Mit Mobilfunkanbindung und Stylus-Support
BOOX Palma 2 Pro: Farb-E-Ink im Smartphone-Format ausprobiert
Mit dem Palma 2 Pro hat BOOX Ende Oktober einen mobilen E-Ink-Reader vorgestellt, der äußerlich stark an ein Smartphone erinnert, funktional aber eher auf fokussiertes Lesen und handschriftliche Notizen ausgelegt ist.
Das neue BOOX Palma 2 Pro: Zwischen Smartphone und E-Reader
Das Gerät baut auf den kompakten Maßen und der Android-Integration seiner Vorgänger auf, erweitert diese aber um einige zentrale Merkmale: Neben der Einführung eines farbigen Kaleido-3-Displays gehören jetzt auch die Stylus-Unterstützung, eine 5G-Datenkonnektivität und ein leistungsfähigerer Arbeitsspeicher zur Ausstattung.
Das 175 Gramm leichte Gerät ist als Zweitgerät konzipiert, das unterwegs produktives Arbeiten oder konzentriertes Lesen ermöglichen soll, ohne die typischen Ablenkungen herkömmlicher Smartphones.
5G, GPS und Stylus-Funktion
Erstmals bietet ein Palma-Modell die Möglichkeit, über eine Daten-SIM mobil online zu gehen. Der spezielle Hybrid-SIM-Slot erlaubt dabei wahlweise den Einsatz einer zweiten SIM-Karte oder einer microSD-Speichererweiterung mit bis zu 2 TB Kapazität.
Der Stylus schreibt gut, richtig viel Platz für Text bietet das Display aber nicht
In der Praxis ermöglicht das beispielsweise das direkte Laden von E-Books, das Streamen von Hörbüchern über Drittanbieter-Apps oder den Zugriff auf cloudbasierte Notizdienste auch ohne WLAN. Klassische Telefonfunktionen sind dabei nicht vorgesehen. Sprachanrufe und Nachrichten sind nur über Drittanbieter wie Signal oder WhatsApp möglich.
Die zusätzliche Integration von GPS macht das Gerät auch für Navigation einsatzfähig, etwa bei Wanderungen oder in der Stadt. Die Positionsbestimmung erfolgt präzise, Kartendienste wie Google Maps sind grundsätzlich nutzbar, jedoch mit Einschränkungen bei Farbdarstellung und Detailauflösung.
Ein Android-Gerät: Nahezu alle Apps aus dem Play Store lassen sich installieren, auch Google Maps
Als praktisches Zubehör erweist sich der separat erhältliche InkSense Plus Stylus. Er erlaubt handschriftliche Notizen, Markierungen in Texten und einfache Skizzen, allerdings mit Einschränkungen: Der Stylus muss über USB-C geladen werden, verfügt über keine magnetische Halterung am Gerät und wird nicht im Lieferumfang mitgeführt.
Mit 8 GB RAM und einem Octa-Core-Prozessor reagiert das Palma 2 Pro vergleichsweise flüssig auf Eingaben und bietet ausreichend Leistung für die typischen Anwendungsszenarien wie Lesen, Schreiben oder Audio-Streaming. Lediglich die Wischgesten auf dem Gerät, zur schnellen Rückwärtsnavigation oder zum Einblenden des Kontrollzentrums, werden nicht immer zuverlässig erkannt. Als Betriebssystem kommt Android 15 zum Einsatz samt integriertem Google Play Store. Dies bedeutet, dass sich nahezu alle Android-Apps installieren lassen, darunter auch die von vielen Bibliotheken genutzte Libby-App.
Zum Lesen sinnvoll: Auch die Libby-App der Bibliothekenfunktioniert
Auch darüber hinaus bietet das Gerät eine große App-Freiheit und erlaubt die Installation nahezu aller gängigen Lese-, Notiz- und Medienanwendungen. BOOX setzt auf ein eigenes Interface mit angepassten E-Ink-Einstellungen, die etwa die Anpassung von Kontrast, Refresh-Verhalten oder Farbmodus für einzelne Apps erlauben.
Farbdisplay mit typischen Einschränkungen
Das zentrale Merkmal des Palma 2 Pro ist sein farbiges 6,13-Zoll-E-Ink-Display auf Basis der Kaleido-3-Technologie. Dabei wird über eine Schwarzweiß-Basis mit 300 ppi ein farbiger Filter gelegt, der 4.096 Farben bei einer reduzierten Farbauflösung von 150 ppi ermöglicht. Der praktische Nutzen dieser Farbdarstellung ist jedoch stark vom Anwendungsfall abhängig.
