Gut gemäht in allen Lagen
Dreame A3 AWD Pro ausprobiert: Stark am Hang, clever an der Kante
Mit dem A3 AWD Pro hat Dreame einen Mähroboter in den Garten gebracht, der sich an Nutzer mit größeren und anspruchsvolleren Grundstücken richtet. Der Roboter verzichtet auf Begrenzungskabel und RTK-Antenne, setzt stattdessen auf 360-Grad-LiDAR, KI-gestützte Kameras und einen Allradantrieb mit Nabenmotoren. Damit will Dreame vor allem dort punkten, wo klassische Mähroboter an Steigungen, Kanten oder unruhigen Grundstücksformen scheitern. Doch reicht das aus?
Von hinten sieht der Dreame einem Sportwagen ähnlich.
Ausgepackt: Groß und schwer
Schon beim Auspacken wird klar, dass der A3 AWD Pro kein kompakter Stadtgarten-Roboter ist. Das Gerät ist groß, stabil und deutlich robuster als viele typische Mähroboter für kleinere Flächen. Die breiten Räder, die Federung und der massive Aufbau passen zum Anspruch, auch schwierigeres Gelände zu bewältigen.
Die Einrichtung erfolgt über die Dreame-Home-App. Dort wird der Roboter nach dem ersten Einschalten automatisch gefunden und lässt sich in wenigen Minuten verbinden. Vor dem ersten Mähen, ist die Kartierung notwendig. Im Test gelingt die erste Kartierung erfreulich unkompliziert. Der Roboter fährt wahlweise automatisch oder per App ferngesteuert den Garten ab und erstellt anschließend eine Karte, die sich in Zonen aufteilen lässt. Wer die Grenzen ganz genau möchte, sollte allerdings manuell fahren.
Unter der Klappe kann man direkt Einstellungen am Gerät vornehmen.
Auch nachträglich können noch Zonen hinzugefügt und Wege festgelegt werden. Dadurch kann man beispielsweise den A3 von einer Zone in eine andere Fahren lassen. Praktisch ist, dass keine externe Funkstation aufgestellt werden muss. Gerade auf Grundstücken mit Bäumen, Mauern oder verwinkelten Bereichen ist das ein Vorteil gegenüber RTK-Systemen, die freie Sicht zum Himmel oder eine möglichst gute Funkverbindung beziehungsweise zentrale Position benötigen.
Stark bei Steigungen und unruhigem Gelände
Der größte Unterschied zu vielen anderen Mährobotern zeigt sich beim Antrieb. Dreame setzt beim A3 AWD Pro auf vier angetriebene Räder. Der Hersteller nennt eine Steigfähigkeit von bis zu 80 Prozent beziehungsweise 38,7 Grad und eine Hindernisüberwindung von bis zu 5,5 Zentimetern. Das kann besonders bei kleineren Kanten nützlich sein. Solche Extremwerte braucht nicht jeder Garten, im Alltag hilft der Allradantrieb aber auch bei feuchtem Rasen, Spurrillen und unebenem Boden. Auch bei uns hatte er es nicht immer einfach und musste sein Können beweisen.
Der A3 AWD Pro hangelt sich im Gegensatz zum Vorgänger gut an der Kante entlang.
Unebenheiten steckte er dabei problemlos durch das gefederte Fahrwerk weg. Auch am Hang machte er eine gute Figur, während er, wie nahezu alle anderen Mähroboter, auf Rasengitter bei der Überfahrt zwischen zwei Zonen Probleme hatte und die Spur etwas verlor. Jedoch wirkte er dabei weniger nervös als viele leichtere Modelle. Auf ebenen Flächen arbeitet er ruhig und systematisch, an schwierigeren Stellen hilft die Kombination aus Gewicht, Antrieb und Sensorik. Dennoch gilt: Auch ein Allrad-Mähroboter ist kein Geländewagen. Tiefe Löcher, lockere Erde oder sehr weiche Ränder bleiben problematisch und sollten vor dem ersten Einsatz entschärft – sprich ausgebessert – werden.
40 Zentimeter Schnittbreite und gute Kantenarbeit
Beim Mähen setzt Dreame auf ein Doppelklingen-System mit 40 Zentimetern Schnittbreite und jeweils sechs Klingen. Das ist deutlich mehr als bei vielen kleineren Mährobotern und verkürzt die Arbeitszeit spürbar. Der A3 AWD Pro eignet sich damit vor allem für größere Flächen, bei denen ein kleiner Roboter lange unterwegs wäre. Dreame gibt an, dass er zwischen 3500 und 5000 Quadratmeter pro Tag schaffen kann.
