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Neues Hobby zum Rein-Nerden

Creality Ender-3 S1 Pro und der (komplizierte) Einstieg in den 3D-Druck

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Seit einigen Wochen hängt an unserem iMac ein 3D-Drucker. Der Ender-3 S1 Pro von Creality, eines der beliebtesten Einsteiger-Geräte überhaupt. Schon für 349 Euro zu haben und funktional im ambitionierten Mittelfeld. In den folgenden Zeilen haben wir unsere ersten Erfahrungen mit dem Drucken erster Objekte und überhaupt, Beobachtungen unserer ersten Gehversuche notiert, die wir anfangs ganz anders eingeschätzt hatten.

Ender Drucker

Der Aufbau ist in 15 Minuten abgeschlossen

Was nämlich unsere Einschätzung der Komplexität und der Lernkurve des neuen, praktischen Hobbys anging, sind wir gehörig auf die Nase gefallen. Wer nicht nur fertige Dateien „von der Stange“ drucken möchte, aber bislang noch keine Erfahrungen mit der Modellierung virtueller Objekte gemacht hat, der stellt schnell fest: 3D-Drucker können nicht einfach genutzt, die Maschinen wollen verstanden werden.

Dies freut zwar den inneren Nerd, lässt aus der ursprünglichen Idee, mal eben Ersatzteile und Accessoires für eigene Zwecke zu entwerfen und zu drucken, aber doch eher ein langwieriges Projekt werden, das erste vorzeigbare Ergebnisse erst nach zahlreichen Fehlversuchen zutage förderte. Diese erfüllen den 3D-Anfänger dann zwar mit Stolz und einer sehr zufrieden stellenden Genugtuung, benötigen aber einiges an Vorarbeit.

Der Drucker: Creality Ender-3 S1 Pro

Der Anbieter Creality bietet mit seinen 3D-Druckern der Ender-Serie eines der beliebtesten Maschinen-Portfolios am Markt an. Wirft man einen Blick in Portale wie Thingiverse, auf denen Anwender ihre Durck-Kreationen zum Nachdrucken teilen, dann gehören kleine Ergänzungen für die Ender-Modelle zu den populärsten Projekten.

Das S1-Pro-Modell verfügt über hervorragende Einsteiger-Qualitäten wie eine automatische Nivellierung (dazu später mehr) und ein integriertes LC-Display, Drucktemperaturen von bis zu 300 ° und eine deutsche Benutzeroberfläche. Zudem bietet der Hersteller begleitende Mac-Applikationen an und erlaubt die direkte Kabel-Verbindung zwischen Mac und Drucker, was den Transfer neuer Druck-Dateien auf einen einfachen Knopfdruck reduziert. Diese Grafik bietet einen guten Überblick der technischen Spezifikationen.

Crealitys Ender-3 S1 Pro im Hersteller-Video

Kurz zum Verkaufspreis: Hersteller Creality listet den Ender-3 S1 Pro mit einem Verkaufspreis von 519 Euro. Der Straßenpries liegt realistisch bei etwa 440 Euro auf Amazon. Wer auf dem Import-Portal geekbuying.com bestellt, der wird aus Europa beliefert und zahlt nach Eingabe des Codes „NNNCREALITYPRO“ nur noch 349 Euro – dies ist weniger als die Hälfte dessen, was Anker für den AnkerMake M5 aufruft.

Zurück zum Gerät: Der Ender-Drucker besitzt eine beheizte und magnetische Federstahl-Druckplatte mit Nutzmaßen von 22 cm x 22 cm x 27 cm, verfügt über zwei motorisierte Z-Achsen und ist in der Lage sich selbst zu nivellieren.

