondern ein Generator für kreative Kompositionen oder eine Art visuelles Labor.
Neben statischen Bildern kann man mit Polagone auch Bewegung integrieren. Laut den Entwicklern können sämtliche Parameter animiert werden, sodass aus den geometrischen Strukturen fortlaufende Bewegungsabläufe entstehen. Dabei lassen sich Übergänge, Tempo und Wiederholungen steuern, wodurch sowohl Einzelbilder als auch nahtlose Animationsschleifen aus demselben Projekt hervorgehen können.
Die Anwendung stammt aus dem Entwicklerstudio Fingerlab, die für ihre App DM1 – Drum Machine unter anderem Apples Entwickler-Award erhalten haben. Polagone lässt sich nahezu in vollem Umfang kostenlos nutzen. Einzige Einschränkung ist die fehlende Möglichkeit zum Export der erstellten Grafiken. Diese Funktion lässt sich zum Preis von 9,99 Euro ergänzen.