Die Fotovorschau offenbart, wie pixelig und „farblos“ das Farbdisplay des Palma 2 Pro ausfällt
Für Comics oder bildlastige Inhalte ist die Darstellung auf dem kleinen Display oft zu detailarm; bei Textdokumenten sorgt die Farbunterstützung höchstens beim Hervorheben von Notizen oder Markierungen für einen Mehrwert. Zugleich bringt die Farbschicht typische Nachteile mit sich: Die Kontrastwirkung ist schwächer als bei reinen Schwarzweiß-Displays, das Bild wirkt dunkler, und Texte erscheinen mitunter weniger scharf.
Um ein gut lesbares Ergebnis zu erzielen, ist die Nutzung der integrierten Frontbeleuchtung meist erforderlich, insbesondere bei Innenbeleuchtung oder schwachem Umgebungslicht. Die Lichtverteilung wirkt gleichmäßig, die Helligkeit lässt sich in 32 Stufen anpassen. Dank zusätzlicher Warmlichtsteuerung kann die Farbtemperatur dem Tageslichtverlauf angepasst werden. Vier vordefinierte Lichtprofile ermöglichen zudem den schnellen Wechsel der Anzeigebeleuchtung.
Auf Screenshots ist das Display maximal saturiert, im Einsatz wirken die Farben eher zurückhaltend
Eine weitere Einschränkung ergibt sich durch die typischen E-Ink-Effekte wie Ghosting oder die eingeschränkten Bildwiederholraten. Zwar bietet BOOX mit seiner „Super Refresh“-Technologie verschiedene Display-Modi, doch bleibt der Bildaufbau bei Animationen oder scrollintensiven Inhalten sichtbar langsamer als bei LCD- oder OLED-Geräten. Für den Hauptzweck, das Lesen und Schreiben, ist die Darstellung aber in den meisten Fällen ausreichend stabil.
Die Rückseite des Palma 2 Pro ist schön griffig und angenehm texturiert
Das Gerät selbst misst 8,8 mm in der Tiefe, liegt dank der strukturierten Rückseite griffig in der Hand und ist durch sein geringes Gewicht von rund 175 g auch für längere Nutzung gut geeignet.
Ergänzt wird das Setup durch eine 16-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die allerdings nur einfache Schnappschüsse oder Dokumentenfotos ermöglicht. Eine Frontkamera gibt es nicht. Audiofunktionen wie Podcasts oder Hörbücher lassen sich über Bluetooth-Kopfhörer oder die integrierten Lautsprecher wiedergeben.
Per USB-C: Der Dateitransfer ist etwa per „Android File Transfer“ möglich
Zusätzlich lässt sich über den integrierten Webserver jederzeit bequem per Browser auf den internen Speicher des Geräts zugreifen. Dateien, Fotos und Leseinhalte können so unkompliziert übertragen oder gesichert werden, auch ohne Kabelverbindung. Alternativ ist auch eine kabelgebundene Verbindung möglich: Wird das Palma 2 Pro per USB-C mit einem Mac verbunden, lässt sich der Gerätespeicher über Anwendungen wie Android File Transfer einsehen und verwalten.
Inhalte lassen sich im WLAN auch direkt über den Browser austauschen
Zielgruppe, Erwartungen und Realität
Technikaffine Nutzer, die den Markt für Farb-E-Ink-Geräte bereits seit Längerem beobachten, dürften vom Palma 2 Pro durchaus angesprochen werden. Die Bedienung macht Freude, das Farbdisplay eröffnet neue Möglichkeiten im Alltag, besonders beim Kommentieren von Dokumenten oder kurzen Notizen.
Farb-E-Ink: Was uns freut, irritiert im Freundeskreis nicht wenige
Gleichzeitig zeigt sich im direkten Vergleich mit klassischen Displays eine gewisse Erklärungsbedürftigkeit. Wer bislang kaum mit E-Ink-Technologie in Berührung gekommen ist, reagiert häufig überrascht über die optische Darstellung. In Alltagssituationen, in denen wir das Gerät interessierten Freunden in die Hand gedrückt haben, lauteten die ersten Rückmeldungen oft: „Warum sieht das so schlecht aus?“ oder „Das ist aber verwaschen“. Viele vergleichen unweigerlich mit dem Display ihres Smartphones und empfinden insbesondere die Farbwiedergabe von Fotos als enttäuschend.
Das BOOX Palma 2 Pro lässt sich vielfältig konfigurieren
Das BOOX Palma 2 Pro kostet 399,99 Euro und ist ab sofort direkt über den offiziellen Onlineshop des Herstellers und über amazon.de erhältlich.
Wer unterwegs bewusst auf typische Smartphone-Funktionen verzichten möchte, erhält mit dem Palma 2 Pro eine fokussierte, kompakte Alternative für das mobile Lesen, Schreiben und Recherchieren, wird sein iPhone aber trotzdem einpacken wollen.










