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Neue Regeln für Minderjährige

EU KIDS Act: Diese Regeln sollen für Kinder gelten

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28 Kommentare 28

Die EU-Kommission hat mit dem EU KIDS Act einen Gesetzesvorschlag für einen gestaffelten Zugang Minderjähriger zu sozialen Netzwerken vorgelegt. Unter 13 Jahren soll Social Media grundsätzlich tabu sein, eigene Konten sollen erst ab 15 Jahren möglich werden. Der Entwurf geht nun an Europäisches Parlament und Rat.

Kids Act Eu Proposal

Für 13- und 14-Jährige sind sogenannte Mini-Konten vorgesehen, die Eltern über ihr eigenes Konto einrichten. Kontakte und Nutzungszeit sollen begrenzt sein, letztere auf höchstens eine Stunde täglich. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren dürfen keine sozialen Netzwerke nutzen, können über Elternkonten aber auf kindgerechte Videodienste zugreifen. Auch dort gilt eine Stunde pro Tag.

Damit konkretisiert die Kommission den Ansatz, den Ursula von der Leyen gestern in ihrer Rede zur Lage der Union angekündigt hatte.

Endlos-Scrollen und KI-Begleiter

Die Altersgrenzen sind nur ein Teil des Entwurfs. Vorgaben zur sicheren Gestaltung sollen auch für Videoportale, Online-Spiele, KI-Begleiter und Chatbots gelten. Verboten werden sollen suchtfördernde Mechanismen, profilbasierte Empfehlungsfeeds, Endlos-Scrollen ohne Unterbrechung, Push-Mitteilungen während der Schlafenszeit und unerwünschte Kontakte durch Fremde.

Eu Kids ActKonten Minderjähriger sollen privat sein. Standortzugriff, Kamera und Mikrofon müssen zunächst deaktiviert bleiben. KI-Begleiter und Chatbots sollen ausgeschaltet sein und keine Beziehungen so nachbilden dürfen, dass emotionale Abhängigkeiten entstehen.

Altersprüfung und 90-Tage-Verfahren

Online-Dienste und App Stores sollen Verfahren zur Altersfeststellung einsetzen. Als Beispiel nennt die EU-Kommission ihre Altersverifikations-App, bei der weder Ausweisdokumente noch biometrische Daten gespeichert werden sollen. Bei bestehenden Konten dürfen Anbieter das Alter anhand plausibler Anhaltspunkte wie dem Erstellungsdatum oder hinterlegten Kreditkartendaten abschätzen.

  • 3 bis unter 13 Jahre: Eltern können auf ihrem Gerät ein beaufsichtigtes Konto einrichten. Der Zugriff ist auf altersgerechte Spiele und Videodienste beschränkt.
  • 13 bis unter 15 Jahre: Eltern können über ihr eigenes Konto ein Mini-Konto einrichten. Für Videoplattformen und soziale Netzwerke gelten eingeschränkte Funktionen.
  • Alle Minderjährigen: Eltern sollen Werkzeuge erhalten, die sich an Alter und Entwicklungsstand des Kindes anpassen.

Bei sehr großen Plattformen dreht der Entwurf die Beweislast um. Anbieter sollen belegen, dass ihre Dienste sicher gestaltet sind, und dafür Prüfpläne bei Kommission und unabhängigen Auditoren einreichen. Bei Verstößen sind beschleunigte Verfahren mit einer Frist von 90 Tagen vorgesehen. Dafür will die EU auf bestehende Strukturen des Digital Services Act und des AI Act zurückgreifen.

24. Sep. 2026 um 17:47 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Finde ich konsequent und richtig. Den sachgerechten Umgang mit Social Media zu vermitteln ist uns 20 Jahre lang nicht gelungen.

    Darüber hinaus ist heutzutage mehr als klar, dass die techkonzerne nicht unsere Freunde sind.

