Erst Vertrauter, jetzt Verwerter
Kritik von Innen: OpenAI-Mitarbeiter warnt vor Werbemodell bei ChatGPT
Die Entscheidung von OpenAI, Werbung in seinem KI-Dienst ChatGPT zu integrieren, stößt auf interne Kritik, die von einer ehemaligen Mitarbeiterin in der New York Times veröffentlicht wurde.
Die Autorin des Artikels „OpenAI Is Making the Mistakes Facebook Made. I Quit.“ war mehrere Jahre an der Entwicklung von ChatGPT und an der Ausgestaltung der Sicherheitsleitlinien beteiligt und begründet ihren Abschied mit grundsätzlichen Bedenken gegenüber dem eingeschlagenen Geschäftsmodell.
Erst Vertrauter, jetzt Verwerter
Im Zentrum der Kritik steht die besondere Art der Nutzung von Chatbots. Nutzer würden mit einem dialogorientierten System sprechen und dabei häufig sehr persönliche Informationen teilen. Dazu zählen gesundheitliche Sorgen, private Konflikte oder religiöse Überzeugungen. Diese Offenheit sei auch dadurch entstanden, dass viele Nutzer davon ausgingen, keine kommerzielle Auswertung dieser Inhalte befürchten zu müssen.
Werbung, die auf solchen Gesprächsinhalten oder daraus abgeleiteten Profilen basiert, berge laut der Autorin das Risiko gezielter Beeinflussung. Die technischen und rechtlichen Instrumente, um solche Effekte zuverlässig zu kontrollieren, seien bislang unzureichend.
Parallelen zu Facebook sichtbar
OpenAI verweist zwar darauf, dass Anzeigen klar gekennzeichnet seien, keinen Einfluss auf Antworten hätten und sensible Themen ausgenommen würden, diese Zusicherungen erinnern jedoch stark an frühere Versprechen anderer Plattformen. Die ehemalige Mitarbeiterin zieht Parallelen zu Facebook, wo schrittweise Anpassungen des Werbemodells langfristig zu einer stärkeren Nutzung persönlicher Daten geführt hätten. Ein ähnlicher ökonomischer Druck könne auch bei OpenAI entstehen, sobald Werbeeinnahmen zu einem zentralen Finanzierungsfaktor werden.
Bereits zuvor hatte OpenAI argumentiert, dass Werbung notwendig sei, um den kostenlosen Zugang zu sichern, während werbefreie Nutzung kostenpflichtigen Abos vorbehalten bleibt. Konkurrenzangebote wie Anthropic mit seinem Chatbot Claude setzen dagegen auf Abonnements und verzichten bislang auf Anzeigen. Gleichzeitig steigen die Preise für leistungsstarke KI-Zugänge branchenweit deutlich, was den Zugang für viele Nutzer einschränkt.


„keine kommerzielle Auswertung dieser Inhalte befürchten zu müssen.“
Ehrlich? Das haben Nutzer geglaubt?
Alter Falter…. wo ist bloß der gesunde Menschenverstand geblieben?!
+1
Alles ausreden, die könnten genauso den free tier schließen, aber dann hätten die beißen VCa keine so große Bewertung mehr (active users). Und Facebook ist hier durchaus das beste Beispiel, denn genauso werden die es auch handhaben, da bin ich mir sicher – wo VCs im Spiel sind bleibt kein $ auf dem Tisch liegen!
… hätten die bei den VCs keine …
Inzwischen finde ich Gemini 3 fast besser.
Ja labert nicht so komisch…. „so haben wir es immer gehandhabt