Habe das Gerät seit zwei Wochen im Einsatz und liebe es. Mir ging es darum: Mehr „offline“ im Sinne von immer und überall und auf allen Kanälen gleichzeitig erreichbar sein. Zugleich habe ich WhatsApp drauf, um im „Notfall“ für die Familie erreichbar zu sein. Für mich ist der Boox Palma 2 Pro genau richtig für den beabsichtigen Anwendungszweck: mal ein paar Stunden einfach lesen, Kindle Bücher oder die digitale Zeitung. Ggf. auf einem Fahrt weg oder beim Spazierengehen mal ein Podcast. Nicht mehr, und nicht weniger. Dafür finde ich ihn wirklich genial.
Also eigentlich brauchst du damit gar kein Smartphone mehr, oder ?! Mit Messenger Diensten kommunizieren und sogar telefonieren, Internet und alles zum lesen dabei.
Keine lästigen Spam Anrufe !
So werde ich es wohl machen. Da ich viel iMessage nutze, bei WhatsApp habe ich nur 2 Kontakte, machte ich mir erst Sorgen aber meine Apple Watch hat Mobilfunk. Da kommt also eine eSIM rein und die trage ich dann weiter. Mein iPhone bleibt dann einfach daheim, kaufe mir in Zukunft eh nur noch die S Reihe.
Du hast aber schon mitbekommen, dass es seit dem iPhone 6s (Ausnahme: XS) keine klassische S-Reihe mehr gibt…?
Vermisse Angaben zur Laufzeit – wie lange kann man mit Hintergrund Beleuchtung navigieren?
Ein sehr interessantes Gerät.
Ist der fürs Lesen nicht zu klein?
Hab dieses „BOOX Palma 2 Pro“ auch schon gesehen und überlegt.
Aber die „LESER Leute“ sagen, das es am Ende doch eher zu klein ist und man einen größeren eReader bevorzugt.
Am Ende „für Technik Nerds“ eher was, da zu speziell.
Frage an die Besitzer:
– Wie als MP3 Player (Musik) zu gebrauchen?
– Welche Apps kann man nicht löschen? Einstellungen und AppStore ist klar. Alles andere sollte löschbar sein.
– Wie flüssig reagiert das E-Ink Display?
Mir fehlt da eigentlich nur die Apple Bücher App drauf. Dann würde ich es sofort kaufen. Habe da viele Büvher bei Angeboten mitgenommen aber in all den Jahren nur eins wirklich gelesen, da ich das auf dem iPad richtig ätzend finde. E-Ink ist da einfach viel besser, was ich erst später bemerk habe. Dachte immer, ich gewöhne mich mal dran aber nein, klappt nicht.
Die Apple Musik App gibt es für Android, die Bücher App leider nicht.
Laut Schätzungen (Apple veröffentlicht keine detaillierten Zahlen) dürfte Apple mit Musik den 20 bis 30-fachen Umsatz von Büchern machen. Damit dürfte der Hintergrund klar sein.
Apple Bücher sind i.d.R. Mit „FairPlay-DRM“ geschützt. Dadurch führt kein offizieller Weg aus dem Apple-Ökosystem heraus.
Und is hilft mir das nun mit meinen gut 150 Büchern? Die Infos sind doch alle bekannt. Ich hoffe einfach Eiter auf ein Apple iBook als Reader mit eInk.
Hatte ich Hilfe versprochen?
Bei mir heißt die Funktion „Kommentar“, nicht „Hilfe für Leute mit zu viel Geld, die sich 150 Bücher kaufen und erst danach feststellen, dass sie diese nicht lesen können“.
@Jan Warum kauft man 150 Bücher auf einer Plattform die man nicht nutzen möchte?
Geht mir auch so und habe über Jahre schon weit über 200 Bücher bei Apple gekauft. Jetzt aber zu Weihnachten erst mein erstes iPad und ganz ehrlich: das taugt für Literatur mal gar nicht. Habe mich richtig geärgert. Werde nun einen Tolino bestellen und mir diese Ausleihe-App der Bibliothek drauf klatschen.
Kann ich nicht empfehlen. Hatte den Vorgänger Palma und nach 3 Monaten waren extreme Artefakte auf dem Bildschirm die auch mit refresh nicht verschwunden sind. Hersteller war wenig kulant. Reparatur innerhalb der Gewährleistung wäre in Polen gewesen und ich hätte auf eigene Kosten hinschicken müssen
Und warum hast du das nicht gemacht? Die paar Euro mit Hermes und fertig. Hast eben ein Montagsgerät erhalten, kommt vor.
Also lieber ein kaputtes Gerät anstatt für ein paar Euro Versand ein funktionierendes Gerät? Warum?