Bundesnetzagentur zieht Bilanz
Marktüberwachung 2025: Knapp 8 Millionen Geräte nicht verkehrsfähig
Die Bundesnetzagentur hat ihren Jahresbericht 2025 zur Marktüberwachung vorgelegt. Nach Angaben der Behörde wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 7,7 Millionen Geräte ermittelt, die aufgrund formaler oder technischer Defizite nicht hätten in Verkehr gebracht werden dürfen. Die Prüfungen umfassten sowohl den Onlinehandel als auch den stationären Einzelhandel.
Bei den Kontrollen haben die Prüfer auf unterschiedliche Faktoren geachtet. So wurden beispielsweise fehlende CE-Kennzeichnungen oder unvollständige Angaben zum verantwortlichen Hersteller beanstandet. Darüber hinaus wurden auch grundlegende technische Probleme festgestellt, etwa die Überschreitung von Störaussendungsgrenzwerten. Solche Abweichungen können nach Einschätzung der Behörde den Betrieb anderer elektrischer Geräte beeinträchtigen oder Funkverbindungen stören.
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur
Wir treten für fairen Wettbewerb und Verbraucherschutz ein. Im Jahr 2025 haben wir wieder große Mengen an Geräten aufgespürt, die in Europa nicht vertrieben werden dürfen
Auffälligkeiten im Onlinehandel
Im Onlinehandel identifizierte die Behörde im Jahr 2025 insgesamt 1.266 auffällige Angebote. Diese Zahl lag unter dem Vorjahreswert, dennoch betrafen die gemeldeten Fälle mehr als fünf Millionen Geräte. Die beanstandeten Angebote wurden an die jeweiligen Plattformbetreiber weitergeleitet und anschließend entfernt.
Besonders häufig betroffen waren bestimmte Smartwatch- und Funkgerätemodelle. Einige dieser Smartwatches seien im europäischen Schnellwarnsystem als nicht verkehrsfähig gelistet, da sie Funktionen wie eine Blutzuckermessung lediglich vortäuschten. Trotz dieser Einstufung seien entsprechende Angebote weiterhin im Netz aufgetaucht und nachträglich beanstandet worden.
Kontrollen im stationären Handel
Im deutschen Einzelhandel wurden 2025 mehr als 2.100 Gerätetypen untersucht, deutlich mehr als im Jahr zuvor. Laut Bundesnetzagentur erfüllten 58 Prozent dieser Produkte die geltenden Vorgaben nicht. Dies entsprach einer betroffenen Stückzahl von rund 1,9 Millionen Geräten.
Zu den hier geprüften Produkten zählten unter anderem Wechselrichter für Batteriespeicher in Photovoltaikanlagen. In einem Fall überschritt ein Gerätetyp die zulässigen Störwerte deutlich. Der betroffene Hersteller habe daraufhin Produktion und Vertrieb eingestellt.
Einfuhrüberwachung mit dem Zoll
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Kontrolle von Importen. Die Bundesnetzagentur arbeitet dabei eng mit dem Zoll zusammen und prüft Waren sowohl im Handel als auch bereits bei der Einfuhr in den europäischen Binnenmarkt.
Der Zoll meldete der Bundesnetzagentur im Jahr 2025 mehr als 8.200 verdächtige Warensendungen, deutlich mehr als im Vorjahr. Rund 89 Prozent dieser Sendungen erwiesen sich als auffällig und erhielten keine Freigabe für den europäischen Markt. Insgesamt betraf dies mehr als 359.000 Geräte.

Früher wurden Geräte öfter vorher vom VDE geprüft, bevor sie in Verkehr gebracht wurden. Das CE-Zeichen alleine ist nicht aussagekräftig.
Richtig, CE ist nicht vertrauenswürdig! Die Aufkleber kannst du auf dem Flohmarkt kaufen
Einerseits fischt der Zoll Geräte raus. Die werden anschließend vernichtet, wenn was nicht paßt.
Andererseits steht dort im Artikel „hätten nicht in Verkehr gebracht werden dürfen“. D. h. wurden verkauft und im Nachgang wurde festgestellt, daß da was nicht paßt.
Was passiert mit diesen Geräten? Müssen die dann still gelegt werden? Gibt es da Rückrufe und Betriebsverbote?