Nivellieren. Ein Wort, das auch wir erst mal lernen mussten. Damit ist die Kalibrierung der Abstände zwischen Druckkopf (dem so genannten Extruder) und der Druckplatte gemeint, sowie die anschließende Feinjustierung der Extraktionsdüse, die die Druckplatte innerhalb weniger Sekunden akribisch abtastet um so die besten Druckergebnisse zu gewährleisten. Da im Druck mit Wandstärken von nur 0,1 mm Dicke gearbeitet wird, sind größere Toleranzen was Abstand zwischen Druckplatte und Druckkopf angeht, nämlich nicht vorgesehen.

Was den Aufbau des Druckers angeht, halten sich die Herausforderungen noch im überschaubaren Rahmen. Spricht: Das Handbuch kann hier bedenkenlos zur Seite gelegt werden. Stattdessen wird vom Hersteller an die Hand genommen und bekommt ein leicht nachvollziehbares Video an die Seite, das durch den gesamten Zusammenbau begleitet. Dieser beschränkt sich hauptsächlich auf das Verschrauben der Druckerbasis und der motorisierten Achsen sowie auf die Verbindung der elektronischen Komponenten.

Schritt-für-Schritt: So läuft der Zusammenbau

Ist der Drucker aufgebaut, lassen sich Basis-Einstellungen wie die präferierte Sprache, die zum Druckmaterial passenden Temperatur und mehr über den kleinen Touchscreen konfigurieren. Druck-Dateien werden über den SD-Kartenschacht auf der Gerätevorderseite oder direkt per USB-C-Kabelverbindung mit dem Mac transferiert.

Wir haben wir nach dem Aufbau erst mal eine der Vorlagen-Dateien des Herstellers drucken lassen und haben uns, vom schnellen Erfolgserlebnis und der auf Anhieb guten Druckqualität an der Nase herumführen lassen. Die nächsten Schritte sollten deutlich herausfordernder werden.

STL-Modelle und Slicer

Grundsätzlich verlaufen die meisten Druckprojekte ähnlich. Eine so genannte STL-Datei, in der das zu druckende 3D-Objekt gesichert ist, wird an einen Slicer übergeben. Dabei handelt es sich um eine meist herstellerspezifische Anwendung, die die 3D-Datei im druckbare Schichten (also in Scheibchen bzw. Slices) aufteilt, die vom 3D-Drucker selbst dann nach und nach auf die Druckplatte aufgetragen werden.

Der Slicer von Creality heißt auch genauso, nämlich Creality Slicer, steht als kostenfreie Mac-Anwendung zur Verfügung und bietet zahlreiche Optionen an, mit denen nach Belieben experimentiert werden kann.

Creatly Slicer 2000

Läuft auf dem Mac: Der Creality Slicer

Dies bedeutet: Selbst wer bereits mit einem fertigen 3D-Modell in Form einer STL-Datei startet, hat hier schon hunderte von möglichen Konfigurationseinstellungen, die das Ergebnis des Drucks beeinflussen können. Dazu gehören etwa Support-Stützen, die das Umkippen überhängender Druckbereiche verhindern und kleine Fundamente, die dafür sorgen, dass der Anfang eines Drucks auf der Druckplatte nicht verrutscht.

Die so genannte Infill-Stärke kann ebenfalls verändert werden. Diese legt fest, wie viel Material zwischen den Außenwänden des Objektes eingesetzt wird. Mehr Infill sorgt für eine größere Robustheit, verlängert aber auch die Druckdauer massiv.
Druckdauer

Der Monitor zeigt Druckdauer und Temperaturen

Überall bietet die Software Drehregler, Werte und Funktionen an, die verstanden, begriffen und ausprobiert werden wollen. Wir drucken Einkaufswagen-Öffner, Zubehör für bereits vorhandenes Makita-Werkzeug, Trillerpfeifen und Schuhe für Barbie-Puppen – vor allem um mit den zahlreichen Sicer-Einstellungen herumspielen zu können.

Slicer Settings 2000

Zahlreiche Einstellungen zum Experimentieren

Im Slicer werden aus den STL-Dateien dann GCODE oder 3MF-Dateien, die ihrerseits direkt an den Drucker übergeben werden können und von diesem als Druckanleitung verstanden und abgearbeitet werden.

