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Klassik-Labels ertricksen sich Gerechtigkeit

Musikstreaming: Viele kurze Tracks bringen mehr Geld

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Apple-Blogger Kirk McElhearn macht auf einen kreativen Lösungsansatz des Klassik-Labels Deutsche Grammophon aufmerksam. Hintergrund ist die Tatsache, dass Streaming-Vergütungen nicht die Länge der gespielten Titel mit einbeziehen, sondern ausschließlich die Anzahl der Wiedergaben vergüten. Ein Verfahren, das natürlich insbesondere klassische Musik benachteiligt, aber auch Hörbuchveröffentlichungen dürften – sofern keine gesonderten Verträge bestehen – hiervon betroffen sein.

Apple Music Max Richter 204 Tracks

Die Deutsche Grammophon bedient sich hier des Tricks, lange Titel zusätzlich aufzustückeln. McElhearns Beispiel, das 8 Stunden und 22 Minuten lange Werk „Sleep“ von Max Richter besteht als Kauf-Album bei iTunes aus 31 Tracks, findet sich auf Apple Music jedoch in 204 Fragmente aufgeteilt. Auf diese Weise generiert das Album bei Wiedergabe über den Streamingdienst mehr als das sechsfach der Einnahmen die anfallen würden, wenn es die Herausgeber bei der ursprünglichen Einteilung beließen. Mit Blick auf den dadurch erzeugten „Stundenschnitt“ von 25 Teilen bewegt sich das Ganze verglichen mit gewöhnlichen Alben allerdings durchaus noch in einem gesunden Bereich.

Beim Blick auf Hörbuch- und Hörspielangebote kommt Produktionen wie den Drei ??? nun zugute, was Download-Kunden in der Vergangenheit oft gestört hat. Die Titel sind seit jeher in CD-Manier stark unterteilt, der aktuelle Drei-???-Titel Verbrechen im Nichts bringt es beispielsweise auf stolze 46 Tracks mit einer Gesamtlänge von nur 70 Minuten.

Mittwoch, 11. Apr 2018, 11:42 Uhr — Chris
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  • Als nächstes gibts noch Strafen für solche „Praktiken“. ^^

    Ich hoffe aber Spotify geht dazu über tatsächlich gehörte Minuten zu bezahlen und setzt dafür z.B. die Länge die ein Track überhaupt gehört werden muss herunter.

    • Auf Spotify sind Hörbücher leider auch meist in unzählige Stücke aufgeteilt…

      • .. und das ist warum genau ein problem? beim hören merkt man das doch gar nicht. ist eher praktisch, so kann man sich merken „ah bei teil 17 hab ich aufgehört“, statt die genaue minutenzahl zu notieren.

      • Genau. Wer zB. schon mal bei der Onleihe-App eine Stelle in einem mehrere Stunden langen Hörbuch versucht hat anzuspringen, will gern viele Teile.

      • Ich persönlich finde das dir Übersichtlichkeit, zumindest in der Spotify App, stark unter dieser Zerstückelung leider, weil leider nicht immer als Album gebündelt wird sondern einfach alles ein einzeltrack angezeigt wird, das ist aber eher ein Problem der App.
        Den Schritt verstehe ich dagegen vollkommen, wenn die Streaming Dienste da vertraglich nicht unterscheiden…

  • Das führt irgendwann noch dazu, dass man ein Album mit 30 Titeln auch in 150 Titel aufteilt um 5x mehr Gewinn zu machen :) – Hoffentlich nicht!

  • Mal ne blöde offtopic Frage: Ich höre gerne Hörbücher über Apple Music (die App Spooks hilft dabei, interessante Hörbücher zu finden, was in der Music App schwierig ist). Allerdings kann sich die App nicht die Position merken, an der man aufgehört hat, wenn man zwischendurch mal ein paar Musik Tracks hört. Dann muss man sich durchklicken, bis man wieder an der richtigen Stelle ist (ich kann mir nicht merken, ob ich bei Kapitel 69 oder 77 war). Im AppStore gibt es diverse Apps für Hörbücher. Bookmobile kommt auch mit DRM geschützten Files (also Apple Music) klar, ist aber sehr unzuverlässig und stoppt mitten in der Wiedergabe oder macht sonst nicht das, was es soll.

    Frage: hat jemand von Euch eine Idee, wie man auf dem iPhone mit Apple Music Abo so komfortabel Hörbücher hören kann wie mit Audible?

  • Hirschmann Daniel

    Es gibt eine Möglichkeit den aktuellen Track mit dem Notizbuch zu teilen. Da steht dann die genaue Zeit und Titel.

  • Warum können die nicht die Abspieldauer messen? YouTube macht das doch auch schon ewig…

  • Aber ist es nicht auch so, dass schon eine gewisse Abspielzeit (45 Sekunden?!) reicht, um 1 „Play“ zu generieren? Meine das mal gelesen zu haben…

  • Interessant ist eigentlich, dass wir immer noch für Musik zahlen müssen, dabei ist eigentlich schon klar, dass man mit Musik eher über andere Wege Geld verdient und idealerweise digitale Musik als kostenlose Werbung nutzt.

    Aber da steckt die Musikindustrie leider noch in der fernen Vergangenheit fest.

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