Preis-Leistungs König
Magic Pro 13: XPPen stellt neues Standalone Grafiktablet vor
Mit dem Magic Pro 13 hat der auf Zeichentablets spezialisierte Hersteller XPPen auf der IFA ein neues Android basiertes Standalone Display Tablet vorgestellt. Es handelt sich dabei zwar nicht um das erste mobile Grafiktablett von XPPen, die mit dem Magic Drawing Pad und dem als digitales Notizbuch und Journaling Pad gedachten Magic Notepad bereits zwei Android Tablets mit Fokus auf die Stiftfunktion im Portfolio haben.
Das Magic Pro 13 soll jedoch neben der mobilen Nutzung auch stationär keinerlei Performancenachteile gegenüber dedizierten Zeichentablets aufweisen. Zwar lassen sich die meisten All-in-One Zeichentablets auch als Eingabegerät am PC nutzen, setzen dabei jedoch auf softwareseitige Datenaufbereitung und -übertragung durch das jeweilige Betriebssystem.

Drawing Display Mode
Am Mac angeschlossen umgeht das Magic Pro 13 diesen Overhead der Android-Installation und schaltet automatisch in einen dedizierten Grafiktablet-Modus, der die Bildübertragung und Stifteingaben auf Hardwareebene verarbeitet. Dadurch werden für eine möglichst verzögerungsfreie Stifteingabe die Latenzen auf ein Minimum reduziert und ebenso Kompromisse bei der Farbdarstellung umgangen.
Dennoch dürfte das ab Oktober erhältliche Magic Pro 13 bei Mac Nutzern, die bereits ein iPad ihr Eigen nennen, einen schweren Stand haben. Dank Apples Sidecar Funktion lassen sich auch die iPads ebenfalls als Zeichentablet am Mac nutzen. Und zumindest wir empfinden die Stifteingabe sowohl kabelgebunden wie auch über WLAN als durchaus brauchbar.

Allerdings bergen die Tablets aus Cuptertino zwei nicht unerhebliche Einschränkungen. Erstens sind sie – gerade sofern sie ausschließlich als stationäres Grafiktablet eingesetzt werden sollen – nicht besonders günstig. Wer die beim iPad Pro maximal erhältliche Größe von 13 Zoll haben möchte, sieht sich mit der UVP ab 1699 Euro konfrontiert. Das Magic Pro 13 wird vermutlich nur einen Bruchteil dessen kosten und wird damit zu einer erheblich günstigeren Alternative.
Zweitens endet die Skala der verfügbaren Größen bei den iPads bei jenen 13 Zoll. Und diesbezüglich finden wir gerade das restliche Portfolio von XPPen ausgesprochen interessant. Zumal die Display Tablets von XPPen nicht nur in Bezug auf ihre technischen Daten, sondern ebenso durch ausgesprochen attraktive Preise überzeugen.
Tatsächlich begleitet zumindest meinen Haushalt bereits seit zwei Jahren ein XPPen Artist Pro 14 (Gen 2), das sich meine Partnerin gekauft hat. Und sie konnten bisher sowohl Qualität wie auch Leistung voll überzeugen. Zusätzlich konnte ich selber bereits während Gamescom in Köln nochmal einen Blick auf XPPens restliches Portfolio werfen.
Displaygrößen bis 27 Zoll
Neben Display Tablets von 10 bis 24 Zoll gehört dazu seit März diesen Jahres auch ein gigantisches 27 Zoll Modell, womit XPPen mit dem Platzhirsch Wacom gleichzieht. Wie das Wacom Cintiq Pro 27 bietet auch das XPPen Artist Pro 27 einen riesigen, voll laminierten 10 Bit HDR Touch Screen mit 4K Auflösung und 120 Hz Bildwiederholrate. Lediglich die Helligkeit fällt mit 350 statt 400 Nits minimal niedriger aus.

Im Gegenzug unterbietet XPPen Wacom allerdings auch deutlich beim Preis und veranschlagt eine UVP von 1999 Euro, während Wacom 3850 Euro für ihr Spitzenmodell verlangt. Zumal XPPen regelmäßig mit Rabatte wirbt, sodass das Artist Pro 27 auch aktuell bereits ab rund 1700 Euro erhältlich ist.
Ebenso geizt XPPen nicht beim Lieferumfang und legt neben ihrem X3 Pro Stylus mit 16.000 Druckstufen und 60 Grad Neigungserkennung noch den etwas dünner zulaufenden X3 Pro Schlankstift ebenso wie ihre ACK05 Shortcut-Fernbedienung mit ins Paket.
Mit und ohne Display
Doch auch für schmalere Geldbeutel, ebenso wie kleinere Schreibtische, bietet der Hersteller ein manigfaltiges Angebot an Display Tablets. Bereits beim Artist Pro 24 sinkt der Angebotspreis auf knapp 750 Euro. Das bereits genannte Artist Pro 14 (Gen 2) rangiert bei 352 Euro. Auch wenn beide Geräte auf die Touch-Eingabe verzichten. Umso wichtiger, dass XPPen auch hier jeweils ihre Shortcut-Fernsteuerung beilegt.
Neben der Ultra Serie, die auf ein 14 und ein 16 Zoll Modell mit Multi-Touch und AMOLED statt der sonst eingesetzten LCD Panel setzt, umfasst das Angebot des Herstellers ebenso ein breites Budget Segment. Auch die Auswahl klassischer Grafiktablets ohne Display ist förmlich erschlagend. Womit vom Hobbyisten bis zum professionellen Illustrator, Grafikdesigner oder Konstrukteur alle Interessengruppen, die auf hochwertige Grafiktablets angewiesen sind, fündig werden sollten.

Nicht stressen lassen
Einzig die im eigenen Shop von XPPen integrierten Dark-Pattern Mechaniken in Form bunter sich drehender Glücksräder, die mit zusätzlichen Rabatten und Goodies werben, sowie mit einem Timer zum schnellen Kauf animieren sollen, müssen wir deutlich kritisieren. Lasst euch von dem herunter tickenden Timer jedoch auf keinen Fall beirren. Wenn ihr euch einen zusätzlichen Rabattcode „erdreht“ habt, notiert euch diesen einfach. Ihr könnt ihn auch dann noch an der Kasse eintragen, selbst wenn der Timer längst abgelaufen ist.