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Google im Visier der Verlage: Bundesregierung legt neuen Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht vor

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18 Kommentare 18

Die Bundesregierung hat heute einen zweiten Entwurf zum „Leistungsschutzrecht für Verlage“ vorgelegt. Nach der Protestwelle bei der ursprünglichen Vorstellung wurde der Gesetzestext nun dahingehend modifiziert, dass sich nur „gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten“ im Visier der Verlage befinden.

Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass Google Gebühren an die Rechteinhaber entrichten müsste, sobald zusammen neben dem Link zu einem Online-Artikel ein kurzer Textauszug – ein sogenanntes Snippet – über den Inhalt des Artikels informiert.

Klingt nicht gut? Finden wir auch. Denn genau dieser Textausschnitt hilft uns dabei, schnell und weitgehend sicher zu entscheiden, ob sich der Klick auf den Artikel lohnt. Websseitenbetreiber – auch wir – profitieren schließlich irgendwo auch davon, dass Google diesen Service anbietet und am Ende des Tages den gefundenen Texten eine nicht zu vernachlässigende Zahl interessierter Leser schickt.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht darum, dass die Suchmaschinen komplette Texte veröffentlichen bzw. kopieren. Die Verleger möchten quasi den Klappentext bezahlt haben, also die paar Zeilen, die das Interesse des Lesers wecken sollen.

Die Gefahr, dass statt dieser sogenannten Text-Snippets komplette Texte ungeahndet kopiert werden, besteht übrigens nicht. Das existierende Urheberrecht bietet bereits ausreichend Handhabe, um gegen den Diebstahl geistigen Eigentums vorzugehen.

Wer sich weiter zum Thema informieren will, schaut sich den unten eingebetteten Videobeitrag des ZDF an, zudem informiert die Tagesschau umfassend zum Thema.

Mittwoch, 29. Aug 2012, 17:23 Uhr — Chris
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Rede mit!
  • Was hier in Deutschland mittlerweile für Gesetze vorgelegt werden ist teilweise zum Haareraufen.

  • Text gelesen, Video gesehen, und immer noch nicht den Sinn des ganzen verstanden.

  • langsam wirds echt armseelig wofuer konzerne kassieren wollen. die sollen doch froh sein dass es sowas gibt. normalerweise bezahlen sie noch dafuer dass geworben wird. geldgierige geier!

    • Vorallem weil die dort verlinkten Artikel auf deren eigener Webseite eh kostenlos abrufbar sind. Und da ich mir ein Werbebombardement eh durch Adblock, NoScript, FlashBlock erspare ist auch das keine Begründung. (Für alle die mich jetzt wegen Adblock anmeckern wollen: klar kann ich es auch deaktivieren, aber gerade an fremden Rechnern/Internetcafes wo kein Adblock installiert ist, verliere ich so schnell die Lust am Surfen das ich es lieber ganz sein lasse!)

  • Na, wenn die sich da mal nicht selbst das Wasser abgraben. Google wird einen Dreck zahlen. Die entfernen das bisschen Text und kein Schwein klickt mehr den Link. Hoffentlich bleiben alle anderen Seiten davon unberührt.

  • Hoffentlich kommt es dann so, dass man sich bei Google als Nachrichtenbetreiber melden kann und es Google erlaubt solche Snippets ohne Gebuehr zu verwenden. In die Roehre schauen dann die, die auf ihre Gebuehren bestehen wuerden.

  • Richtig. Völlig Hirnriss. Da waren wohl die Lobbyisten dümmer als die Polizei erlaubt. Ich tu doch in so einem Fall alles, damit der User die Seite anklickt. Wenn mir dazu z.B. Google noch nen Teaser-Text abbildet, um so besser! Da freu ich mich doch drüber! Mehr Besucher, mehr Klicks!
    Aber wie so oft, manche Herrschaften kriegen den Hals einfach nicht genug voll. Der Schuss geht nach hinten los. Und hinterher wills wieder keiner gewesen sein von den superschlauen Herrschaften.
    Hoffentlich entfernt Google die Teaser-Texte!

  • Wir lassen uns von Lobbyisten Gesetze für den schnellen Euro von Dinosauriern und Abmahnanwälten unterjubeln, die dann von Gerichten verhandelt werden, deren Betrachtung der Sachverhalte noch aus dem Industriezeitalter stammen. Völlig Innovationsfeindlich werden wir in Sachen Informationsgesellschaft irgendwann zum Schlusslicht und Entwicklungsland.
    Sobald die Margen für die Konzerne in keinem Verhältnis mehr zu Lizenzgebühren, Verwertungsabgaben, Anwaltskosten, etc. stehen und man Produkte bis zur Unbrauchbarkeit verstümmeln muss, oder aber andere mit der eigenen Idee nur noch durchfüttert, sollten diese doch einen Bogen um uns machen.
    Keine eBooks, da trotzt geringerer „Produktionskosten“ gleicher Preis wie die Papierausgabe; kein Video on Demand, da ich bspw. die Serie auf DVD günstiger bekomme und es aus der Cloud eh nicht sein darf; kein Musikstreaming, etc. da man hier direkt an den Verwertungsgesellschaften klebt und mit einem Bein im Knast ist, wenn’s irgendeiner Lobby nicht passt; keine Links auf andere Seiten, keine Foren, undundund, weil man deren Inhalte selbst verantworten muss; keine Videoplattformen, da da ja jemand Musikvideos hochladen könnte; HDTV nur dann, wenn man extra zahlt und sich damit auch noch verpflichtet, die Werbung zu gucken; Drucker und Scanner müssen künstlich verlangsamt, Speichermedien/Rohlinge verteuert werden… die Liste liesse sich beliebig fortsetzen – und jetzt eben: keine Suchmaschinen mehr, da man ja etwas finden könnte, was man nicht anzeigen darf.
    Also ich bin kein Anarcho, aber ich finde dieses deutsche Internet, dass sich da abzeichnet ziemlich unbrauchbar – wenn das so weitergeht, dann kann man ja bald nach China auswandern ;-)

  • Heißt das, ich – als Kleinblogger – darf Google Lizenzgebühren in Rechnung stellen? Und wie ist das dann erst bei Facebook (=> Open Graph)??? Sind die auch befallen?

  • Also ich bin dafür, dass Google wirklich ernst macht die sollen ruhig mal alle deutschen Angebote, wenn auch nur für einen Tag entfernen, dann werden die Verlage schon sehen, was sie davon haben, ohne Google funktioniert nämlich auch deren Internetpräsenz nicht, die einzigen die noch ihre Website besuchen werden sind Leute, die diese kennen und regelmäßig lesen.

    • Da wäre ich auch mal für das 1 Tag lang keinerlei Suchergebnisse zu solchen inkompetenten Bereichen führen und man nur mit der Eingabe der URL dorthin kommt. Allerdings würde das garantiert eine Sondersitzung einberufen wegen Zensur und Strafzahlung gegen Google die sie auch nicht zahlen werden ^^

  • Klingt wie ein verstecktes ACTA

    dreck

  • Muss ich im Buchladen jetzt auch bezahlen, wenn ich den Buchrücken lese?

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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