    • Ich glaub ich mach mir auch ein Kinderkonto. Ich wollte Instagram nur für Rezepte & Gartenthemen nutzen, wurde immer mit so viel Müll zugespammt, dass ich Instagram letztes Jahr gelöscht habe. Mal gucken ob man damit deren „Ablenkungsmüll“ in den Feeds los wird.

    • Was heisst nicht gelungen. Eltern haben es in der Hand. Wenn sie sich nicht interessieren gelingt es natürlich nicht. Bei uns gelingt es. Ohne staatliche Eingriffe gibt es vor 16 kein social media. Es kann so einfach sein.

  • Finde ich schwierig. Wird einerseits umgangen und andererseits stirbt die Anonymität im Netz.

    • Der Kommentar liest sich recht reißerisch: „Jedes Kind muss sich durchgehend beobachtet fühlen und an das Gefühl gewöhnen, ständig überwacht zu werden,“ heißt es da. Ständig überwacht werden sie tatsächlich. Durch die Sozialen Medien, deren selbstbestimmte Nutzung der Beitrag sehr einseitig verteidigt. Der Beitrag verkennt m.E. dass der flächendeckend für alle erschwerte Zugang zu sozialen Medien eine Chance darstellt, die Autonomie unserer Kinder von Big Tech sowie ihre Teilhabe am analogen Leben zu fördern. Wenn Kinder mit 11 Jahren bis zu 12 Stunden täglich auf einen Bildschirm starren, hat das nichts mit Freiheit zu tun.
      Die negativen Auswirkungen von Handy- und Social Media-Nutzung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind wissenschaftlich gut belegt. Für uns Eltern ist es hilfreich, uns auf konkrete Gesetze berufen zu können, wenn wir mit unseren Kindern die Rahmenbedingungen für deren Mediennutzung aushandeln. Dass der Balanceakt aus Selbstbestimmung und Schutz komplex und immer wieder abzuwägen ist, steht außer Frage.
      Ganz richtig heißt es in dem Beitrag, „Kinder und Jugendliche müssen wie im analogen Leben lernen, riskante Situationen zu erkennen, Grenzen zu setzen und Hilfe zu holen. Regulierung sollte sie dabei unterstützen, aber kann ihnen diese Fähigkeiten nicht abnehmen.“ Deshalb gibt es bereits jetzt flankierende Maßnahmen zur kritischen Medienerziehung, die weiter ausgebaut werden könnten und sollten.

      • @E.Frank für den richtigen Umgang mit social media braucht es nicht den Staat. Ihr könnt eurem Kind alles verbieten bis es alt genug ist. Bei Android und iOS gibt es genug Möglichkeiten um dir Nutzung zu regulieren. Unsere Kinder bekommen vor 16 kein social media und bis dahin erklären wir denen wie man sowas vernünftig benutzt. Den Staat brauchen wir dafür nicht und vor allem brauchen wir keine Gesetze die quasi die Anonymität aushebeln. Das ist in der Tat eine große Gefahr für die Demokratie.

      • Das stimmt. Wir benötigen es nicht. Aber wir sind in der Minderheit. De facto ist nur ein kleiner Anteil an Eltern bereit oder in der Lage, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen und ihre Kinder auf diese Art zu schützen. Dieser Umstand erschwert es uns wenigen ungemein. Denn unsere Kinder sind die einzigen, die nicht Teil des Klassenchats sind. Und langweilen sich trotzdem auf Geburtstagsfeiern von Drittklässlern, auf denen Kinder nur noch aufs Handy starren. Und werden trotzdem von Gleichaltrigen gefilmt und ins Netz gestellt. Und haben in der Schule Nachteile, weil die Lehrkräfte mit den Kindern beschäftigt sind, die nichts mitbekommen, weil sie sich mit dem Handy unter der Schulbank ablenken. Die Familien, die es bräuchten, werden durch Angebote zur Medienerziehung nicht erreicht.
        Jenseits dieser anekdotischen Evidenz haben wir ganz eindeutig ein gesamtgesellschaftliches Problem. Inzwischen weisen 1/4 aller Kinder und Jugendlichen eine pathologische oder riskante Social Media Nutzung auf. Tendenz steigend.
        Was wäre Ihr Vorschlag?

