4K PTZ-Modell mit vielen Funktionen
OBSBOT Tiny 3 ausprobiert: Kleine Webcam mit starkem Mac-Paket
OBSBOT hat mit der Tiny 3 seit Mittwoch eine neue Webcam in der Tiny-Serie am Start, die sich an alle richtet, die am Schreibtisch mehr wollen als eine starre Linse. Wir konnten die Tiny 3 (PDF-Datenblatt) vorab ausprobieren und haben unsere Eindrücke in den folgenden Zeilen festgehalten.
Motorisiert aber trotzdem nur 4 × 4 × 5 cm klein
Klein, mit Klemmhalterung und Stativgewinde
Auch der Nachfolger der Tiny 2 ist auffallend klein. Auf dem Monitor wirkt sie nicht wie ein großer Fremdkörper, sondern wie ein Zubehörteil, das sich unaufgeregt in das Büro-Setup einfügt. Genau dieses Format ist ein Teil der Idee hinter der Tiny Reihe. PTZ-Technik soll in einem Desktop Gehäuse landen, ohne dass man dafür eine halbe Studiokamera auf dem Display parken muss.
Im Alltag macht die kompakte Bauform mehr aus, als man zunächst denkt. Wer oft zwischen Arbeitsplätzen wechselt oder die Kamera auch mal im Rucksack mitnimmt, bekommt hier ein Gerät, das schnell aufgebaut ist und keinen Platz frisst. Das gilt sowohl für den Einsatz am Monitor als auch auf einem Stativ. Je nach Setup sitzt die Tiny 3 stabil, die Motorisierung arbeitet leise und präzise und der Wechsel zwischen Standby und aktivem Betrieb passiert ohne großes Theater.
Sowohl die Tiny 3 als auch die etwas größere Tiny 3 Lite liefern 4K@30fps und 1080p@120fps
4K Bild und schnelle Full-HD-Modi
Bei der Videoqualität liefert die Tiny 3 das, was man von einem aktuellen 4K-Modell erwartet. In 4K sind es bis zu 30 Bilder pro Sekunde, in Full HD geht es auf Wunsch deutlich höher. Das ist vor allem dann interessant, wenn man Bewegungen flüssig abbilden will. Das gilt für Präsentationen, Unterricht und auch für Situationen, in denen man nicht nur frontal am Schreibtisch sitzt, sondern sich im Raum bewegt.
Die begleitende Mac-App OBSBOT Center ist deutschsprachig und schnell verstanden
In der Praxis zeigt sich die Kamera dabei als verlässlicher Begleiter. Belichtung und Fokus reagieren zügig, das Bild wirkt sauber und stabil. Auch bei weniger optimalem Licht bleibt das Ergebnis brauchbar, ohne dass man sofort an den Reglern drehen muss. Gleichzeitig bietet OBSBOT die Möglichkeit, mehr Kontrolle zu übernehmen, wenn man es möchte. Genau das ist eine Stärke der Tiny Serie. Sie funktioniert als einfache Webcam, lässt aber zugleich genug Spielraum, um das Bild an den eigenen Geschmack und das eigene Setup anzupassen.
Die OBSBOT Tiny 3 besitzt ein integriertes Stativgewinde
Die PTZ-Funktionen sind dabei nicht nur ein Gimmick. Wer einmal mit Presets gearbeitet hat, will den Komfort nicht mehr missen. Ein Preset für die normale Schreibtischperspektive, ein Preset für das Whiteboard oder für eine Produktdemo und der Bildausschnitt sitzt per Tastendruck. Dazu kommen Gesten und Sprachbefehle, die man je nach Situation nutzen kann. Wer allein vor der Kamera arbeitet, hat so eine unkomplizierte Möglichkeit, Einstellungen zu ändern, ohne ständig zur Maus greifen zu müssen.
OBSBOT Center am Mac überzeugt
So wie schon bei den bisherigen Modellen ist auch bei der Tiny 3 die Software ein zentraler Teil des Pakets. Am Mac spielt OBSBOT Center seine Stärken aus. Die Anwendung ist umfangreich, bleibt aber gut sortiert. Man findet schnell, was man braucht. Das reicht von einfachen Schaltern für Tracking und Zoom bis zu tieferen Einstellungen für Belichtung und Weißabgleich, sowie ein umfangreiche Beauty-Beeinflussung des Bildes, die Körper auf Wunsch dünner und Gesichter konturierter werden lässt. Wer sich nur einmal ein solides Profil einrichtet, hat danach im Alltag wenig Aufwand.