Außerdem sollte man auch mal die Kirche im Dorf lassen. Nur weil irgend eine formale Angabe fehlt, muß das Gerät ja nicht gleich kaputt sein. Anders sieht es aus, wenn technische Details nicht eingehalten werden. Ein Wechselrichter, der zu heiß wird oder Funkstörungen verursacht, gehört definitiv außer Betrieb genommen.
CE -> was steckt dahinter?
CE ist ein Pflichtzeichen, das Produkte, die im europäischen Raum vertrieben werden, tragen müssen. Dazu gehört ebenfalls die Angabe der Kontaktdaten des Inverkehrbringers.
Mit dem CE-Zeichen bescheinigt der Hersteller auf Basis eigener Fähigkeiten nach besten Wissen und Gewissen, das er alle für dieses Produkt für den europäischen Markt gültigen Normen und Vorschriften einhält. Der Hersteller selber. Es ist kein externes Prüfinstitut vorgeschrieben.
Bei Nichteinhaltung gibt es Strafen gegen Firmen und persönlich verantwortliche – nur denen muss man im Ausland erstmal habhaft werden…
… da habe ich noch ganz andere Erfahrungen..
CE > war schon in den 90/00er Jahren ein Synonym für China Export, ein Aufkleber halt.
Gibt es eine Liste der negativ getesteten Geräte, so dass potentielle Käufer sich vor Kauf absichern könnten?
Super sinnvolle Frage. Beste Prävention
Lass mich raten: „Halb“ Amazon und Co. – fast alles was da für Leute mit wenig Geld bezahlbar ist. Hab keine Ahnung, wieviel Artikel Amazon im Jahr in DE verkauft – und das betrifft ja auch nicht nur Amazon, sonder die anderen Market-Places / Online-Shops. Gibts aber auch im stationären Einzelhandel. Die Tedi-Lichterkette, die mir jemand zu Nikolaus geschenkt hat, war so ein Fall. Konnte man nur wegwerfen … sprich: Fachgerecht entsorgen auf dem Wertstoffhof.
Damit ihr mich nicht falsch versteht – eine Überwachung ist notwendig und dient dem Verbraucherschutz, sonst würde noch mehr Schrott angeboten.. und es dient auch dem Schutz aller Unternehmen die sich gesetzeskonform verhalten und Produkte zu den notwendigen Standards produzieren oder importieren.
Aber das sollte in Deutschland einheitlich gehandhabt werden.
Wir lassen unsere Importware grundsätzlich sogar über den gesetzlichen Vorgaben produzieren und vom TÜV überwachen und vor Verschiffung überprüfen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass bei uns zur Überwachung eingesammelte Geräte in einem Bundesland ohne Beanstandungen durch die überwachungsbehörde die Prüfung durchlaufen und in einem anderen Bundesland / Bezirk etwas beanstandet wird. Dabei unterscheiden sich wohl die Kriterien nach denen geprüft wird – was völlig unverständlich ist. Zwar mußten wir bisher nichts zurückrufen, aber es ist jedesmal ein großer Stress alle Unterlagen, prüfzertifikate usw, beizubringen und den sogenannten Ingenieuren zu erklären was wie und warum funktioniert.
Wenn ein Produkt z.B. in Bayern überprüft und für ok befunden wurde sollte das auch für die Kunden in Berlin ausreichen und nicht dort nochmal überprüft werden dürfen.
Verteuert diese komplizierte Verfahren der Prüfungen und Beibringung von Dokumenten nicht schlußendlich das Produkt? Ich meine, ich hätte gerne sichere Produkte, ja.
Aber ich erklär das mal anhand von Eiern. Eine Kollegin von mir, bzw. ihre Eltern haben Hühner. Die legen Eier. Ist also deren Hobby die Hühner zu halten. Die Hühner werden gut gehalten, erhalten gute Nahrung, viel Auslauf usw… In der Theorie wären das Bio-Eier. Nur um den Ausdruck Bio tragen zu dürfen gibt es gewaltige Auflagen, die ein Hobby-Hühner-Halter nicht aufbringen kann. Von der Qualität stelle ich persönlich die Eier von den Eltern meiner Kollegin weit über Bio-Supermarkt-Eier. Nur dürfen letztere das Bio-Siegel tragen, losgelöst ob die Auflagen denn wirklich alle erfüllt werden. Und Massentierhaltung ist das zudem ja auch…
Die gesetzlichen Auflagen hinsichtlich DSGVO oder NIS2, Kassensysteme mit TSE usw… sind gewaltig und oft ein Hindernis für kleine Unternehmen. Unlängst haben einige Kleinunternehmen (Metzger, Bäcker, Handwerksbetriebe) in meiner Gegend aufgehört zu existieren. Auflagen seien zu hoch…
Das zieht sich vermutlich durch ganz Deutschland. Immer mehr Auflagen, immer mehr Prüfungen, immer mehr Regulierung. Da verliert sich ein kleines Unternehmen.
