Betrieb wird vorerst fortgeführt
Native Instruments geht in die Insolvenz: Zukunft der Audio-Profis unklar
Die Berliner Native Instruments GmbH befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Dies geht aus entsprechenden Veröffentlichungen in Deutschland hervor. Das Unternehmen ist Muttergesellschaft mehrerer bekannter Marken aus dem Musiksoftwarebereich, darunter iZotope, Plugin Alliance und Brainworx.
Welche dieser Einheiten unmittelbar von dem Verfahren betroffen sind, ist derzeit nicht vollständig geklärt. Einzelne Gesellschaften, etwa Plugin Alliance in den USA und in Deutschland, haben erklärt, nicht Teil des Insolvenzverfahrens zu sein.
Betrieb wird vorerst fortgeführt
Ein vorläufiges Insolvenzverfahren bedeutet nicht, dass der Geschäftsbetrieb unmittelbar eingestellt wird. Der laufende Betrieb wird in der Regel zunächst fortgesetzt. Produkte, Support und bestehende Verträge bleiben vorerst bestehen. Für Kunden und Partner entsteht dennoch eine Phase der Unsicherheit, da künftige Eigentümerstrukturen offen sind.
Native Instruments ist insbesondere für integrierte Hard- und Softwarelösungen in der Audioproduktion bekannt. Viele Anwender nutzen seit Jahren Systeme wie Maschine, Komplete oder Traktor in festen Arbeitsabläufen. Auch Entwickler und Drittanbieter sind eng an Plattformen wie Kontakt oder Reaktor gebunden. Entsprechend groß ist die Abhängigkeit von stabilen Strukturen im Hintergrund.
Hohe Schulden als Auslöser
Hinweise deuten darauf hin, dass die wirtschaftlichen Probleme weniger aus dem Kerngeschäft resultieren, sondern aus einer stark fremdfinanzierten Expansionsstrategie. In den vergangenen Jahren hatte der Finanzinvestor Francisco Partners die Mehrheit an Native Instruments gehalten. Nach mehreren Zukäufen wuchs die Verschuldung deutlich.
Gläubiger übernahmen zuletzt offenbar die Kontrolle über die Gesellschaft. Für die Beschäftigten und die Nutzer der Produkte bleibt abzuwarten, ob eine Restrukturierung gelingt, die operative Einheiten vom Schuldenberg trennt und eine langfristige Perspektive ermöglicht.



Also ins Unglück gestürzt durch „Mitnehmer“-Investoren? Sehr ärgerlich!
Ist leider am Arbeitsmarkt ein gängiges Problem mit den falschen Investoren.
Francisco Partners: Wir kaufen coole Firmen, pumpen sie mit Schulden voll und lassen sie dann elegant pleitegehen. Der klassische Private-Equity-Tanz.
Das ist ja ohnehin der Generalwitz…
du kannst eine Firma übernehmen ohne eigenes Kapital und kannst den Kaufpreis als Schulden in die Bilanz der übernommenen Firma stellen.
Dass diese verrückte Finanz- und Wertelogik so funktioniert, beweist, wie kaputt das Wertesystem ist und wie Gier die Vernunft am Ende doch irgendwie aushebelt.
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Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
True
Diese „Logik“ hab ich noch nie verstanden und kapiere auch nicht, welche Gesetzgeber mit klarem Verstand so etwas zulässt.
+1
Wundert mich nicht, Preispolitik komplett Katastrophal! Ich habe zwar die teuere Software gerne benutzt aber die Hardware ist schrecklich, funktioniert nur mit Einschränkungen oder garnicht! Kein normaler Mensch kauft da ein zweites mal. Schade aber war vorauszusehen…
Artikel gelesen und verstanden? Da steht nämlich u.a. der Grund der Insolvenz drin, aber die eigene Meinung ist ja wichtiger und anscheinend auch richtiger…
Hatte mit der Hardware nie Probleme, und benutze diese heute noch gern.