IRIS² wird größer
Europas Starlink-Alternative wächst auf 348 Satelliten
Europa kommt seinem eigenen Satellitennetz einen großen Schritt näher. Die EU-Kommission und das Betreiberkonsortium SpaceRISE haben die letzten Verhandlungen über IRIS² abgeschlossen. Damit wechselt das Projekt von der Planungs- in die Umsetzungsphase – und fällt größer aus als bislang vorgesehen.
Statt der ursprünglich geplanten 282 sollen jetzt 348 Satelliten zum Einsatz kommen. Davon werden 330 in niedrigen Erdumlaufbahnen und 18 in mittleren Umlaufbahnen positioniert. Die zusätzlichen 66 Satelliten sollen vor allem die Kapazitäten für Behörden, Verteidigung, Sicherheitskräfte und Katastrophenschutz erhöhen.
Nach Angaben der EU steigt die für staatliche Nutzer verfügbare Kapazität innerhalb Europas dadurch um rund 60 Prozent. Die ersten Satelliten sollen 2029 starten, ab demselben Jahr sollen schrittweise erste Dienste verfügbar werden.
Europas Antwort auf Starlink
IRIS² wird häufig als europäische Antwort auf Starlink bezeichnet, verfolgt allerdings einen anderen Ansatz. Während SpaceX sein deutlich größeres Netz vor allem als kommerziellen Internetdienst aufgebaut hat, steht bei IRIS² zunächst eine unabhängige und besonders abgesicherte Kommunikationsinfrastruktur für Europa im Mittelpunkt.
Sie soll unter anderem bei Naturkatastrophen, Ausfällen terrestrischer Netze, Grenzüberwachung und militärischen Einsätzen eine Verbindung gewährleisten. Betreiber ist das Konsortium SpaceRISE aus Eutelsat, SES und Hispasat. Die Gesamtinvestitionen werden inzwischen auf rund 15,6 Milliarden Euro beziffert, davon sollen etwa vier Milliarden Euro aus der Privatwirtschaft kommen.
Später auch Internet für Privatnutzer
Langfristig soll IRIS² jedoch nicht Behörden vorbehalten bleiben. Unternehmen und Privatkunden sollen das Netz ebenfalls verwenden können, etwa für Breitbandzugänge in schlecht versorgten Regionen. Vorgesehen ist zudem eine Satellitenebene für Direct-to-Device-Verbindungen und das Internet der Dinge. Hierfür sind bis zu 600 Millionen Euro eingeplant.
Damit könnte die europäische Infrastruktur perspektivisch auch Mobilgeräte direkt erreichen. Wie entsprechende Angebote für Privatnutzer aussehen, welche Endgeräte unterstützt werden und was die Nutzung kosten wird, ist bislang allerdings offen.

Ist ja nicht so, dass eine Starlink-Alternative nicht begrüßenswert wäre, aber wenn jeder sein eigenes Satelliten-Netzwerk da hoch schießt, geht das auch schon wieder in die falsche Richtung!
Warum?
Weltraumschrott?
Unabhängigkeit ist das Stichwort. Auf den Clown von Übersee möchte ich mich nicht verlassen wollen. Der nimmt am Ende noch Zoll für Amerikanisches Internet :D
Statt Clown passt eher Ingenieur.
@Luki: Ja, Musk hat den Abschluss „Bachelor of Science in Wirtschaft“ und ja, der Mann hat Visionen und die Fähigkeit, diese Visionen umzusetzen. Dennoch ist er halt irgendwann falsch abgebogen. Ging aber schon vielen anderen Visionären vor ihm so.
Mit Clown wird bestimmt Trump gemeint sein. Paßt als,Beschreibung. Und der Elon hat sich ja schon für seine trumpeligen Peinlichkeiten um Entschuldigung gebeten.
Das macht es alles nicht besser, aber es gibt Hoffnung, weil es Einsicht zeigt.
Und zum Thema: UNBEDINGT unabhängig machen von Dritten. Schön, wenn wir es nicht brauchen, aber besser, wenn wir es bei Bedarf halt haben und nicht der organgehäutigen Willkür ausgeliefert sind.
Musk ist geistesgestört. Schau dir mal das Interview mit Zanny Minton Beddoes an. Der Typ gehört in die Klappse. Der Gedanke von so einem Honk abhängig zu machen widert mich an.
Jeder? Wer denn noch? Ich begrüße die Unabhängigkeit von Musk / USA sehr. Bevor es noch Zölle im Internet gibt.
USA mit NASA, SpaceX und Amazon, Europa mit Deutschland, Frankreich und Spanien, Russland und China gleich mit mehreren Netzen, Australien….
Jeweils mehrere Nutzungsprojekte, kommerziell, Forschung und militärisch mit jeweils mehreren hundert Satelliten.
Ganz toll!!!
Bedeutet was? Wer als erstes dran ist, gewinnt und bleibt es bei Dir?
10 Jahre zu spät, aber besser jetzt als nie …
Krieg der Sterne wird vorbereitet- wenn erstmal alle Big Player im All angreifbar sind verlagern sich hoffentlich die gewaltsamen Konflikte ganz weg vom Planeten….
Es ist keine Antwort auf Starlink, es ist das europäische Gegenstück zu Starshield, eine Satellitenkonstellation betrieben durch US Space Force, basierend auf Starlink Technik.
Das heißt, sie kommen viel später und viel kleiner…
Amazon schießt noch dieses Jahr mehr Satelliten ins All, als die EU das bis 2029 gemacht haben will.
Da von Alternative zu sprechen… kritisch. Vor allem, weil SpaceX und auch Amazon den Ansatz verfolgen, direkt auch normalen Usern Vorteile zu bieten und nicht nur die langsamen Behörden mal in die aktuelle Zeit heben wollen.
PS: Womit fliegen die Satelliten ins All? Einer Falcon 9 oder dem Starship? ;D
Das Ziel ist doch nicht mit Starlink zu konkurrieren, sondern eine sichere Satelitenkommunikation für die EU ohne US Einfluss zu haben.
„Alternative zu Starlink“ = Konkurrenz.
Dann ist das Thema des Artikels leicht verfehlt.
Hat man nur Starlink, muss man Starlink nutzen. Hat man eigene Satelliten, hat man eine Alternative. Natürlich nur diejenigen, die diese Alternative nutzen dürfen. Da private Nutzer erstmal nicht adressieren werden, ist es in absehbarer Zukunft aber keine 1:1-Konkurrenz zu Starlink.
Das Video sagt: „Europe will not longer depend on others in satellite connectivity.“
Das scheint mir doch etwas hoch gegriffen. Kann sämtliche europäische Satellitenkommunikation damit abgedeckt werden?
Irgendwann sieht man vor lauter Weltraum Schrot und Satelliten die Sterne nicht mehr. Jetzt kann man sie mit bloßen Augen erkennen, alle 30 Sekunden fliegt so ein Ding über einen hinweg.
Man kann wieder mal erkennen, dass der Staat alles ineffizienter macht – bis „er“ es schafft, ein paar Satelliten ins All zu schießen, macht das Privatunternehmen das 10-100fache zu einem Bruchteil der Kosten.