Dazu kommen dann natürlich noch die immer mehr steigenden Energiekosten. Stromproduktion wird immer mehr konventionellen Kraftwerken beraubt, der Stromverbrauch steigt, also steigt auch der Preis. Gas ist auch kompliziert und teuer… Angebot und Nachfrage, alles kaufmännisch erklärbar.
Bitte vergleiche nicht Äpfel mit Birnen (wie Bio-Eier aus dem Supermarkt sind alle gleich) und verallgemeinere nicht die einzelnen Bio-Siegel.
Ohne zutreffende Zertifizierung darf kein Produkt als „bio“ deklariert werden und die Einhaltung der Vorgaben je nach Siegel werden kontrolliert.
Was du zurecht monierst, ist die ernüchternd schlechte Qualität der Produzenten, die lediglich gemäß EU-Bio-Siegel am Markt sind, besser geht immer.
Für Privatleute kann man nicht per se sagen, dass zB. deren Eier immer automatisch „bio“ sind, ist neben der Medikamentengabe auch die Futterwahl entscheidend.
Und ja, natürlich sind die Bio-Zertifizierungen ein Preistreiber, umgekehrt garantieren sie dem Kunden aber die Einhaltung der erwarteten Qualität und liefern dem Produzenten gewissermaßen Marketing inklusive.
Das Bedauerliche ist, dass nicht alle Menschen der Gesellschaft die gleichen Möglichkeiten haben, sich mindestens jedes Grundnahrungsmittel zu kaufen, ohne auf den Preis achten zu müssen.
Spezielle Produkte wie Kaviar, Königskrabben oder Katzenkackekaffee dürfen gerne ihre eigenen Preise haben, das ist so oder so eine Nische.
Ja klar verteuert das das Produkt. Für den tüv und andere anerkannte prüfinstitute ist das eine gelddruckmaschine und es verlängert auch die beschaffungszeiten enorm. Wenn du eine echt-Deckel prüfen läßt und der 20.000mal auf und zugeklappt werden muss, dauert das halt nicht Stunden sondern Wochen und ab 15.000 Anwendungen kannst du nur hoffen, dass nichts mehr schiefgeht.
Einfacher sind da Prüfungen wie z.b. Inhaltsstoffe – schließlich wollen wir nicht, dass deine sanfte babyhaut am hintern nach deinem Geschäft mit Pickeln übersäät ist.
Kleiner Hinweis: Es gibt eine China Export (CE) Kennzeichnung, welche der Conformité Européenne (CE) Kennzeichnet sehr ähnlich sieht.
Diese 7,7 Millionen Geräte konnten in den Handel kommen, ohne dass die Bundesnetzagentur etwas dagegen unternehmen konnte?
Warum wird bei der Einreise solcher Geräte nicht besser kontrolliert?
Millionenfacher Betrug unter den Augen einer Behörde? Das sind fast schon mafiöse Ausmaße.
Unfassbar
Mach dich mal schlau was für eine Menge täglich nach Deutschland importiert wird. Du kannst das schlicht nicht alles kontrollieren. Ist einfach zu viel. Was meinst du warum man so problemlos kokain und co tonnenweise importieren kann und man nur ab und zu welches sicherstellen kann
Richtig. Das geht schon seit Jahrzehnten so und ist in anderen Bereichen auch nicht besser. Vielleicht müssen die Bedingungen verändert werden, möglicherweise können demnächst Roboter und Digitalisierung helfen. Aber ein so beschriebenes Einfalltor ist doch eine Einladung für Betrüger und Verbrecher zu Lasten alle Insassen der BRD.
Ich vertraue den Zahlen der Netzagentur!!!