Drucken von der Stange

Einsteiger können hier erst mal mit den fertigen STL-Projekten experimentieren, die es auf Portalen wie Thingiverse, Sketchfab und Co. zu Hauf angeboten werden, fast immer kostenfrei verfügbar sind und alle möglichen Aufgaben erledigen.

Von Badezimmerhaken, über Ersatzteile für ganz spezifische Spülmaschinen-Modelle bis hin zu Spielzeugen und unzähligen grundfunktionalen Projekten lassen sich hier so ziemlich alle Objekte aus dem Netz laden, die das Herz begehrt. Die iPhone-App STL-Finder hilft übrigens dabei vier gängige Portale in einem Rutsch zu durchsuchen.

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‎PrintHub: STL for 3D Printing
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Entwickler: Francisco Antonelli
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Anschließend kann man sich die Zeit dann hervorragend mit dem Test unterschiedlicher Slicer-Einstellungen und unterschiedlicher Filamente vertreiben und so ein erstes Gespür dafür bekommen, wie robust unterschiedliche Druckeinstellungen sind, welche Auswirkungen die verwendeten Filamente auf Oberflächenbeschaffenheit und Flexibilität der fertigen Objekte haben und welche Einstellungen erfolgversprechender als andere sind.

Selber machen. Mit Shapr3D?

Langfristig jedoch dürften die allermeisten Nutzer von 3D-Druckern wohl den Anspruch hegen, eigene Projekte zu realisieren. Dafür kommt man an der Nutzung professioneller 3D-Werkzeuge nicht vorbei. Sucht man nach brauchbaren angeboten, tut sich ein weiteres Universum auf, in dem Googles SketchUp, das Open-Source-Projekt Blender und Tinkercad nur drei Kandidaten von etlichen sind.

Wir haben uns (auf Rat von begeisterten Freunden) für die Shapr3D-Anwendung entschieden, die nicht nur auf dem Mac, sondern auch auf dem iPad genutzt werden kann und dort eine hervorragende Unterstützung für den Apple Pencil anbietet.

Capture

Shapr3D: Läuft auf iPad, Mac und Windows

Das Problem: Die Lernkurve hier ist gewaltig und verlangt ein komplett neues Denken. Wer, wie wir, noch keine Berührung mit ernster 3D-Modellierung hatte, der muss, auch wenn er sich am Rechner und in zweidimensionalen Anwendungen wie Photoshop ansonsten eigentlich sehr wohl fühlt, ein komplett neues Denken lernen. Dies ist uns Anfang sehr schwer gefallen.

Ein Beispiel: Die Kunststoffblende zur Abdeckung einer Öffnung im Rahmen alten Kawasaki-Motorrades. Auch diese findet sich auf Portalen Thingiverse bereits zum Herunterladen und Ausdrucken (was wir auch gemacht haben).

Rahmen Cover

Ein erster Testdruck und die zerbrochene Original-Abdeckung

Abdeckung

Der 3D-Druck erledigt seinen Job

Wir wollten die auf den ersten Blick recht einfache Form aber eigentlich nutzen, um selbst Erfahrung mit der Modellierung physischer Objekte zu machen. Dies wollte auch im dritten Anlauf nur bedingt glücken, weshalb wir uns auf der Freelancing-Plattform fiverr.com umgeschaut haben.

Dort lassen sich Designer, Programmierer und eben auch 3D-Modellierer für kleine Auftragsarbeiten buchen. Hier haben wir etwa 40 Dollar investiert, um uns dort von einem Profi nicht nur die Abdeckung erstellen zu lassen, sondern auch eine mitlaufende Bildschirmaufnahme, die den gesamten Arbeitsprozess in Shapr3D in Echtzeit dokumentiert hat.