Das gesamte Messerset wird in Richtung Rand verschoben.
Positiv fällt die Kantenarbeit auf. Mit EdgeMaster 2.0 soll der Roboter laut Hersteller bis auf weniger als drei Zentimeter an Kanten heranmähen. In der Praxis reduziert das die Nacharbeit sichtbar, auch wenn ein Mähroboter den Rasentrimmer nicht vollständig ersetzt. An Mauern, Beetkanten und festen Begrenzungen bleibt weiterhin ein schmaler Reststreifen stehen. Gegenüber vielen herkömmlichen Geräten arbeitet der Dreame hier aber angenehm nah. Allerdings muss man den Mähroboter bei der Einrichtung dann schon sehr nah heranfahren oder breite Mähkanten anlegen.
Hindernisse werden zuverlässig erkannt
Für die Navigation kombiniert Dreame 3D-LiDAR mit binokularer KI-Vision. Das System soll mehr als 300 Hindernisarten erkennen und vermeiden. Im Alltag fährt der Roboter vorsichtig an Gegenstände heran und weicht Spielzeug, Gartenmöbeln oder größeren Ästen zuverlässig aus. Auch Tiere werden erkannt, wobei man sich darauf nicht blind verlassen sollte. Vor dem Mähen lohnt weiterhin ein kurzer Blick über die Fläche – vor allem in den Morgen- oder Abendstunden.
Nur die Vorderräder sind gut gefedert.
Die App bietet die wichtigsten Funktionen übersichtlich an. Mähzonen, Zeitpläne, Schnitthöhe und No-Go-Bereiche lassen sich einstellen, zusätzlich gibt es Sicherheitsfunktionen gegen Diebstahl. Wer bereits Dreame-Saugroboter nutzt, findet sich schnell zurecht. Die App wirkt umfangreich, aber nicht überladen. Besonders hilfreich ist auch, dass Zeitpläne automatisch vorgeschlagen werden.
App: Viele Einstellungsmöglichkeiten
Die Dreame-Home-App zählt insgesamt zu den großen Stärken des A3 AWD Pro. Nach der Kartierung lassen sich einzelne Mähbereiche übersichtlich verwalten, Sperrzonen einzeichnen und Übergänge zwischen verschiedenen Flächen anlegen. Auch Schnitthöhe, Mährichtung, Zeitpläne und Kantenmodus sind schnell erreichbar.
Die Schnitthöhe lässt sich dazu in fünf Millimeter-Schritten anpassen, während sich das Mähmuster auf verschiedene Arten ausrichten lässt. Praktisch ist zudem, dass die App auf Wunsch Vorschläge für geeignete Mähpläne macht und den Nutzer nicht mit zu vielen Detailmenüs überfordert. Innerhalb der App kann man auch den Diebstahlschutz aktivieren oder auch den Mähvorgang mit einer Live-Ansicht durch die Frontkamera verfolgen.
Fazit: Teuer, aber für schwierige Gärten spannend
Der Dreame A3 AWD Pro ist kein Mähroboter für den kleinen, perfekt ebenen Reihenhausgarten. Dafür ist er zu groß, zu leistungsstark und auch zu teuer. Seine Stärken spielt er dort aus, wo klassische Modelle häufiger stecken bleiben: an Steigungen, auf unruhigem Gelände, bei großen Flächen und an komplexeren Grundstücksgrenzen.
Besonders überzeugend sind der kabellose Betrieb ohne RTK-Station, der Allradantrieb, die breite Mähleistung und die solide Kantenarbeit. Schwächen liegen weniger in einzelnen Funktionen als in der grundsätzlichen Ausrichtung. Der A3 AWD Pro braucht Platz, ein ordentlich vorbereitetes Grundstück und Nutzer, die bereit sind, für Komfort und Geländegängigkeit deutlich mehr zu bezahlen.
Wer nur eine kleine Rasenfläche automatisiert kürzen möchte, findet günstigere Alternativen. Wer aber einen großen oder schwierigen Garten hat und keine Begrenzungskabel verlegen will, bekommt mit dem Dreame A3 AWD Pro einen der derzeit spannendsten Mähroboter seiner Klasse.