  • Mehr als Lachen geht nicht mehr. Zu traurig das ganze.

  • Wenn man elementare mechaniken wie endlos scrollen verbietet, statt sich souverän, sachlich mit allen beteiligten, sprich Eltern, Kindern, Pädagogen, Medienschaffenden in Dialog zu begeben…

    Ich will auch ein endlos scroll verbot für lange juristische Texte, AGB, irgendwelche Excel sheets die von Zahlenschiebern zusammengefrotzelt wurden… komisch… da ist doom scrolling wieder erlaubt?

    Vernünftige Medienbildung und Auseinandersetzung wäre produktiver als Verbote… denn schwupps, werden die Kinder 19 und dürfen ganz legal doom scrollen… und dann wundern sich die alten wieder, warum die Jugend es nicht gelernt hat mit all der grenzenlosen Freiheit, den Mechanismen usw. umzugehen, sie einzuordnen usw… Wenn alte sich nur mit Verboten zu helfen wissen, wissen wir dass das eigentlich eine Kapitulation statt langfristig erlernter Eigenverantwortung ist.

    Blöd nur, dass Kinder oft schlauer sind und sich eigene vollwertige Accounts anlegen können… ein nötiger Ausweis sollte nicht so das Problem sein.

  • Das bedeutet eine Ausweispflicht für alle – als auch für Erwachsene. Wieso wird das im Artikel nicht erwähnt?

  • Halleluja.
    Danke liebe EU. Noch mehr Nanny Staat für alle. Sicherlich werden sich alle freuen, wenn Facebook und Instagram plötzlich nach ihrem digitalen Ausweis fragen und niemand einen hat b

  • Ich halte das für echt schwierig. Einerseits muss etwas passieren. Wenn ich sehe mit was für Inhalten Kinder (auch meine) durch andere Kinder z.B. in der Schule in Kontakt kommen halte ich das für grenzwertig. Wir versuchen schon Inhalte entsprechend altersgerecht zu filtern. Das Problem ist, dass man sofort am Verhalten der Kinder merkt, wenn auf Geräten von Klassenkameraden entsprechende Inhalte konsumiert wurden. Viele Eltern interessiert es nicht was die Kinder online so machen oder viele haben auch kein Verständnis, wie man es beschränken kann.
    Die Folge sehen wir dann auf der Arbeit bei den Azubis. Viele von denen sind nicht 10Minuten in der Lage auf das Handy zu verzichten.
    Natürlich sollte das nicht zu weiterer Kontrolle führen. Aber „weiter so“ geht halt auch nicht.

    • Genau, dass ist Punkt, die Medienerziehung meiner Kinder kann ich beeinflussen, die von anderen Kindern nicht – genau hier würde eine Regulierung unsere Kinder schützen…

  • Absolut notwendig und nachvollziehbar. Dass ein paar kinderlose Nerds das anders sehen, ist klar. Aber darin den Untergang des Abendlandes zu sehen, ist überdreht. Es war überfällig, das vorsätzliche Vermatschen minderjähriger Gehirne zu stoppen. Und Klarnamenpflicht ist ebenfalls eine gute Idee, um die schlimmsten Auswüchse des Drohens und Pöbelns zu beschneiden.

  • Mega gut, wenn ich es auch gerne noch etwas strenger gehabt hätte. So aber ein sehr guter Kompromiss, der bei mir Unterstützung findet. Ich bin damit zufrieden.

  • Warum stehen eigentlich so viele auf totale Überwachung, Bevormundung, Regulierung, Medienerziehung – und nicht zuletzt auf politisch gesteuerte Meinungsbildung der Jugendlichen durch den Staat?
    Wenn nichts reguliert wird, optimiert sich vieles von selbst – und zwar optimal, genau wie die Evolution.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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