Ein Ausschnitt des angeforderten Profi-Videos

So konnten wir einen Profi 20 Minuten bei der Arbeit über die Schulter schauen und dabei lernen, wie genau dieser unsere Form in ein 3D-Objekt umgesetzt hat und was zu tun ist, um zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen. Eine Videoanleitung, die uns beim Einstieg in Shapr3D mehr als jedes bis dahin angeschautes YouTube-Tutorial geholfen hat.

Das Bildschirmvideo war ein Sprungbrett, das uns dabei geholfen hat Werkzeuge, Funktionen und Logiken der Shapr3D-Applikation zu verstehen, die wir inzwischen für den Bau eigener Modelle nutzen.

Diese werden vom Ender souverän auf die Platte befördert und mit vollkommen akzeptablen Qualitätsergebnissen ausgegeben. Inzwischen lassen wir den Drucker gerne mal die Nacht hindurch laufen und lerne momentan die Unterschiede unterschiedlicher Filament-Typen kennen.

Neues Hobby zum Rein-Nerden

Wer also Grundsätzlich Spaß an Rechnern, Elektronik, Software und Bastelarbeiten hat, der kann mit dem Einsteig in den 3D-Druck eine Tür zu hundert neuen Welten öffnen, die verstanden, entdeckt und erobert werden wollen. Eine Reise auf die man Lust haben muss und eine Reise für die man auch Zeit haben muss – Crealitys Ender-3 S1 Pro ist ein guter Begleiter.

Der Drucker selbst ist jedoch nur der Tuschkasten, welche Bilder ihr damit auf die Staffelei bringt, liegt nur bedingt an der Qualität von Borsten und Farben, sondern vor allem daran, ob ihr schön Malen könnt beziehungsweise gewillt seid, schön Malen lernen zu wollen.

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‎Shapr3D: Modellierungs-CAD
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Entwickler: Shapr3D Zrt
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27. Mai 2023 um 09:17 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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    66 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • Der Artikel ist klasse.
      Noch zwei Fragen dazu:
      Mit welchen Druckkosten muss man rechnen?
      Ich habe so überhaupt kein Gefühl, was zum Beispiel die genannte Motorradabdeckkappe kosten könnte.
      Und noch eine Frage zur Zeit: Wie lange dauert es etwa, wenn man etwas geübter ist, das Gerät für einen Druck einzurichten und wie lange dauerte zum Beispiel der Druck besagter Kappe?

      • PS: Bei den Druckkosten würde mich der reine Materialpreis (ohne Strom- oder Abschreibungskosten für den Drucker) interessieren.
        Vielleicht noch ein kleiner Zusatz: ist das Druckmaterial standardisiert, oder benutzt jeder Druckerhersteller eigenes Druckmaterial.

      • @Janus, das hängt immer davon ab, wieviel Gramm von welchem Material der Druck jeweils verwendet.

        1 kg Filament vom (sehr gängigen) PLA kostet – je nach Qualität – so um 20 €, PETG ca. 25 €
        Wenn nun die besagte Kawa-Abdeckung 400 gr Material brauchen würde, wären das 8 € bei PLA oder 10 € bei PETG.

        Bei der Materialwahl muss man aber immer bedenken, was man mit einem Druckerzeugnis machen möchte. Da das beschriebene Teil an der Kawasaki in Motornähe sitzt, also in einem Bereich, in dem große Hitze entsteht, macht weder PLA noch PETG Sinn, dafür gibt es andere Materialien.

        Zu deiner anderen Frage; es gibt zwar Druckerhersteller, die auch eigenes Filament verkaufen, aber daran ist man weder gebunden, noch ist das immer sinnvoll.
        Man sucht sich „sein“ Filament, kalibriert sich ein passendes Profil (dabei hilft Software), und gut ist es. Das lernt man mit der Zeit.

