ifun.de — Apple News seit 2001. 45 702 Artikel

Erst Vertrauter, jetzt Verwerter

Kritik von Innen: OpenAI-Mitarbeiter warnt vor Werbemodell bei ChatGPT

Artikel auf Mastodon teilen.
6 Kommentare 6

Die Entscheidung von OpenAI, Werbung in seinem KI-Dienst ChatGPT zu integrieren, stößt auf interne Kritik, die von einer ehemaligen Mitarbeiterin in der New York Times veröffentlicht wurde.

Open Ai Anzeige

Die Autorin des Artikels „OpenAI Is Making the Mistakes Facebook Made. I Quit.“ war mehrere Jahre an der Entwicklung von ChatGPT und an der Ausgestaltung der Sicherheitsleitlinien beteiligt und begründet ihren Abschied mit grundsätzlichen Bedenken gegenüber dem eingeschlagenen Geschäftsmodell.

Erst Vertrauter, jetzt Verwerter

Im Zentrum der Kritik steht die besondere Art der Nutzung von Chatbots. Nutzer würden mit einem dialogorientierten System sprechen und dabei häufig sehr persönliche Informationen teilen. Dazu zählen gesundheitliche Sorgen, private Konflikte oder religiöse Überzeugungen. Diese Offenheit sei auch dadurch entstanden, dass viele Nutzer davon ausgingen, keine kommerzielle Auswertung dieser Inhalte befürchten zu müssen.

Werbung, die auf solchen Gesprächsinhalten oder daraus abgeleiteten Profilen basiert, berge laut der Autorin das Risiko gezielter Beeinflussung. Die technischen und rechtlichen Instrumente, um solche Effekte zuverlässig zu kontrollieren, seien bislang unzureichend.

Parallelen zu Facebook sichtbar

OpenAI verweist zwar darauf, dass Anzeigen klar gekennzeichnet seien, keinen Einfluss auf Antworten hätten und sensible Themen ausgenommen würden, diese Zusicherungen erinnern jedoch stark an frühere Versprechen anderer Plattformen. Die ehemalige Mitarbeiterin zieht Parallelen zu Facebook, wo schrittweise Anpassungen des Werbemodells langfristig zu einer stärkeren Nutzung persönlicher Daten geführt hätten. Ein ähnlicher ökonomischer Druck könne auch bei OpenAI entstehen, sobald Werbeeinnahmen zu einem zentralen Finanzierungsfaktor werden.

Openai Werbung

Bereits zuvor hatte OpenAI argumentiert, dass Werbung notwendig sei, um den kostenlosen Zugang zu sichern, während werbefreie Nutzung kostenpflichtigen Abos vorbehalten bleibt. Konkurrenzangebote wie Anthropic mit seinem Chatbot Claude setzen dagegen auf Abonnements und verzichten bislang auf Anzeigen. Gleichzeitig steigen die Preise für leistungsstarke KI-Zugänge branchenweit deutlich, was den Zugang für viele Nutzer einschränkt.


12. Feb. 2026 um 14:25 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    6 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • „keine kommerzielle Auswertung dieser Inhalte befürchten zu müssen.“
    Ehrlich? Das haben Nutzer geglaubt?
    Alter Falter…. wo ist bloß der gesunde Menschenverstand geblieben?!

  • Alles ausreden, die könnten genauso den free tier schließen, aber dann hätten die beißen VCa keine so große Bewertung mehr (active users). Und Facebook ist hier durchaus das beste Beispiel, denn genauso werden die es auch handhaben, da bin ich mir sicher – wo VCs im Spiel sind bleibt kein $ auf dem Tisch liegen!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 45702 Artikel in den vergangenen 8878 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2026 aketo GmbH   ·   Impressum   ·      ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven