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iCloud für alle ab 12. Oktober: Die Neuerungen im Überblick

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Schon bei der WWDC im Juni wurde neben iOS 5 auch Apples Schritt in die Wolken angekündigt. Mit iCloud werden verschiedene Cloud-Dienste bereitgestellt, die den Alltag erleichtern, Daten synchronisieren, Speicherplatz sparen und andere innovative Möglichkeiten eröffnen.

Gerüchte über ein langerwartetes Update des MobileMe-Angebots gab es schon lange zuvor. Mit iCloud, das MobileMe letztlich ablösen wird, werden die meisten Probleme des alten Dienstes gelöst und zusätzlich neue Funktionen hinzugefügt. Außerdem ist der Dienst von nun an (abgesehen von iTunes Match) kostenlos.

„Meine Freunde suchen“

Zunächst die heutige Neuankündigung: Der neue Dienst „Meine Freunde suchen“ sorgt zusammen mit einer gleichnamigen App für iPhone und iPad dafür, dass ihr immer wisst, wo eure Freunde sich gerade befinden. Ähnlich Googles „Latitude“ könnt ihr dabei festlegen, wem ihr eure Positionsdaten senden wollt und vor allem: wie lange. So kann beispielsweise bei einem gemeinsamen Treffen die Ortungserlaubnis nur für einen kurzen Zeitraum erteilt werden, damit man sich gegenseitig findet.
Apple macht damit nicht nur Google sondern auch Gowalla und Foursquare große Konkurrenz. Die im Lederlook gestaltete App ist natürlich ebenfalls kostenlos und ab dem 12.10. erhältlich.

Synchronisierung von Kontakten, Kalendern, Lesezeichen und Mails

Für die iCloud-Dienste kann man sich ab dem 12. Oktober entweder mit einer bestehenden Apple-ID einloggen oder komplett neu registrieren. In beiden Fällen darf man sich eine eigene @me.com-Email-Adresse sichern. Natürlich ist auch ein Umzug von MobileMe zu iCloud möglich.
Aktiviert man iCloud anschließend auf seinen iPhones, iPads, Macs, PCs usw. werden auf Wunsch alle Kontakte, Kalender, Erinnerungen, Safari-Lesezeichen und natürlich E-Mails über Apples Wolke kabellos und ständig synchron gehalten.
Wer mit MobileMe dabei bisher Probleme hatte, darf aufatmen: die iCloud-Synchronisierung funktionierte bei uns bisher nahezu perfekt, ohne jegliche Konflikte und vor allem schnell. Legt man z.B. einen neuen Kontakt auf seinem iPhone an, kann man beobachten, wie er auf allen anderen Geräten nur wenige Sekunden später erscheint.

iCloud.com

Mit dem neuen Dienst kommt auch eine neue Weboberfläche. Zukünftig kann über www.iCloud.com von jedem Computer aus auf alle Daten zugegriffen werden. Das Design orientiert sich dabei stark an den jeweiligen Lion-Applikationen, zeigt sich also im legeren Leder- und Leinen-Look.

Mein(en) iPhone / iPad / Mac suchen

Wer befürchtet, sein geliebtes Gerät irgendwann einmal zu verlegen oder gar gestohlen zu bekommen, kann über iCloud.com und natürlich mithilfe der entsprechenden iOS-Applikation auch weiterhin jedes iPhone und iPad lokalisieren.
Der Dienst wurde im November letzten Jahres bereits vom MobileMe-Abonnement getrennt und ist seitdem kostenlos.
Neu hingegen ist „Meinen Mac suchen„. Auch ein MacBook im Standby-Modus lässt sich – Lion vorausgesetzt – mithilfe der Ortsdaten eines WLAN-Netzwerks halbwegs genau orten.

Apps, Bücher und Backup

Auch die nächste Funktion ließ sich schon etwas früher ausprobieren:
Einmal eine App auf einem Gerät kaufen und sie wird automatisch auf allen anderen Geräten heruntergeladen, die den gleichen Account benutzen.
Ebenso verhält es sich mit im iBookStore erworbenen Büchern, bei denen sich außerdem auch die Lesezeichen bzw. der Lesefortschritt im Hintergrund angleichen.
Damit alle iOS-Geräte in Zukunft wirklich kabellos funktionieren und nicht mehr auf einen Computer als Stehhilfe angewiesen sind, lässt sich außerdem auch eine Datensicherung in die iCloud vornehmen.
Praktisch vor allem für Backup-Muffel: Aktiviert man diese einmalig, wird das Backup nicht mehr beim Verbinden mit iTunes vorgenommen, sondern täglich still und leise im Hintergrund, wenn iPhone oder iPad geladen werden und sich gleichzeitig im WLAN befinden – also bei den meisten wohl nachts „im Schlaf“. Und mithilfe dieser Datensicherung lässt sich das Gerät natürlich bei einem Problem oder Neukauf wie gewohnt wiederherstellen.

Dokumente in der Cloud

Spätestens mit der Einführung von iWork auf dem iPhone wurde klar, dass Apple es ernst meint mit der Produktivitätstauglichkeit auf dem kleinen Display. Und mit iCloud lassen sich zukünftig alle Dokumente automatisch auf allen Geräten synchronhalten. „Dokumente in der Cloud“ ersetzt insofern zumindest teilweise die MobileMe’s iDisk.
Neue Möglichkeiten eröffnet diese Funktion allerdings vor allem für Dritthersteller-Apps: nicht nur die iWork-Dokumente lassen sich drahtlos pushen sondern auch andere App-Entwickler können den Dienst in ihre Programme integrieren, sodass z.B. die Datenbank von 1Password oder Zeichnungen einer Grafik-App zukünftig einfach „over the air“ synchronisiert werden können.

Fotostream

Wer wegen seiner Privatsphäre keine Bedenken hat, kann mit iCloud außerdem von der Möglichkeit profitieren, seine iPhone-Schnappschüsse kabellos und ohne jeglichen Aufwand auf anderen Geräten zu genießen. Der Fotostream speichert die 1.000 neusten Fotografien bis zu 30 Tage lang in der iCloud und pusht sie automatisch auf alle anderen freigeschalteten Geräte inkl. dem Mac und übrigens auch dem Apple TV.

iTunes in der Cloud

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist „iTunes in der Cloud“. Mit dem Dienst können Songs, die im iTunes Store geladen wurden, nicht nur automatisch auf alle Geräte gepusht werden, sondern es lassen sich auch bereits gekaufte Titel immer wieder neu egal von welchem Gerät aus kostenlos herunterladen – ähnlich wie schon im AppStore.
Viel interessanter ist allerdings das kostenpflichtige Angebote „iTunes Match“, das allerdings zunächst Apples Kunden in den USA vorbehalten sein wird: Anstatt, wie bei den Konkurrenzprodukten von Google und amazon, die gesamte Musikbibliothek auf einen Server laden zu müssen, vergleicht iTunes die eigene Musiksammlung mit dem Angebot im iTunes Store. Alle Titel, die sich im Online-Musikladen finden lassen, werden mit iTunes Match durch 256kbps-Kopien ersetzt, selbst wenn das eigene Original eine schlechtere Qualität aufweist. Und es werden nur solche Titel hochgeladen, die nicht im iTunes Store verfügbar sind. Anschließend sind alle Songs der eigenen Sammlung auf allen Geräten freigegeben und können „over the air“ heruntergeladen und angehört werden.

Speicherplatz & Preise

Jeder Nutzer erhält mit iCloud 5GB kostenlos zur Verfügung, zu denen der Fotostream und iTunes in der Cloud übrigens nicht dazuzählen. Für Power-User, deren Backups, Mails und Dokumente mehr Speicherplatz in Anspruch nehmen, bietet Apple kostenpflichtige Upgrades.
Wie wir bereits berichteten, wird es 10, 20 oder 50GB (zusätzlich zu den 5GB gratis) zum jährlichen Preis von 16€, 32€ bzw. 80€ geben.
Bisherige MobileMe-Nutzer erhalten beim Umzug übrigens ein Jahr lang 20GB Speicher „gratis“, da sie ja schon für den alten Service bezahlt haben.

Voraussetzung zur Nutzung von iCloud sind iOS 5 bzw. auf OSX 10.7.2 auf dem Mac. Beides wird Apple wohl zum 12. Oktober ebenfalls veröffentlichen.

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04. Okt 2011 um 21:03 Uhr von christian Fehler gefunden?


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