      • @Josi
        Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

  • Habe diese Woche meinen Ender 3 S1 bekommen und verstehe vollkommen was ihr meint!
    Am Anfang kann man es gut unterschätzen und bei den ersten 2-3 selbstgedruckten Dingen für Frust sorgen. Wenn man sich dann aber mal reinfuchst (und da bin ich noch seeeehr am Anfang) dann steigt die Lernkurve wirklich steil an. Bisher bin ich allerdings sehr zufrieden und lerne immer weiter :D

  • Ein 3D Drucker ist kein Werk- oder Spielzeug, sondern ein komplettes Hobby :)

    • Doch er ist ein Werkzeug, ähnlich wie eine fräs oder drehmaschine.

    • Ja, so würde ich das auch sehen.
      Wer einen 3D-Drucker „auspacken-einschalten-läuft“ sucht, ist mit dem Ender-3 komplett falsch beraten, hier muss man sich mit der Materie beschäftigen, viel lernen und viele Frust einstecken.

      ich hab meinen Ender-3 S1Pro wieder verkauft, weil ich auf das ganze keine Lust mehr hatte, sondern 3D-Drucke machen will und nicht Stunden damit verbringen will, den Drucker zu kalibrieren und einzustellen und das immer wieder aufs neue.

      ( Hab mir einen „auspacken-einschalten-läuft“ Drucker zugelegt, wo die ganze Kalibrierung vom Drucker selber gemacht wird. Klar ist ne andere Preisklasse aber auch einen andere Qualitätsklasse

      • Und welchen hast du dir gekauft?
        Um die Erstellung der CAD-Datei kommst du aber auch nicht rum, bzw. Musst diese zukaufen richtig?

        Geil wäre ja ein kaputtes Teil wie von der Kawasaki mittels LIDAR in 3D zu knipsen und dann von nem Programm reparieren zu lassen und eine fertige Druckdatei auszugeben. Könnte ich gut aktuell für gebrochene Lampenfassungen aus Plastik der Außenleuchten gebrauchen.

      • Bei mir ist es – nach einem langwierigen Einstieg mit Creality Ender 3 pro, mit viel Schweiß und Tränen und „Talern“ für Erweiterungen und Verbesserungen – nun ein BambuLab X1cc.
        Wenn man mit vielen unterschiedlichen Filamenten arbeitet, muss man zwar immer noch kalibrieren, aber das je Filament nur ein Mal (und das dabei entstehende Profil speichern).
        Und ja, wenn man nicht nur Modelle herunterladen und drucken möchte, muss man sich mit CAD oder Modellern beschäftigen.
        Meine Empfehlung geht klar zu Autodesk Fusion 360. Das ist für Hobbyisten kostenlos (ist etwas versteckt auf deren Webseite, aber Google hilft beim Finden), und es gibt tonnenweise Tutorials bei YT (hier empfehle ich MisterMestro).
        Was ich auch allen ans Herz legen kann; MakerSpaces. Wenn es sowas in eurer Gegend gibt, geht mal hin. Dort gibt es häufig auch eine 3d-Drucker-Szene. Ich bin mal in einem in Bonn gewesen, da hat ein CAD-Profi abends Einführungen in Fusion gegeben. War eine tolle Gelegenheit, auch mal eine Spacemaus zu testen (6-Achsen-Eingabegerät), bevor ich mir selbst eine angeschafft habe.

  • Immer dran bleiben. Spätestens mit Stringing, Warping etc. geht der Spass erst richtig los. ;) Und solltet ihr mal Probleme mit der Druckbetthaftung haben, kann ich euch „Zuckerwasser“ wärmstens empfehlen.

  • Shapr 3D mag gut sein, aber einfach zu teuer. Und als Abo? Niemals… Für die paar Modelle die die meisten drucken lohnt das absolut nicht. Listet lieber die kostenlosen Programme auf.

    • Fangen wir mal an;
      * Freecad (guter Einstieg, aber komplex und kompliziertes Konzept)
      * Fusion 360 (kostenlos fürs Hobby, hat aber alles, was der Hobbyist braucht. Erweiterbar mit PlugIns, z.B. für Textgestaltung)
      * OnShape (noch keine eigene Erfahrung, aber die Community schwenkt mehr und mehr um. Da muss was dran sein ;-)
      * TinkerCad für den Einstieg (ist ein Webdienst)

      • Mir brauchst du das nicht auflisten :-)
        Ich nutze Creo Elements Direct Modelling, gibts übrigens auch eine kostenlose Version die aber kein .stp speichern kann.

  • Als creality Ender 3 V2 Besitzer kann ich folgende Tips geben. Prusa Slicer verwenden. Druckbettlevel Sensor installieren. Dual Gear Extruder Nachrüsten. Wer sein Druckbett mit Mittelchen wie Zuckerwasser oder Haarspray behandelt hat noch nicht die richtigen Parameter gefunden. Für den richtigen Abstand zwischen Druckbett und Nozzle empfehle ich zum Justieren Kassenbons die sind in der Dicke Normiert und eigenen sich ideal zum Justieren. Alle vier Ecken und Mitte anfahren und der Kassenbon muss sich mit einem leichten Kratzen durchschieben lassen. Ganz wichtig Justage muss bei Arbeitstemperatur von Bett und Nozzle statt finden.

    • Nachtrag zum Druckbett ich rede von der Creality Glasplatte die ich wie finde top ist. Da braucht man keine Mittelchen. Mit anderen Platten kenne ich mich nicht aus. Man muss nur warten bis das Stück kalt ist, denn dann bekommt man es vom Bett auch wieder runter.

      • Das Druckbett macht so einiges aus. Ich weis nicht wie es bei den Creality Druckern ist…ob man hier für jedes druckbett neu justieren muss. Ich habe für meinen Prusa MK3S+ drei Platten, welche je nach Material (PLA/PETG/FLEX/ASB usw.), gewechselt werden und hatte so noch nie Probleme mit der Haftung. Beim Prusa kann man für jede Platte eigene 0 Werte angeben und diese dann mit ein paar Klicks am Drucker aufrufen. So hat noch immer alles ohne „Mittelchen“ bestens gehalten.

    • Der Ender-3 S1Pro hat eine PEI-Platte und dafür braucht es bei gutem Leveling überhaupt keine Mittelchen zur Druckbetthaftung.
      Zum Level empfehle ich übrigens eine 0,1 mm Metalllehre, gibt es im gutsortieren 3D-Druck Zubehörhandel.

  • Man steigert sich:
    -Vor 4 Jahren einen Anycubic i3 Mega S zum Geburtstag bekommen.
    -Letztes Jahr den Prusa MK3S+ mit Prusabox gekauft
    -Letzte Woche ist unser neuer (und echt genialer) Prusa MK4 angekommen.

    • Ich warte noch auf den mk4 als Kit, habe das aufbauen des mk3 richtig abgefeiert, jetzt bin ich sehr auf den neuen gespannt.
      Hatte auch mit ender angefangen, damit lernt man das drucken, habe aber auch viel Geld für Verbesserungen ausgegeben und es war immer wieder echt ein Frust

      • Du kannst doch mit deinem bisherigen Drucker den neuen Drucker drucken? Also zumindest die teile.

    • Entweder will man drucken oder basteln.
      Da landet man früher oder später beim Prusa. Hat zwar seinen Preis, aber Qualität, Support und Community suchen ihres gleichen.
      Auch wenn der Preis am Anfang sicherlich abschreckend ist. Zudem ist es komplett Open Source. Sowohl die Hard- als auch die Software.

  • Ein einfaches Online Modelierungstool ist Tinkercad. Kostet nichts und damit lässt sich schon sehr viel machen. Euer Ersatzteil würde ich damit allerdings nicht so schön hinbekommen.

