Wie Amazon und MagentaTV
Netflix denkt über die Einbindung fremder Videodienste nach
Der Konkurrenzkampf auf dem Streamingmarkt hat längst eine neue Stufe erreicht. Große Anbieter wollen nicht mehr nur möglichst viele Abonnenten für den eigenen Dienst gewinnen, sondern sich zugleich als zentrale Anlaufstelle für Streamingangebote etablieren und die Angebote anderer Dienste einbinden. Amazon verfolgt dieses Modell mit Prime Video bereits seit Jahren. YouTube und Roku bauen in den USA vergleichbare Angebote aus. Inzwischen scheint sich auch Netflix für solche Kooperationen zu öffnen.
Laut Informationen der New York Times hat Netflix Gespräche über eine mögliche Einbindung von Peacock und Fox One in die eigene Plattform geführt. Konkrete Vereinbarungen gebe es bislang allerdings nicht.
Amazon bündelt schon länger
Amazon ermöglicht es Nutzern schon länger, andere Streamingdienste, darunter Apple TV, direkt über Prime Video zu abonnieren und deren Inhalte dort anzusehen. Laut Marktforschern hat Amazon im Juni mindestens 49 Millionen Abonnements anderer Anbieter verwaltet. In Deutschland ist unter anderem die Telekom mit ihren Streaming-Paketen in diesem Segment aktiv.
Auch bei den Nutzern finden solche Bündelangebote offenbar zunehmend Anklang. In den USA ist die Zahl der über Plattformen wie Amazon, Roku und YouTube abgeschlossenen Streamingabos innerhalb von drei Jahren um rund 60 Prozent gestiegen. Mittlerweile soll bereits jedes dritte neue Abo auf diesem Weg abgeschlossen werden.
Netflix ändert seinen bisherigen Kurs
Einen ersten Schritt in diese Richtung unternahm Netflix bereits im Juni in Frankreich. Dort bindet der Streamingdienst das Angebot des Fernsehsenders TF1 in seine Plattform ein. Neben Abrufinhalten ist über Netflix auch das Live-Programm von TF1 verfügbar.
Mit Blick auf die Gespräche mit Peacock und Fox One in den USA sei allerdings offen, ob Netflix die fremden Inhalte direkt in das eigene Abonnement integrieren oder lediglich zusätzliche Streamingabos vermitteln würde.
Für die Anbieter sind solche Paketangebote mit Vor- und Nachteilen verbunden. Auf diesem Weg lassen sich zusätzliche Kunden erreichen und möglicherweise Vermarktungskosten reduzieren. Gleichzeitig geben die eingebundenen Dienste einen Teil der direkten Kundenbeziehung an die jeweilige Plattform ab.

Das wäre in der Tat eine 180 Grad Wende. Bislang hat sich Netflix geweigert, sich in die Apple TV App aufnehmen zu lassen. Der offensichtliche Grund dafür ist, dass sie ihre Inhalte nicht neben Inhalten andere Anbieter sehen wollten.