Automatische Strompreisoptimierung
Anker SOLIX: Großes Software-Update macht Balkonspeicher intelligenter
Anker SOLIX hat ein umfangreiches Software-Update für sein Energiemanagementsystem PowerOS angekündigt. Damit sollen Balkonkraftwerk- und Heimspeicher künftig noch stärker selbstständig entscheiden, wann Strom gespeichert, verbraucht oder aus dem Netz bezogen wird. Die ersten Funktionen werden bereits seit Oktober verteilt, weitere Neuerungen sollen bis Dezember folgen. Interessant ist dabei vor allem, dass Anker nicht nur aktuelle Produkte wie die Solarbank Max berücksichtigt, sondern auch ältere Speichergenerationen.
Strompreise und Verbrauch bestimmen die Speichersteuerung
Im Mittelpunkt steht ein überarbeiteter Algorithmus zur Energieoptimierung. Die Software berücksichtigt Wetterprognosen, bisherige Verbrauchsmuster und aktuelle Strompreise, um Lade- und Entladevorgänge besser aufeinander abzustimmen. Bei dynamischen Stromtarifen kann der Speicher beispielsweise dann mit Netzstrom geladen werden, wenn die Preise besonders niedrig sind.
Die verbesserte Tarifautomatik soll dabei feste, zeitvariable und dynamische Stromtarife erkennen und passende Strategien anwenden. Laut Anker können Haushalte mit dynamischem Tarif durch den Wechsel vom bisherigen Eigenverbrauchsmodus in den Smart-Modus ihre bereits erzielten Einsparungen um bis zu 30 Prozent steigern. Der Wert stammt allerdings aus internen Simulationen und lässt sich nicht pauschal auf jeden Haushalt übertragen.
Bereits verfügbar ist zudem eine Solarüberschuss-Prognose. Sie informiert Nutzer im Voraus, wenn voraussichtlich mehr Solarstrom erzeugt wird, als der Haushalt gerade benötigt. Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere größere Verbraucher lassen sich dadurch gezielt zu günstigen Zeiten betreiben.
Frühwarnsystem und bessere Smart-Home-Anbindung
Neu ist außerdem ein Frühwarnsystem, das auf mögliche Unwetter und Netzstörungen aufmerksam machen soll. Unterstützt die vorhandene Hardware entsprechende Backup-Funktionen, kann das System vorsorglich Stromreserven anlegen. Eine unterbrechungsfreie Versorgung des Haushalts ergibt sich daraus allerdings nicht automatisch.
Auch bei der Vernetzung legt Anker nach. Neben der bestehenden Home-Assistant-Integration ist jetzt eine Anbindung an Homey vorgesehen. Weitere Smart-Home-Plattformen sollen im November folgen. Damit könnten beispielsweise kompatible Haushaltsgeräte automatisch eingeschaltet werden, sobald ausreichend Solarstrom zur Verfügung steht.
Natürlichsprachige Steuerung ab Dezember
Für Dezember kündigt Anker eine Funktion namens „Intelligente Wunscherkennung“ an. Anstatt einzelne Ladepläne anzupassen, sollen Nutzer alltägliche Situationen wie einen bevorstehenden Urlaub oder veränderte Arbeitszeiten in natürlicher Sprache beschreiben können. PowerOS erstellt daraus eine passende Energiestrategie, die vor der Umsetzung bestätigt werden muss.
Ebenfalls im Dezember soll ein automatischer Tagesbericht hinzukommen. Dieser fasst Stromerzeugung, Verbrauch, Einsparungen und den Zustand des Systems zusammen, ohne dass Nutzer die einzelnen Werte selbst in der App zusammensuchen müssen.
Auch ältere Solarbank-Modelle werden berücksichtigt
Nach Angaben von Anker erhalten sämtliche bisherigen Solarbank-Generationen entsprechende Software-Updates. Dazu gehören Modelle der ersten und zweiten Generation sowie AC-Speicher, die Max-Serie und die SOLIX XE beziehungsweise XE AC. Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt allerdings vom jeweiligen Gerät und dessen technischen Voraussetzungen ab. Nicht jede Neuerung wird somit auf jedem Speicher funktionieren.
Weitere Informationen zum Energiemanagement stellt Anker auf seiner PowerOS-Webseite bereit. Die Steuerung und die Software-Aktualisierungen erfolgen wie gewohnt über die Anker-Power-App für iPhone und Android.