  • Ja, Lernkurve ;-)
    Bis man das richtige Druckbett (FR4 – Glasfaserplatte) hat, und sich nicht mehr um Haftung- und nivellieren kümmern muss (vielleicht nach 40 oder mehr Drucken mal etwas nachjustieren)
    Den richtigen Slicer gefunden hat (zB Ideamaker von Raise3d.com) und das Ding auf Direkt Drive umgebaut hat, damit nicht immer so viel Filament verschwendet wird und auch elastische Filamente gehen
    Und natürlich man das richtige Programm zur Erstellung (der vorzugsweise 3mf) Dateien gefunden- und sich da eingearbeitet hat (Fusion 360 Hobbyist – dann kostenlos) – ist das ein echt geniales Werkzeug zur Problemlösung vieler kleiner Alltagsprobleme ;-)

    • Ich habe andere Erfahrungen gesammelt…
      persönlich kenne ich das druckbett nicht was du empfohlen hast, bekomme die Haftung nach anständiger Reinigung aber mit jedem Material hin. Natürlich muss das gedruckte auch für eine entsprechende Haftung je nach Material vorbereitet (z.B. mit anti-Warp-edges) werden.

  • Ich kann hier auch die Soild Edge Community Edition empfehlen, komplett kostenlos für Privatnutzer. Ansonsten schöner Artikel zum Einstieg in den 3D-Druck.

  • Danke Nicolas, da sprichst du wohl vielen Neulingen aus der Seele.
    Gibt es eine Möglichkeit sich das 20-minütige Video anzuschauen bzw. habt ihr es irgendwo zur Verfügung gestellt? Mich würde der genaue Prozess ebenfalls sehr interessieren.
    Weiterhin viel Erfolg beim Modellieren und Drucken.

  • Creality slicer ist halt auch ein Witz. Sieht aus wie cura basierend.

  • Ist das Kunst oder kann das weg?

    Ich habe als ersten Drucker einen AnkerMake M5, und Fehldrucke stehen eigentlich nie auf dem Programm. Selber Sachen modellieren ist mit meinem Programm, Fusion 360, relativ einfach und hat keine so hohe Lernkurve wie z.B. Blender. Shapr3D bekommt mein altes iPad 6er Generation leider nicht zum laufen.

  • Toller Artikel, habe zwar kein gesteigertes Interesse am 3D-Druck, aber trotzdem war es sehr informativ zu lesen.

  • Das ist ein guter Preis für den Ender, muss ich wohl direkt mall Upgraden. Meiner kommt jetzt auch schon ins 6. Jahr…

    Hobby iser falsche Begriff. 3D-Drucken verlangt fast so viel Aufmerksamkeit wie ein Kind ^^

    • Ist das Kunst oder kann das weg?

      Kommt auch immer auf den Drucker an, also es gibt auch sehr gute Out-Of-The-Box-Drucker wie den BambuLab P1P oder ein AnkerMake. Die besten Ergebnisse bekommt man natürlich mit herumtinkern.

  • Danke für diesen ausführlichen Artikel. Das macht neugierig und Lust auf 3D-Druck. Kann jemand noch etwas zu den verwendeten Materialien sagen, mit denen gedruckt wird und was da so die Kosten sind?

    • Die meist verwendeten Materialien sind PLA und PETG. Kosten so ca 20-25 EUR pro KG. Es gibt aber etliche Anbieter, Farben, etc. Heisst da variieren die Preise, manche sind günstiger, manche etwas teurer.

      • Achtung; günstig kann schnell teuer werden. Immer erstmal Filament testen. Besser einen Taler mehr bezahlen und dafür Verlässlichkeit mitkaufen. ;-)

  • Der Ender ist leider hoffnungslos veraltet. Aktuelle Drucker für den Preis (bspw. Elegoo) bieten weitaus mehr und geben einem eine direkte Druckerfahrung ohne großartig Scherereien. Wer etwas mehr investieren will kommt um die Geräteklasse ála Bambu & Co nicht vorbei

  • willkommen im club :) ich habe auch vor ein paar Monaten mit dem 3D-Druck angefangen. Mittlerweile ein Neptun 3 Max und ein Bambu Lab X1. Zum Entwerfen verwende ich Fusion360 von AutoCAD (ist für Privatnutzer kostenlos)

  • Zur Erstellen und Entwerfen meiner 3D-Objekte nutze ich FreeCad https://www.freecad.org/.
    Es ist kostenlos für alle gängigen Betriebssystem verfügbar und ein richtiges 3D Cad Programm.
    Allerdings ist auch hier die Lernkurve ziemlich steil. Auf Youtube sind aber jede Menge guter Anleitungsvideos verfügbar.