Das OBSBOT Center dient als Steuerzentrale und zur Konfiguration
Einen Kritikpunkt müssen wir aber nennen. In der aktuellen Software-Version ist uns aufgefallen, dass die Ausgangsposition der Kamera nach dem Aufwachen aus dem Standby Betrieb nicht immer dort landet, wo wir sie zuvor eingestellt hatten. Das ist kein Dauerproblem, aber es passiert häufig genug, dass es auffällt. Dann muss man die Tiny 3 einmal neu zentrieren oder direkt ein Preset aufrufen, um wieder in der gewünschten Position zu sein. Im Alltag ist das ein zusätzlicher Schritt, den man bei einer Kamera dieser Klasse eigentlich nicht machen möchte. Sollte OBSBOT das per Update korrigieren, wäre dieser Punkt schnell abgeräumt.
Externes Mikrofon: Das OBSBOT Vox lässt sich mit der Tiny 3 koppeln und fesselt einen so nicht an die Kamera
Abgesehen davon hatten wir im Test nichts, woran wir uns ernsthaft stören würden. Tracking, Motorik, Bedienung und Bildqualität greifen gut ineinander. Gerade diese Mischung ist es, die die Tiny Reihe für Meetings, Online-Unterricht und hybride Vorträge so praktisch macht. Man bekommt mehr Flexibilität als mit einer klassischen Webcam, ohne das Setup komplizierter zu machen.
Ein weiteres Detail, das uns in der Praxis gefallen hat, ist die Möglichkeit, ein externes Mikrofon des Anbieters zu nutzen. Das lässt sich mit der Kamera kombinieren und dann einfach an der Kleidung befestigen. Das klingt zunächst nach Zubehör für spezielle Fälle, ist aber gerade bei Präsentationen oder Unterrichtssituationen hilfreich. Wer sich von der Kamera wegbewegen muss, bleibt im Ton, ohne dass die Stimme plötzlich dünn wird oder im Raum verschwindet.
Das OBSBOT Vox kommt mit eigener Ladestation, Clip, Halsband und Magnethalterung
Tiny 3 Lite als günstigere Alternative
Zum Schluss noch der Hinweis auf die Tiny 3 Lite (PDF-Datenblatt). OBSBOT bietet parallel eine abgespeckte Variante an, die preislich deutlich darunter liegt und für 229 Euro angeboten wird. Wer das Konzept der Tiny 3 spannend findet, aber nicht das komplette Paket braucht, bekommt damit eine Alternative innerhalb derselben Serie. Für viele klassische Meeting Setups dürfte die Lite Version bereits ausreichen, während die Tiny 3 das rundere Gesamtpaket für alle ist, die die zusätzlichen Funktionen und die stärkere Ausstattung gezielt nutzen wollen.
Wer mit Einschränkungen bei Bildqualität und KI-Modis leben kann, greift zur günstigeren Tiny 3 Lite
Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Modellen liegt in der internen Bildtechnik. Während die Tiny 3 auf einen größeren Bildsensor mit erweitertem Dynamikumfang und höherer Lichtreserve setzt, arbeitet die Tiny 3 Lite mit einer einfacheren Sensorarchitektur. In der Praxis macht sich das vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen bemerkbar, etwa in dunkleren Räumen oder bei starkem Gegenlicht. Auch beim Autofokus bietet die Tiny 3 mehr Spielraum und reagiert in wechselnden Situationen zuverlässiger, etwa wenn sich der Abstand zur Kamera häufiger ändert.
Die Tiny 3 Lite verschwindet auf dem Stativ fast
Darüber hinaus behält sich OBSBOT einige der spezielleren Funktionen der Tiny-Serie exklusiv für die Tiny 3 vor. Dazu zählen unter anderem die automatischen Desk- und Whiteboard-Modi sowie die engere Verzahnung mit erweitertem Zubehör und Steuerungsoptionen. Die Tiny 3 Lite konzentriert sich stärker auf die Kernfunktionen aus Tracking, motorisierter Kamerabewegung und Software-Anbindung und verzichtet bewusst auf diese Extras.
Wer regelmäßig präsentiert, unterrichtet oder komplexere Setups nutzt, greift daher eher zur Tiny 3, während die Lite-Version vor allem für klassische Video-Calls und Meetings eine preislich attraktive Alternative darstellt.
OBSBOT bringt die Tiny 3 zum Marktstart für 379 Euro an.








Ein vergleich mit der neuen von DJI wäre löblich. Oder hat da schon jemand stark recherchiert?
Interessant wäre hier einmal zu wissen wie und ob dies neuen Kameras ohne die mitgelieferte Software out of the Box unter einem Linux Betriebssystem funktionieren.
Leider wird hier immer nur das Augenmerk auf Windows und MacOS gelegt. Bzw. ist die dazugehörige Software nur für diese verfügbar.