  • Ich habe mich für den Einstieg in den 3D-Druck kürzlich für einen Bambu Lab P1P entschieden und bin super zufrieden damit! Konnte relativ schnell sehr hochwertige Druckergebnisse erzielen. Für eigene Konstruktionen nutze ich Fusion 360 von Autodesk, das ist für die private Nutzung kostenfrei.

  • Ganz herzlichen Dank für den tollen Erfahrungsbericht!!
    Deckt sich zu 100 Prozent mit meinen Erlebnissen.
    Trotzdem ein interessantes Thema für den Winter.
    Jetzt im Sommer experimentiere ich im Garten mit meinem Lasercutter….das macht drinnen weniger Spaß

  • Sehr schön geschriebener Artikel. Shapr3D ist ein tolles Programm, das Modellieren mit Stift auf dem iPad macht richtig Spaß. Aber der Abo-Preis ist für Hobby-Designer einfach heftig. Ich kann Fusion 360 sehr empfehlen, die Privatlizenz für den Hobbyeinsatz ist kostenlos (auch über das erste Jahr hinaus, weil das häufig gefragt wird).
    Für mich persönlich liegt der Reiz des 3D-Drucks in der eigenen Umsetzung einer Idee bis zum fertigen Teil, welches man physisch selbst hergestellt hat. Aktuell konstruiere ich ein Ersatz-Gehäuse. Ich könnte das komplette defekt Teil für ~ 55€ auch kaufen, es ist aber nur das (vergossene) Gehäuse kaputt. Also konstruiere ich dieses selbst (und besser) und verwende das Innenleben weiter. Für solche Projekte liebe ich den 3D-Druck.

  • Wolfgangsgarten

    Ich habe als mittlerweile dritten Drucker einen Bambu Lab X1 Carbon.
    Fusion360 und FreeCAD habe ich schon durch. Aktuell nutze ich OnShape. Das ist ein Profiprogramm das im Browser läuft. Der kostenlose Account hat als einzigen Nachteil, dass alle selbst entworfenen Modelle öffentlich sind. Es ist eine super Lernplattform enthalten, die man zumindest für die Bedienung der GUI auch benutzen sollte.
    Als Ausgabeformat benutze ich nicht mehr STL sondern Step. Step Dateien sind viel kleiner und von der Idee her auch viel sauberer.

  • Die ganze 3D-Geschichte kann man natürlich nicht ohne Fusion360 zu erwähnen stehen lassen. Privatanwender können dies kostenlos nutzen. Ich nutze es seit vielen vielen Jahren für 3D-Druck. Hierfür gibt es unendlich viele Tutorials auf Youtube.

  • Als Slicer nutze ich Simplify3D, Fusion360 für das Modelling und Ultimaker2+ und Anycubic Photon M3 zum Ausdrucken.Eine sehr gute Kombination. Simplify3D ist zwar teuer, aber extrem gut und übersichtlich (nicht wie Cura)

  • Tinkercad ist auch eine Erwähnung zum Designen einzelner Teile wert, da kostenlos.

  • Kleine Anmerkung: SketchUp war zwar mal Google, gehört seit 2012 jedoch Trimble.

  • SketchUp gehört gefühlt seit Jahrzehnten nicht mehr zu Google sondern zu Trimble. Und leider funktioniert es vorwiegend nur noch mit online Anbindung.

  • Thingiverse ist irgendwie tot, das wird nicht mehr so richtig gepflegt.
    Schaut euch auf jeden Fall mal Printables an, da wird das Angebot immer besser, und aktuell wird da viel Neues hochgeladen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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